Zum Inhalt springen

Flussjungfern

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Seite Vorlage:Taxobox/styles.css hat keinen Inhalt.

Flussjungfern
Datei:GomphusFlavipes2.jpg

Asiatische Keiljungfer (Gomphus (Stylurus) flavipes)

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Fluginsekten (Pterygota)
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung: Großlibellen (Anisoptera)
Überfamilie: Aeshnoidea
Familie: Flussjungfern
Wissenschaftlicher Name
Gomphidae
Rambur, 1842

Die Flussjungfern (Gomphidae) sind eine Familie der Großlibellen (Anisoptera). Sie gehören damit auch zu den Libellen (Odonata). Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt in den Tropen Ostasiens und Südamerikas. Weltweit bilden sie 91 Gattungen mit etwa 950 Arten, von denen es in Deutschland nur sieben Arten gibt, die zum Teil gefährdet sind.

Die Imagines der Flussjungfern sind meist mittelgroße bis große Libellen. Besonders unter den Hageniinae finden sich sehr große und kräftig gebaute Arten, die eine Körperlänge von etwa neun Zentimetern erreichen oder überschreiten können. In Europa ist der Seedrache (Lindenia tetraphylla) mit bis zu acht Zentimetern Körperlänge die größte Art der Familie. Charakteristisch für die Flussjungfern sind die deutlich voneinander getrennten Komplexaugen. Sie sind schwarz-gelb oder schwarz-grün gezeichnet. Wie ihr Name bereits andeutet, findet man die Tiere vor allem an Bächen und Flüssen, die meisten Arten können sich aber auch in Stillgewässern entwickeln. Auf ihren Jagdflügen fliegen sie auch weitab der Gewässer, vornehmlich in bewaldeten Gebieten.

Phylogenie[Bearbeiten]

Die Flussjungfern gelten als morphologisch ursprüngliche Familie der Großlibellen, die zahlreiche plesiomorphe Merkmale erhalten haben, zum Beispiel in der Flügeladerung. Nach molekularen Merkmalen (Phylogenomik, Vergleich homologer DNA-Sequenzen) ist ihre Schwestergruppe die pazifisch verbreitete Familie der Petaluridae, mit denen sie unter anderem die weit getrennten Komplexaugen gemeinsam haben. Diese beiden sind vermutlich Schwestergruppe der anderen Großlibellen zusammengenommen.<ref>Frank Louis Carle, Karl M. Kjer, Michael L. May: A molecular phylogeny and classification of Anisoptera (Odonata). In: Arthropod Systematics and Phylogeny. 73 (2), 2015, S. 281–301. (PDF)</ref>

Innerhalb der Familie werden acht Unterfamilien unterschieden,<ref>Frank Louis Carle: The classification, phylogeny and biogeography of the Gomphidae (Anisoptera). In: Odonatologica. 15, 1986, S. 275–326. cit. nach Frank Suhling, Ole Müller: Die Flußjungfern Europas. (= Die neue Brehm-Bücherei. Band 628). Westarp Wissenschaften, Magdeburg 1996, ISBN 3-89432-459-7, S. 11–13.</ref> die nach den molekularen Ergebnissen aber nicht alle monophyletisch sind. In Zukunft sind daher Veränderungen des Systems zu erwarten.

  • Hageniinae
  • Octogomphinae
  • Gomphinae
  • Epigomphinae
  • Austrogomphinae
  • Phyllogomphinae
  • Onychogomphinae
  • Lindeniinae

Arten[Bearbeiten]

Datei:Libelle Nahaufnahme-Bild3.jpg
Ein markantes Merkmal der Flussjungfern (hier: Gomphus vulgatissimus) sind die deutlich getrennt stehenden Komplexaugen

Die folgende Übersicht stellt die europäischen Vertreter der Flussjungfern dar.

Datei:Bladetail (Lindenia tetraphylla) male Macedonia.jpg
Seedrache (Lindenia tetraphylla), Männchen
Datei:Cordulagomphus tuberculatus.jpg
Fossil von Cordulagomphus tuberculatus aus der Santana-Formation Brasiliens, im Naturhistorischen Museum Wien

Flussjungfern – Gomphidae

Literatur[Bearbeiten]

  • K. D. Dijkstra: Libellen Europas – Der Bestimmungsführer Haupt Verlag, Bern 2014.
  • H. Donath: Zum Vorkommen der Flußjungfern (Odonata, Gomphidae) am Mittellauf der Spree. In: Entomologische Nachrichten und Berichte. 29, 1985, S. 155–160.
  • H. Heidemann: Die Gomphus-Arten Deutschlands und Frankreichs. Bestimmungsschlüssel der Larven und Felddiagnose der Imagines (Anisoptera, Gomphidae). In: Libellula. 7, 1988, S. 27–40.
  • G. Jurzitza: Der Kosmos-Libellenführer. Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart 2000.
  • K. Sternberg, R. Buchwald (Hrsg.): Die Libellen Baden-Württembergs. Band 2: Großlibellen (Anisoptera). Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3514-0.
  • F. Suhling, O. Müller: Die Flussjungfern Europas – Gomphidae. (= Die Neue Brehm-Bücherei. 628). Westarp, Magdeburg / Spektrum, Heidelberg 1996, ISBN 3-89432-459-7.
  • E. Schmidt: Generic reclassification of some westpalaearctic Odonata taxa in view of their nearctic affinities (Anisoptera, Gomphidae). In: Advances in Odonatology. 3, 1987, S. 135–145.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Gomphidae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien