Fort Bullen
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Fort Bullen war eine Festung an der Mündung des Gambia-Flusses am Barra Point in der Nähe der Stadt Barra. Die Ruinen der Festung Fort Bullen sind mit Kunta Kinteh Island und zugehörige Stätten in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen worden.
Beschreibung[Bearbeiten]
Die Festung verfügt über vier kreisförmige Bastionen an den Ecken. Der quadratische Innenhof ist mit massiven Wehrmauern umrandet.<ref name="aroundus">Fort Bullen – Kolonialfort an der Mündung des Gambia-Flusses, Gambia. In: aroundus.com. de.aroundus.com, abgerufen am 27. August 2026.</ref><ref name="my-gambia">Fort Bullen – My Gambia. In: my-gambia.com. 2022, abgerufen am 27. August 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
Errichtung im 19. Jahrhundert[Bearbeiten]
Nach dem Verbot des Sklavenhandels im britischen Empire (1807) nutzten französische und portugiesische Händler weiterhin die Gambia-Mündung aus dem Hinterland. Da die Geschütze auf der Südseite in Bathurst (heute Banjul) die fünf Kilometer breite Mündung nicht allein abdecken konnten, ließ Commodore Charles Bullen das Fort 1826 auf der Nordseite am Barra Point bauen.<ref name="aroundus" />
Der Barra-Krieg und spätere Aufgabe der Anlage[Bearbeiten]
Die Errichtung des Forts und die Beschneidung von Zöllen verärgerten den lokalen Herrscher von Niumi. Im August 1831 eskalierte der Konflikt im Barra-Krieg, bei den lokalen Truppen das Fort belagerten und die Briten kurzzeitig zum Rückzug zwingen konnten.
Erstmals wurde 1863 an dieser Stelle, am Barra Point, ein offizielles Navigationslicht in Betrieb genommen, dass anfangs jedoch lediglich an einem Fahnenmast der Festung angebracht war. Zu späterer Zeit – der Zeitpunkt ist nicht belegt – wurde im Innenhof nahe dem nordwestlichen Wall, ein rund 14 Meter hoher quadratischer Stahlfachwerkturm für das Leuchtfeuer, mit einer Feuerhöhe von 18 Meter, errichtet.<ref>Lighthouses of The Gambia. In: ibiblio.org. Abgerufen am 27. August 2026.</ref> Betrieben wird das Leuchtfeuer von der Gambia Ports Authority. Die Reichweite des Leuchtfeuers beträgt 10 nautische Meilen.
Nachdem der Sklavenhandel in der Region endgültig zum Erliegen gekommen war, verloren die Briten das strategische Interesse und gaben das Fort 1870 auf.<ref name="my-gambia" />
Reaktivierung im Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]
Während des Zweiten Weltkriegs nutzten alliierte Truppen, die 1st Coast Battery, dass damals verlassene Fort erneut als Verteidigungsstützpunkt, um die Flussmündung gegen potenzielle Angriffe aus dem vom kollaborierenden Vichy-Regime kontrollierten Senegal zu schützen. Das Fort wurde damit erneut militärisch genutzt, diesmal als strategischer Beobachtungsposten und Artilleriestellung. Aus dieser Zeit zeugt bis heute ein verbliebenes Flugabwehrgeschütz auf einer der Bastionen des Forts.<ref name="aroundus" /><ref name="my-gambia" />
Anerkennung als Nationalmonument und Weltkulturerbe[Bearbeiten]
Fort Bullen, Kunta Kinteh Island und wichtige historische Gebäude im Gebiet von Albreda und Juffureh wurden als Nationalmonument geschützt. Die entsprechende Gesetzgebung basiert auf dem National Council for Arts and Culture Act von 1989, der 2003 überarbeitet wurde. Für die praktische Betreuung ist das National Centre for Arts and Culture (NCAC) zuständig. Das gesamte Fort samt dem unmittelbar angrenzenden, 62.965 Quadratmeter großen Gelände am 8. Juni 1999 per Gesetz der Nationalversammlung – eingebracht durch die damalige Ministerin für Jugend, Sport und Kultur, Aminah Faal-Sonko – zum nationalen Kulturerbe erklärt wurde.<ref name="standard">Sanna Camara: Fort Bullen Site Allocated To Turkish Investors – The Standard Newspaper – Gambia. In: standard.gm. 20. Dezember 2024, abgerufen am 27. August 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Die Aufnahme als UNESCO-Weltkulturerbe erfolgte 2003. In diesem Jahr wurde die Festung zusammen mit Kunta Kinteh Island und weiteren historischen Stätten in das UNESCO-Welterbe „Kunta Kinteh Island and Related Sites“ aufgenommen. Seitdem geht es bei Fort Bullen nicht mehr nur um die Erhaltung einer alten britischen Festung, sondern um den Schutz eines international bedeutenden Kulturerbes, das an Sklavenhandel, dessen Bekämpfung, Kolonialismus, afrikanischen Widerstand und die Beziehungen zwischen Afrika und Europa erinnert. Die Küstenerosion macht der Stätte aber zu schaffen, die dem Wasser zugewandte Mauer war durch Erosion gefährdet. Teile der Mauer waren bereits eingestürzt. Bereits im Jahr 2000 waren deshalb rund 20 Meter der Mauer wieder aufgebaut worden. Die UNESCO sah trotzdem weiterhin einen erheblichen Bedarf an laufender Wartung und Konservierung. Die UNESCO verlangte von Gambia, den Schutz und die Verwaltung der gesamten Welterbestätte zu verbessern. Dabei ging es nicht nur um die einzelnen Mauern des Forts. Die gesamte historische Kulturlandschaft am Gambia-Fluss sollte geschützt werden. 2003 forderte das Welterbekomitee Gambia ausdrücklich dazu auf, den Managementplan für das gesamte Gebiet zu stärken und den Schutz der Kulturlandschaft des Gambia-Flusses darin einzubeziehen. Gambia sollte anschließend über die Fortschritte berichten.
Die UNESCO genehmigte am 5. April 2011 eine internationale Unterstützung für die „Conservation and partial restoration of Fort Bullen“, also für die Konservierung und teilweise Restaurierung von Fort Bullen. Dafür wurden 24.000 US-Dollar bewilligt. Am 26. Februar 2013 genehmigte die UNESCO erneut internationale Unterstützung für die Überarbeitung und Umsetzung des Managementplans für Kunta Kinteh Island und die zugehörigen Stätten. Dafür wurden 18.069 US-Dollar bewilligt.
Bau eines Fährterminals in unmittelbarer Nähe[Bearbeiten]
Unmittelbar neben dem UNESCO-Welterbe in Barra wird bzw. wurde ab 2024 ein neuer privater Fähranleger/-terminal entwickelt. Das Projekt ist politisch gewollt und soll den Fährverkehr zwischen Banjul und Barra erweitern, steht aber wegen seiner Lage direkt am historischen Fort und wegen Umwelt- und Beteiligungsfragen in der Kritik. Das Bauministerium (Ministry of Lands) hatte im Auftrag der Regierung Barrow Teile dieses Geländes 2022 an die türkische Investorengruppe NEGMAR vergeben. Ziel ist der Bau eines neuen Fährterminals sowie der Betrieb von Fährverbindungen in Gambia. Dies wurde von Ebrima Sillah, dem Minister für Bauwesen, Verkehr und Infrastruktur, bestätigt.<ref name="standard" /><ref>New ferry promises 24-hour service, investment in Barra - The Point. In: thepoint.gm. Abgerufen am 27. August 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Museum[Bearbeiten]
Das Fort kann besichtigt werden. Im Inneren wurde ein kleines Museum eingerichtet, um die Geschichte der Festung und des Sklavenhandels zu thematisieren.
Siehe auch[Bearbeiten]
- Liste historischer Forts und Tatos von Gambia
- Liste von Leuchttürmen in Gambia
- Liste der Museen in Gambia
Weblinks[Bearbeiten]
- Eintrag auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch).
- Fort Bullen World Heritage Centre / UNESCO
- National Centre for Arts & Culture: Fort Bullen (englisch)
- Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Slavery Trail of The Gambia ( vom 8. Juli 2006 im Internet Archive)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Kunta Kinteh Island | Sechs-Kanonen-Batterie | Fort Bullen | Ruinen von San Domingo | Überreste der Portugiesischen Kapelle | CFAO-Gebäude | Gebäude von Maurel Frères
Koordinaten: 13° 29′ 15″ N, 16° 32′ 54,4″ W
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- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Bauwerk in der North Bank Region
- Bestandteil der Welterbestätte „Kunta Kinteh Island und zugehörige Stätten“
- National Monument (Gambia)
- Britisch-Gambia
- Erbaut in den 1820er Jahren
- Festung in Afrika
- Festung in Gambia
- Ruine in Gambia