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Franz Kirms

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Franz Kirms
Datei:Grabstelle der Familie Kirms.jpg
Grabstelle der Familie Kirms

Franz Kirms<ref>Die Schreibung des Nachnamens schwankt bei allen Familienangehörigen zwischen Kirms, Kirmß, Kirmis.</ref> (* 21. Dezember 1750; † 3. Mai 1826<ref>Danksagung und Kirchenliste in Weimarisches Wochenblatt vom 9. Mai 1826, S. 184, und 6. Juni, S. 220.</ref> in Weimar)<ref>Effi Biedrzynski: Goethes Weimar. Mannheim 1992. ISBN 978-3-538-07300-5</ref> leitete mit Johann Wolfgang von Goethe das Weimarer Theater.

Herkunftsfamilie[Bearbeiten]

Die Familie, in die Franz Kirms hineingeboren wurde, war seit zwei Generationen in der Beamtenschaft des Landes etabliert:<ref name=Hu84 >nach Huschke 1977, S. 84.</ref> Vorlage:Stammbaumliste

Leben[Bearbeiten]

Kirms trat 1765 in das Weimarer Gymnasium ein;<ref>Schirmer 2013, Bd. 1, S. 10.</ref> am 17. Oktober 1769 ließ er sich als „Franc. Kirms“ zum Studium einschreiben.<ref>Matrikel der Universität Jena 1764‒1801, S. 30v.</ref> Im Januar 1774 wurde er zum Sekretär im Hofmarschall-Amt ernannt;<ref>Weimarische Wöchentliche Anzeigen vom 22. Januar 1774, S. 25.</ref> dabei war ihm ab 19. Februar die Verwaltung der Hofkasse anvertraut.<ref>ausdrücklich im Hofkalender 1776, S. 76.</ref> Im März 1786 wurde er stimmberechtigter Assessor, im März 1789 Land-Kammerrat, im Januar 1794 Hof-Kammerrat.<ref>Weimarische Wöchentliche Anzeigen vom 25. März 1786, S. 93, vom 1. April 1789, S. 101, und vom 29. Januar 1794, S. 33; vgl. Hofkalender 1795, S. 87.</ref> Anfang 1814 wurde er Geheimer Hofrat.<ref>Weimarisches Wochenblatt vom 18. Januar 1814, S. 25.</ref> Ab 1791 gehörte Kirms der Intendanz des Weimarer Hoftheaters an und hatte erheblichen Anteil an dessen Entwicklung, aber erst 1812 wurde eine Abteilung „Herzogliches Hof-Theater“ innerhalb des Hofmarschallamts formal ausgewiesen<ref>mit Kirms im Direktorium: Hofkalender 1812, S. 179f.</ref>. Am 19. Februar 1824 wurde er für seine 50-jährige Diensttätigkeit geehrt; zum 2. März schied er aus der Theater-Intendanz aus.<ref>Großherzogl. S. Weimar-Eisenachisches Regierungs-Blatt vom 24. Februar und 19. März 1824, S. 21 und 25.</ref>

Kirms verehelichte sich am 27. Dezember 1823 mit Erdmuthe Sophie Krackow, genannt Caroline<ref>Bei wichtigen Unterschriften verwendete sie jedoch „Sophie“ (Müller-Harang 2018, S. 180).</ref>, (* 26. Juni 1779, † 3. März 1866),<ref>Huschke 1977, S. 83f.; Emde 2004, S. 336 Anm. 44; Müller-Harang S. 17–20; Fuchs 2009.</ref> die ab 1806 Gesellschafterin der Erbgroßherzogin Maria Pawlowna war,<ref>Hochfürstl. S. Weimar- und Eisenachischer Hof- und Adreß-Calender, auf das Jahr 1806, S. 164.</ref> der Zarentochter und Gattin des Erbherzogs. Mit seiner Frau ist Kirms auf dem Historischen Friedhof Weimar begraben.<ref>Hannelore Henze, Doris-Annette Schmidt: Der historische Friedhof zu Weimar. Ilmenau 2011, S. 140–141. ISBN 978-3-939399-08-7.</ref> Die Ehe war kinderlos.

Wertung[Bearbeiten]

In einem Gespräch mit Kanzler Friedrich von Müller und Friedrich Soret am 16. März 1824 würdigt Goethe Franz Kirms bei dessen Ende als Intendanten:

„Kirms hat sich in einer Zeit Verdienste erworben, wo es noch galt zu sparen, mit Wenigem viel zu machen. Ich hatte keinen Heller für meine Direction, ich wendete noch viel Geld daran, die Acteurs herauszufüttern und genoß das Vorrecht eines Souverains, genereus zu sein nach Herzenslust. Ja wir sind aus einer alten, andern Zeit her und brauchen uns ihrer nicht zu schämen.“<ref>Woldemar Freiherr von Biedermann (Hrsg.): Gespräche mit Goethe: Mit Friedrich von Müller und Friedrich Soret am 16. März 1924. In: Goethes Gespräche Band 1–10 (= Goethes Gespräche. Band 5). Leipzig 1889–1896. (online)</ref>

Die prominente Jagemann schrieb über ihn:

„[Kirms] war ein, vermöge seiner Dienstverhältnisse mächtiger und […] einflußreicher Mann. Er dirigirte die Oekonomie der Hofwirthschaft, und eigentlich alles, was zum Hofmarschallamt gehörte, inclusive Hofstall, Kutscher und Bedientenwesen. War auch ‒ neben Goethe ‒ Director vom Theater in allem, was nicht das ästhetische Fach zu nahe berührte, denn von fern war auch dieses vor seiner vielseitigen Macht nicht ganz in Sicherheit. Er besaß die große Kunst, seine soi disant<ref>d. h., angeblichen</ref> Vorgesetzten in der Täuschung zu erhalten, als wären es ihre Anordnungen und Gedanken, nach welchen er handle, während er seine stillen Pläne ausführte und durch nur ihm bekannte Labyrinthe zu Tage förderte.
Nur auf den Nutzen seines Fürsten bedacht, war er über die Mittel nicht sehr gewissenhaft und es war ihm in der Natur unmöglich: den lobenswerthen Zweck auf offenen geraden Wege zu verfolgen. Er machte sich von allen den Vortheilen, die ihm zu Gebote standen, keinen zu Nutze. Der, im Stillen zu herrschen; überwog in seinen Augen die andern alle.“<ref>Emde 2004, S. 151f.</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • W. G.: Franz Kirms. In: Neuer Nekrolog der Deutschen. 4. Jg. 1826, Ilmenau 1828, S. 882f.
  • Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Geschichte des Hauses Kirms und Franz Kirms.] (pdf) , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL;.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung, Anmerkungen zur Ausstellung
  • Hans Wahl, Anton Kippenberg: Goethe und seine Welt, Insel-Verlag, Leipzig 1932, S. 155.
  • Wolfgang Huschke: Die Beamtenschaft der Weimarischen Zentralbehörden beim Eintritt Goethes in den Weimarischen Staatsdienst (1776). In: Forschungen aus mitteldeutschen Archiven. Zum 60. Geburtstag von Hellmut Kretzschmar. Berlin 1953, S. 190‒218.
  • Wolfgang Huschke: Genealogische Streifzüge durch das klassische Weimar. In: Staat und Gesellschaft im Zeitalter Goethes. Festschrift für Hans Tümmler zu seinem 70. Geburtstag. Hrsg. von Peter Berglar. Köln 1977 (ISBN 3-412-00477-4), S. 61‒93. (Kirms: S. 83‒85.)
  • Ulrike Müller-Harang: Das Kirms-Krackow-Haus in Weimar. Die Baugeschichte, die Geschichte des Gartens, die Hausbewohner, Freunde und Gäste. Hanser, München 1999. ISBN 3-446-19725-7. (Inhaltsverzeichnis)
  • [U. Müller-Harang:] Die Erinnerungen der Charlotte Krackow. Das vollständige Manuskript von Caroline Kirms und Charlotte Krackow. Herausgegeben und kommentiert von Ulrike Müller-Harang. Weimar 2018. ISBN 978-3-910053-65-6.
  • Ruth B. Emde: Selbstinszenierungen im klassischen Weimar: Caroline Jagemann. Göttingen 2004. ISBN 3-89244-743-8.
  • Anne Fuchs: Erdmuthe Sophie (Caroline) Kirms, geb. Krackow (1779‒1866). In: FrauenGestalten Weimar-Jena um 1800. Ein bio-bibliographisches Lexikon. 2. Aufl. Heidelberg 2009, ISBN 978-3-8253-5656-9, S. 210‒213.
  • Lothar Schirmer: Die Frühzeit des Weimarischen Hoftheaters unter Goethes Leitung (1791 bis 1798). Nach den Quellen bearbeitet von Bruno Th. Satori-Neumann. Neu herausgegeben und kommentiert. [1. Teilband: Text; 2. Teilband: Kommentar.] Berlin 2013. ISBN 978-3-924955-19-9.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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