Fretterans
| Fretterans | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| [[Datei:{{#property:P94}}|115px|alt=|Wappen von Fretterans]] | ||||||
| Staat | ||||||
| Region | Bourgogne-Franche-Comté | |||||
| Département (Nr.) | Saône-et-Loire (71) | |||||
| Arrondissement | Louhans | |||||
| Kanton | Pierre-de-Bresse | |||||
| Gemeindeverband | Bresse Nord Intercom’ | |||||
| Koordinaten | 46° 55′ N, 5° 17′ O
{{#coordinates:46,920555555556|5,2897222222222|primary
|
dim=20000 | globe= | name=Fretterans | region=FR-71 | type=city
}} |
| Höhe | 178–186 m | |||||
| Fläche | – | |||||
| Einwohner | 281 (1. Januar 2023) | |||||
| Bevölkerungsdichte | – Einw./km² | |||||
| Postleitzahl | 71270 | |||||
| INSEE-Code | 71207 | |||||
Fretterans [Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse und zum Gemeindeverband Bresse Nord Intercom’. Die Gemeinde hat 281 Einwohner (Stand 1. Januar 2023)<ref>Commune Fretterans. auf banatic.interieur.gouv.fr. Ministère de l’Intérieur et des Outre-Mer, abgerufen am 11. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, sie werden Fretteranais, resp. Fretteranaises<ref>Fretterans. auf habitants.fr. Abgerufen am 11. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> genannt.
Geografie[Bearbeiten]
<imagemap> Datei:Fretterans Gemeindeschema.png|300px|rechts|Fretterans mit seinen Nachbarorten poly 520 0 513 30 467 69 419 42 400 70 424 84 428 112 413 137 462 153 478 142 491 119 540 95 581 107 576 116 592 136 559 200 594 243 599 304 591 321 579 322 569 340 608 346 689 368 690 0 Petit-Noir poly 530 343 569 341 608 347 690 369 690 671 675 675 630 566 616 416 579 397 562 377 532 354 Neublans-Abergement poly 674 675 629 566 503 623 494 603 393 641 379 612 323 627 242 625 235 673 Authumes poly 234 673 242 621 192 613 194 558 50 551 50 543 0 540 0 675 Pierre-de-Bresse poly 49 543 0 541 0 79 78 140 48 165 59 271 48 302 45 322 77 349 61 405 73 407 54 416 44 457 55 457 Lays-sur-le-Doubs poly 49 302 60 271 49 165 79 140 0 80 0 0 519 0 512 30 466 69 418 42 399 70 375 60 339 68 300 84 301 103 244 128 194 187 137 288 Annoire desc oben links </imagemap>
Lage und Struktur[Bearbeiten]
Die Gemeinde liegt im äußersten Nordosten des Arrondissement Louhans und stößt mit drei Seiten an das Département Jura. Sie liegt 4,15 Kilometer nordnordöstlich des Kantonshauptortes Pierre-de-Bresse und 32,7 Kilometer nordnordöstlich von Louhans-Châteaurenaud. Im Nordwesten grenzt sie an die jurassischen Gemeinden Annoire, im Nordosten an Petit-Noir und im Osten an Neublans-Abergement. Im Süden liegt Authumes, im Südwesten Pierre-de-Bresse und im Westen schließlich Lays-sur-le-Doubs.
Fretterans liegt in einer Flussschleife von Le Doubs<ref>Le Doubs, Länge 453,1 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei 46° 42′ 17,6″ N, 6° 12′ 32,4″ O
{{#coordinates:46,7049|6,209|
|dim=250
|globe=
|name=Quelle von Le Doubs
|region=FR
|type=waterbody
}} in Mouthe auf ca. 940 m, Mündung bei 46° 54′ 9″ N, 5° 1′ 19,6″ O
{{#coordinates:46,9025|5,0221|
|dim=250
|globe=
|name=Mündung von Le Doubs
|region=FR
|type=waterbody
}} in Verdun-sur-le-Doubs auf ca. 175 m, Le Doubs auf sandre.eaufrance.fr</ref> und gehört zur Landschaft Vallée de la Saône<ref>La Vallée de la Saône. In: Atlas des paysages de Saône-et-Loire. Préfet de Saône-et-Loire, abgerufen am 4. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>.
Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «ländliche Gemeinde mit verstreuter Besiedlung». Die Bevölkerung lebt zum allergrößten Teil im Bourg und nur etwa 4 % in vier angrenzenden Weilern. Die besiedelten Gebiete erstrecken sich lediglich über 0,5 km² um den Bourg. Außerhalb dieser Siedlungen, insbesondere südlich der Départementsstraße D118, finden sich keinerlei Bauten.
Die Gemeinde weist 101 Hektar bewaldete Flächen auf, was 9,7 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 98 % Laubwald und 2 % Rodungs- und Aufforstungsflächen<ref>Les forêts de Fretterans. In: nosforets.fr. Abgerufen am 16. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>. Die bewaldeten Flächen liegen vor allem im Bereich nördlich des Doubs, vorwiegend als Auenwälder und im übrigen Gemeindegebiet vereinzelte Pappelplantagen.
In der Gemeinde werden 742,3 Hektar (etwa 72,3 % des Gemeindegebiets) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wobei 1,9 Hektar für den Bioanbau zugelassen sind. Rund 40 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 10 % wird Raps, auf 20 % wird Weichweizen und auf rund 13 % Körner- und Silomais angebaut.<ref>Fretterans. auf agri-map.fr. Abgerufen am 16. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Gewässer[Bearbeiten]
An Stehenden Gewässern finden sich heute im Gemeindegebiet lediglich noch Weiher, jedoch keine echten Étangs. Möglicherweise handelt es sich dabei eher um Altwasser, denn der Doubs verändert seinen Lauf unablässig.
In der Gemeinde befinden sich zwei Fischweiher<ref>Lac de Fretterans. In: bresse-bourguignonne.com. Bresse Bourgogne Tourisme, abgerufen am 22. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>Die Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt. * sowie ein Kiesabbaugebiet<ref>Une carrière, ça s’anticipe. In: lejsl.com. Le Journal de Saône-et-Loire, 12. Dezember 2015, abgerufen am 22. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>Die Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt. *.
Bei den fließenden Gewässern ist für die Gemeinde der Doubs prägend. Er war gleichzeitig eine Quelle des Reichtums wie der Zerstörung. Das Schwemmland ist außerordentlich fruchtbar und die Bewohner von Fretterans hatten seit 1433 das Recht, im Doubs zu fischen. Der Doubs wurde zeitweise als Wasserstraße und als Transportweg genutzt, trieb Mühlen und Sägereien an.
Der Fluss konnte aber auch vernichtend sein, am 29. Mai 1729 ertranken sechs Frauen gleichzeitig, am 30. September 1784 ein Mann und fünf Frauen. Sie schienen den Fluss in einem Boot überquert und Vieh hinter sich hergezogen zu haben, um es auf den Flussinseln oder der anderen Flussseite zu weiden. Zudem war der Lauf des Flusses unstet, er konnte sein Bett wechseln und bedrohte oder zerstörte mehrmals das Dorf. Die Bewohner beklagten sich beim Generalrat und entsprechende Arbeiten wurden begonnen. Aber die Bewohner des gegenüberliegenden Petit-Noir zerstörten das begonnene Werk, schlugen die Arbeiter, verbrannten das Konstruktionsholz, eroberten die Werkstätten und stahlen die Werkzeuge. Seither wurden immer wieder Maßnahmen getroffen, um den Doubs zu beruhigen, ihn in seinem Bett zu halten und die gefährdeten Dörfer zu schützen.<ref>Yvon Jacquelin: L'histoire de notre village - sa rivière. Fretterans. Abgerufen am 5. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Ein weiteres Gewässer zieht sich der Ostgrenze entlang, die Coursière de Brenae<ref>Coursière de Brenae, Länge 4,6 km, Zufluss zum Doubs, Quelle bei 46° 53′ 43,4″ N, 5° 19′ 14,9″ O
{{#coordinates:46,8954|5,3208|
|dim=250
|globe=
|name=Quelle der Coursière de Brenae
|region=FR
|type=waterbody
}} in Authumes auf ca. 209 m, Mündung bei 46° 55′ 43″ N, 5° 18′ 7,6″ O
{{#coordinates:46,9286|5,3021|
|dim=250
|globe=
|name=Mündung der Coursière de Brenae
|region=FR
|type=waterbody
}} in Fretterans auf ca. 179 m, Coursière de Brenae auf sandre.eaufrance.fr</ref>, die in einen Altarm des Doubs mündet.
Die Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt.
{{#coordinates:46,928502|5,292751|
|dim=
|globe=
|name=Lac de Fretterans, Etang de pêche
|region=FR-71
|type=waterbody
}})
Lac Cham Chaudière, Etang de pêche (38 958 m² bei 46° 55′ N, 5° 18′ O
{{#coordinates:46,923572|5,297538|
|dim=
|globe=
|name=Lac Cham Chaudière, Etang de pêche
|region=FR-71
|type=waterbody
}})
Kiesabbaugebiet (17 595 m² bei 46° 55′ N, 5° 17′ O
{{#coordinates:46,921796|5,275987|
|dim=
|globe=
|name=Kiesabbaugebiet
|region=FR-71
|type=waterbody
}} und 13 225 m² bei 46° 55′ N, 5° 17′ O
{{#coordinates:46,920648|5,278326|
|dim=
|globe=
|name=Kiesabbaugebiet
|region=FR-71
|type=waterbody
}} und 12 743 m² bei 46° 55′ N, 5° 17′ O
{{#coordinates:46,922207|5,278524|
|dim=
|globe=
|name=Kiesabbaugebiet
|region=FR-71
|type=waterbody
}})Flächenangaben: Maximalflächen aus IGN - INPE Inventaire national des plans d'eau
Verkehrswege[Bearbeiten]
In Ost-West-Richtung verbindet die Départementsstraße D118 Lays-sur-le-Doubs mit Neublans-Abergement. Im Bourg zweigt die D373 nach Süden ab Richtung Authumes und schließlich Pierre-de-Bresse. Entlang der südöstlichen Gemeindegrenze folgt noch die D29, die Pierre-de-Bresse mit Neublans-Abergement verbindet.
Weiler und Fluren[Bearbeiten]
Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: La Corvée, Le Faubourg, Aux Îlets, L'Îliation, L'Îlon, La Motte, Le Pâquier, Le Pays-Neuf, La Roue.<ref>Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 5. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Höhenprofil[Bearbeiten]
Fretterans liegt vollständig in der Landschaft Vallée de la Saône. Kleine Flächen der Gemeinde liegen nördlich des Doubs, wie die Prés du Doubs im Nordwesten. Der Doubs bildet eine Schleife, in der die Gemeinde liegt. Das Gelände ist im Norden nicht eben, da der Fluss seinen Lauf oft veränderte und Altwasser hinterließ. Der Doubs befindet sich auf 179,6 Meter. In der Gemeinde befinden sich zwei Fischweiher, das Profil verläuft durch den Lac de Fretterans. Der Bourg liegt auf 183 Metern, geschützt durch eine verhältnismäßig steile Terrasse. Kurz außerhalb des Ortes kreuzen sich die Départementsstraßen D118 und D373, anschließend zieht sich die Schwemmlandebene weiter gegen Süden bis zur Gemeindegrenze zu Authumes.
Klima[Bearbeiten]
Das Klima in Fretterans ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,8 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 20,9 °C, der kälteste der Januar mit 3,1 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1065 mm, dabei ist der November mit 110 mm der niederschlagsreichste, während Juli und August als trockenste Monate 78 mm aufweisen. Über das ganze Jahr werden etwa 2699 Sonnenstunden gezählt.
| Fretterans | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
-
Doubs bei Fretterans
-
Grande Rue in Fretterans
-
Überschwemmungsgebiet des Doubs bei Fretterans – Pierre-de-Bresse
-
Haus in der Grande Rue
-
Doubs bei Fretterans
Toponymie[Bearbeiten]
Der Name geht möglicherweise schon auf die keltische Besiedlungszeit zurück, worauf die Endsilbe -ans hindeutet<ref>Lucien Guillemaut: Histoire de la Bresse Louhannaise, Bd. 1, S. 191, Louhans 1897.</ref>. Denkbar ist aber auch, dass der Name auf freta, frecta zurückgeht, womit unbebautes Land bezeichnet wurde. Die Endsilbe -ans kann sich auch aus dem germanischen Suffix -inc, -ing entwickelt haben. Wahrscheinlich ist deshalb, dass die einwandernden germanischen Burgunden im 5. Jahrhundert dem Ort den Namen gaben<ref>Lucien Guillemaut: Histoire de la Bresse Louhannaise, Bd. 1, S. 195 und 199, Louhans 1897.</ref>. Der Ortsname taucht erstmals als Freterens im Kartular von Baume auf, wonach der Ort ebenfalls zum Besitz dieses Klosters gehörte.
Geschichte[Bearbeiten]
Am äußersten Rand des Gemeindegebiets befindet sich la Motte mit einem Fachwerkhaus, das 1663 erbaut wurde. Auf dem Hügel war vom 14. bis 16. Jahrhundert ein befestigter Herrensitz, der als Verteidigungswerk gegen die angreifenden Gegner aus der Franche-Comté diente. An der Rue de l’église befindet sich ein Bauernhaus, das aus derselben Zeit stammt, heute renoviert und noch bewohnt ist.
Im 13. Jahrhundert gehörte ein Teil des Ortsgebietes einer der einflussreichsten burgundischen Familien, den de Vienne. Ihre Besitzungen erstreckten sich von Seurre bis zur Franche-Comté und die südliche Bresse. Die Familie gab aber nach und nach ihre Macht an die Klöster ab. Am Ende des 14. Jahrhunderts war Mathey de Rye Herr über einen Teil Fretterans, jedoch als Vasall von Jacques de Vienne, dem Bruder seiner Ehefrau. Aus einer Urkunde von 1433 ging hervor, dass sein Sohn, Guy de Rye, für die Geschenke und Dienste, die ihm durch die Einwohner Fretterans' geleistet wurden, diesen die Freiheit und das Recht zustand, alle Tiere und Raubvögel auf dem ganzen Gebiet zu jagen, sowohl im Fluss, als auch anderswo und gar im Wald von Neublans, mit Fangnetzen oder anderen Geräten, wobei sie dem Herrn lediglich ein Viertel des Wildbrets zu bezahlen hätten.<ref>Lucien Guillemaut: Histoire de la Bresse Louhannaise, Bd. 1, S. 409, Louhans 1897.</ref> Als Folge der Heirat der Tochter von Guy de Rye, wurde ihr Ehegatte, Pierre de Goux Herr über Fretterans. Er wurde durch Philipp den Guten nach der Schlacht an der Schelde zum Ritter geschlagen. 1465 wurde er Nachfolger von Nicolas Rolin als Großkanzler von Philipp dem Guten und Karls des Kühnen. 1467 erwarb Pierre de Goux die Hälfte von Louhans. Er starb in Belgien, wo er über ausgedehnte Besitzungen verfügte. Er war ein direkter Vorfahre von König Baudouin I. von Belgien.
1503 war ein Nachkomme der Goux Herr über Fretterans, als zweiter Besitzer des Gebietes wurde N. Longvy de Givry erwähnt<ref>Claude Courtépée: Description Générale et Particulière du Duché de Bourgogne, Dijon 1775</ref>. 1540 verkaufte Françoise de Longvy ihre Herrschaft an Ray Fernandez Dalmata, den spanischen Botschafter am Hof des französischen Königs.
1534 erwarb Philippe Chabot, Admiral von Frankreich, die Herrschaft Authumes, sein Sohn Léonor war ebenfalls Herr über Fretterans und anerkannte dieses als Allod. 1676 wurden die Leute von Fretterans gar vom Rübsenzehnten befreit. Später gehörte die Herrschaft Fretterans Pierre Belin, der sie 1685 an Louis de Lorraine verkaufte. Bereits im folgenden Jahr wurde sie durch Claude de Thiard de Bissy erworben und verblieb schließlich im Besitz der Thiards bis zur Französischen Revolution.
Im Laufe der Revolutionswirren erwarb Jean Cordelier, Arzt in Fretterans, als Départemensverwalter großflächig Land in den Ortschaften Fretterans, Authumes und Neublans. Die Kirche diente als Gemeindeverwaltung. Im Jahr VII der Revolution (1800) ließ der Gemeindebevollmächtigte die Einwohner erfassen und zählte 120 Haushaltungen mit 440 Einwohnern. Die Einwohner erlitten – wie alle Bewohner der Region – mancherlei Rückschläge. Im ersten Drittel des 11. Jahrhunderts plagten drei große Hungersnöte die Bevölkerung, die dritte von 1030 noch verstärkt durch eine Pestepidemie. Das Ende des Jahrhunderts brachte mit den heimkehrenden Kreuzfahrern die Lepra, die während dreier Jahrhunderte grassierte.
Im 14. Jahrhundert litt die Bevölkerung unter den gnadenlosen Kriegen zwischen dem Herzogtum Burgund und der Franche-Comté und dem Hundertjährigen Krieg. Die Felder wurden nicht mehr bestellt, Hungersnöte quälten die Bevölkerung und 1348 grassierte die Pest, die ein Drittel der Bevölkerung auslöschte. 1390 und 1399 brachten erneute Pestepidemien. Zudem litt die Bevölkerung unter den Plünderzügen der Grandes Compagnies. Die Bauern gruben sich unterirdische Verstecke und arbeiteten bis zur Erschöpfung, um ihre Familien durchzubringen und nicht Hungers zu sterben. 1356 erschütterte zu alledem ein schweres Erdbeben die Gegend, begleitet von starken Stürmen, die Brücken der Saône wurden weggeschwemmt und zahlreiche Dörfer zerstört.
Das 15. Jahrhundert schien nicht viel besser gewesen zu sein, Nahrungsmittelmangel und Pest, besonders im Jahr 1437, Verwüstungen durch die räuberischen Banden, die durch König Karl VII., den Siegreichen, nach der Beendigung des Hundertjährigen Krieges entlassen wurden. Wachtposten auf den Kirchtürmen warnten die Bevölkerung, wenn sich in der Ferne etwas bewegte, und die Bauern versteckten sich mit ihrem Mobiliar und dem Vieh in ihren Löchern und in Gebüschen. 1439 schritt die Armee des Herzogs von Burgund zur Vernichtung der Banden, deren tote Körper den Doubs und die Saône hinuntertrieben. Seither scheint eine Feindschaft zwischen den Burgundern und den Leuten der Franche-Comté zu bestehen: „Die Bewohner Fretterans, glücklich darüber, die französische Armee anrücken zu sehen, … beschlossen, auf eigene Faust zu handeln, überfielen das Nachbardorf Longwy, richteten einigen Schaden an, um schließlich die Kirchenglocken im Triumph zu entführen. Der Zorn über diesen Angriff war so stark, dass während mehr als einem Jahrhundert eine Heirat zwischen Leuten aus Longwy mit Bewohnern von Fretterans undenkbar war.“<ref>Armand Marquiset: Dole, Précis statistique de l’arrondissement, Res Universis 1991, Neudruck des Werkes aus 1841</ref>
Das 16. Jahrhundert begann mit einer schrecklichen Pestepidemie. Trockenheiten, wie 1556 oder eiskalte Winter wie 1565 führten erneut zu Hungersnöten. Der Mensch trug das Seinige zum Schrecken bei, Bürgerkriege und religiöse Auseinandersetzungen erschütterten die Bresse, die dem Protestantismus zugeneigt war. Schließlich kam 1590 unter König Heinrich IV. ein Waffenstillstand zustande. Als dieser aber die Franche-Comté erobern wollte, litt die Bresse erneut unter den schrecklichen Kriegsfolgen.
Das 17. Jahrhundert brachte andauernde Kriege mit der Franche-Comté, 1636 wurden die Dörfer entlang des Doubs gebrandschatzt, die Bevölkerung massakriert. Dasselbe wiederholte sich noch mehrere Male, dazu kamen drakonische Steuern, um die Kriege zu finanzieren, die Pest wütete und 1652 versetzte eine Sonnenfinsternis die Bevölkerung in Angst und Schrecken. 1662 erlitt ganz Frankreich eine Hungersnot und das folgende Jahr regnete es von Juni bis August ununterbrochen, begleitet von Überschwemmungen, Zerstörungen, Bevölkerungsrückgang, schlechten Ernten und einer großen Sterblichkeit (Fretterans 1693: 19 Todesfälle, 1694: 20 Todesfälle).
Das 18. Jahrhundert war geprägt von der Kleinen Eiszeit, es blieb den Leuten nur Gras zu essen, mehr war nicht vorhanden. Brot wurde aus den Wurzeln des Farnkrauts gebacken und die Menschen starben wie die Fliegen vor Hunger und vom Gras essen. (Fretterans 1709: 33 Todesfälle, 1710: 29, 1746: 29, 1747: 34) Mitte des Jahrhunderts folgten Viehseuchen und Hungersnöte grassierten in ganz Frankreich. Der Winter 1788/89 war schrecklich, gefolgt von einer beispiellosen Trockenheit und einer erneuten Kälte. Die Bevölkerung war in ihrer Not zu allem bereit und folgte deshalb willig in die Revolution.<ref>Eliane Jacquelin: L’histoire de notre village. Abgerufen am 24. März 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Die Herren von Fretterans[Bearbeiten]
Die Herrschaft Fretterans war ein Allod, ein freies Lehen, das weder zinspflichtig war, noch Frondienst schuldete.
1433 gehörte Fretterans noch zu Neublans und Guy de Neublans bedankte sich bei den Leuten von Fretterans für ihre Gaben und Dienste, indem er ihnen erlaubte alle wilden Tiere und Vögel, mit Netzen und Geräten, im ganzen Gebiet zu jagen, sogar in den Wäldern von Neublans, unter Abgabe eines Viertels des Wildbrets an den Herrn.
Im 15. und 16. Jahrhundert war die Familie de Rupt – verschwägert mit den de Viennes – Herren von Fretterans, 1510 war das Lehen im Besitz von Jean de Longwy. 1540 war es seiner Tochter, Françoise de Longwy, der Ehefrau des Comte de Busançois. Sie verkaufte das Lehen an Ray Fernandez Dalmata, Botschafter Spaniens am Hof des Königs. Nach ihm – bereits im 17. Jahrhundert – wurden die Gräfin von Elbeuf und ihr Bruder, der Comte de Charny Besitzer des Lehens. Diese stammten ebenfalls aus dem Haus Guise, wie Louis de Lorraine, der Herr von Authumes.
1686 waren Fretterans und Authumes im Besitz von Jacques de Thiard, Marquis de Bissy, wo sie bis zur Revolution verblieben.
Mit der Französischen Revolution 1789 wurden die Vorrechte des Adels abgeschafft, sie behielten lediglich noch ihre Titel.
Bevölkerung[Bearbeiten]
| Bevölkerungsstruktur | Anzahl Einwohner Die Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt. 1 | männlich | weiblich | davon Ausländer Die Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt. 2 | Anteil % |
|---|---|---|---|---|---|
| 282 | 139 | 143 | 2 | 0,7 |
Die Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt.
Die Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt.
| Männer | Alterstufe | Frauen |
|---|---|---|
2
|
3
| |
13
|
17
| |
37
|
29
| |
36
|
36
| |
11
|
16
| |
23
|
20
| |
16
|
20
|
Die Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt.
Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen ist ausgeglichen, wobei 38 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre und 36 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter sind.
| Wohnstruktur | Anzahl Wohneinheiten | davon Häuser | Wohnungen | Sonstige | Zu-/Abnahme seit 1999 |
|---|---|---|---|---|---|
| 168 | 165 | 3 | +9,1 % = 14 WE | ||
| davon Hauptwohnsitz | 133 | ||||
| Zweit- oder Ferienwohnsitz | 20 | ||||
| vakant | 15 |
Die Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt.
Die Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt.
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]
Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen[Bearbeiten]
In der Gemeinde befinden sich nebst Mairie und Kirche folgende Unternehmen nach Branchen:
| Branche | Anzahl Betriebe |
|---|---|
| Industrie und verarbeitendes Gewerbe | 1 |
| Baugewerbe | 4 |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 3 |
| Information und Kommunikation | |
| Finanz- und Versicherungsdienstleistungen | |
| Grundstücks- und Wohnungswesen | 1 |
| Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen | 1 |
| Öffentliche Verwaltung, Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen | |
| Sonstige Dienstleistungen | 4 |
| Land- und Forstwirtschaftsbetriebe<ref>Portrait de territoire - Données de cadrage. Commune de Fretterans. In: stats.agriculture.gouv.fr/. Agreste, abgerufen am 19. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Gemäß Erhebung von 2020).</ref> | 9 |
In der Gemeinde befinden sich eine Schreinerei/Zimmerei, ein Elektriker, zwei Maler/Gipser und ein Kleidergeschäft. In der Gemeinde befinden sich zudem ein Sportplatz/-halle und eine Gîte. Mit den Gütern des täglichen Bedarfs versorgen sich die Einwohner in Pierre-de-Bresse oder Petit-Noir<ref>FRETTERANS - Le cadre de vie des Territoires. In: eterritoires.fr. Abgerufen am 25. Juni 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>.
Geschützte Produkte in der Gemeinde[Bearbeiten]
Als AOC-Produkte sind in Fretterans Morbier<ref>Morbier. L’Institut national de l’origine et de la qualité, abgerufen am 3. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und Comté<ref>Comté. L’Institut national de l’origine et de la qualité, abgerufen am 3. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> zugelassen, ferner Volaille de Bresse<ref>Poularde de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 1. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Chapon de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 1. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Volaille de Bresse ou Poulet de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 1. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und Dinde de Bresse<ref>Dinde de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 1. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, außer in den Gemeindeteilen nördlich des Doubs, die bereits zum Vallée de la Saône gehören.
Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]
In der Gemeinde bestehen keinerlei schulischen Einrichtungen. Die Kinder werden in Schulen der umliegenden Gemeinden ausgebildet.
Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten]
Es besteht keinerlei Anbindung an den Öffentlichen Verkehr in der Gemeinde.
Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
- Kirche Mariä Himmelfahrt<ref>Kurzbeschrieb und Bilder Église de l'Assomption de la Vierge. (PDF) In: pastourisme71.com. Pastorale Tourisme & Loisirs, abgerufen am 21. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
Literatur[Bearbeiten]
Weblinks[Bearbeiten]
- Fretterans. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 7. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
- Fretterans. Présentation de la commune. Ministère de la Culture, 2007, abgerufen am 7. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
- Fretterans. in der POP Plateforme ouverte du patrimoine. Ministère de la Culture, abgerufen am 7. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
- Fretterans. in Patrimoine en Bourgogne-Franche-Comté. Direction Culture, Sport et Jeunesse, abgerufen am 14. November 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
- Fretterans. die Gemeinde, Einrichtungen, Wirtschaft, Tourismus, Gastronomie, Lokales. bei Bresse Nord Intercom’, abgerufen am 26. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Vorlage:Klappleiste/Anfang Authumes | Bantanges | Baudrières | Beaurepaire-en-Bresse | Beauvernois | Bellevesvre | Bosjean | Bouhans | Branges | Brienne | Bruailles | Champagnat | Charette-Varennes | Condal | Cuiseaux | Cuisery | Dampierre-en-Bresse | Devrouze | Diconne | Dommartin-lès-Cuiseaux | Flacey-en-Bresse | Frangy-en-Bresse | Fretterans | Frontenard | Frontenaud | Huilly-sur-Seille | Joudes | Jouvençon | Juif | L’Abergement-de-Cuisery | L’Abergement-Sainte-Colombe | La Chapelle-Naude | La Chapelle-Saint-Sauveur | La Chapelle-Thècle | La Chaux | La Frette | La Genête | La Racineuse | Lays-sur-le-Doubs | Le Fay | Le Miroir | Le Planois | Lessard-en-Bresse | Le Tartre | Loisy | Louhans-Châteaurenaud | Ménetreuil | Mervans | Montagny-près-Louhans | Montcony | Montjay | Montpont-en-Bresse | Montret | Mouthier-en-Bresse | Ormes | Ouroux-sur-Saône | Pierre-de-Bresse | Pourlans | Rancy | Ratenelle | Ratte | Romenay | Sagy | Saillenard | Saint-André-en-Bresse | Saint-Bonnet-en-Bresse | Saint-Christophe-en-Bresse | Sainte-Croix-en-Bresse | Saint-Étienne-en-Bresse | Saint-Germain-du-Bois | Saint-Germain-du-Plain | Saint-Martin-du-Mont | Saint-Usuge | Saint-Vincent-en-Bresse | Savigny-en-Revermont | Savigny-sur-Seille | Sens-sur-Seille | Serley | Serrigny-en-Bresse | Simandre | Simard | Sornay | Thurey | Torpes | Tronchy | Varennes-Saint-Sauveur | Vérissey | Vincelles Vorlage:Klappleiste/Ende
