Zum Inhalt springen

Fockbeker Moor

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Fockbeker Moor
Datei:Fockbeker Moor im September.JPG
Blick übers NSG Fockbeker Moor im September

Blick übers NSG Fockbeker Moor im September

Lage Kreis Rendsburg-Eckernförde, Schleswig-Holstein
Fläche 379 ha
Kennung NSG-Nr. 184
WDPA-ID {{#property:p809}}
Natura-2000-ID {{#property:p3425}}
Geographische Lage 54° 20′ N, 9° 36′ OKoordinaten: 54° 19′ 39″ N, 9° 35′ 34″ O
 {{#coordinates:54,3275|9,5927777777778|primary
dim= globe= name=Fockbeker Moor region=DE-SH type=forest
  }}
Fockbeker Moor (Schleswig-Holstein)
Fockbeker Moor (Schleswig-Holstein)
Einrichtungsdatum 2002
Verwaltung LLUR

Das Fockbeker Moor ist ein Naturschutzgebiet in den schleswig-holsteinischen Gemeinden Fockbek und Hohn im Kreis Rendsburg-Eckernförde.

Allgemeines[Bearbeiten]

Das rund 379 Hektar große Naturschutzgebiet ist unter der Nummer 184 in das Verzeichnis der Naturschutzgebiete des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume eingetragen. Es wurde Ende 2002 ausgewiesen (Datum der Verordnung: 3. September 2002).<ref name="VO">Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Fockbeker Moor“ vom 3. September 2002, Landesvorschriften und Landesrechtsprechung, Landesregierung Schleswig-Holstein. Abgerufen am 21. März 2013.</ref> Der größte Teil des Naturschutzgebietes bildet gleichzeitig das gleichnamige, 375 Hektar große FFH-Gebiet.<ref>Fockbeker Moor, Steckbriefe der Natura-2000-Gebiete, Bundesamt für Naturschutz. Abgerufen am 13. April 2018.</ref> Zuständige untere Naturschutzbehörde ist der Kreis Rendsburg-Eckernförde.

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet liegt nordwestlich von Rendsburg. Es stellt ein Hochmoor am Rand von direkt östlich angrenzenden Endmoränen unter Schutz. Das Moor ist durch Entwässerung und Torfabbau stark verändert. Land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen, die das Moor umgeben, sind in das Naturschutzgebiet einbezogen. Die innerhalb des Naturschutzgebietes liegende Hofstelle Knüll mit angrenzenden Bereichen ist aus dem Geltungsbereich der Naturschutzverordnung ausgenommen.

Entwässert und genutzt wurde das Moor seit Beginn des 19. Jahrhunderts. Die intensive Nutzung begann 1817. Ab 1827 wurde der Torf durch die Carlshütte, eine Eisenhütte, auch industriell als Brennmaterial genutzt. Die Nutzung des Moores dauerte bis in die 1950er Jahre an. Von dem rund 620 Hektar großen Moor sind etwa 200 Hektar nicht abgetorft worden bzw. in einem renaturierungsfähigen Zustand verblieben.<ref name="SHZ-111231">Sabine Sopha: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Wie der Mensch das Moor verändert (Memento vom 12. April 2013 im Webarchiv archive.today), Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, 31. Dezember 2011.</ref>

Seit 1980 wurden Pflegemaßnahmen im Moor durchgeführt. So wurden die Entwässerungsgräben im Moor geschlossen, um so die Wiedervernässung des Moores zu erreichen,<ref name="SHZ-111231" /> mit Gras bestandene Torfbänke einplaniert und auf diesen Flächen anschließend Heide angesiedelt sowie der Birken­bewuchs weitgehend entkusselt, um die Wasserverdunstung zu senken.<ref name="UKLSH">Schutzgebiete & Projekte des UKLSH e. V., Unabhängiges Kuratorium Landschaft Schleswig-– Verband für Naturschutz und Landschaftspflege e. V. Abgerufen am 5. Mai 2023.</ref> Die Unterschutzstellung des Moores mit seinen Randbereichen dient dem Erhalt des Gebietes als Lebensraum für die charakteristische Tier- und Pflanzenwelt. Als weitere Maßnahmen sollen die an das Moor angrenzenden Grünländereien als Lagg-Bereiche entwickelt werden. Weiterhin soll die Entwicklung von Heideflächen und natürlichen Eichen-Buchenwäldern gefördert werden.<ref name="VO" />

Die Moorfläche wird von einer weitgehend baumfreien, offenen Fläche geprägt. Alte Torfstiche sind mit Wasser gefüllt. Sie verlanden langsam. Im Moor sind u. a. Torfmoose, Rosmarinheide, Moosbeere, Wollgras und Sonnentau zu finden. Moor- und Grasfrosch, Kreuzotter, Ringelnatter, Waldeidechse und Blindschleiche kommen vor. Die Wasserflächen sind u. a. Lebensraum von Libellen wie Frühe Adonislibelle, Hufeisen-Azurjungfer und Große Pechlibelle. Das Moor ist Lebensraum zahlreicher Vögel, die hier teilweise auch brüten. So kommen u. a. Bruchwasserläufer, Zwergtaucher, Blässhuhn, Großer Brachvogel, Bekassine, Rotschenkel und Kiebitz vor. Auch die Sumpfohreule brütet im Moor und Lach- und Sturmmöwen haben hier Brutkolonien.<ref name="SHZ-111231" /><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Fockbeker Moor ist jetzt Naturschutzgebiet (Memento vom 12. April 2013 im Webarchiv archive.today), Pressemitteilung des Ministeriums für Umwelt, Natur und Forsten, Der Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein mit der Staatskanzlei, 2. Oktober 2002.</ref> Das Naturschutzgebiet beherbergt verschiedene seltene Spinnenarten wie Moorhockling (Attulus caricis), Schlankbein-Moosweberchen (Centromerus levitarsis), Torfmoosweberchen (Aphileta misera) und die winzige Kugelspinne Moorwinzling (Theonoe minutissima).<ref>NSG Fockbeker Moor (TK 25 Nr. 1623). Arachnologische Gesellschaft, 2020, abgerufen am 26. Mai 2021.</ref>

Das Moor entwässert über Gräben in erster Linie zur Dorbek, die etwas südlich in den Fockbeker See mündet.

Durch das Naturschutzgebiet verläuft ein Rad- und Wanderweg im Rahmen eines Rundweges der Gemeinde Fockbek. An diesem Weg befindet sich eine Aussichtsplattform innerhalb des Naturschutzgebietes.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Radrundwege der Gemeinde Fockbek (Memento vom 29. Mai 2013 im Internet Archive), Gemeinde Fockbek.</ref> Das Naturschutzgebiet wird vom Unabhängigen Kuratorium Landschaft Schleswig-Holstein – Verband für Naturschutz und Landschaftspflege<ref name="UKLSH" /> in Kooperation mit dem Naturschutzbund Deutschland und dem Landesjagdverband Schleswig-Holstein betreut.<ref>Betreuung geschützter Gebiete in Schleswig-Holstein, Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, April 2017 (PDF; 275 kB). Abgerufen am 20. März 2020.</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Naturschutzgebiet Fockbeker Moor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Fockbeker Moor, Faltblatt des Landesamtes für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein (PDF; 2,9 MB)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Naturschutzgebiet
Naturschutzgebiet
Wappen Landkreis Rendsburg-Eckernfoerde
Wappen Landkreis Rendsburg-Eckernfoerde

Ahrensee und nordöstlicher Westensee | Bewaldete Düne bei Noer | Bokelholmer Fischteiche | Bültsee und Umgebung | Dosenmoor | Fockbeker Moor | Groß Wittenseer Moor | Hohner See | Kaltenhofer Moor | Methorstteich und Rümlandteich | Naturwälder in den Landesforsten Barlohe | Schulensee und Umgebung | Schwansener See | Sorgwohld | Spülflächen Schachtholm | Tönsheider Wald | Überschwemmungswiesen Jägerslust | Wennebeker Moor und Wennebekniederung Vorlage:Klappleiste/Ende