Zum Inhalt springen

Friedrich Wilhelm Korff

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Friedrich Wilhelm Korff (* 29. Dezember 1939 in Hohenlimburg; † 16. August 2026<ref>Traueranzeige in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 22. August 2026, abgerufen am 22. August 2026</ref>) war ein deutscher Philosoph und Schriftsteller.

Datei:Friedrich Wilhelm Korff, Vortrag im Studio Artistico, Hannover.jpg
Friedrich Wilhelm Korff, Vortrag im Studio Artistico im Rahmen von Treffpunkt Ästhetik 2016

Leben[Bearbeiten]

Friedrich Wilhelm Korff entstammte einer Elseyer Arztfamilie. Nach dem Studium der Germanistik und Philosophie an den Universitäten Basel und Heidelberg wurde er 1967 in Basel promoviert. 1974 folgte die Habilitation an der Technischen Universität Hannover. Ab 1978 lehrte er als außerordentlicher und ab 1980 als ordentlicher Professor Philosophie an der Universität Hannover; seine Spezialgebiete waren die Philosophie der Antike und des 19. Jahrhunderts. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit trat Korff auch als Verfasser von erzählenden Werken und Essays hervor. 1982 nahm er am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil. Ab 1985 forschte er über Platons Musiktheorie. Nebenberuflich war er Testpilot und Mitbegründer des Deutschen Ultraleichtflugverbandes (DULV). Er entwickelte 1985 an der Technischen Universität Berlin einen leisen Propeller für Ultraleichtflugzeuge. Daneben war er Freier Mitarbeiter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ("Technik und Motor", ab 1998 Fahrberichte über Brennstoffzellenfahrzeuge NECAR 1-4 der Firma Daimler). Ab 2003 entwickelte er ein Flugzeug mit Dieselmotor, später mit Brennstoffzelle (geplant).

Johannes Gross stellte ihn in einem Eintrag seines „Notizbuchs“ im Magazin der F.A.Z. (16. April 1999) in eine Reihe mit berühmten Fachkollegen aus der Nachkriegsphilosophie: „Für die Philosophen gilt das gleiche wie für die Historiker. Zuerst müssen sie Schriftsteller sein, dann kann über alles andere geredet werden. Marquard, Albert, Blumenberg, Korff sind für jeden Leser legitimiert.“

Korff lebte in Hannover.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Die im Wissenschaftskolleg zu Berlin gewonnenen Erkenntnisse über die Akustik des Propellerdrehklangs führten ihn zur Identifikation harmonischer Frequenzzahlen (Obertonreihe) in den Nomoi von Platon, die er wiederum in Beziehung setzte zu den Proportionen der altägyptischen Pyramiden. Die Arbeit von 2008, mit der Korff den Anspruch erhob, das Bauprinzip der Pyramiden enträtselt zu haben,<ref>Der Klang fürs Auge. Die Tageszeitung, 17. Dezember 2008</ref> stieß in der Ägyptologie auf ein überwiegend kritisches Echo,<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt. Außenseiter schockt mit seiner Pyramiden-Theorie die Fachwelt. (Memento vom 17. Juli 2011 im Internet Archive) Hannoversche Allgemeine Zeitung, 15. Juli 2011</ref> das Korff zu weiteren Publikationen inspirierte. Bei Lesungen aus seinen Werken zur Pyramidenkunde demonstrierte er seine Thesen mit Tonbeispielen auf dem Kontrabass.

Werke[Bearbeiten]

  • Diastole und Systole: Zum Thema Jean Paul und Adalbert Stifter, Francke, Bern 1969
  • Der Katarakt von San Miguel. 24 Geschichten, Rogner und Bernhard, München 1974, ISBN 978-3-8077-0028-1
  • Manfred Freiherr von Richthofen. Der Rote Kampfflieger, Matthes & Seitz: München 1977, ISBN 978-3-88221-004-0
  • Drachentanz: Ein Fliegerbuch, München [u. a.] 1984, ISBN 978-3-548-20402-4
  • Der komische Kierkegaard, Stuttgart-Bad Cannstatt: Frommann-Holzboog 1982, ISBN 978-3-7728-0835-7
  • Auswege: Erzählungen, Ullstein Verlag, Frankfurt/M. Berlin Wien, 1985, ISBN 978-3-548-20556-4
  • Der Philosoph und die Frau, Klöpfer und Meyer, Tübingen, 1995, ISBN 978-3-931402-29-7; Reclam, Leipzig, 2000, ISBN 978-3-379-01691-9
  • Der Klang der Pyramiden: Platon und die Cheopspyramide, Georg Olms Verlag, Hildesheim, 2008, ISBN 978-3-487-13539-7
  • Das musikalische Aufbauprinzip der ägyptischen Pyramiden: Ein Nachruf auf die zeitgenössische deutsche Ägyptologie, Georg Olms Verlag, Hildesheim, 2015, ISBN 978-3-487-08567-8
  • Die Rache der alten Ägypter. Erdbeben in der Pyramidologie. Der Weg zum Feststellen exakter Abmessung der Cheopspyramide und der von 29 ägyptischer Pyramiden geht von der Nay-Flöte aus. Wiedergefundene Musikalität in der Neigung der Pyramiden, Georg Olms Verlag, Hildesheim, 2021.

Herausgeberschaft[Bearbeiten]

  • Redliches Denken. Festschrift Gerd-Günther Grau zum 60. Geburtstag, Stuttgart-Bad Cannstatt 1981
  • Celsius, Gegen die Christen, Matthes & Seitz, München, 1984
  • Historisches Wörterbuch der Rhetorik, Tübingen, 1992 (Mithg)
  • Wider den absoluten Anspruch: Gerd-Günther Grau zum 75. Geburtstag, Königshausen und Neumann, Würzburg 1998, ISBN 978-3-8260-1546-5

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Kosch: Deutsches Literaturlexikon. 3., völlig neu bearb. Aufl. Siegmar Hohl, Carl Ludwig Lang (Hg.). Bd. 9. Bern, München 1984.
  • Hans Lenk (Hrsg.): Sprachen der Philosophie: Symposion für Friedrich Wilhelm Korff, Matthes und Seitz, München 2001, ISBN 978-3-88221-287-7
  • Kürschners deutscher Literaturkalender. Hg. von W. Schuder. Berlin, New York 2001.
  • Westfälisches Autorenlexikon. Hrsg. von Walter Gödden, Iris Nölle-Hornkamp. Bd. 4: 1900 bis 1950. Paderborn 2002

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein