Friedrich Volck
Friedrich Volck, auch Fritz Volck, in den Vereinigten Staaten Frederick Volck, (* 27. April 1832 in Augsburg; † 16. August 1891 in Radegundis bei Augsburg) war ein deutschamerikanischer Bildhauer.
Leben[Bearbeiten]
Volck war das sechste von 13 Kindern des Andreas Volck (1800–1888).<ref>Genealogie bei der Merkel Stiftung, Nürnberg.</ref> Sein Vater leitete eine Destillerie und Essigfabrik. Der Zahnarzt, Maler und Karikaturist Adalbert J. Volck war ein älterer Bruder; der Theologe Wilhelm Volck ein jüngerer Bruder.
Volck kam als Böttchergeselle in die Vereinigten Staaten.<ref name="Nachträge">Volck, Friedrich W. In: Künstler aller Zeiten und Völker …. Band 4: Nachträge. S. 440 (Textarchiv – Internet Archive).</ref> Er ging zu seinem Bruder Adalbert J. Volck nach Baltimore und besuchte Klassen am Maryland Institute College of Art, wo er 1860 eine Silbermedaille für seine Skulptur The Last Mohican erhielt.<ref>The book of the exhibition: Thirteenth annual exhibition of the Maryland Institute for the Promotion of the Mechanic Arts. Baltimore 1860, S. 185.</ref> Zu Beginn des Sezessionskriegs ging er nach Virginia und trat als Freiwilliger in die Südstaatenarmee ein.
Er wurde bekannt durch zahlreiche Porträtbüsten amerikanischer Politiker und Militärs. Seine signierten und datierten Kleinbüsten sind noch heute auf dem amerikanischen Kunstmarkt präsent. Die Büste von Jefferson Davis diente als Vorbild für die Gestaltung der 10-Cents-Briefmarke der Konföderierten Staaten (CSA). Im Mai 1863 nahm Volck dem General der konföderierten Armee Thomas Jonathan Stonewall Jackson die Totenmaske<ref>Sie befindet sich im Stonewell Jackson House in Lexington (Virginia).</ref> ab und erhielt den Auftrag für ein Reiterdenkmal des Generals für Richmond (Virginia). Der Auftrag wurde durch Finanzierungsprobleme widerrufen,<ref>Volck, Friedrich. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 34: Urliens–Vzal. E. A. Seemann, Leipzig 1940, S. Vorlage:VonBis (biblos.pk.edu.pl – unter Berufung auf die Auskünfte von Nachfahren in Deutschland um 1930).
Die Ausführung auf der Monument Avenue in Richmond schuf 1919 Frederick William Sievers.</ref> auch wenn Adalbert Volck zwei Gemälde Lees zur Finanzierung stiftete und Friedrich Volck 1867 bei Wilhelm Pelargus in Stuttgart ein Modell gießen lassen konnte.<ref name="Nachträge" /> Das Modell stiftete Volck 1870 dem Virginia Military Institute, in dessen Museum Lee on Traveller heute gezeigt wird.<ref>Keith E. Gibson: Virginia Military Institute. Arcadia Publishing 2010, ISBN 978-0-7385-8646-5, S. 64 (mit Abb.)</ref>
Volck kehrte 1865 im Zuge der Kapitulation der Südstaaten nach Deutschland zurück und wirkte zunächst in Nürnberg, ab 1868 in München, ab 1880 in Stuttgart und dann wieder in seiner Heimatstadt Augsburg.
Werke[Bearbeiten]
- Büste Robert Garrett, Präsident der Baltimore and Ohio Railroad, Baltimore<ref>Peabody Art Collection</ref>
- Konföderierten-Ehrenmal, Loudon Park Cemetery, Baltimore
- Porträtplakette am Grabdenkmal für Edgar Allan Poe (1875) in Baltimore (ursprünglich Marmor, nach Verwitterung 1938 durch Bronzekopie ersetzt<ref>Poe’s Memorial Grave</ref>)
- Büste Wilhelm Löhe, Diakonissen-Mutterhaus Neuendettelsau
- Büste des Generals Ludwig von der Tann-Rathsamhausen, Grabmal auf dem Alten Nordfriedhof, München
- Büste Adolf von Harless, Konsistorium, München
-
Briefmarke der Konföderierte Staaten von Amerika mit dem Kopf von Jefferson Davis nach einer Büste Volcks
-
Konföderierten-Ehrenmal, Loudon Park Cemetery, Baltimore
-
Poe-Grabdenkmal bei seiner Einweihung
Literatur[Bearbeiten]
- Friedrich Müller, Karl Klunzinger, Adolf Friedrich Seubert: Die Künstler aller Zeiten und Völker oder Leben und Werke der berühmtesten Baumeister, Bildhauer, Maler, Kupferstecher, Formschneider, Lithographen etc. von den frühesten Kunstepochen bis zur Gegenwart. 4. Band: Nachträge. Ebner & Seubert, Stuttgart 1870, S. 440.
- John Letcher: To the descendants, in the great North-West, of the Scotch-Irish settlers of the Valley of Virginia : In July, 1863, an association was formed at Richmond, Va. … for the purpose of procuring a colossal equestrian statue in bronze of the late General Thomas J. Jackson, to be placed at the Virginia Military Institute, at Lexington ... : A contract was then made with A. Frederic Volck … : The statue … is now complete … and ready to be shipped when the balance due thereon is paid. …, Jackson Statue Committee, Lexington (Virginia) 1873.
- Volck, Friedrich. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 34: Urliens–Vzal. E. A. Seemann, Leipzig 1940, S. Vorlage:VonBis (biblos.pk.edu.pl).
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Volck, Friedrich |
| ALTERNATIVNAMEN | Volck, Fritz; Volck, Frederick |
| KURZBESCHREIBUNG | deutschamerikanischer Bildhauer |
| GEBURTSDATUM | 27. April 1832 |
| GEBURTSORT | Augsburg |
| STERBEDATUM | 16. August 1891 |
| STERBEORT | Radegundis bei Augsburg |
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Seite mit Skriptfehlern
- Wikipedia:GND fehlt 2024-08
- Wikipedia:GND in Wikipedia fehlt, in Wikidata vorhanden
- Wikipedia:LCCN in Wikipedia fehlt, in Wikidata vorhanden
- Wikipedia:VIAF in Wikipedia fehlt, in Wikidata vorhanden
- Bildhauer (Vereinigte Staaten)
- Deutscher Emigrant in den Vereinigten Staaten
- Person (Baltimore)
- Bildender Künstler (Nürnberg)
- Bildender Künstler (München)
- Person im Sezessionskrieg
- Bildhauer (Augsburg)
- Geboren 1832
- Gestorben 1891
- Mann