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Franco Corelli

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Datei:Corelli Büste am Grab im Cimitero Monumentale Mailand.jpg
Büste am Grab im Cimitero Monumentale Mailand

Franco Corelli (* 8. April 1921 als Dario Franco Corelli<ref name="seghers">René Seghers: Franco Corelli – „Prince of tenors“. In: Opera Biography. Nr. 17. Amadeus Press, New York 2008, ISBN 978-1-61774-684-0.</ref> in Ancona; † 29. Oktober 2003 in Mailand) war ein italienischer Opernsänger (Tenor). Er gilt gemäß der italienischen Stimmfach-Einteilung als tenore lirico spinto und tenore drammatico. Er sang Partien des italienischen und französischen Opernrepertoires des 19. und 20. Jahrhunderts und galt als der bedeutendste Tenor seiner Zeit.<ref name=":9" /><ref name="guardian">Alan Blyth: Franco Corelli – Tenor with a voice of exceptional vibrancy who sang with Callas. The Guardian, 31. Oktober 2003, abgerufen am 2. August 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="landini">Giancarlo Landini: Franco Corelli – „l’uomo, la voce, l’arte“. Idea Books, Viareggio 2010, ISBN 978-88-88033-68-6.</ref><ref name="boagno_uomo">Marina Boagno: Franco Corelli. Un uomo, una voce. Azzali Editori, Parma 1990, ISBN 978-88-88252-42-1.</ref>

Leben[Bearbeiten]

Jugend und Ausbildung[Bearbeiten]

Dario Franco Corelli wurde als Sohn des Leiters einer Logistikabteilung der Werft in Ancona, Remo Corelli, und dessen Frau Natalina als jüngstes von drei Kindern geboren. In seiner Familie wurde viel gesungen.<ref name="seghers" /><ref name=":9">SWR2: Der Tenor Franco Corelli zum 100. Geburtstag. Abgerufen am 9. Juni 2021.</ref> Corellis Großvater Augusto war ursprünglich als Werftarbeiter und später im Management tätig, bevor er im Alter von 38 Jahren Operntenor wurde.<ref>René Seghers: Franco Corelli. Prince of tenors. 2008, S. 3–4.</ref> In der nächsten Generation der Familie finden sich Chorsänger und Baritone; Corellis Bruder Ubaldo Corelli wurde ebenfalls Sänger (Bass),<ref name=":4">Franco Corelli. [Kurzbiografie, Repertoire, Aufnahmen]. In: esdf.opera. Abgerufen am 7. Juni 2021.</ref> seine Schwester Liliana durfte den Beruf der Sängerin nicht ergreifen.<ref name=":9" />

In seiner Jugend nahm Corelli als Leistungsschwimmer an Landes-Schwimmmeisterschaften in der 100 m-Freistil-Disziplin der italienischen Jugendstaffel teil.<ref name=":0">René Seghers: Franco Corelli. Prince of tenors. 2008, S. 20–21.</ref> Nach Beendigung der Oberschule Scuola Media Statale „Francesco Podesti“ im Jahr 1936 absolvierte er eine Ausbildung zum Geometer und Schiffsmaschinenmeister am Francesco-Podesti-Institut in Ancona.<ref name=":7">Jens Malte Fischer: Große Stimmen: Von Enrico Caruso bis Jessye Norman. Erste Auflage. Suhrkamp Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1995, S. 471.</ref> 1940 erhielt er eine kriegsbedingt befristete Anstellung als Schiffszeichner und schrieb sich 1940 gemäß den Wünschen seines Vaters zum Studium des Schiffsingenieurswesens an der Universität Bologna ein.<ref name=":0" /> Während des Zweiten Weltkriegs diente er ab 1941 bei der Luftwaffe;<ref name=":9" /> ein Jahr später wurde er aus gesundheitlichen Gründen aus der Armee entlassen.<ref>René Seghers: Franco Corelli. Prince of tenors. 2008, S. 24.</ref> Von der Stadt Ancona erhielt er eine Anstellung im Rahmen des Wiederaufbaus der im Krieg zerstörten Gebäude.

Corelli entschied sich bereits während seines Ingenieurstudiums, nach dem Besuch einer Vorstellung der Oper L’amico Fritz von Pietro Mascagni mit dem Bariton Tito Gobbi im Jahr 1940, für die Laufbahn des Sängers. Nach ersten autodidaktischen Studien mithilfe von Schallplattenaufnahmen und Gesangsversuchen gemeinsam mit seinem Jugendfreund Carlo Scaravelli begann er 1946 eine Gesangsausbildung am Rossini-Konservatorium in Pesaro bei Maria Pavoni.<ref name=":8">Franco Corelli - tenore. In: Le grandi voci. 28. März 2013, abgerufen am 9. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Dort als Tenor eingestuft, brach Corelli, der sich für einen Bariton hielt, seine dortige Ausbildung nach kurzer Zeit wieder ab, da er mit der vermittelten Gesangstechnik nicht zu den erwünschten Fortschritten gelangte.<ref name=":3">Klassik Heute: Franco Corelli. Abgerufen am 7. Juni 2021.</ref>

Ursprünglich wollte Corelli am Konservatorium Gesangsunterricht bei dem Bariton Arturo Melocchi, dem Gesangslehrer des Tenors Mario Del Monaco, nehmen, der insbesondere seine stimmliche Eingliederung in das neue Stimmfach Tenor fachlich anleiten sollte.<ref>Marina Boagno: Franco Corelli – i suoi personaggi. 2002, S. 14.</ref> Carlo Scaravelli, der bereits Schüler von Melocchi war, betreute ihn zeitweise gesangstechnisch und gab seine Unterrichtserfahrungen bei Melocchi an ihn weiter.<ref name=":7" /><ref>René Seghers: Franco Corelli – Prince of tenors. 2008, S. 38–39.</ref> Corelli orientierte sich fortan an den stimmlichen Eigenschaften seiner Vorbilder Enrico Caruso, Aureliano Pertile, Beniamino Gigli, Giacomo Lauri-Volpi und Miguel Fleta, die er ausgiebig studierte.<ref name=":3" />

1950 sang er Beniamino Gigli vor<ref name=":1">René Seghers: Franco Corelli. Prince of tenors. 2008, S. 42–43.</ref> und im selben Jahr erfolgte ein Vorsingen für den Intensivierungskurs des Maggio Musicale Fiorentino am Teatro Comunale di Firenze, bei dem der Jury-Vorsitzende Ildebrando Pizzetti<ref name="landini">Giancarlo Landini: Franco Corelli – „l’uomo, la voce, l’arte“. Idea Books, Viareggio 2010, ISBN 978-88-88033-68-6.</ref> auf Corellis außergewöhnlich eindrucksvolle, jedoch noch wenig ausgebildete Stimme aufmerksam wurde.<ref name=":7" /> Corelli erhielt ein Stipendium für ein 3-monatiges Gesangsstudium in Florenz.<ref>Giancarlo Landini: Franco Corelli – „l’uomo, la voce, l’arte“. S. 27 ff.</ref> Dort ergaben sich für Corelli wichtige, nachhaltige Erstkontakte zur Sängern und Theaterleitern, darunter auch ein erstes Vorsingen für Tullio Serafin, das er jedoch vor Lampenfieber, das sich hier erstmals dokumentierte und mit dem er während seiner gesamten Karriere stark zu kämpfen hatte,<ref>René Seghers: Franco Corelli – Prince of tenors. 2008, S. 487.</ref><ref>Franco Corelli: Heldentenor mit Lampenfieber. Deutschlandfunk. Beitrag vom 25. März 2021. Abgerufen am 8. Juni 2021.</ref> nicht absolvieren konnte.

Ab den 1950er Jahren wurde er stimmlich von seiner späteren Ehefrau Loretta di Lelio betreut, die ihn mit der traditionellen Belcantoschule Antonio Cotognis vertraut machte,<ref>René Seghers: Franco Corelli – Prince of tenors. 2008, S. 61.</ref><ref>René Seghers: Franco Corelli – Prince of tenors. 2008, S. 145.</ref><ref>Giancarlo Landini: Franco Corelli – l’uomo, la voce, l’arte. 2010, S. 31 und 52.</ref> was zu einer Systematisierung von Corellis Gesangstechnik führte.<ref>Giancarlo Landini: Franco Corelli – l’uomo, la voce, l’arte. 2010, S. 32.</ref> In der Zeit von 1958 bis 1962 erfolgte eine intensive Zusammenarbeit mit dem Belcanto-Tenor Giacomo Lauri-Volpi, bei dem Corelli letzten „Feinschliff“ seiner Belcanto-Technik und Interpretationskunst erhielt.<ref>René Seghers: Franco Corelli – Prince of tenors. 2008, S. 153 und 250.</ref> Außerdem zählte der Bariton Luigi Borgonovo zu seinen Lehrern, der ihn an der Opernschule der Mailänder Scala unterrichtete.<ref>Luigi Borgonovo. In: Operissimo. Abgerufen am 8. Juni 2021.</ref>

Frühe Jahre als Sänger, 1951–1960[Bearbeiten]

Ab 1950 sang Corelli im italienischen Rundfunk und an kleineren Bühnen.<ref name=":8" /> 1951 nahm er am Gesangswettbewerb des Centro Sperimentale di Spoleto teil, wo er als ersten Preis eine dreimonatige Einstudierung der Tenor-Hauptpartie des Don José in Carmen mit Aufführung am dortigen Teatro Communale gewann. Diese Partie wurde in seiner gesamten Laufbahn zur meistgesungenen. Im Herbst 1951 folgte ein Engagement als festes Ensemblemitglied am Teatro dell’Opera di Roma, wo er am 31. Januar 1952 in der Titelrolle in Giulietta e Romeo von Riccardo Zandonai an der Seite von Maria Caniglia und Tito Gobbi debütierte.<ref name="landini">Giancarlo Landini: Franco Corelli – „l’uomo, la voce, l’arte“. Idea Books, Viareggio 2010, ISBN 978-88-88033-68-6.</ref><ref name=":8" /> Die Auftritte als Romeo und im selben Jahr als Maurizio in Adriana Lecouvreur zeigten Folgen einer stimmlichen Überforderung, weshalb eine professionelle Arbeit an der Gesangstechnik notwendig wurde.<ref name=":2">René Seghers: Franco Corelli. Prince of tenors. S. 55–56.</ref> In Rom kam es bei der Adriana Lecouvreur-Produktion auch zur Begegnung mit seiner späteren Ehefrau, der Sopranistin Loretta di Lelio,<ref>Giancarlo Landini: Franco Corelli – l’uomo, la voce, l’arte. 2010, S. 31.</ref><ref>René Seghers: In Memorial Loretto Corelli (1918-2013). Nachruf auf www.francocorelli.nl. Abgerufen am 9. Juni 2021.</ref> die ihn als Managerin und Stimmtrainerin förderte und seine Engagements begleitete, insbesondere nach Beendigung ihrer eigenen Karriere im Jahr 1959. Die Hochzeit fand 1961 statt.<ref name=":3" />

Nach einem ersten erfolglosen Vorsingen 1953 folgte 1954 sein Debüt an der Mailänder Scala als Licinius in La Vestale an der Seite von Maria Callas. Ab 1955 gastierte Corelli regelmäßig an den großen italienischen Opernhäusern und zudem von 1955 bis 1961 jährlich bei den Opernfestspielen in Verona und beim Maggio Musicale Fiorentino.<ref name=":3" /> Ab 1955 sang er auch im Ausland. Sein Debüt an der Wiener Staatsoper hatte er 1957 als Radames in Aida und gastierte dort in Folge mehrfach bis Ende 1970.<ref name=":6">Vorstellungen mit Franco Corelli. In: Spielplanarchiv der Wiener Staatsoper. Abgerufen am 8. Juni 2021.</ref> Auch am Teatro Nacional de São Carlos in Lissabon trat er mehrfach auf. Und er gastierte im Juni/Juli 1958 als Cavaradossi in Tosca in Deutschland, mit Auftritten an der Stuttgarter Staatsoper, am Staatstheater Wiesbaden und in München.<ref>Franco Corelli. Opera Voices (mit ausführlicher Biografie). Abgerufen am 7. Juni 2021.</ref> Mit besonderem Erfolg sang er beim Abschlusskonzert der Weltausstellung 1958 in Brüssel.<ref name=":5">Franco Corelli. In: Operissimo. Abgerufen am 8. Juni 2021.</ref> 1959 erhielt er sein Engagement als festes Ensemblemitglied der Scala.

Corelli gab von 1952 bis 1960 in Italien und Europa insgesamt 473 Vorstellungen an bedeutenden Opernhäusern; unter anderem in Rom, Triest, Sanremo, Turin, Florenz, Bozen, Neapel, Spoleto, Ravenna, Piacenza, Modena, Parma, Pavia, Bologna, Mailand, Rovigo, Catania, Venedig, Bergamo, Verona, Pisa, Lissabon; Madrid, Bilbao, Wien, Genf, Lausanne, Nizza, London, Wiesbaden, Stuttgart, München und Monte-Carlo. Dabei sang er 30 Hauptpartien, darunter die Titelrollen in Andrea Chénier, Don Carlos und Ernani, Turiddu in Cavalleria rusticana, Rodolfo in La Bohème, Sextus in Julius Caesar und Grigori in Boris Godunow. Mit Maria Callas trat Corelli mehrfach gemeinsam auf; so in Rom in Norma (1953, 1958), an der Scala in La vestale (Debüt 1954), in Fedora (1956), in Il pirata (1958), in Poliuto (1960) sowie später in Paris in Tosca und Norma (1964).

Metropolitan Opera, 1961–1975[Bearbeiten]

1961 wurde Corelli an die Metropolitan Opera verpflichtet<ref name="boagno_uomo" /> und debütierte dort im Januar als Manrico in Il trovatore an der Seite von Leontyne Price als Leonora, die ebenfalls ihr Debüt gab.<ref>Il Trovatore. Metropolitan Opera House: 01/27/1961. Besetzungsliste. Vorstellungsarchiv der Metropolitan Opera. Abgerufen am 6. Juni 2021.</ref> Bis 1975 war er Ensemblemitglied in New York, wo er in fünfzehn Spielzeiten 19 Partien in 361 Vorstellungen sang. Darunter waren die Titelpartie in Andrea Chénier, Enzo in La Gioconda, Maurizio in Adriana Lecouvreur, Canio in Pagliacci und Romeo in Roméo et Juliette.<ref>Franco Corelli. Vorstellungen. Vorstellungsarchiv der Metropolitan Opera. Abgerufen am 6. Juni 2021.</ref>

Corellis Sängerkarriere befand sich Anfang der 1960er Jahre auf dem Höhepunkt, unter anderen mit den Hauptpartien als Chénier in Andrea Chénier, Cavaradossi in Tosca, Canio in Pagliacci, Radames in Aida, Don José in Carmen, Manrico in Il trovatore, Calàf in Turandot, als Poliuto in Poliuto, Rodolfo in La Bohème und als Werther in Werther.<ref name="boagno_uomo" />

Von 1961 bis 1975 gab er neben den 368 Vorstellungen an der MET weltweit Gastspiele; unter anderem in Washington DC, Philadelphia, Cleveland, Atlanta, St. Louis, Chicago, Minneapolis, Boston, San Francisco, Los Angeles, New Orleans, Miami, Detroit, Toronto, Lissabon, Barcelona, Paris, Wien, Salzburg, Lugano, London, Berlin, Hamburg, Belgrad; Venedig, Verona, Mailand, Neapel, Rom, Tokyo, Osaka, Seoul, Manila und Hongkong.

Späteres Leben, 1975–2003[Bearbeiten]

In den 1970er Jahren gastierte Corelli in München unter Nello Santi mit einem Arienabend, kurz darauf an der Deutschen Oper Berlin als Don José unter Lorin Maazel. Seine letzte Vorstellung an der Wiener Staatsoper gab er Ende 1970 als Don Carlo,<ref name=":6" /> 1971 verpflichtete ihn die Hamburgische Staatsoper für zwei Galakonzerte mit Werken von Puccini gemeinsam mit Mirella Freni, Fiorenza Cossotto und Ilva Ligabue unter Nello Santi – weiterhin als Radames in Aida sowie für den Tenorpart in Verdis Messa di Requiem.

1975 absolvierte er Gastspiele in den USA und in Japan. Stresswirkungen zusammen mit ersten Empfindungen leichter, stimmqualitativer Reduktion bewirkten Corellis Rückzug im Alter von 55 Jahren von der Bühne. Seinen Abschied von der Bühne gab er 1976 beim Puccini Festival<ref>Richard Martet: Les Grands Chanteurs du XXe siècle: 50 portraits de chanteurs et 100 morceaux de musique à écouter. Buchet/Chastel, 2015, ISBN 978-2-283-02951-0 (google.de [abgerufen am 9. Juni 2021]).</ref> in Torre del Lago als Rodolfo in La Bohème<ref name="boagno_uomo" /> Er sang 1981 in Stockholm ein letztes Konzert zu Ehren von Birgit Nilsson.<ref name="landini" />

Nach Beendigung seiner Bühnenlaufbahn wirkte Corelli als Stimmdiagnostiker und Gesangspädagoge in Meisterklassen sowie als Juror von Wettbewerben. Unter seinen Schülern waren unter anderem Yusif Eyvazov<ref>Yusif Eyvazov. In: Staatsoper Berlin. Abgerufen am 9. Juni 2021.</ref> und Andrea Bocelli.<ref>Stefan Kyriazis: Andrea Bocelli emotional tribute on idol Franco Corelli centenary 'He ignited my passion'. 8. April 2021, abgerufen am 9. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Am 29. Oktober 2003 starb Corelli in Mailand nach einem Schlaganfall. Er wurde dort auf dem Cimitero Monumentale bestattet.

Wichtige Stationen[Bearbeiten]

Repertoire[Bearbeiten]

Stimmeigenschaften und Rezeption[Bearbeiten]

Corellis runde, klangvolle Stimme mit Tonbrillanz und Strahlkraft (italienisch „lo squillo“) zeigt stimmliche Attribute gem. des italienischen Belcanto-Opern-Repertoires des 19. und 20. Jahrhunderts. Stimmtyp, Stimmfarbe, sängerisches Temperament, Erscheinungsbild, große Ausstrahlung und Präsenz passten zu den Opernrollen des jugendlichen Helden und Liebhabers, des dramatischen Tenors der italienischen und französischen Oper. Die Sängerleistung seiner szenischen Opernauftritte existiert in CD-Audio-Dokumentationen analoger Live-Mitschnitte,<ref name="boagno_uomo" /> d. h. ohne Zuhilfenahme digitaler Verstärkung.

Schon vor seiner systematischen Gesangsausbildung in den 1950er Jahren fiel Corelli durch besondere Charakteristika der Stimmeigenschaften, insbesondere des Stimmtimbres auf, die seine spätere Entwicklung bereits vorwegnahmen. Dazu schrieb der Autor René Seghers: „…von bestimmten vokalen Charakteristika, die den späteren Corelli ankündigen […] Metallischer Glanz, ein Schimmer dunklen Kupfer-Tons in der Mittellage und eine solide, physische Grundlage, auf der die Stimme ganz aufgebaut werden kann.“<ref name=":1" />

Herbert von Karajan über Corelli (1962): „Seine Stimme besitzt Heldenkraft, doch auch große Schönheit im Ton; sie ist dunkel in ihrer Sinnlichkeit, rätselhaft melancholisch, doch vor allem eine Stimme voll Donner und Blitzen, Feuer und Blut.“<ref>Bill Park / Andreas Klatt: The Singers. DECCA, Hamburg 2001.</ref>

Der Musikwissenschaftler Alan Blyth in einem Nachruf zum Tode Corellis im Guardian: „Franco Corelli – Tenor mit einer Stimme außerordentlicher Klangfähigkeit, der mit der Callas sang" […] Einer der aufregendsten Tenöre des 20. Jahrhunderts, Franco Corelli […] hatte eine Stimme, die so angenehm war wie seine Erscheinung. […] Da war ein Tenor mit einem Timbre, das alle hinteren Winkel des Theaters durchdrang. Sein Instrument […] war herausragend und fähig, ein Publikum zu Begeisterungsstürmen hinzureißen. […] Wie eine New Yorker Kritik schrieb: ,Es gibt weit und breit keinen Tenor mit der stimmlichen Kraft, Ausdauer und geradezu animalischen Anziehungskraft eines Corelli' […] Und diese stimmliche Qualität war kombiniert mit einer einschätzungsfähigen Intelligenz. Er sang mit einem großartigen Stil, wie es die Aufnahmen der 1950er und 1960er seiner Anfänge zeigen.“<ref name="guardian" />

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Zahlreiche der hier aufgeführten Originalaufnahmen wurden bei verschiedenen anderen Labels auch als CD veröffentlicht.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Corelli wirkte unter der Bühnenregie von Luchino Visconti in das Film-Genre vorbereitenden Inszenierungen an der Scala mit. 1956 gehörte er zur Besetzung des Opernfilms Tosca mit Maria Caniglia u. a. Außerdem finden sich zahlreiche Video-Dokumente u. a. auf YouTube und bei Operaonvideo.com.<ref name="boagno_uomo" />

Film und Fernsehen[Bearbeiten]

DVD[Bearbeiten]

  • 1971: Franco Corelli – The 1971 Tokyo Concert (Label Dynamic)
  • 1973: Franco Corelli & Renata Tebaldi – Live in Tokyo 1973 (Label Dynamic)
  • 2006: Renata Tebaldi – Profonda ed Infinita. Renata Tebaldi, Franco Corelli, Boris Christoff, Arien und Duette (Label TR)
  • 2014: Incontro con Franco Corelli. Arien von Verdi, Gounod, Ponchielli, Grieg, Puccini, Leoncavallo, Bizet (Label Hardy)
  • Corelli in Concert. Plus in-depths interviews – Opern-Arien und Radio-Interviews (Belcanto Society, OCLC-Nr. 931137127)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Franco Corelli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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