Zum Inhalt springen

Fuderstock

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Der Fuderstock war ein bayrisch-österreichisches Salzmaß für Formsalz, den Fuder. Benannt nach der Salzform, in der aus der Salzsiedepfanne das Restfeuchte haltende Salz mit der Bärschaufel lose eingeschlagen wurde und dann mit der Zuschlagsschaufel<ref>R. v. Carnall: Zeitschrift für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen in dem Preussischen Staate. Band 2, Wilhelm Hertz, Berlin 1855, S. 59 Figur 56.</ref> (ebene Holzplatte von 1 Fuß im Geviert am Holzstiel), geglättet wurde. Drei solcher Fuderstöcke wurde dann etwa 2 Stunden zum Ausbären in dem hölzernen Bärtrog aufgestellt und die Mutterlauge konnte dann unten aus der offenen Spitze ablaufen. Nach dem Pfieseln (Trocknen durch Wärme im Pfieselofen) wurde mit der Fuderpolierschaufel<ref>R. v. Carnall: Zeitschrift für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen in dem Preussischen Staate. Band 2, Wilhelm Hertz, Berlin 1855, S. 59 Figur 59.</ref> und dem Abschaber<ref>R. v. Carnall: Zeitschrift für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen in dem Preussischen Staate. Band 2, Wilhelm Hertz, Berlin 1855, S. 59 Figur 60.</ref> die Form, das Aussehen und die Menge korrigiert. Der Fuderstock sollte immer wegen Preis und Steuern ein gleiches Gewicht haben. Der Fuderstock verlor durch Trocknung etwa 15 bis 20 Pfund, so dass das Trockengewicht etwa 115 bis 120 Pfund betrug.

Verschiedene Formen[Bearbeiten]

In Aussee war der Fuderstock abgestutzt pyramidal und wurde auch Fuderle genannt. Zum Ausbären verwendete man die Ausbärschaufel in Bad Aussee (eiserne Schaufel mit den Maßen 28 Zoll lang mal 18 Zoll breit).<ref>R. v. Carnall: Zeitschrift für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen in dem Preussischen Staate. Band 2, Wilhelm Hertz, Berlin 1855, S. 58.</ref> Der Salzkörper hatte etwa 31,9 Pfund (Wiener).

In Hallein und Hallstadt bestanden die Fuderstöcke mit drei Fassreifen zusammengehaltenen Kufen als neunseitige Pyramiden aus Fassdauben mit offener Spitze. Die Abmaße waren oben etwa 11, unten 7 Zoll und hatten eine lichte Höhe von 16 Zoll. Zum Ausbären in Hallein, auch mit Ausfassen bezeichnet, verwendete man die Ausfassschaufel (hölzerne eisenbeschlagene, 34 Zoll lang, 19 Zoll hinten und 16 Zoll vorn, Holzstiel 4 ½ Fuß)<ref>R. v. Carnall: Zeitschrift für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen in dem Preussischen Staate. Band 2, Wilhelm Hertz, Berlin 1855, S. 61.</ref>

Der Versuch, Fuderstock in Salzscheiben umzurechnen, ist nur bedingt möglich. Je nach Saline hatte eine Salzscheibe eine Masse von 130 bis 148 Pfund.<ref name="Ulm">Ulm und Oberschwaben. Band 50, Verein für Kunst und Altertum in Ulm und Oberschwaben und Stadt Ulm, 1996, S. 82.</ref>

  • Im Jahr 1798: 1 Halleiner Fuderstock = 115 Pfund = 114 Pfund (bayr) = 118 Pfund (Ulmer) = 56 Kilogramm<ref name="Ulm" />

Verschiedene Gewichte[Bearbeiten]

  • Ab 1784 in Bayern statt Salzscheiben: 1 Fuderstock = 120 Pfund (bayr.)
  • Hallein 1 Fuderstock = 115 Pfund
    • Hallein 2 Fuderstöcke = 1 Saum
  • Schellenberg 1 Fuderstock = 106 Pfund
    • Schellenberg 2 Fuderstöcke = 1 Saum
  • Reichenhall 1 Fuderstock = 54 Pfund
  • Frauenreut 3 Fuderstöcke = 1 Saum

Saum hier ist die Traglast der Saumpferde mit etwa 250 Pfund

  • 1 Mukentfuder = 14 Saum

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />