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Fritz Ritterbusch

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Datei:Fritz Ritterbusch.png
Fritz Ritterbusch um 1930

Fritz Ritterbusch (* 11. Januar 1894 in Zschackau; † 14. Mai 1946 an unbekanntem Ort) war ein deutscher SS-Hauptsturmführer und Mitglied des Wachpersonals der Konzentrationslager Flossenbürg, Hinzert, Lublin-Majdanek und Groß-Rosen. Er war Leiter eines Lagerkomplexes in Trautenau-Parschnitz.

Leben und Funktionen[Bearbeiten]

Familie[Bearbeiten]

Fritz Ritterbusch war ein Sohn des Ziegeleimeisters Hermann Ritterbusch aus Zschakau (heute Beilrode). Sein Bruder Paul Ritterbusch war einer der profiliertesten nationalsozialistischen Wissenschaftsfunktionäre. Ein anderer Bruder, Willi Ritterbusch, war von 1943 bis 1945 Generalkommissar in den Niederlanden.<ref>Nieuwe Venlosche Courant v. 13. Dezember 1943, Digitalisat</ref> Sein Bruder Karl Ritterbusch war ebenfalls SS-Hauptsturmführer, sowie Offizier der 91. SS-Standarte in Wittenberg.<ref name=":1"></ref><ref name=":0" /> Ein weiterer Bruder Emil Ritterbusch war SA-Oberführer und in dieser Funktion Führer der SA-Standarte 9 in Eisleben.<ref>Fragebogen Entnazifizierung Emil Ritterbusch , geb. 29.06.1895. Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland, abgerufen am 13. Dezember 2025.</ref><ref>Berufungsentscheidung Entnazifizierung Emil Ritterbusch , geb. 29.06.1895. Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland, abgerufen am 13. Dezember 2025.</ref>

NS-Karriere[Bearbeiten]

Ritterbusch nahm von 1914 bis 1918 am Ersten Weltkrieg als Infanterist teil und diente im 153. und 264. Infanterieregiment der Preußischen Armee.<ref></ref> Zum 25. Mai 1925 trat er in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 6.317).<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/35101615</ref> 1931 trat Ritterbusch in die SS (SS-Nummer 9.107)<ref name=":0" /> ein, wo er 1934 Offizier der 91. SS-Standarte in Wittenberg wurde.

Von Frühjahr 1940 bis zum 30. Januar 1941 bekleidete er eine nicht näher bezeichnete Funktion in der Wachmannschaft des KZ Flossenbürg, später wurde er dort zum Kompaniechef der 3. Wachkompanie ernannt.<ref>United States of America v. Friedrich Becker et al.: Trial Transcripts. Volume 64, 4. November 1946, S. 6045–6120 (stanford.edu).</ref> Am 10. Januar 1943 wurde Ritterbusch ins SS-Sonderlager Hinzert versetzt, wo er als Adjutant des Lagerkommandanten Paul Sporrenberg agierte. Am 18. Juni 1943 wurde er zur Lagerverwaltung des KZ Majdanek versetzt.

Im März 1944 wurde er in den Kommandantur-Stab des KZ Groß-Rosen versetzt, wo er übergeordneter Lagerführer eines Verbundes von acht Frauenaußenlagern in der Region Trautenau wurde.<ref name=":3">Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 6: Natzweiler, Groß-Rosen, Stutthof. C.H. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-52966-5.</ref><ref>Miroslav Kryl, Ludmila Chládková: Pobočky koncentračniho tábora Gross-Rosen ve lnářských závodech Trutnovska za nacistické okupace. VHJ Lnářský Průmysl, Trutnov, 1981 (Die Außenlager von Groß-Rosen in den Flachsbetrieben im Trautenau-Gebiet während der nationalsozialistischen Okkupation)</ref><ref></ref> Das sogenannte SS-Kommando Trautenau hatte seinen Sitz in Parschnitz (Poříčí).<ref>Isabell Sprenger: Gross-Rosen: ein Konzentrationslager in Schlesien. Böhlau, 1996, S. 263. ISBN 3-412-11396-4</ref><ref name=":2">Andrea Rudorff: Frauen in den Außenlagern des Konzentrationslagers Groß-Rosen. Metropol-Verlag 2014, ISBN 978-3863311629</ref><ref>Belah Guṭerman: A Narrow Bridge to Life: Jewish Forced Labor and Survival in the Gross-Rosen Camp System, 1940-1945. Berghahn Books, 2008, S. 132, ISBN 978-0-85745-053-1</ref> Dieser Lagerkomplex umfasste die Frauenaußenlager Bausnitz (Bohuslavice nad Úpou), Bernsdorf (Bernartice), Gabersdorf (Libeč), Ober Altstadt (Horní Staré Město), Parschnitz (Poříčí) und Schatzlar (Žacléř), sowie die im September 1944 errichteten Außenlager Liebau (Lubawka) und Ober-Hohenelbe (Hořejší Vrchlabí).<ref name=":3" /><ref name=":2" /><ref>Rudolf M. Wlaschek: Juden in Böhmen. Oldenbourg, München 1990, S. 153.</ref> Am 30. Januar 1945 wurde Ritterbusch zum SS-Hauptsturmführer befördert.<ref name=":0">Łukasz Najbarowski, Waldemar Sadaj: Numery członków Allgemeine SS oraz Waffen-SS, ISSN 2082-7431. Nummern der SS-Mitglieder 9000 bis 9999.</ref> Die Mehrheit der weiblichen Häftlinge war zwischen 14 und 29 Jahre alt.<ref name=":4">Holocaust Survivors and Victims Database -- Parschnitz Forced Labor Transport. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. Januar 2025; abgerufen am 28. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In den Lagern fanden auf Befehl Ritterbuschs wiederholt Inspektionen und damit verbundene Selektionen statt.<ref name=":5"></ref> Als arbeitsunfähig eingestufte Frauen wurden unter anderem nach Auschwitz II-Birkenau überstellt.<ref name=":4" /> Im Februar und März 1945 erfolgten zudem in mehreren der Außenlager weitere Inspektionen auf Ritterbuschs Befehl, bei denen der Lagerarzt Josef Mengele kranke und schwangere Frauen selektierte.<ref name=":3" /><ref name=":2" /><ref name=":5" />

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs[Bearbeiten]

Ritterbusch wurde am 12. Januar 1946 von der sowjetischen Besatzungsmacht verhaftet. Am 25. März 1946 wurde er von einem sowjetischen Militärtribunal zum Tode verurteilt. Am 14. Mai 1946 wurde das Urteil an einem unbekannten Ort vollstreckt. Ein im Jahre 2002 gestellter Antrag auf Rehabilitierung wurde von der russischen Militärhauptstaatsanwaltschaft abgelehnt.<ref>Mitteilung des Deutschen Roten Kreuzes I/5 2000202721 vom 20. Januar 2014</ref>

Orden und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />