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Flechtennabelinge

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Flechtennabelinge
Datei:Lichenomphalia umbellifera - Lindsey 1a.jpg

Heide-Flechtennabeling (Lichenomphalia umbellifera)

Systematik
Unterabteilung: Agaricomycotina
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Champignonartige (Agaricales)
Familie: Schnecklingsverwandte (Hygrophoraceae)
Gattung: Flechtennabelinge
Wissenschaftlicher Name
Lichenomphalia
Redhead, Lutzoni, Moncalvo & Vilgalys

Die Flechtennabelinge (Lichenomphalia) sind eine Pilzgattung aus der Familie der Schnecklingsverwandten, deren Arten obligat mit Grünalgen vergesellschaftet sind, als Flechte leben und nabelingsartige Fruchtkörper bilden.<ref name="Oberwinkler2012"/>

Die Typusart ist der Hellgelbe Flechtennabeling (Lichenomphalia hudsoniana).

Merkmale[Bearbeiten]

Makroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Der polsterförmige, schwach gewölbte oder flach ausgebreitete Hut misst im Durchmesser 3–23(–30) mm. Die Hutmitte ist oft niedergedrückt bis genabelt oder trichterartig vertieft. Die Oberfläche des Huts ist entweder glatt oder gefurcht, trocken oder feucht und der Rand fein gekerbt. Das Farbspektrum reicht von Weiß über blass bis leuchtend Gelb und Oliv-ocker, Dunkelrot-braun bis hin zu Oliv-braun. Die am Stiel herablaufenden Lamellen sind relativ dick, oft gegabelt oder querverbunden und stehen zueinander entfernt. Die Farben entsprechen denen des Huts oder sind blasser. Das Sporenpulver hinterlässt einen weißen bis gelblichen Abdruck. Der mehr oder minder zylindrische Stiel ist (3–)10–25(–40) mm lang und 0,5–3 mm dick, die Stielrinde glatt oder bereift, trocken und matt. Sowohl der Geschmack als auch der Geruch sind unspezifisch.<ref name="Knudsen2008"/>

Mikroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Die fast kugeligen bis zylindrischen oder tropfenförmigen Sporen sind durchscheinend (hyalin), haben dünne und glatte Wände und zeigen unter der Zugabe von Iodreagenzien keine Farbreaktion (inamyloid). An den Sporenständern (Basidien) reifen jeweils 2 oder 4 Sporen heran. Sowohl auf der Lamellenfläche als auch an den Lamellenschneiden kommen keine Zystiden vor. Auch auf dem Stiel fehlen Zystiden; dafür besitzen einige Arten hervorstehende Pilzfäden (Hyphen). Auch auf dem Hut treten keine Zystiden auf. Die Hutdeckschicht (Pileipellis) ist eine Cutis aus liegenden Hyphen, selten mit Übergängen zu einem Trichoderm. Im gesamten Fruchtkörper sind die Querwände der Hyphen (Septen) schnallenlos.<ref name="Knudsen2008"/>

Ökologie und Phänologie[Bearbeiten]

Datei:2013-08-18 Lichenomphalia thalli-types.jpg
Die unterschiedlichen Lager der Flechtennabelinge im Vergleich: links der körnige Botrydina- und rechts daneben der schuppige Coriscium-Typ

Flechtennabelinge sind ausschließlich zusammen mit Algen überlebensfähig. Sie bilden mit Coccomyces-Arten eine Flechte und besitzen entweder ein kleinkörniges, grünes Lager (Thallus) vom Botrydina-Typ oder einen schuppenartigen Coriscium-Thallus aus kleinen, muschelförmigen und blass grünen, weißrandigen Elementen. Lichenomphalia-Arten besiedeln nackten mineralischen Boden wie moorigen oder torfigen Untergrund, wachsen sogar inmitten von Torfmoosen und kommen häufig in der alpinen Höhenstufe vor.<ref name="Knudsen2008"/><ref name="Ludwig2001"/>

Die Fruchtkörper erscheinen vom Frühjahr bis in den Herbst hinein.<ref name="Knudsen2008"/>

Arten[Bearbeiten]

Für Europa sind 7 Taxa bekannt bzw. zu erwarten.<ref name="Strittmatter2011"/>

Flechtennabelinge (Lichenomphalia) in Europa
Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Autorenzitat
Alpen- oder Zitronengelber Flechtennabeling Lichenomphalia alpina Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Britzelmayr 1890) Redhead et al. 2002
Lichenomphalia cinereispinula Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Neville & Fouchier 2009
Hellgelber Flechtennabeling Lichenomphalia hudsoniana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(O.E. Jennings 1936) Redhead et al. 2002
Südlicher Flechtennabeling Lichenomphalia meridionalis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Contu & La Rocca 1999) P.-A. Moreau & Courtecuisse in Courtecuisse 2008
Lichenomphalia pararustica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Clémençon 1982) Elborne in Knudsen & Vesterholt 2008
Heide- oder Gefalteter Flechtennabeling Lichenomphalia umbellifera Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Linnaeus 1753 : Fries 1828) Redhead et al. 2002
Samtiger oder Grauer Flechtennabeling Lichenomphalia velutina Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Quélet 1886) Redhead et al. 2002

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Frieder Gröger: Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa. Teil I. In: Regensburger Mykologische Schriften. Band 13. Regensburgische Botanische Gesellschaft, 2006, ISSN 0944-2820 (Hauptschlüssel; Gattungsschlüssel; Artenschlüssel für Röhrlinge und Verwandte, Wachsblättler, hellblättrige Seitlinge, Hellblättler und Rötlinge).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Knudsen2008"></ref>

<ref name="Ludwig2001"></ref>

<ref name="Oberwinkler2012"> Franz Oberwinkler: Basidiolichens. Fungal Associations, 2nd ed. In: Bertold Hock et al. (Hrsg.): The Mycota. Band 9, 2012, S. 341–359. </ref>

<ref name="Strittmatter2011"> Eric Strittmatter: Die Gattung Lichenomphalia. In: fungiworld.com. Pilz-Taxa-Datenbank. Abgerufen am 17. August 2013. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Flechtennabelinge (Lichenomphalia) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien