Fondmetal Fomet 1
| Konstrukteur: | |||||||||
| Designer: | Tino Belli Tim Holloway | ||||||||
| Vorgänger: | Fondmetal FA1ME | ||||||||
| Nachfolger: | Fondmetal GR01 | ||||||||
| Technische Spezifikationen | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Chassis: | CFK-Monocoque | ||||||||
| Radstand: | 2875 mm | ||||||||
| Gewicht: | 500 kg | ||||||||
| Reifen: | Goodyear | ||||||||
| Benzin: | Agip | ||||||||
| Statistik | |||||||||
| Fahrer: | |||||||||
| Erster Start: | Großer Preis von San Marino 1991 | ||||||||
| Letzter Start: | Großer Preis von Japan 1991 | ||||||||
| |||||||||
| WM-Punkte: | — | ||||||||
| Podestplätze: | — | ||||||||
| Führungsrunden: | — | ||||||||
Der Fondmetal Fomet 1 war ein Formel-1-Auto des italienischen Rennstalls Fondmetal F1, der in der Formel-1-Saison 1991 eingesetzt wurde. Im folgenden Jahr brachte das Team das technisch kaum veränderte Auto unter der Bezeichnung Fondmetal GR01 an den Start.
Fomet[Bearbeiten]
Der Fomet 1 wurde in den ersten Monaten des Jahres 1991 in Großbritannien von Mitarbeitern des Unternehmens Fomet konstruiert. Verantwortliche Ingenieure waren Tino Belli und Tim Holloway, einige Detailarbeit wurde später von Richard Divila erledigt.<ref name="Rejects">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Geschichte des Teams auf der Internetseite www.f1rejects.com ( vom 27. Dezember 2010 im Internet Archive) (abgerufen am 10. Januar 2011).</ref>
Fomet war anfänglich eng mit dem Rennstall Fondmetal Corse verbunden. Fondmetal, ein Gabriele Rumi gehörender italienischer Felgenhersteller, war in den 1980er-Jahren langjähriger Sponsor des Turiner Rennstalls Osella gewesen. Ende 1990 hatte Fondmetal das finanziell und technisch angeschlagene Team übernommen, und seitdem war Gabriele Rumi bemüht, die technische Basis des Teams zu professionalisieren.
Zu Beginn der neuen Saugmotor-Ära herrschte allgemein die Auffassung, dass in Großbritannien die besten Motorsport-Ingenieure arbeiteten und die größte Dichte an Zulieferbetrieben bestand. Daraus resultierte die Ansicht, dass dort die besten Formel-1-Autos konstruiert wurden. Im Hinblick darauf gründeten viele kontinentaleuropäische Formel-1-Teams Niederlassungen in Großbritannien, in denen zumindest Teile der Autoentwicklung stattfanden.<ref>Vgl. dazu: Cimarosti. Das Jahrhundert des Rennsports. S. 374.</ref> Das galt für Spitzenteams wie die Scuderia Ferrari ebenso wie für kleine Teams.<ref>Ferrari gründete eine Niederlassung in Guiltford, in der das komplette Fahrgestell des 1989er Modells F1-89 entstanden war (vgl. Cimarosti: Das Jahrhundert des Rennsports, S: 401); EuroBrun Racing etablierte Brun Technics in Basingstoke.</ref> Auch Fondmetal vollzog diese Entwicklung nach: Gabriele Rumi gründete Ende 1990 in Bicester das Unternehmen Fomet, das überwiegend mit britischen Ingenieuren besetzt war. Fomet war in den Räumlichkeiten von March Engineering untergebracht und wurde anfänglich von dem ehemaligen March-Ingenieur Robin Herd betreut.<ref name="ReferenceA">Ménard: La Grande Encyclopédie de la Formule 1, S. 463.</ref> In dieser Zeit entstand der Fomet 1.
Bereits nach einem Jahr kam es zum Bruch zwischen Fomet und Fondmetal. Fomet begann Ende 1991, Arbeiten auch für andere Teams zu erledigen. Rumi lehnte die Ausweitung der Aktivitäten ab und kündigte die Zusammenarbeit mit Fomet auf, obwohl dort die Entwicklung des Fondmetal-Autos für die Saison 1992 bereits begonnen hatte. Fomet setzte die Entwicklungsarbeiten an dem Wagen allein fort und verkaufte die Konstruktion schließlich an das französische Team Larrousse, das es 1992 unter der Bezeichnung Venturi LC92 einsetzte. Fondmetal gab die Konstruktion seines 1992er Autos bei einem anderen Unternehmen in Auftrag. Die Realisierung des GR02 genannten neuen Fahrzeugs verzögerte sich infolge der Neuorientierung bis zum Frühjahr 1992. Bis dahin wurde der kaum veränderte Fomet 1 unter der Bezeichnung Fondmetal GR01 gemeldet.
Technik[Bearbeiten]
Der Fomet 1 wird in der Literatur zumeist als einfaches, unkompliziertes Auto beschrieben<ref>Hodges: A-Z of Grand Prix Cars 1906-2001, S. 102: „a straightforward car“.</ref>, das noch einige Merkmale der letzten Osella-Konstruktion von 1989 in sich trug.<ref name="ReferenceA" /> Die Aerodynamik war neu entwickelt worden, auch war das Monocoque schmaler als beim Vorgänger, der Radstand war aber geringfügig länger.<ref name="Rejects"/> Die Aufhängung war konservativ und verwendete rundum Schubstreben.
Als Antrieb diente ein 3,5 Liter großer Achtzylinder-Saugmotor von Cosworth (Baureihe DFR). Fondmetal übernahm dabei einige der von Hart Racing Engines vorbereiteten Motoren, die im Jahr zuvor bei Tyrrell im erfolgreichen 019 eingesetzt worden waren.<ref name="Auto Course 1992/93, S. 63">Auto Course 1992/93, S. 63.</ref> Seine Leistung wurde mit etwa 620 PS angegeben; sie lag damit etwa 150 PS unter der der stärksten Motoren von Honda (McLaren) und Renault (Williams).<ref name="Henry 53">Alan Henry: Auto Course 1991/92. London 1991 (Hazleton Securities Ltd.), ISBN 0-905138-87-2, S. 53.</ref> Die Kraftübertragung erfolgte über ein von Fondmetal entwickeltes Sechsganggetriebe, das – anders als im Vorgänger – quer eingebaut war.<ref>Cimarosti: Das Jahrhundert des Rennsports, S. 433.</ref>
Produktion[Bearbeiten]
Fondmetal stellte im Laufe der Saison 1991 drei Chassis vom Typ Fomet 1 her. Beim Großen Preis von San Marino debütierte der Fomet 1/1; er war hier ein Einzelstück. Beim folgenden Lauf in Mexiko erschien der Fomet 1/2. Der Fomet 1/1 war in der gesamten Saison das Einsatzfahrzeug, während der Fomet 1/2 regelmäßig das Ersatzauto war. Eine Ausnahme war nur der Große Preis von Belgien: Hier erschien einmalig ein Fomet 1/3, der in diesem Rennen das Ersatzauto war, während der Fomet 1/2 als Einsatzfahrzeug genutzt wurde.<ref>Alan Henry: Auto Course 1991/92. London 1991 (Hazleton Securities Ltd.), ISBN 0-905138-87-2, S. 124, 198, 206 ff.</ref>
Renneinsätze[Bearbeiten]
1991 ging Fondmetal nur mit einem Auto an den Start; einziger Fahrer war zunächst Olivier Grouillard, der für die letzten drei Saisonrennen durch Gabriele Tarquini ersetzt wurde.
Zu Beginn der Saison 1991 hatten die Konstrukteure und Mechaniker den Fomet 1 noch nicht fertiggestellt. Das Team bestritt die ersten beiden Rennen mit dem von Osella übernommenen Modell Osella FA1ME, der bereits 1989 konstruiert worden war und nun in seine dritte Saison ging. Bei den ersten beiden Weltmeisterschaftsläufen verpasste Grouillard jeweils die Vorqualifikation.
Der Fomet 1 debütierte beim ersten europäischen Rennen, dem Großen Preis von San Marino 1991. Zu diesem Zeitpunkt war er noch nicht ausgereift. Vor dem Rennwochenende hatte es lediglich einen kurzen Funktionstest gegeben; detaillierte Abstimmungsarbeit war indes noch nicht erfolgt. Bei den ersten drei Weltmeisterschaftsläufen des Fomet 1 in San Marino, Monaco und Kanada verpasste Grouillard jeweils die Vorqualifikation; in Monaco war er sogar langsamer als Pedro Chaves im Coloni C4,<ref>Statistiken des Großen Preises von Monaco 1991 auf motorsport-total.com (abgerufen am 30. Juli 2026).</ref> der allgemein als das mit Abstand schwächste Auto im Starterfeld angesehen wurde.<ref>Alan Henry: Auto Course 1991/92. London 1991 (Hazleton Securities Ltd.), ISBN 0-905138-87-2, S. 83.</ref> Private Testfahrten im Anschluss an den Großen Preis von Monaco und ein beratender Einsatz von Richard Divila verbesserten die Leistung des Autos. Beim Großen Preis von Mexiko gelang Grouillard erstmals die Vorqualifikation, wobei er Bertrand Gachot im Jordan 191 und Emanuele Pirro im Dallara 191 hinter sich ließ. Im Rennen qualifizierte sich Grouillard für Startplatz 10, seine beste Rundenzeit lag nur 1,57 Sekunden über der von Riccardo Patrese im Williams FW14, der die Poleposition belegte. Beide Tyrrell, beide Jordan und beide Minardi starteten hinter Grouillard. Im Rennen fiel er nach 13 Runden nach einem Motordefekt aus.<ref>Statistiken des Großen Preises von Mexiko 1991 auf motorsport-total.com (abgerufen am 30. Juli 2026).</ref> In Frankreich qualifizierte sich Grouillard für Startplatz 21; ein Ölleck beendete das Rennen vorzeitig nach 48 Runden.<ref>Statistiken des Großen Preises von Frankreich 1991 auf motorsport-total.com (abgerufen am 30. Juli 2026).</ref> Bei den folgenden drei Rennen in verpasste Grouillard jeweils die Vorqualifikation. In Belgien gab es die erste Zielankunft für Fondmetal: Nach einem Start von Platz 23 kam Grouillard mit einer Runde Rückstand auf den Sieger als Zehnter ins Ziel. Beim anschließenden Lauf in Italien, zu dem sich Grouillard ebenfalls qualifizierte, führte ein Motordefekt zu einem vorzeitigen Ausfall. Der Große Preis von Portugal wurde Grouillards letztes Rennen für Fondmetal. In der Vorqualifikation ignorierte Grouillard eine Anweisung Rumis, statt des regulären Einsatzfahrzeugs (Fomet 1/1), dessen Getriebe einen Schaden hatte, das Ersatzauto (Fomet 1/2) zu nutzen. Weil das Ersatzauto gänzlich unerprobt war, ging Grouillard mit dem defekten Fomet 1/1 in die Vorqualifikation, in der das Getriebe komplett ausfiel, sodass die Vorqualifikation verpasst wurde. Rumi entließ Grouillard daraufhin.<ref name="Rejects"/> Als Ersatz stellte er Gabriele Tarquini ein, dessen bisheriges Team AGS kurz vor dem Zusammenbruch stand.<ref>Pierre Ménard: La Grande Encyclopédie de la Formule 1. 2. Auflage, St. Sulpice, 2000, ISBN 2-940125-45-7, S. 102.</ref> Grouillard übernahm im Gegenzug Tarquinis Cockpit bei AGS. Tarquini fuhr im Fomet 1 noch einen zehnten und einen elften Platz in Spanien und Japan heraus.
Rennergebnisse[Bearbeiten]
| Fahrer | Nr. | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | Punkte | Rang |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Formel-1-Saison 1991 | [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: | [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: | Datei:Flag of Italy (1946–2003).svg | Datei:Flag of Japan (1870–1999).svg | 0 | – | |||||||||||||
| 14 | DNPQ | DNPQ | DNPQ | DNF | DNF | DNPQ | DNPQ | DNQ | 10 | DNF | DNPQ | ||||||||
| 12 | 11 | DNPQ | |||||||||||||||||
| Legende | ||
|---|---|---|
| Farbe | Abkürzung | Bedeutung |
| Gold | – | Sieg |
| Silber | – | 2. Platz |
| Bronze | – | 3. Platz |
| Grün | – | Platzierung in den Punkten |
| Blau | – | Klassifiziert außerhalb der Punkteränge |
| Violett | DNF | Rennen nicht beendet (did not finish) |
| NC | nicht klassifiziert (not classified) | |
| Rot | DNQ | nicht qualifiziert (did not qualify) |
| DNPQ | in Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify) | |
| Schwarz | DSQ | disqualifiziert (disqualified) |
| Weiß | DNS | nicht am Start (did not start) |
| WD | zurückgezogen (withdrawn) | |
| Hellblau | PO | nur am Training teilgenommen (practiced only) |
| TD | Freitags-Testfahrer (test driver) | |
| ohne | DNP | nicht am Training teilgenommen (did not practice) |
| INJ | verletzt oder krank (injured) | |
| EX | ausgeschlossen (excluded) | |
| DNA | nicht erschienen (did not arrive) | |
| C | Rennen abgesagt (cancelled) | |
| keine WM-Teilnahme | ||
| sonstige | P/fett | Pole-Position |
| 1/2/3/4/5/6/7/8 | Punktplatzierung im Sprint-/Qualifikationsrennen | |
| SR/kursiv | Schnellste Rennrunde | |
| * | nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten Distanz aber gewertet | |
| () | Streichresultate | |
| unterstrichen | Führender in der Gesamtwertung | |
Literatur[Bearbeiten]
- Patrice Burchkalter, Jean François Galeron: Formula 1 – a complete guide to 1992, Surrèsnes (Taillandrier) 1992, ISBN 2876361078.
- Alan Henry: Auto Course 1991/92. London 1991 (Hazleton Securities Ltd.), ISBN 0-905138-87-2
- Alan Henry: Auto Course 1992/93, London 1992 (Hazleton Securities Ltd.), ISBN 0-905138-96-1.
- David Hodges: Rennwagen von A–Z nach 1945. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-613-01477-7, S. 116.
- Pierre Ménard: La Grande Encyclopédie de la Formule 1. 2. Auflage. Chronosports, St. Sulpice 2000, ISBN 2-940125-45-7 (französisch).
- motorsport aktuell, wöchentlich erscheinende Fachzeitschrift aus der Schweiz, mit diversen Artikeln und Notizen über Fondmetal in den Heften der Jahrgänge 1991 und 1992.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />