Zum Inhalt springen

Fruerlundhof

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Alt-Fruerlundhof 4-8 im Schnee (Flensburg Januar 2015), Bild 01.jpg
Alt-Fruerlundhof 4–8 im Schnee
Datei:Alt-Fruerlundhof 1, Flensburg-2.jpg
Wohnhaus Alt-Fruerlundhof 1
Datei:Alt-Fruerlundhof 1, Flensburg.jpg
Wirtschaftsgebäude von 1901
Datei:Gemeindezentrum Fruerlund (Flensburg 2018), Bild 001.jpg
Gemeindezentrum Fruerlund
Datei:Alt-Fruerlundhof Tauben (Flensburg 2015), Bild 01.jpg
Die ehemals zahlreichen Tauben von Fruerlundhof (Januar 2015)

Fruerlundhof (auch: Fruerlund-Hof;<ref>Angaben der Mitgliedstaaten über staatliche Beihilfen, die auf der Grundlage der Verordnung (EG) Nr. 70/2001 der Kommission vom 12. Januar 2001 ..., S. 16 (alternativ auch dort); abgerufen am: 2. Dezember 2019</ref> {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist der Name eines Gebietes im Flensburger Stadtteil Fruerlund. Die alten Gebäude von Fruerlundhof gehören zu den Kulturdenkmalen des Stadtteils Fruerlund.<ref name="B">Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Band 2, Flensburg, S. 520</ref><ref>Siehe auch: Liste der Naturdenkmale in der Stadt Flensburg.</ref>

Lage[Bearbeiten]

Fruerlundhof besteht heute im engeren Sinne aus den Straßenbereichen Fruerlundhof und Alt-Fruerlundhof sowie dem unmittelbar südöstlich angrenzenden Stadtbereich.<ref name="C">Stadtplan von Flensburg vom Graphischen Institut Eckmann, 3. ergänzte Auflage, 2011.</ref> Darüber hinaus gehören auch die nördlichen Straßenbereiche bis Fruerlundholz zum gleichnamigen Stadtbezirk Fruerlundhof (teilweise abgekürzt: Hof).<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Stadtteile, herausgegeben von der Stadt Flensburg (Memento vom 24. Februar 2016 im Internet Archive)</ref><ref>Evaluierung des nahversorgungsrelevanten Einzelhandels in der Stadt Flensburg auf der Achse Hafermarkt–Tarup (Teilfortschreibung Einzelhandelskonzept), S. 9, abgerufen am: 8. Dezember 2019</ref> Direkt südlich von Alt-Fruerlundhof schließt sich das Gebiet Fruerlundmühle an.

Geschichte[Bearbeiten]

Irgendwann im Hochmittelalter oder erst Spätmittelalter entstand durch eine Adelbyer Aussiedlung ein Fruerlunder Einzelhof,<ref>Fruerlund, Stadtumbau in Flensburg, Ein Quartier erfindet sich neu, Flensburg 2016, Seite 10</ref> vermutlich direkt im Bereich des heutigen Alt-Fruerlundhof.<ref>Beachte Bildunterschrift unter dem Foto in: Fruerlund, Stadtumbau in Flensburg, Ein Quartier erfindet sich neu, Flensburg 2016, Seite 10</ref> Die Besitzer von Fruerlundhof (beziehungsweise Alt-Fruerlundhof) sind seit dem Jahr 1468 fast durchgehend überliefert. 1742 erwarb der Hufner Peter Iwersen (1702–1747) den besagten landwirtschaftlichen Betrieb auf einer öffentlichen Auktion. Der Hof blieb seitdem über Generationen im Familienbesitz.<ref name="A">Dieter Pust: Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, Artikel: Alt-Fruerlundhof</ref> Aus dem Jahrhundert der Hofübername durch die Familie Iwersen blieb der Hofanlagenüberrest Alt-Fruerlundhof 4–8 bis heute erhalten. Dieser besteht heute noch aus einem Wohnhaus, an dessen östlicher Giebelseite die Jahreszahlen 1794 angebracht sind, sowie einem westlich gelegenen Stallflügel.<ref name="B"/> Im Jahr 1832 errichtete Hans Iwersen (1779–1862) das heute noch erhaltene Wohnhaus mit der Adresse Alt-Fruerlundhof Nr. 1. Das danebenliegende Wirtschaftsgebäude (mit selbiger Adresse) stammt aus dem Jahr 1901.<ref name="B"/><ref name="A"/>

Anfang des 20. Jahrhunderts gehörten große Flächen Fruerlunds der Familien Iversen und der Twedter Landwirtsfamilie Jost.<ref>Dieter Pust: Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, Artikel: Fruerlundhof</ref> 1910 wurde Fruerlundhof als Teil von Fruerlund nach Flensburg eingemeindet.<ref>Flensburger Tageblatt: Sonderveröffentlichung: Vor 100 Jahren: Vier Dörfer für die Stadt, vom: 1. April 2010; abgerufen am: 2. Dezember 2019</ref> Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Stadtbevölkerung Flensburgs durch den Zuzug von Flüchtlingen erheblich. In Fruerlund wurde in Folge sehr viel neuer Wohnraum geschaffen.<ref>Flensburger Tageblatt: Heimat mit Ententeich - ein Zuhause für tausende Flüchtlinge, vom: 1. April 2010; abgerufen am: 2. Dezember 2019</ref> Alt-Fruerlundhof, mit den zwei Fruerlunder Höfen,<ref>Gerret Liebing Schlaber: Vom Land zum Stadtteil. Flensburgs Stadtfeld und die eingemeindeten Dörfer in Bild und Wort ca. 1860-1930. Flensburg 2009, S. 135</ref> blieb bewusst als ein Element des neuen gestalteten Stadtteils erhalten.<ref>Fruerlund, Stadtumbau in Flensburg, Ein Quartier erfindet sich neu, Flensburg 2016, Seite 17 und 19</ref> Offenbar wurde schließlich ab Mitte der 1970er Jahre auch die Fläche nordöstlich des ursprünglichen Fruerlundhofs bebaut. Die dortige Straße erhielt sodann den Namen Fruerlundhof.<ref name="A"/>

Anfang der 1980er Jahre<ref>Gesetz- und Verordnungsblatt der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche vom: 2. August 2004, S. 171, abgerufen am: 1. Dezember 2019</ref><ref>Gesetz- und Verordnungsblatt der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche vom: 17. Dezember 1984, S. 233 (eigentliche Seite 1 des Dokumentes), abgerufen am: 1. Dezember 2019</ref> wurde dort die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde eingerichtet.<ref>Schon 1932 war in Mürwik eine kleine Kapelle errichtet worden, welche 1957/58 von der Christuskirche abgelöst worden war.</ref> Der offenbar zeitgleich errichtete Kirchengebäudekomplex mit der Adresse Fruerlundhof 1 (Lage

 {{#coordinates:54,797057|9,461281|
   |dim=
   |globe=
   |name=Evangelisch-Lutherische Kirche Fruerlund
   |region=DE-SH
   |type=landmark
  }})<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Fruerlund. Impressum (Memento des Vorlage:IconExternal vom 1. Oktober 2020 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kirche-fruerlund.de, abgerufen am: 1. Dezember 2019</ref> besteht aus einem modernen Gemeindezentrum, einem Glockenturm<ref>Homepage der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Fruerlund</ref> sowie dem zugehörigen Jugendzentrum Alsterbogen.<ref>Gesetz- und Verordnungsblatt der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche vom: 2. August 2004, S. 171, abgerufen am: 1. Dezember 2019</ref> Der Gemeindesaal mit Altar, Kanzel, Taufbecken, Lesepult<ref>Flensburger Tageblatt: Von Flensburg nach Hohn: Ein Verlust für Fruerlund: Pastorin Andersson geht, vom: 19. Februar 2017; abgerufen am: 1. Dezember 2019</ref> sowie einer digitalen Orgel,<ref>Flensburger Tageblatt: Neues Kircheninstrument: „Gloria“ – eine neue Orgel muss her, vom: 13. März 2015 und Hallelujah – Gloria ist da!, vom: 29. November 2016; abgerufen am: 1. Dezember 2019</ref> für die Gottesdienste der Gemeinde, wurde durch den Künstler Uwe Appold ausgestaltet.<ref>Flensburger Tageblatt: Von Flensburg nach Hohn: Ein Verlust für Fruerlund: Pastorin Andersson geht, vom: 19. Februar 2017 und Appolds "Gloria" für Kirche Fruerlund, vom: 20. Juli 2013 und Neuer Pastor in Fruerlund : Ein Insulaner pilgert aufs Festland, vom: 20. September 2017 sowie Vita Uwe Appold (Homepage des Künstlers); jeweils abgerufen am: 1. Dezember 2019</ref> Im Jahr 2004 zählte die Kirchengemeinde rund 3700 Gemeindeglieder.<ref>Gesetz- und Verordnungsblatt der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche vom: 2. August 2004, S. 171, abgerufen am: 1. Dezember 2019</ref> 2017, nachdem weitere Wohnhäuser im Fruerlundhofer Gebiet entstanden waren, zählte die Kirchengemeinde schon ungefähr 6000 Gemeindemitglieder.<ref>Flensburger Tageblatt: Kirche in Morsum: „Etwas Besseres kann nicht kommen“, vom: 26. Juni 2017; abgerufen am: 1. Dezember 2019</ref> Wie in allen Kirchengemeinden traten auch hier in den Folgejahren zahlreiche Mitglieder aus. Die Straße der ursprünglichen Siedlung Fruerlundhof, mit den zwei Höfen, erhielt am 3. Juli 1980 offiziell den Namen Alt-Fruerlundhof.<ref name="A"/>

Zuletzt wuchs die Wohnbebauung Fruerlundhofs noch erheblich im Bereich Hestoft.<ref>Beispielsweise in Form des Standardhaustyps Fünfzehn Quadrat des Selbsthilfe-Bauvereins. Vgl. Flensburger Tageblatt: Stadtplanung in Flensburg : Wohnungsbau auf der Überholspur, vom: 19. Februar 2016 und Flensburger Tageblatt: Wohnungsbau in Flensburg: Neubau: SBV will aufs Tempo drücken, vom: 19. Mai 2016 und Flensburger Tageblatt: Wohnungsbau in Flensburg: Neue Häuser auf der Rude, vom: 23. Januar 2017 sowie Flensburger Tageblatt: SBV Flensburg: 658 neue Wohnungen in vier Jahren, vom: 19. Mai 2017; jeweils abgerufen am: 2. Dezember 2019</ref> Ein breiter Grünstreifen von Fruerlundhof<ref name="C"/> an der Osttangente entwickelte sich dabei zu einer Bebauungsgrenze. Der besagte Grünstreifen schließt sich dem Grünkorridor des Lautrupsbachs an<ref>Der grüne Korridor des Lautrupsbachs ist Teil eines Grünzuges der vom Flensburger Hafen, über den besagten Bachlauf, dem Adelbyer Gebiet, dem Vogelsang, Blocksberg und dem Tremmeruper Wald, bis zum Schloss Glücksburg reicht.</ref> und reicht bis zum Osbektal. Auf Grund der hufeisenähnlichen Gesamtgestalt des erhaltengebliebenen grünen Naturraums, der grob betrachtet aus dem Lautrupsbachtal, dem besagten Grünstreifen von Fruerlundhof<ref name="C"/> sowie dem Osbektal besteht, erhielt dieser den Namen Grünes Hufeisen. Das Grüne Hufeisen dient seit 2014 als ein innerstädtischer Wanderweg vom Flensburger Hafen bis nach Sonwik.<ref>Flensburger Tageblatt: Grünes Hufeisen : Ein Wanderweg von Ufer zu Ufer, vom: 26. April 2014; abgerufen am: 2. Dezember 2019</ref> Die Busanbindung durch die Linie 5, die zum Ende der 1980er Jahre nur bis zum Alsterbogen reichte,<ref>VGFL. Liniennetzpläne, abgerufen am: 2. Dezember 2019</ref> wurde offenbar in den 90er Jahren oder den ersten 2000er Jahren, in Folge des Stadtwachstums, bis nach Hestoft weitergeführt. Ende 2013 wurde die Linie 5 schließlich zu einer Ringlinie,<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Unternehmensentwicklung. 1999 – heute Aktiv Bus Flensburg GmbH (Memento des Vorlage:IconExternal vom 22. Oktober 2020 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.aktiv-bus.de, abgerufen am: 2. Dezember 2019</ref><ref>Flensburger Tageblatt: Besser Bus fahren: Linie 5 schließt den Kreis, vom: 13. Dezember 2013; abgerufen am: 2. Dezember 2019</ref> die den Flensburger Campus einschließt, erweitert.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.aktiv-bus.deFahrplan Linie 5 Ring A (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2025. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.) und Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Fahrplan Linie 5 Ring B (Memento des Vorlage:IconExternal vom 6. Dezember 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/aktiv-bus.de, jeweils abgerufen am: 2. Dezember 2019</ref>

Im selben Jahr 2013 starb Hans Christian Iwersen, der als letztes den Hof Alt-Fruerlundhof Nr. 1 bewirtschaftet hatte. Vor seinem Tod hatte er mit seiner Schwester die Stiftung Alt-Fruerlundhof 1 eingerichtet, um dort altersgerechtes Wohnen zu ermöglichen. Doch die Pläne gerieten bald darauf auf Grund fehlender Investoren ins Stocken. Kurz darauf, im Jahr 2015, geriet Alt-Fruerlundhof in die Schlagzeilen. Das Ausbleiben der fehlenden regelmäßigen Taubenfütterungen des alten Iwersen führte dazu, dass dort zahlreiche verwilderte Tauben zeitweise herrenlos herumflogen.<ref>Flensburger Tageblatt: Tierschutz in Flensburg: Kampf um einen Taubenschlag, vom: 3. Januar 2015 und Bauprojekt: Partner für ein Paradies gesucht, vom: 10. November 2015 und Alt-Fruerlundhof: Tauben-Krieg am Fruerlundhof, vom: 1. Dezember 2015 sowie Traueranzeige Annedore Iwersen (in welcher der genaue Name der Stiftung steht); jeweils abgerufen am: 2. Dezember 2019</ref> Seit 2020 gibt es Pläne für eine Wohnbebauung der Flächen von Alt-Fruerlundhof, bei der mehr als 100 Wohneinheiten entstehen würden.<ref>Annika Kühl: In Alt-Fruerlundhof könnten mehr als 100 Wohneinheiten entstehen | SHZ. In: shz.de. 9. September 2020, abgerufen am 3. März 2024.</ref><ref>Annika Kühl: Anwohner über Pläne für Alt-Fruerlundhof besorgt | SHZ. In: shz.de. 22. Oktober 2020, abgerufen am 3. März 2024.</ref> Das Vorhaben erntete viel Kritik von Anwohnern die insbesondere auf den Naturschutz und die fehlende Verkehrsplanung hinwiesen. 2025, zehn Jahre nach dem Tod der Stifter, verwahrlost der Hof weiter und eine Bebauung wurde nicht beantragt oder abgestimmt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references/>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Fruerlundhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 54° 47′ 41,4″ N, 9° 27′ 38,3″ O

 {{#coordinates:54,794841|9,460651|primary
   |dim=
   |globe=
   |name=
   |region=DE-SH
   |type=landmark
  }}