Franz von Caracciolo
Franz von Caracciolo [Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.] (* 13. Oktober 1563 in Villa Santa Maria in den Abruzzen, Königreich Neapel, als Ascanio Caracciolo; † 4. Juni 1608 in Argenta) ist Mitbegründer eines christlichen Männerordens und wird in der römisch-katholischen Kirche als Heiliger verehrt.
Leben[Bearbeiten]
Ascanio Caracciolo entstammte der neapolitanischen Adelsfamilie Caracciolo und gehörte einem Unterzweig des Familienzweigs der Pisquizier (Caracciolo Pisquizi) an, dessen Angehörige als Herzöge von Celenza auf der Burg von Celenza sul Trigno residierten. Seiner Hagiographie zufolge erkrankte er im Alter von 20 Jahren an einer als „Lepra“ bezeichneten schweren Hautkrankheit und wurde als Todgeweihter von Ärzten, Freunden und Familie aufgegeben. In dieser Lage versprach er, sich nur noch religiösen Werken zu widmen, falls er gesund werden sollte, und erholte sich anschließend auf wundersame Weise sehr rasch von der Krankheit. Allerdings entsprach er mit der Wahl eines religiösen Berufs zugleich der familiären Strategie, die darauf abzielte, das feudale Erbe ungeteilt zu erhalten. Nur sein ältester Bruder Giulio († 1596) durfte heiraten, alle anderen Geschwister wurden Geistliche.
Nach dem Tod seines Vaters ging er 1585 gemeinsam mit seinem Bruder Antonio (1565–1642), der sich den Theatinern anschloss und ein berühmter Gelehrter wurde, zum Studium der Theologie nach Neapel und wurde im Jahr 1587 zum Priester geweiht. Er schloss sich der neapolitanischen Priestergemeinschaft vom Oratorium der Weißen der Gerechtigkeit an, die Galeerensklaven und zum Tode Verurteilte seelsorgerlich begleitete. 1588 gründete er gemeinsam mit Giovanni Agostino Adorno und seinem Verwandten Fabrizio Caracciolo die Kongregation der Minderen Regularkleriker, um die Aufgaben der Vita activa innerhalb der strukturellen Ordnung einer Ordensgemeinschaft besser mit der religiösen Kontemplation vereinbaren zu können. Noch im gleichen Jahr bestätigte Papst Sixtus V. die Gemeinschaft. Mit seinem Ordensgelübde am 9. April 1589 nahm Ascanio Caracciolo den Ordensnamen Franz (italienisch Francesco, spanisch Francisco) nach dem heiligen Franz von Assisi an. Noch im selben Monat brach er auf Bitten des Papstes gemeinsam mit Adorno nach Madrid auf, um den Orden in Spanien zu verbreiten. Sie kehrten unverrichteter Dinge zurück nach Neapel, weil Neugründungen religiöser Gemeinschaften von König Philipp II. in Spanien verboten worden waren. Nach dem Tod Agostino Adornos 1591 wurde Franz von Caracciolo auf dessen Wunsch zweiter Generalsuperior ihrer Gemeinschaft.
Franz von Caracciolo unternahm noch zahlreiche weitere Pastoralreisen auf die Iberische Halbinsel und sorgte dadurch für eine kontinuierliche Ausbreitung seines Ordens. Er starb am 4. Juni 1608 in Argenta und wurde in Neapel bestattet. Am 4. Juni 1769 wurde Franz von Papst Clemens XIV. selig- und am 24. Mai 1807 durch Papst Pius VII. heiliggesprochen. Francesco Caracciolo wird als Schutzpatron von Neapel verehrt.
Darstellung[Bearbeiten]
In der Kapelle des Palazzo Cellamare zu Neapel befindet sich ein Gemälde, das noch zu Lebzeiten Francesco Caracciolos entstanden sein soll. Weitere bekannte Darstellungen gibt es in der Schatzkapelle der Kirche San Gennaro in Neapel sowie im Petersdom in Rom.
Literatur[Bearbeiten]
- Flavia De Luca: Francesco Caracciolo, santo. In: Fiorella Bartoccini (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 49: Forino–Francesco da Serino. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1997.
- Michael F. Feldkamp: Caracciolo 7) Francesco. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 2. Herder, Freiburg im Breisgau 1994, Sp. 940.
- Friedrich Wilhelm Bautz: CARACCIOLO, Francesco. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 1, Bautz, Hamm 1975. 2., unveränderte Auflage. Hamm 1990, ISBN 3-88309-013-1, Sp. 923–924.
- Klemens Löffler: Caracciolo, Francesco (Franz), hl. In: Michael Buchberger (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 1. Auflage. Band 2. Herder, Freiburg im Breisgau 1931, Sp. 748 f.
Weblinks[Bearbeiten]
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Caracciolo, Franz von |
| ALTERNATIVNAMEN | Caracciolo, Francesco (Ordensname, italienisch); Caracciolo Pisquizi, Ascanio (Geburtsname, italienisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | Ordensgründer und Heiliger der römisch-katholischen Kirche |
| GEBURTSDATUM | 13. Oktober 1563 |
| GEBURTSORT | Villa Santa Maria, Königreich Neapel |
| STERBEDATUM | 4. Juni 1608 |
| STERBEORT | Argenta |