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Flutamid

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Strukturformel
Datei:Flutamide structural formulae.png
Allgemeines
Freiname Flutamid
Andere Namen
  • 2-Methyl-N-[4-nitro-3-(trifluormethyl)phenyl]propionsäureamid
  • 4-Nitro-3-(trifluormethyl)isobutyranilid
  • N-(4-Nitro-3-trifluormethylphenyl)isobutyramid (IUPAC)
  • Flutamidum (Latein)
Summenformel C11H11F3N2O3
Kurzbeschreibung

blassgelbes, kristallines Pulver<ref name="Ph. Eur.">Eintrag Flutamide CRS beim Europäisches Direktorat für die Qualität von Arzneimitteln (EDQM)Vorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 236-341-9
ECHA-InfoCard 100.033.024
PubChem 3397
ChemSpider 3280
DrugBank DB00499
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

L02BB01

Wirkstoffklasse

Zytostatikum, nichtsteroidale Antiandrogene

Eigenschaften
Molare Masse 276,21 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

111,5–112,5 °C<ref name="MerckIndex">The Merck Index. An Encyclopaedia of Chemicals, Drugs and Biologicals. 14. Auflage. 2006, ISBN 0-911910-00-X, S. 720.</ref>

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser, leicht löslich in Aceton und Ethanol<ref name="Ph. Eur." />

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Flutamide bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​351​‐​361​‐​373​‐​411
P: 202​‐​260​‐​264​‐​273​‐​301+312​‐​308+313<ref name="Sigma" />
Toxikologische Daten

787 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)<ref name="Ph. Eur." />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Flutamid ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Zytostatika, der in der Behandlung des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms eingesetzt wird. Flutamid gehört zur Klasse der Anti-Androgene.

Klinische Angaben[Bearbeiten]

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten[Bearbeiten]

Palliative Behandlung des Prostatakarzinoms im fortgeschrittenen Stadium bei unvorbehandelten oder hormonrefraktären Patienten. Adjuvante Therapie des lokal begrenzten Prostatakarzinoms (Stadium B2-C) in Kombination mit einem LHRH-Agonisten und geeigneter Radiotherapie.

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)[Bearbeiten]

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff Flutamid. Flutamid ist nicht zur Anwendung bei zeugungsfähigen Männern ohne verlässliche Kontrazeption und bei Frauen und Kindern bestimmt.

Pharmakologische Eigenschaften[Bearbeiten]

Aufnahme und Verteilung im Körper (Pharmakokinetik)[Bearbeiten]

Resorption: Nach oraler Verabreichung wird Flutamid schnell und vollständig resorbiert. Mittlere Flutamid-Plasmaspitzenkonzentrationen <math>C_\mathrm{max}</math> von 92–113 ng/ml werden 1,3–1,5 Stunden nach Verabreichung von 250 mg Flutamid gemessen. Mittlere Plasmaspitzenkonzentrationen des aktiven Hauptmetaboliten 2-Hydroxyflutamid von 894 ng/ml werden 2,7 Stunden nach Einnahme von 250 mg des Arzneistoffs gemessen. Steady-state-Plasmakonzentrationen werden für beide Substanzen nach 5 Tagen erreicht. Eine Nahrungseinnahme hat keinen Einfluss auf die Bioverfügbarkeit. Distribution: Zum Verteilungsvolumen liegen keine Daten vor. Die Plasmaproteinbindung von Flutamid beträgt 94–96 %, diejenige des aktiven Metaboliten 92–94 %. Metabolismus: Flutamid wird rasch und extensiv verstoffwechselt. Es werden 10 Metaboliten identifiziert. Hauptmetabolit ist das aktive 2-Hydroxyflutamid, welches vorwiegend über CYP 1A2 gebildet wird. Elimination: Die Plasmahalbwertszeiten betragen 7,8 Stunden für Flutamid beziehungsweise 8,1 Stunden für 2-Hydroxyflutamid. Flutamid wird in Form von Metaboliten vorwiegend renal ausgeschieden. Mit den Faezes werden nur geringe Substanzmengen ausgeschieden.

Sonstige Informationen[Bearbeiten]

Flutamid wurde 1973 von Schering patentiert und ist als Generikum im Handel.

Literatur[Bearbeiten]

  • W. Forth, D. Henschler, W. Rummel: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. 9. Auflage. Urban & Fischer, München 2005, ISBN 3-437-42521-8.

Handelsnamen[Bearbeiten]

Monopräparate
Flucinorm (CH), Flumid (D), Fugerel (D, A), Prostakonyl (A), Prostica (D), diverse Generika (D, A)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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