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Forsthof Jamel

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Der Forsthof Jamel ist ein ehemaliger Forsthof und Armenhaus im Ortsteil Jamel der Gemeinde Gägelow im Landkreis Nordwestmecklenburg, Mecklenburg-Vorpommern. Das Anwesen mit Hausnummer Forststraße 13 sowie die Tagelöhnerkaten Forststraße 14 und 15 stehen unter Denkmalschutz.<ref>Bericht über die Erstellung der Denkmallisten sowie über die Verwaltungspraxis bei der Benachrichtigung der Eigentümer und Gemeinden sowie über die Handhabung von Änderungswünschen (Stand: Juni 1997); siehe auch Liste der Baudenkmale in Gägelow.</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

Der Forsthof wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Staatsdomäne des Herzogtums Mecklenburg-Schwerin erbaut. Neben der Funktion als Forsthaus wurde die Anlage als Armenhaus genutzt. Sie war der Vogtei Plüschow nachgeordnet.<ref>Vgl. Statistisch-topographisches Jahrbuch des Großherzogthums Mecklenburg-Schwerin. Zweiter Theil des Mecklenburg-Schwerinschen Staats-Kalenders 1837. Hofbuchdruckerei, Schwerin 1837, S. 24 (online bei Google Books).</ref><ref name="Forsthof-Geschichte">Birgit und Horst Lohmeyer: Der Forsthof. In: Forsthof-Jamel.de. 15. Dezember 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 16. August 2015; abgerufen am 30. August 2015 (Geschichte des Forsthofs).</ref>

Bis 1945 blieb die ursprüngliche Nutzung erhalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden hier Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten (in der DDR euphemistisch Umsiedler genannt) untergebracht.<ref name="Forsthof-Geschichte" />

Der Hof besteht aus dem ursprünglichen Wohnhaus für die Försterfamilie aus der Zeit um 1860, dem Anbau mit Wirtschaftsbereich, Leutestube und Gesindekammer. Eine große reetgedeckte Vierständerscheune mit diversen Stallungen und Vorratsfächern brannte 2015 nieder (siehe unten). Eine kleinere Lagerscheune mit Kükenhaus und der Brunnenanlage ergänzte die Anlage, die Scheune wurde um 1978 abgerissen.<ref name="Forsthof-Geschichte" />

Seit Anfang 2004 ist das 7.500 Quadratmeter große Anwesen im Besitz des aus Hamburg zugezogenen Ehepaars Horst und Birgit Lohmeyer, die seitdem die Gebäude des Hofes schrittweise denkmalgerecht renovieren und zudem eine Ferienwohnung geschaffen haben.<ref name="Forsthof-Geschichte" />

Forstrock-Festival[Bearbeiten]

Seit 2007 veranstalten die Eigentümer des Hofes jährlich das Forstrock-Musikfestival Jamel rockt den Förster auf ihrem Hof als Zeichen gegen Rechtsextremismus und für Toleranz und Demokratie. Hierfür erhielten sie 2011 den Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage des Zentralrats der Juden<ref> Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Paul-Spiegel-Zivilcourage-Preis 2011 (Memento vom 16. August 2011 im Internet Archive) auf zentralratdjuden.de, aufgerufen am 29. August 2015</ref> und 2015 den Georg-Leber-Preis für Zivilcourage der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Forstrock-Festival in Jamel (Memento vom 31. August 2015 im Internet Archive), Frankfurter Rundschau, aufgerufen am 29. August 2015</ref> Beim Festival am 29. August 2015, unter dem Motto „Forstrock – Für eine bunte Welt“, traten unter anderem Die Toten Hosen auf<ref>Forstrock bekommt prominente Gäste, NDR.de, aufgerufen am 29. August 2015</ref> und 2016 Die Ärzte.

Scheunenbrand 2015[Bearbeiten]

In der Nacht zum 13. August 2015 brannte eine Scheune des alten Forsthofes vollständig ab. Es handelte sich nach Polizeiangaben mutmaßlich um Brandstiftung.<ref>Polizeibericht vom 13. August 2015: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.POL-HRO: Scheunenbrand in Jamel (Memento vom 27. Januar 2016 im Internet Archive)</ref> Das 240 Quadratmeter große Gebäude war zur Brandzeit leer. Die Scheune wurde bis auf die Grundmauern zerstört. Ein Feriengast habe nach Angaben der Eigentümerin kurz vor dem Feuer eine unbekannte Person auf dem Forsthof bemerkt. Bei der kriminaltechnischen Untersuchung wurden Brandbeschleuniger festgestellt.<ref>Feuer in Jamel: Polizei findet Brandbeschleuniger. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 2. Mai 2020.@1@2Vorlage:Toter Link/www.ndr.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref>

Die Eigentümer Birgit und Horst Lohmeyer waren 2004 aus Hamburg nach Nordwestmecklenburg gezogen und setzen sich seitdem vor Ort offen gegen rechtsextreme Umtriebe in ihrem Dorf und der Region ein. Aufgrund dieser Tatsache vermutete der damalige Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier, in einer Stellungnahme einen Brandanschlag mit rechtsextremem Hintergrund. Die Eigentümer standen nach dem Brand unter Polizeischutz.<ref name=Spiegel>heb: Feuer in Jamel: Brandbeschleuniger wurde eingesetzt. In: Spiegel Online. 14. August 2015, abgerufen am 2. Mai 2020.</ref> Die Ermittlungen wurden schließlich ohne konkretes Ergebnis eingestellt.<ref>Polizei stellt Ermittlungen im Fall Jamel ein. 18. November 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 18. November 2015; abgerufen am 31. Oktober 2016.</ref>

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Koordinaten: 53° 52′ 21,6″ N, 11° 18′ 17,4″ O

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