Forkenburg
| Forkenburg | ||||||
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Die Forkenburg von Süden aus gesehen (April 2022) | ||||||
| Alternativname(n) | Fackenburg (1575), Fackenburgk (1579), Vockenburg (1580) | |||||
| Staat | Deutschland | |||||
| Ort | Fritzlar-Wehren | |||||
| Entstehungszeit | 9. bis 10. Jahrhundert | |||||
| Burgentyp | Niederungsburg | |||||
| Erhaltungszustand | abgegangen, Wall erkennbar | |||||
| Geographische Lage | 51° 10′ N, 9° 17′ O
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| Höhenlage | 198 m ü. NN | |||||
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Die Forkenburg ist eine ehemalige Flieh- oder Wallburg in der Gemarkung von Wehren, einem Stadtteil von Fritzlar im Schwalm-Eder-Kreis in Nordhessen.
Geographie[Bearbeiten]
Sie liegt 197 m ü. NHN etwa 1 km westsüdwestlich von Wehren und rund 1 km ostnordöstlich von Haddamar auf einem niedrigen, spornartigen Vorsprung nördlich über dem Wiesengrund des kleinen, von Haddamar kommenden Bachs Kingelborn, der bei Wehren in den Eder-Zufluss Ems mündet. Die Bundesstraße 450 von Fritzlar nach Wolfhagen verläuft etwa 700 m westlich. Von dieser zweigen unweit östlich von Haddamar die Kreisstraße 78 ostwärts nach Werkel und bald darauf die Kreisstraße 80 ebenfalls ostwärts nach Wehren ab. Die Forkenburg liegt in der Feldflur zwischen diesen beiden Straßen und ist über einen Feldweg von der rund 300 m nördlich vorbeiführenden K 80 zu erreichen.
Die Anlage[Bearbeiten]
Von der einstigen, nahezu rechteckigen Wallanlage mit abgerundeten Ecken sind noch Reste im Westen, Norden und Osten sichtbar. Sie ist wohl frühmittelalterlichen Ursprungs, möglicherweise aus dem 9. oder 10. Jahrhundert, wird aber erstmals im Jahre 1575 als Fackenburg, danach 1579 als Fockennbergk und Fackenburgk und letztmals 1580 als Vockenburg urkundlich erwähnt. Sie mag Sitz der im Mittelalter einflussreichen Herren von Wehren oder zumindest in deren Besitz gewesen sein,<ref>Carl Alhard von Drach (Hrsg.): Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Cassel, Band II: Kreis Fritzlar. Elwert, Marburg, 1909, S. 201</ref> was jedoch nicht nachgewiesen ist.
In den Kartenwerken zum Kurfürstentum Hessen aus den Jahren 1840 bis 1861 war die Wallanlage in Hufeisenform verzeichnet.<ref>Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 30. Fritzlar. Historische Kartenwerke. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Institut für Landesgeschichte, abgerufen am 4. Juni 2018.</ref>
Bis 1986 war die Forkenburg als „Flächenhaftes Naturdenkmal (FND)“ ausgewiesen.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Verordnung zum Schutze der Naturdenkmale im Schwalm-Eder-Kreis vom 28.04.1986; Anlage: Tabelle 1 – gelöschte Naturdenkmäler (ND 634.110) ( des Vorlage:IconExternal vom 2. April 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Heute ist dort eine Reaktivierung ehemaliger Magergrünlandflächen in Planung.<ref>Höchstspannungsleitung Wilster – Grafenrheinfeld; BBPIG Vorhaben Nr. 4, SuedLink: Anhang XV. Einstufung und Auflistung räumlich planungsrelevanter Hinweise aus dem Projektdialog (pdf 132 kB)</ref>
Die rechteckige Wallanlage mit abgerundeten Ecken liegt erhöht über dem Bach Klingelborn und nimmt eine Fläche von etwa 0,72 ha ein; mit größter Ausdehnung in NW-SO-Richtung von 108 m und NO-SW-Ausdehnung von 78 m.<ref name="RDaten">Vermessene Reliefdaten nach windrosen.hessen.de; abgerufen am 27. Februar 2023</ref> Wall und vorgelagerter Graben sind teilweise schwach zu erkennen, meist ist die Begrenzung nur noch als Terrassenkante sichtbar.<ref name="ebidat">Stefan Eismann: Forkenburg in der wissenschaftlichen Datenbank „EBIDAT“ des Europäischen BurgeninstitutsVorlage:Abrufdatum.</ref> Der höchste Abstand zwischen Wallkrone und Grabensohle beträgt etwa 4 m.<ref name="ebidat" /> Ein Wallversatz nördlich der südöstlichen Ecke lässt trotz einer überbreiten Öffnung von 20 m dort eine Toranlage vermuten.<ref name="ebidat" /> Nördlich davon befindet sich eine Erhöhung mit Bodenvertiefung<ref name="ebidat" /> (Turm oder Gebäude?). Eine weitere, viel kleinere, Öffnung in der Wallkrone im Nordosten wird nirgendwo erwähnt, ist aber deutlich in den Lidardaten sichtbar.<ref name="RDaten" /> Im Südosten und Südwesten sind Teile der äußeren Befestigung in das Bachtal abgerutscht.<ref name="ebidat" /><ref name="RDaten" />
Literatur[Bearbeiten]
- Rolf Gensen: Die Forkenburg bei Wehren. In: Nordwestdeutscher und West- und Süddeutscher Verband für Altertumsforschung (Hrsg.), Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Bearb.): Der Schwalm-Eder-Kreis. (Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland, Band 8.) Konrad Theiss Verlag, Stuttgart, 1986. ISBN 3-8062-0369-5. S. 39–42
- Werner Ide: Von Adorf bis Zwesten. Ortsgeschichtliches Taschenbuch für den Kreis Fritzlar-Homberg. Bernecker, Melsungen, 1972, S. 100
- Georg Landau: Historisch-topographische Beschreibung der wüsten Ortschaften im Kurfürstenthum Hessen und in den großherzoglich hessischen Antheilen am Hessengaue, am Oberlahngaue und am Ittergaue (Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, Siebentes Supplement). Fischer, Kassel, 1858, S. 161 (online bei Google Books)
Weblinks[Bearbeiten]
- Forkenburg, Schwalm-Eder-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 9. November 2017). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Stefan Eismann: Forkenburg in der wissenschaftlichen Datenbank „EBIDAT“ des Europäischen BurgeninstitutsVorlage:Abrufdatum
Fußnoten[Bearbeiten]
<references />
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