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Friedrich Halstenberg

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Datei:Bundesarchiv B 145 Bild-F055062-0007A, Köln, SPD-Parteitag, Halstenberg.jpg
Friedrich Halstenberg, 1978

Friedrich Halstenberg (* 12. Juni 1920 in Werfen, Westfalen; † 3. November 2010 in Köln) war ein deutscher Jurist, Hochschullehrer und Politiker (SPD). Er wirkte unter andere als Staatsminister und Staatssekretär.

Leben[Bearbeiten]

Friedrich Halstenberg wurde am 12. Juni 1920 als Sohn von Marie Halstenberg, geborener Steinmeier, und des Schulrektors Friedrich Halstenberg in Werfen im Kreis Herford geboren. Nach dem Besuch der Volksschule und dem Abitur im Jahr 1938 am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Bünde beantragte er am 1. April 1938 die Aufnahme in die NSDAP und wurde zum 1. September desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 6.970.255).<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/13260102</ref><ref>Helmut Gewalt: Ehemalige Mitglieder der NSDAP als nachmalige NRW-Landtagsabgeordnete online</ref> Er wurde zur Wehrmacht eingezogen und leistete Kriegsdienst bei der Infanterie-Nachrichtentruppe. Ab 1948 nahm er ein Studium der Rechtswissenschaft an den Universitäten in Göttingen, Köln und Bonn auf, das er 1951 mit dem ersten und 1955 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen beendete. Im Jahr 1957 wurde er an der Universität Köln mit der Dissertation Das Verfahren der parlamentarischen Untersuchung nach Artikel 44 des Grundgesetzes unter besonderer Berücksichtigung des Verhältnisses zur Gerichtsbarkeit zum Dr. jur. promoviert.

Halstenberg war seit 1951 Referent beim Deutschen Städtetag, in den Jahren 1954 bis 1962 Generalsekretär des Deutschen Verbandes für Wohnungswesen, Städtebau und Raumplanung und von 1959 bis 1962 zugleich Beigeordneter und Chefsyndikus des Verbandes Kommunaler Unternehmen. Seit 1960 war Halstenberg Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL). Von 1962 bis 1965 leitete er als Ministerialdirigent die Abteilung Städtebau und Raumordnung im Bundesministerium für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung. 1965/66 fungierte er als Direktor des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk (SVR).

Halstenberg erhielt im Jahr 1962 einen Lehrauftrag an der Technischen Hochschule Hannover, war dort ab 1963 tätig und seit 1966 Honorarprofessor für Planungs- und Baurecht. Seit 1963 (bis 1984) war er auch Honorarprofessor an der Universität Dortmund (Rechtsgrundlagen des Städtebaus und der Landesplanung). Darüber hinaus war er Treuhand-Aufsichtsrat der DDVG, Mitglied und Aufsichtsratsmitglied des Eschweiler Bergwerks-Vereins (EBV), Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung in Köln und (ab 1960) ordentliches Mitglied der Akademie für Raumforschung und Landesplanung in Hannover.

Friedrich Halstenberg war evangelisch, verheiratet mit Helga Halstenberg, geborener Schröder, lebte in Düsseldorf und hatte die fünf Kinder Hans Günther, Regine, Wolf, Jost und Christine.

Partei[Bearbeiten]

Halstenberg trat im Jahr 1964 in die SPD ein und schloss sich 1965 der ÖTV an, einer Vorgängerin von ver.di. Von 1978 bis 1984 war er als Nachfolger von Wilhelm Dröscher Bundesschatzmeister der Sozialdemokraten und gehörte gleichzeitig dem Präsidium der Partei an. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands arbeitete er von 1991 bis 1995 für die Planungsberatung der SPD-geführten Landesregierung in Brandenburg.

Abgeordneter[Bearbeiten]

Halstenberg gehörte dem Nordrhein-Westfälischen Landtag vom 25. Juli 1972 bis 1980 an. Er war über die Landesliste ins Parlament eingezogen.

Öffentliche Ämter[Bearbeiten]

Halstenberg wurde im Jahr 1966 als Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei in die von Ministerpräsident Heinz Kühn geführte Regierung des Landes Nordrhein-Westfalen berufen. Während seiner Amtszeit von 1967 bis 1972 hatte er maßgeblichen Anteil an der Entwicklung des Rechtes der Landes-, Regional- und Ortsplanung, die im März 1970 als Nordrhein-Westfalen-Programm 1975 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Am 12. September 1972 wurde Halstenberg zum Minister für Bundesangelegenheiten ernannt, blieb aber noch bis zum 4. Juni 1975, als er als Minister an die Spitze des Finanzressorts wechselte, Chef der Staatskanzlei. Von 1975 bis 1978 war er als Finanzminister Vorsitzender des Finanzausschusses des Bundesrates. Am 17. Januar 1978 musste er aufgrund der „Poullain-Affäre“ um den Vorstandsvorsitzenden der WestLB, Ludwig Poullain, zurücktreten, da ihm als Verwaltungsratsvorsitzender die Staatsaufsicht über die Bank oblag.

Ehrungen[Bearbeiten]

Zitate[Bearbeiten]

„Wenn rauskommt, wie was reinkommt, komme ich wo rein, wo ich nicht mehr rauskomme“ (Über seine Funktion als Bundesschatzmeister der SPD).

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Die Versorgungswirtschaft im Städtebaurecht. 1963.
  • mit Bonczek: Bau – Boden. 1963.
  • Bau-Lexikon. 1963.

Quellen und Literatur[Bearbeiten]

  • Die Kabinettsprotokolle der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen 1966 bis 1970 (Sechste Wahlperiode) (= Veröffentlichungen des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen. Band 8), hrsg. von Christoph Nonn, Wilfried Reininghaus und Wolf-Rüdiger Schleidgen, eingeleitet und bearbeitet von Andreas Pilger. Siegburg 2006, ISBN 3-87710-361-8.
  • Die Kabinettsprotokolle der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen 1970 bis 1975 (Siebte Wahlperiode) (= Veröffentlichungen des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen. Band 27), hrsg. von Frank Michael Bischoff, Christoph Nonn und Wilfried Reininghaus, eingeleitet und bearbeitet von Martin Schlemmer. Düsseldorf 2009, ISBN 978-3-9805419-7-8.
  • Halstenberg, Friedrich. In: Akademie für Raumforschung und Landesplanung (Hrsg., Red.: Gabriele Schöne…): 50 Jahre ARL in Fakten. ARL, Hannover 1996, ISBN 3-88838-514-8, S. 163–164.
  • Halstenberg, Friedrich. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 446.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Friedrich Halstenberg – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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