Friedrich Hanssen
Friedrich Ludwig Christian Hanssen (in Chile Federico Hanssen; * 2. August 1857 in Moskau; † 29. August 1919 in Santiago de Chile) war ein deutscher Altphilologe und Hochschullehrer, der sich als Romanist und Linguist mit dem Schwerpunkt hispanistischer Sprachwissenschaft einen Namen machte.
Werdegang[Bearbeiten]
Er war ein Sohn des Kaufmanns Eugen Gottfried Theodor Hanssen aus Lübeck und dessen Ehefrau Julia Burchiardi. Er besuchte zunächst das Katharineum zu Lübeck in Lübeck, wo er seine altsprachliche Ausbildung begann. Er studierte zunächst einige Semester an der Universität Leipzig und schließlich an der Universität Straßburg, wo er 1882 als Doctor philosophiae mit dem Thema „De arte metrica Commodiani“ promoviert wurde. Im Jahre 1884 folgte die Habilitation in Leipzig mit dem Thema „Anacreonteorum sulloge palatina recensetur et explicatur“. Einige Jahre später wurde er dort zum Privatdozenten an der Universität zu Leipzig berufen. Danach war er im Jahre 1889 Dozent für Griechisch und Latein an der Universität Leipzig. Aber schon im gleichen Jahr 1889 ging er nach Chile, wo er bis zu seinem Lebensende lehrte: zunächst als Hochschullehrer am Instituto Pedagógico Santiago de Chile, dann ab 1911 als dessen Direktor. Er veröffentlichte zahlreiche Arbeiten zur spanischen und portugiesischen Grammatik.
Hanssen war Junggeselle und hatte in Chile drei uneheliche Söhne, die in Santiago lebten. Bei seiner Südamerikareise im April 1914 verlieh ihm Prinz Heinrich im Auftrag des Deutschen Kaisers den Roten Adlerorden II. Klasse mit dem Stern. Seine Urne ist am Mausoleum der deutschen Kolonie im Dissidentenhof des Hauptfriedhofs von Santiago bestattet.
Werke (Auswahl)[Bearbeiten]
- Zur spanischen und portugiesischen Metrik, 1900.
- Metrische Studien zu Alfonso und Berceo, 1903.
- mit Enrique Nercasseau y Morán: Antología castellana arcaica en prosa y verso, 1905.
- Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Spanische Grammatik auf historischer Grundlage ( vom 2. Mai 2014 im Internet Archive) (= Sammlung kurzer Lehrbücher der romanischen Sprachen und Literaturen. Band 6). Verlag von Max Niemeyer, Halle a. S. 1910.
- Gramática histórica de la lengua castellana. Verlag von Max Niemeyer, Halle a. S. 1913 (spanische Übersetzung des Hauptwerks).
Literatur[Bearbeiten]
- Gertrudis Muñoz de Ebensperger: Recuerdos del Doctor Federico Hanssen y del Instituto Pedagógico 1857–1919. In: Anales de la Universidad de Chile. 4. Reihe, Nr. 107/108 (Juli/August 1957), ISSN 0717-8883, S. 95–108.
- Eladio García Carroza: La Obra Científica de Federico Hanssen. In: Anales de la Universidad de Chile. 4. Reihe, Nr. 107/108 (Juli/August 1957), ISSN 0717-8883, S. 109–114.
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Friedrich Hanssen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Übersicht der Lehrveranstaltungen von Friedrich Hanssen an der Universität Leipzig (Sommersemester 1885 bis Wintersemester 1888)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hanssen, Friedrich |
| ALTERNATIVNAMEN | Hanssen, Friedrich Ludwig Christian (vollständiger Name); Hanssen, Federico (spanisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Sprachwissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 2. August 1857 |
| GEBURTSORT | Moskau |
| STERBEDATUM | 29. August 1919 |
| STERBEORT | Santiago de Chile |
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