Flying Bulls
Die Flying Bulls sind eine in Salzburg stationierte private Flugzeugflotte, die dem österreichischen Unternehmer, Milliardär und Flugzeugliebhaber Dietrich Mateschitz gehörte. Unternehmerisch betrieben werden die Aktivitäten rund um die Bulls durch die 1996 gegründete THE FLYING BULLS GmbH, eine 100-Prozent-Tochter der Red Bull GmbH; Geschäftszweig ist der nicht gewerbsmäßige Flugzeugbetrieb.<ref>THE FLYING BULLS GmbH (FN 151033h) – Firmenbuchdaten in der Elektronischen Verlautbarungs- und Informationsplattform des Bundes, abgerufen am 4. Juni 2026.</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
Die Flying Bulls besitzen den extra für sie errichteten Hangar-7. Zu den dort untergebrachten Fluggeräten gehören unter anderem eine Douglas DC-6B, die einst dem jugoslawischen Staatspräsidenten Tito gehörte, ebenso eine Pilatus PC-6, mehrere demilitarisierte Alpha Jets, die bei vielen Flugshows mit spektakulärer Aerobatik im Einsatz sind, und diverse Hubschrauber. Dazu gehört auch der einzige zivil zugelassene amerikanische Kampfhubschrauber vom Typ Bell TAH-1F Cobra die Trainingsversion des AH-1 Kampfhubschraubers. Bei Ezell Aviation in Texas wurde eine Lockheed P-38L Lightning wieder in einen flugfähigen Zustand versetzt. Die Lightning ist seit März 2009 im Hangar-7 stationiert.<ref name=":0">Flotte. In: flyingbulls.at. Abgerufen am 18. Mai 2026.</ref>
Des Weiteren gehören unter anderem eine kunstflugtaugliche Bölkow Bo 105, eine Bell 47G-3B-1, eine North American T-28, der Bomber North American B-25J, eine Chance Vought F4U, ein Wasserflugzeug vom Typ Cessna Amphibian Caravan, eine Boeing-Stearman PT-17, eine Fairchild PT-19 sowie seit 2021 eine P-51D Mustang der Flotte der Flying Bulls an.<ref name=":0" />
2013 erlebte eine Bristol 171 Sycamore ihren zweiten Frühling durch die Flying Bulls. 2023 stieß die Sikorsky S-58 zur Sammlung der Flying Bulls. Das Hubschraubermodell ist bekannt aus dem Fernsehserie Trio mit vier Fäusten.<ref name="flugrevue">Christof Brenner: Jetzt kriegt Red Bull seine eigene Screaming Mimi. In: Flug Revue. 31. Mai 2023, abgerufen am 1. Juni 2023.</ref>
Im Mai 2026 wurde die Übernahme der Canadair F-86 zusammen mit dem Piloten Frédéric Akary bekanntgegeben.<ref>Die Kraft eines Jets, das Gefühl einer Legende. In: flyingbulls.at. Mai 2026, abgerufen am 19. Mai 2026.</ref>
Sigi Angerer[Bearbeiten]
Die Flugzeugsammlung der Flying Bulls geht mit auf den Kunstflugpiloten Siegfried „Sigi“ Angerer (2. August 1949 – 3. Oktober 2022, Salzburg) zurück. Er machte mit 15 seine ersten Flugerfahrungen und absolvierte insgesamt über 24.000 Flüge auf 70 Flugzeugtypen. 1990 als Pilot einer Vought F4U Corsair bei einer Flugshow in Innsbruck traf er Didi Mateschitz. Er lehrte Mateschitz das Fliegen einer Piper PA-18 und gewann ihn (mit Red Bull) als Sponsor für seine Corsair. Gemeinsam wurde 1999 das Unternehmen Flying Bulls gegründet, Angerer war Chefpilot, bis er 2012 in den Ruhestand ging.
Angerer überstellte die B-25 fliegend von den USA nach Österreich und auch die Lockheed P-38 Lightning. Er vermittelte sein breites Wissen und die Leidenschaft für historische Flugzeuge.
Bei seinem Tod hinterließ Angerer seine Ehefrau und zwei Kinder.<ref>Sigi Angerer tot – Mateschitz trauert um guten Freund. In: Heute.at, 4. Oktober 2022, abgerufen am 9. Oktober 2022.</ref><ref>„Blue Skies!“: Große Trauer um Mateschitz-Vertrauten Sigi Angerer. In: Krone.at, 4. Oktober 2022, abgerufen am 9. Oktober 2022.</ref><ref>Sigi Angerer – Parte auf bestattung-hemetsberger.at, 8. Oktober 2022, abgerufen am 9. Oktober 2022.</ref>
Flotte[Bearbeiten]
Die Flotte der Flying Bulls setzt sich aus diversen Flugzeugen und Hubschraubern zusammen. Einige davon sind rein für Fernsehübertragungen oder Fotoflüge ausgelegt. Der Großteil wird auf Flugshows und Veranstaltungen präsentiert. Darunter finden sich weltweite so wie europäische Seltenheiten, wie die Douglas DC-6B, Canadair F-86 und Bristol 171<ref name=":0" />
Tabellen: Stand 17. Mai 2026
1 Alle Alpha Jets wurden am 22. August 2025 aus unbekannten Gründen stillgelegt.
| Bild | Typ | Kennzeichen | Baujahr |
|---|---|---|---|
| AS 350 B3+ | OE-XTV | 2009 | |
| Bell 209/AH1F | N11FX | 1967 | |
| Bell 47 G-3B-1 | OE-XDM | 1966 | |
| Bristol 171 Sycamore | OE-XSY | 1957 | |
| Eurocopter EC135 | OE-XFB | 2006 | |
| MBB BO 105C | D-HSDM; D-HTDM | 1974 | |
| MBB BO 105S – Media | D-HUDM | 1993 |
Aktive Piloten[Bearbeiten]
Die Flying Bulls verfügen über mehrere Piloten, die jeweils auf bestimmte Muster spezialisiert sind.<ref>Piloten. In: flyingbulls.at. Abgerufen am 18. Mai 2026.</ref>
| Pilot | Funktion | geflogene Muster |
|---|---|---|
| Eskil Amdal | Pilot & CEO | DC-6B, P-38, P-51, F4U-4, F8F-2,T-28B, T-6, PT-17, T-34, Extra 300 LX, |
| Raimund Riedmann | Flugbetriebsleiter & Chefpilot Flächenflugzeuge | DC-6B, B-25J, P-38, P-51, F4U-4, T-28B, T-6, PT-17, PT-19, T-34, Cessna 337, Cessna 208 Amphibian, Aviat Husky, Extra 300 LX, P.68 |
| Mirko Flaim | Flugbetriebsleiter & Chefpilot Hubschrauber | AH-1F, Bo.105/Bo.105S, EC135, AS 350, Bell 47, |
| Frederic Akary | Pilot | F-86 |
| Stefan Doblhammer | Pilot | (Alpha Jet) |
| Eric Goujon | Pilot | F4U-4, PC-6, Extra 300 LX |
| Frederic Handelmann | Pilot | DC-6B, B-25J, T-6, Extra 300 LX |
| Miguel Hochleitner | Pilot | F4U-4, T-28B, PC-6, Extra 300 LX |
| Hans Pallaske | Pilot | T-34, PC-6, Cessna 337, Cessna 208 Amphibian |
| Ludwig Reiter | Pilot | B-25J, PT-17, PT-19, T-34, Cessna 208 Amphibian, Aviat Husky, Extra 300 LX, P.68 |
| Nicolas Rossier | Pilot | P-51, T-28B, T-6, Extra 300 LX |
| Matthias Schwaighofer | Pilot | AH-1F, Bo.105/Bo.105S, EC135, AS 350, Bell 47 |
| Siegfried Schwarz | Pilot & ehemaliger Chefpilot | AH-1F, Bo.105/Bo.105S, EC135, Bristol 171, AS 350, Bell 47 |
| Rainer Wilke | Pilot | Bo.105 |
Zwischenfälle[Bearbeiten]
Eine Bede 5J „Microjet“ (Kennzeichen N53EJ) verunglückte am Nachmittag des 1. Mai 2013 bei Baumkirchen im Tiroler Inntal.<ref>Eintrag zum Unfall der Bede BD-5J N53EJ Baumkirchen, Österreich in der Aviation Safety Net Wikibase (englisch)Vorlage:Abrufdatum</ref> Der seit Jahren für die Flying Bulls tätige deutsche Pilot meldete Probleme und erwog eine Notlandung auf der Inntalautobahn, musste jedoch dann zwischen Baumkirchen und Mils notlanden. Das Flugzeug prallte dabei gegen einen Hang, der Pilot kam ums Leben.<ref>Nach Absturz Obduktion angeordnet. In: tirol.ORF.at. 2. Mai 2013, abgerufen am 4. Juni 2026.</ref>
Auf dem Rückflug von einer Flugshow in Polen stürzte am 20. Juni 2021 eine North American T-28B „Trojan“ (OE-ESA, Baujahr 1954) nahe Jickovice in Tschechien ab, wobei der Pilot zu Tode kam.<ref>Eintrag zum Unfall North American T-28B Trojan OE-ESA Jickovice, Tschechien in der Aviation Safety Net Wikibase (englisch)Vorlage:Abrufdatum</ref> Die Maschine wurde 1954 in den USA gebaut und war bis 1965 als Trainer bei der U.S. Navy in Washington, D.C. im Einsatz. Ein Privatmann restaurierte die Maschine in den USA, wo sie vom ehemaligen Chefpiloten der Flying Bulls Sigi Angerer 1987 gekauft wurde. Zerlegt kam sie im 40-Fuß-Container via Land-See-Landtransport in die Schweiz, wo sie zusammengebaut wurde. Sie war eines der ersten Flugzeuge der Flying-Bulls-Sammlung.<ref>Salzburger Flugzeug in Böhmen abgestürzt – ein Toter. In: salzburg.ORF.at. 21. Juni 2021, abgerufen am 20. Juni 2021.</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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