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Forza Rossa Racing

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Forza Rossa Racing (FRR) war ein rumänisches Motorsportprojekt, dessen erste Teilnahme an der Formel-1-Weltmeisterschaft für das Jahr 2015 oder das Jahr 2016 vorgesehen war, das letztlich aber den Rennbetrieb nicht aufnahm. Das Projekt wurde vielfach mit dem deutsch-rumänischen Motorsportmanager Colin Kolles in Verbindung gebracht.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Das erste rumänische Formel-1-Projekt[Bearbeiten]

Unter dem Namen Forza Rossa (italienisch für „Rote Kraft“) betreibt der ehemalige rumänische Gesundheitsminister Ion Bazac<ref>Der Physiker und Mathematiker Bazac (PSD) war vom 22. Dezember 2008 bis zum 1. Oktober 2009 Gesundheitsminister im Kabinett Boc I.</ref> mit seiner Frau Camelia über die in Nikosia (Zypern) registrierte Forza Rossa Holding Limited gemeinsam mit einem Anteilseigner, dem Italiener Leo Taroni,<ref>„Forza Rossa announces 27 orders for Ferrari cars, some 99 % of total allocations for Romania“. Business-Review.eu, 21. Februar 2011, abgerufen am 31. Oktober 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> einen Automobilhandel in Bukarest. Forza Rossa vertreibt unter anderem Straßensportwagen von Ferrari und Lotus.<ref>„INTERVIU: Ion Bazac spune de ce importa Lotus si cum a vrut sa trimita la Ferrari piese romanesti“. 0-100.ro, 15. März 2011, abgerufen am 31. Oktober 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Anfang 2014 bewarb sich Forza Rossa um einen Startplatz in der Formel 1. Es war das erste Formel-1-Projekt mit rumänischem Hintergrund. Im April des Jahres bestätigte die FIA den Eingang der Bewerbung und erklärte, zunächst die Ernsthaftigkeit des Projekts prüfen zu wollen. Nach einigen Quellen erhielt Forza Rossa im Juli 2014 die Erlaubnis, 2015 in der Formel 1 anzutreten.<ref name="F1 Today">„Forza Rossa granted an entry to race in F1 in 2015“. f1today.net, 30. Oktober 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. Oktober 2014; abgerufen am 30. Oktober 2014.</ref><ref name="Autosport">„Forza Rossa set to get Formula 1 entry for 2015 season“. autosport.com, 3. Juni 2014, abgerufen am 30. Oktober 2014.</ref> Kurz zuvor hatte bereits das in den USA ansässige Projekt Haas F1 die Zulassung erhalten. Eine offizielle Erklärung von Forza Rossa, die Ende Oktober 2014 veröffentlicht wurde, widersprach dieser Darstellung jedoch.<ref name="Neue Lizenzen">Roman Wittemeier: „Neue Lizenzen: Forza Rossa bereitet sich vor“. Motorsport-Total.com, 31. Oktober 2014, abgerufen am 1. November 2014.</ref> Auf der provisorischen Meldeliste für 2015, die die FIA im November 2014 herausgab, erschien Forza Rossa im Gegensatz zu Caterham F1 und Manor Grand Prix nicht.<ref>2015 FIA F1 World Championship – Entry List. fia.com, 5. November 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 14. März 2015; abgerufen am 18. Februar 2016.</ref> Auch 2016 trat Forza Rossa nicht an.

Colin Kolles und Caterham[Bearbeiten]

Datei:Colin Kolles 2009 1000km of Okayama.jpg
Treibende Kraft hinter Forza Rossa: Colin Kolles

Die genauen Hintergründe des Forza-Rossa-Projekts sind ungeklärt. In der Presse gab es Vermutungen, dass Forza Rossa jedenfalls zeitweise in einem engen Zusammenhang zu dem Formel-1-Team Caterham stand.<ref name="F1 Today" /> Bindeglied war der deutsch-rumänische Teamchef und Motorsportmanager Colin Kolles, der zeitweise an beiden Projekten beteiligt war.

Kolles, der im mittelfränkischen Greding einen eigenen Motorsportrennstall unterhält, hatte von 2005 bis 2009 im Auftrag der jeweiligen Eigentümer die Formel-1-Teams Midland, Spyker und Force India geleitet und war 2010 und 2011 Organisator des mit spanischer Lizenz fahrenden HRT F1 Teams gewesen. Mehrere Medienberichte äußerten die Erwartung, dass der in Rumänien geborene Kolles das Forza-Rossa-Team organisieren und es – ähnlich wie einige Jahre zuvor im Falle von HRT – von Greding aus einsetzen würde.<ref name="Autosport" /><ref name="Speedweek Oktober" />

Die Berichterstattung über das Forza-Rossa-Projekt endete zunächst im Juli 2014.<ref name="Neu">Norman Fischer: „Alles neu macht der Kolles: ‚So kann es nicht weitergehen‘“. motorsport-total.com, 8. Juli 2014, abgerufen am 30. Oktober 2014.</ref> Zu dieser Zeit übernahm ein schweizerisch-arabisches Konsortium namens Engavest S.A. das in Großbritannien ansässige Formel-1-Team Caterham und setzte Colin Kolles als „Berater“ des Caterham-Teams ein. Kolles' Vater Romulus wurde zeitgleich als Vorstand des Zulieferbetriebs Caterham Sports Limited (CSL) berufen. Während Kolles öffentlich erklärte, dass sein Engagement bei Caterham keinen Einfluss auf das Forza-Rossa-Projekt habe, gab es in den Medien Spekulationen, dass die Forza-Rossa-Investoren ihr Projekt zugunsten einer Fortführung des Caterham-Teams aufgegeben hatten bzw. – alternativ – Caterham als Wegbereiter für Forza Rossa nutzen wollten.<ref name="Speedweek Oktober">Petra Wiesmayer: „Forza Rossa statt Caterham?“ speedweek.com, 30. Oktober 2014, abgerufen am 30. Oktober 2014.</ref><ref name="Racecarengineering">„Forza Rossa F1 Team denies Kolles-Link“. racecar-engineering.com, 30. Oktober 2014, abgerufen am 21. November 2014.</ref> Manfredi Ravetto, der in der Kolles-Ära als Teamchef von Caterham fungierte, trat dieser Behauptung allerdings entgegen.<ref>Adam Cooper: „Ex-Caterham-Teamchef Manfredi Ravotto klagt an: Wer lügt?“ speedweek.com, 31. Oktober 2014, abgerufen am 31. Oktober 2014.</ref> Kolles' Engagement bei Caterham endete überraschend im Oktober 2014, nachdem der Zulieferer CSL Insolvenz angemeldet hatte, Engavest sich zurückzog und die Übernahme des Rennstalls als gescheitert erklärte und als Folge daraus das Caterham-Team den Rennbetrieb hatte einstellen müssen.

Nach der Insolvenz Caterhams lebte die Berichterstattung zu Forza Rossa wieder auf. Die Fachpresse berichtete, dass Forza Rossa 2015 unter der Leitung von Colin Kolles an der Formel-1-Weltmeisterschaft teilnehmen werde. Einigen rumänischen Berichten zufolge bemühte sich Kolles um die Sicherung eines Budgets für eine Formel-1-Saison.

Neben Kolles war auch der ehemalige rumänische Fußballspieler Constantin Cojocar ein Bindeglied zwischen Forza Rossa und Caterham. Der im Motorsport unerfahrene Cojocar, der nach seinem letzten Fußballspiel 1990 24 Jahre lang nicht öffentlich in Erscheinung getreten war, sein Geld seitdem als Direktor eines rumänischen Logistik- und Transportunternehmens namens S.C. Transbus Codreanu S.R.L. verdient hatte,<ref name="Neue Lizenzen" /> und sich nach eigener Darstellung erst im Juli 2014 bei Caterham als Hausmeister und Reinigungskraft beworben hatte,<ref>Interview mit Constantin Cojocar. prosport.ro, 20. Oktober 2014, abgerufen am 30. Oktober 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> war wenige Tage vor der Insolvenz der Caterham Sports Limited zu deren alleinigem Vorstand gemacht worden und hatte in dieser Funktion Colin Kolles' Vater Romulus ersetzt. Cojocar äußerte sich Ende Oktober 2014 über die sportliche Zukunft von Forza Rossa. Nach seiner Darstellung habe anfänglich die Planung bestanden, dass CSL Chassis sowohl für Caterham als auch für Forza Rossa herstellen sollte.<ref name="Speedweek Oktober" />

Forza Rossa widersprach in der Ende Oktober 2014 veröffentlichten, offiziellen Erklärung der Darstellung, dass es aktuell eine offizielle Verbindung zwischen Kolles und Forza Rossa gebe.<ref name="Racecarengineering" /> Zudem habe die Rolle von Kolles bei Caterham in keiner Weise in Zusammenhang mit dem Projekt Forza Rossa gestanden.<ref name="Neue Lizenzen" />

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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