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Futurium

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Datei:FuturiumBerlin2021.jpg
Das Futurium in Berlin, 2021

Das Futurium ist ein 2019 eröffnetes Museum in Berlin. Es startete als Projektinitiative wissenschaftlicher Einrichtungen und Netzwerke mehrerer Wirtschaftsunternehmen und Stiftungen sowie der deutschen Bundesregierung in Berlin<ref>Passauer Neue Presse: Ein Museum für die Zukunft: Futurium öffnet in Berlin. Abgerufen am 6. August 2019.</ref> und dient als „Ort für Präsentation und Dialog zu Wissenschaft, Forschung und Entwicklung“. Der Bau öffnete am 5. September 2019 mit einem Festakt.<ref>Eröffnung des Futurium – 05. bis 08. September 2019: „Am 5. September 2019 öffnet das Futurium offiziell sein Pforten. Der Festakt zur Eröffnung findet mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und geladenen Gästen statt.“</ref> Es soll „Museum, Bühne und Forum für offene Fragen der Zukunft“ sein.<ref>Berliner "Futurium": Museum, Bühne, Forum für offene Fragen</ref>

Das Ausstellungsgebäude steht am Alexanderufer im Ortsteil Mitte des gleichnamigen Bezirks und wurde mit einer Nutzfläche von rund 8154 m²<ref>siehe: Projektdaten</ref> auf drei Etagen konzipiert, davon stehen 2600 m² für Dauerausstellungen und 600 m² im Untergeschoss für Sonderausstellungen zur Verfügung.<ref>Haus der Zukünfte: Architektur</ref> Direktor der Einrichtung ist seit dem 1. Juni 2017 Stefan Brandt.<ref>Pressemitteilungen zum Futurium.</ref>

Lage und Träger[Bearbeiten]

Datei:Futurium zum Spreebogenpark und die kinetische Skulptur - Drehmoment.JPG
Blick aus dem Innenraum des Futuriums nach Süden zum Bundeskanzleramt, 2019

Das Gebäude hat die Adresse Alexanderufer 2<ref>Die Bebauung der umgebenden vormals im Grenzstreifen der Berliner Mauer liegenden Grundstück erfolgte nach 2010. Dazu der Artikel Alexanderufer: Straße ins Nirgendwo. In: Der Tagesspiegel, 14. Januar 2008. Es wurde 1998 ein Bebauungsplan beschlossen und die Straße für 1,75 Millionen Euro nach der Öffentlichkeitsbeteiligung im Jahr 2007 angelegt.</ref> und besitzt den Südeingang vom Kapelle-Ufer und den Nordeingang von der Margarete-Steffin-Straße 15, wo nach Nordost auch der Technikzugang liegt. Das Futurium befindet sich auf einem Grundstück<ref>Diese Flächen westlich der Charité waren vormals Standort der Berliner Mauer mit dem ersten Maueropfer Günter Litfin.</ref> zwischen der Spree, einem Bürogebäude am Alexanderufer,<ref>Design Offices Berlin Humboldthafen: Das direkt am Kanal (Schifffahrtskanal) zum Humboldthafen liegende Bürogebäude von PricewaterhouseCoopers, Spiegel-Verlag und anderen auf insgesamt 5500 m² (120 m lang und 25 m hoch) ist mit den Adressen Kapelle-Ufer 4/5, dazu Alexanderstraße 1, 3/5, 6/7 versehen, wurde seit 2012 gebaut und 2015 fertiggestellt. Dazu auch: Dirk Jericho: Büropalast direkt am Hafen. In: Berliner Woche, 18. Juni 2015.</ref> einem Viadukt der Stadtbahn und dem östlich angrenzenden Bundesministerium für Bildung und Forschung. Auf dem trapezförmigen Grundstück wurde ein (unregelmäßiges) Fünfeck als Grundriss gewählt (Standort und Form

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  }}).

Das Futurium ist am Spreebogen zentral zwischen Hauptbahnhof (Kreuzungsbahnhof Nord-Süd- und Stadtbahn) und Reichstagsgebäude angeordnet.<ref>Karte von Berlin 1:5000: Futurium</ref> Über die Bahntrasse hinweg befindet sich nordöstlich das Gelände der Charité. Das Grundstück umfasst 6700 m² und die überbaute Gebäudegrundfläche beträgt 4000 m², die für die Einrichtung auf drei Etagen bestehende Nutzfläche ist mit 3200 m² benannt.

Der öffentliche Bereich des Baus ist für alle von 10 bis 18 Uhr (donnerstags bis 20 Uhr) zugänglich, am Dienstag ist das Gebäude geschlossen. Der Eintritt ist für Besucher frei.<ref>Tickets: „Der Eintritt ist kostenfrei. Bei Workshops, Führungen und Veranstaltungen gelten Ermäßigungen für Schülerinnen und Schüler, Personen in Ausbildung, Empfängerinnen und Empfänger von Transferleistungen, Inhaberinnen und Inhaber des Berlin-Passes, Bundesfreiwillige, Studierende sowie Menschen mit Schwerbehinderung (ab 50 Prozent). Begleitpersonen zahlen nichts.“</ref>

Der Träger ist die gemeinnützige Einrichtung Futurium gGmbH, die am 15. Juli 2014 zunächst als Haus der Zukunft gGmbH gegründet wurde.<ref>Website futurium.de</ref> Deren Aufgabe als gemeinnützige Gesellschaft ist es diesen „Ort für Präsentation und Dialog zu wissenschaftlichen, technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen von nationaler und internationaler Bedeutung zu betreiben“. Deklariert ist das Futurium als „eine unabhängige Plattform für Dialog und Vernetzung zwischen Staat, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft“.<ref>die Futurium gGmbH mit Darstellung von Ausbau und Struktur</ref>

Konzept[Bearbeiten]

Datei:Südeingang Futurium mit Vorplatz.JPG
Das programmatische Konzept „Wie wollen wir leben?“ am Südeingang zum Eröffnungsfest 2019

Das Konzept des Gründungsdirektors Reinhold Leinfelder war von der Diskussion um die Benennung einer neuen geochronologischen irdischen Epoche, des Anthropozäns, beeinflusst. Diese umfasst den Zeitabschnitt, in dem der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden ist. Das Konzept besagt: Alles hängt mit allem zusammen – Mensch, Technik und Natur müssen zusammengedacht werden. Es gibt nicht nur eine Zukunft, sondern unterschiedliche „Zukünfte“. Es kommt darauf an, sich vieles besser vorstellen und möglichst auch ausprobieren zu können, wodurch bewusst werden soll, dass Zukunft gestaltbar und nicht unbeeinflussbar ist. Es soll Wissen generiert und verhandelt werden, wie eine wünschbare Zukunft aussehen könnte und wie diese zu gestalten wäre.

In einer zentralen, sich ständig erneuernden Ausstellung werden aktuelle gesellschaftliche Themen mit möglichen Szenarien in der Zukunft entwickelt. Im Veranstaltungsbereich des Hauses finden Diskussionen zwischen Wissenschaft, Politik, Unternehmen und Zivilgesellschaft – also Bürgern – mit unterschiedlichen partizipativen Methoden statt. Im Reallabor im Untergeschoss des Hauses sollen Technologien, Verfahren und Methoden von Besuchern konkret getestet und kritischer Überprüfung unterzogen werden.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung ist federführender Gesellschafter des Hauses der Zukunft. Daneben beteiligen sich die Alexander von Humboldt-Stiftung, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften acatech, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, die Max-Planck-Gesellschaft und die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz.

Die Wirtschaft war durch BASF, Bayer, Boehringer Ingelheim, Siemens und Infineon sowie die Deutsche Telekom Stiftung vertreten. Im Jahr 2025 waren nur noch drei Wirtschaftsunternehmen Gesellschafter.<ref name="brh2025">Finanzierungskonzept für das Futuriumgescheitert – BMFTR muss endlichgegensteuern. Bundesrechnungshof, 10. Dezember 2025, abgerufen am 15. Dezember 2025.</ref> Die Gesellschafterversammlung bestellt den Aufsichtsrat, in dem Bund, Wissenschaft, Wirtschaft und Stiftungen vertreten sind. Der Aufsichtsrat bestellt und überwacht die Geschäftsführung. Die Geschäftsführung besteht aus dem Direktor und einer kaufmännischen Geschäftsführerin. Auf Vorschlag des Aufsichtsrates wählt die Gesellschafterversammlung den Programmrat, der sich aus bis zu zwölf Wissenschaftlern sowie Kommunikationsexperten aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammensetzt und die Organe, insbesondere den Direktor, fachlich berät.

Der Jahresetat beträgt fast 19 Millionen Euro.<ref>Zukunftsmuseum Futurium eröffnet</ref> Im Dezember 2025 kritisierte der Bundesrechnungshof in dessen Bemerkungen zur Haushalts- und Wirtschaftsführung des Bundes, dass das „Finanzierungskonzept für das Futurium gescheitert“ sei. Der Bund habe im Jahr 2023 89 % der Kosten getragen. Ursprünglich seien 22 Gesellschafter geplant gewesen, vorhanden seien allerdings nur zwölf.<ref name="brh2025"/>

Architektur und Bau[Bearbeiten]

Datei:Futurium Berlin bei Nacht IMG 20191012 231437 .jpg
Das Futurium bei Nacht

Das Gebäude wurde in öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP) erstellt, bei der öffentliche Hand und private Unternehmen zusammenarbeiteten. Das Vergabeverfahren startete mit einem europaweiten Vergabewettbewerb im April 2013. Den daran anschließenden internationalen Architekturwettbewerb gewann ein Entwurf der Berliner Architekten Richter und Musikowski<ref>Website Richter Musikowski zum Futurium: „Wir freuen uns über den Materialpreis 2019 für das FUTURIUM, der uns am 26. Juni 2019 im Hospitalhof Stuttgart verliehen wurde.“</ref> in Zusammenarbeit mit JUCA landschaftsarchitektur.<ref>Futurium Berlin – JUCA. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 8. September 2017; abgerufen am 8. September 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/juca.berlin</ref>

Der Bau wurde 2015 begonnen. Die Gebäudeautomatisierung verwendet den KNX-Standard.<ref>JUNG - Schalter und Systeme. Abgerufen am 11. Mai 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Grundsteinlegung erfolgte am 15. Juni 2015 durch Bundesforschungsministerin Johanna Wanka.<ref>Haus der Zukunft heißt „Futurium“: „Der Begriff lasse auch Menschen, die kein Deutsch sprechen, erkennen, worum es in diesem Haus geht, nämlich um die Zukunft, so Wanka.“</ref><ref>Ralf Nestler: Ein teurer Klotz Zukunft. In: Der Tagesspiegel, 27. August 2019</ref> Noch während der Vorbereitungsphase – Ankauf eines Baugrundstücks, Bauplanungen – änderte der Bauherr den Namen in das international besser verständliche Wort Futurium.<ref name="berl-ztg190426">Philip Aubreville: Das gläserne ‚Futurium‘ als idealer Ort für alle, die die Zukunft mitgestalten wollen. In: Berliner Zeitung, 27./28. April 2019, Beilage Immobilienwelten.</ref> Dem neu gewählten Namen entsprechend handelt es sich um ein fünfseitiges Bauwerk aus Beton, Glas und Stahl mit einem modernen Äußeren auf einem [fünf]eckigen Grundriss. Der Museumsleiter lobte die Juryentscheidung für das zukunftsweisende Raumkonzept, das Futurium soll „ab September [2019] Ort für visionäre Ideen sein. […] Gleichzeitig soll es ästhetisch unverwechselbar und innovativ sein und auf die Umgebung und die Geschichte des Ortes eingehen.“<ref name="berl-ztg190426"/> Es kamen nachhaltige Baumaterialien ebenso zur Anwendung wie die Berücksichtigung der Barrierefreiheit und die Einbindung der Anwohner. Das Gebäude entspricht dem Standard eines Niedrigst-Energiehauses. Das Energiekonzept sieht die Nutzung regenerativer Energie vor, um den Einsatz fossiler Energieträger zu minimieren. Einen wesentlichen Bestandteil des innovativen Konzepts bildet die Energiespeicherung mit Hilfe eines Paraffin-Latentwärmespeichers. Der Rohbau des Hauses konnte am 16. September 2017 besichtigt werden.<ref>Aktuelle Nachrichten zum Futurium; abgerufen im Sommer 2017.</ref> Am 13. September 2017 fand die Schlüsselübergabe für das Futurium statt.<ref name="berger">Christoph Berger: Das Futurium in Berlin.</ref> Anschließend erfolgten bis zum Spätsommer 2019 die Innengestaltung und Ausstellungspräsentationen.

Datei:Futurium 2.jpg
Das Futurium, 2017

Das „Denk“-Gebäude für 58 Millionen Euro nach den Plänen des Berliner Architekten-Büros Richter-Musikowski<ref>Richter Musikowski, Architekten PartGmbB, 10969 Berlin</ref> wurde von den Gesellschaftern finanziert. Im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben wurde die Partnerschaft Deutschland im November 2014 mit Planung und Bau sowie dem Betrieb für 30 Jahre beauftragt.<ref>Die PD ist privatrechtlich als GmbH organisiert und liegt zu 100 % in öffentlicher Hand. Futurium in Berlin</ref>

Der Bau stand mit Verzögerungen der Ausführung in der Kritik. Dass das Haus nicht energieautark errichtet wurde und erst recht kein Plus-Energie-Haus ist, wurde angemerkt.<ref>Ulf Meyer: Im Restaurant werden Insekten serviert. In: Frankfurter Allgemeine, 29. August 2019.</ref> Weitere Punkte sind fehlende Fahrradstellplätze, Elemente aus energieintensiven Materialien wie Stahlbeton, Stahl und Hochleistungsglas statt begrünter Fassaden oder Holz als Baustoff werden bemängelt.<ref name="bernau">Das Futurium in Berlin vor der EröffnungBau flop, Schau top. Nikolaus Bernau im Gespräch mit Britta Bürger, 2. September 2019</ref> Dazu wird gegengestellt, dass es den Vorgaben der Auftraggeber aus der Bundesregierung und der vielen beteiligten Förderer aus der Industrie geschuldet ist, denen offenbar jedes Experiment als „untragbares Wagnis“ erschien.<ref name="bernau" />

Das Architekturbüro gestaltete „ein markantes Objekt, das sich vor allem zwischen all den umliegenden Verwaltungsgebäuden behauptet. […] ein mehrgeschossiges Gebäude mit schmetterlingsförmig auskragenden Flügeln geplant […] sollen von Künstlern bespielt werden, so wie auch die transparente Fassade aus Gussglas, die man keramisch bedrucken, aber auch mit Licht inszenieren will.“<ref name="baunetz" /> Das Futurium „erfüllt als ganzheitlich ökonomisch, sozio-kulturell und ökologisch optimiertes Gebäude den BNB Gold-Standard – mit der höchsten bislang jemals bei einer BNB-Zertifizierung erzielten Punktzahl“.<ref>Futurium. Auf Unternehmen Werner Sobek</ref>

Freiraum[Bearbeiten]

Datei:Nordeingang Futurium Eröffnungsfest.JPG
Nordeingang des Futuriums am Eröffnungsfest

An den beiden Eingängen, Nordeingang vom Alexander-Ufer/Margarete-Steffin-Straße und dem Südeingang am Kapelle-Ufer, befinden sich zwei Vorplätze. Diese werden von bis zu 18 m auskragenden Vordächern überspannt.<ref>Vorplätze</ref> Dieser öffentliche Aufenthaltsort wird von einem dichten Punktmuster überzogen und sie können für zusätzliche Aktivitäten genutzt werden. Beschrieben sind hierfür „Sitzmöglichkeiten, Durchwegungen, aber auch Ruhezonen“ und an der Nordseite stehen Baumreihen am Veranstaltungsbereich des Durchgangs zur Charité am Alexanderufer.

Auf dem südlichen Vorplatz steht eine kinetische Skulptur: das „Drehmoment“. Ein rotierender „Teller“ (4 m × 15 m) wird dynamisch auf einem Stab balanciert. Das Kunstwerk ist jeden Mittag eine Stunde lang in Bewegung zu sehen. Die Berliner Künstlergruppe „realities:united“ hatte damit 2016 den offenen „Kunst-am-Bau-Wettbewerb“ gewonnen. Die technische Realisierung wurde von der Max Streicher GmbH & Co. KG aA übernommen.

Kritik fand hierbei: während der Platz zur Spree hin seinen Zweck erfüllt, „macht [es] zur Stadtbahntrasse hin allerdings kaum Sinn, denn dort ist wenig Besucherverkehr zu erwarten“.<ref name="bernau" /> Die beiden grünen Hauptwege Berlins, der Heiligenseer Weg und der Tiergartenring führen unmittelbar am Futurium vorbei.

Fassade und Foyer[Bearbeiten]

Die Seite Vorlage:Mehrere Bilder/styles.css hat keinen Inhalt.

Zwei raumhohe Schaufenster bieten Ausblicke aus dem Gebäude, „das sich zum Fluss hin öffnet“. Der Zugang zur Charité lockt „die täglich mehreren tausend Menschen, die im S-Bahn-Verkehr am neuen Haus der Zukunft vorbei rauschen“ an.<ref name="baunetz">Annika Wind: Richter Musikowski bauen die Zukunft. In: BauNetz, 11. Januar 2016</ref> Diese Fenster lassen sich bei Bedarf als Projektionsflächen zum Vorplatz hin nutzen.

Die Fassade ist eine Hülle aus Gussglas<ref name="berl-ztg190426" /> in mehr als 8000 Kassettenelementen.<ref>Nina Greve: Diffuse Tiefenwirkung durch Gussglas. In: Deutsche Bauzeitung, Oktober 2018.</ref> Diese sind jeweils einen Quadratmeter groß und aus gefalteten Metall-Reflektoren und keramisch bedrucktem Gussglas. So wird ein mit dem Lichteinfall beständig geändertes Wolkenbild wiedergegeben. Dieses Element steht für ständige Änderung, ebenso wie eine Installation im Treppenhaus in Form einer schwebenden Spirale, die den Besucher empfängt. Zwei Glasflächen bieten Ausblicke als „Denkräume in Kontext zum gegenwärtigen Stadtraum“. Nach Süden 8 m × 28 m, nach Norden 11 m × 8 m.

Im Erdgeschoss verbindet das Foyer die Haupteingänge und ist zentraler Ort für Zusammenkunft und Austausch von Informationen.

Innenbereich[Bearbeiten]

Unterhalb der Bodenplatte wurde eine Sohlabdichtung ausgeführt, so liegen die Untergeschosse in einer wasserundurchlässigen Stahlbetonkonstruktion, einer „weißen Wanne“.

Im Untergeschoss ist im „Futurium Lab“ auf 600 m² die Zukunftsforschung für Besucher erlebbar. Der sechs Meter hohe Raum mit dunkel eingefärbtem Sichtbeton und schwarzem Gussasphaltboden liegt unterhalb des Spreepegels. Beleuchtet wird die Fläche von 126 Leuchtschirmen im Deckenraster. Es werden mehrere Experimente von künstlicher Intelligenz bis zum Bauen mit Holz angeboten. In der Installation Smile To Vote<ref>Smile to Vote – Political Physiognomy Analytics – alexander peterhaensel. Abgerufen am 13. September 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> des Künstlers Alexander Peterhaensel betritt man eine Wahlkabine, „in der die Wahlentscheidung durch Gesichtserkennung und Künstliche Intelligenz (KI) scheinbar ‚vorhergesagt‘ wird.“<ref>„Ein offenes Ohr für Phantasien und Utopien“. Abgerufen am 13. September 2019.</ref> Das Projekt „treibt IT-gestützte Gesichtserkennungen, die zunehmend Verwendung finden, auf die Spitze.“<ref>Morgen soll es glänzen. Abgerufen am 13. September 2019.</ref> Die Skulptur Noosphere steht für Bio-Design und ist ein komplexes Gebilde, das reagiert und zu kommunizieren scheint. Von Philip Beesley<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Aegis / Noosphere - Transforming Space Toronto, Canada - 2018 (Memento des Vorlage:IconExternal vom 1. September 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/philipbeesleyarchitect.com</ref> wurde diese begehbare Installation geschaffen, die Mit Vibrationen, Klängen und Licht auf Besucher reagiert.<ref>Ein Museum für die Zukunft. In: VDI nachrichten, 13. September 2019, Nr. 37, S. 3</ref>

Im Erdgeschoss befinden sich: Garderobe, Toiletten, zentrale Information, Gastronomie<ref>Das „Restaurant im Futurium“ bietet innovative Gerichte neben regionalen Klassikern auf der Speisekarte. Verantwortlich für das gastronomische Konzept ist die Sarah-Wiener-Gruppe. Sarah Wieners Hoflieferanten betreiben Restaurant im Berliner Futurium, 3. Juni 2019, abgerufen am 9. September 2019</ref> und ein Shop. Hier befinden sich auch die barrierefreien Veranstaltungsräume Forum I, II und III. Diese können mit mobilen Trennwänden in Räume zwischen 50 m² und 670 m² mit Tageslicht, hellen, akustisch aktiven Oberflächen und ausfahrbaren Projektionsmedien angeboten werden.

Der Ausstellungsbereich im Obergeschoss wird über die zentrale Treppe oder über den Besucheraufzug erreicht. Die mehrfach prämierte<ref name=":0">Gold für die Futurium-Ausstellung | Futurium. Abgerufen am 11. Oktober 2021.</ref> ständige Ausstellung wurde von den Berliner Designagenturen ART+COM Studios und Schiel Projekt gestaltet und bietet drei Denkräume: Mensch, Natur und Technik, in denen sich die Besucher aus unterschiedlichen Perspektiven den großen Zukunftsfragen interaktiv annähern können. Zum Nachdenken können Besucher in einer großen Schaukel abhängen.<ref>Berliner Futurium bietet neuen Blick in die Zukunft. In: Volksstimme, 29. August 2019.</ref> Teilweise sehr detailliert Informationen über technische Entwicklungen, über möglichen Nutzen von Robotern und Künstlicher Intelligenz, aber auch über Fragen der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung kann sich der Gast hier holen.<ref name="meyns">Michael Meyns: Zukunft ist gut für alle! In: Die Zukunft, 5. September 2019</ref> Eine riesige Holzskulptur zeigt das Zusammenspiel von Natur und Technik. Pilze als neuer Baustoff oder fliegende Windturbinen in 300 Meter Höhe zur Energieerzeugung – Thema in den Laboren und Instituten auf der Welt. Galerien sind stützenfrei vom Dachtragwerk abgehängt und bieten durch erhöhte Lage und die seitlichen Verglasungen Blickbezüge in die Ausstellung und die „Außenräume“.

Das Dach[Bearbeiten]

Datei:DachFuturium nach Süden.JPG
Das Dach vom Sky Walk nach Süden

Oberhalb der Ausstellungsetage führt die Treppe zu einem Ausgang auf das Dach. Der als Skywalk benannte öffentlich zugängliche Rundgang wird von diesem Austritt über eine Verbindung erreicht. Auf dieser vierten Ebene (−1, 0, 1, 2), der nach Norden ansteigenden Dachfläche sind entlang der Brüstung Ausblicke auf den „Berliner Stadthorizont von der Reichstagskuppel [nach Süden] bis zum Fernsehturm [nach Norden]“ möglich.<ref>Skywalk und Energiespeicher</ref> Der Blick ist wegen der geringeren Bauhöhe östlich und westlich von den beiden Nachbargebäuden begrenzt. Sicherheitshinweise auf dem Dach legen fest, dass die meterbreite Brüstung nicht zu übersteigen ist.

Zwischen dem Rundweg an der Brüstung und dem verbindenden Querweg ist die Dachfläche mit solaren Energiekollektoren für Photovoltaik zur Stromgewinnung und mit vier Reihen der Solarthermie-Rohre zur Wärmegewinnung belegt. Die regenerative Energie der Sonne kann (nach Eigenmitteilung) große Teile des Energiebedarfs für das Haus abdecken.<ref>Hans-Jürgen Serwe: Skywalker in die Zukunft. In: www.sonnenenergie.de/. Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie, März 2020, abgerufen am 5. Mai 2021.</ref> Dazu wurde der Hybrid-Energiespeicher aufgebaut, in dem mit gekapselten Paraffin und dem Speichermedium Wasser die achtfache Kapazität von herkömmlichen Wasserspeichern erreicht wird.

Weniger offensichtlich ist die Nutzung der trichterförmigen Dachschale. Unter Kollektoren und Laufwegen kann sich Regenwasser in einem Auffangbecken sammeln und wird am tiefsten Punkt einer Zisterne zugeführt. Neben dem Besucherausgang steht hierfür die Kühlanlage, da der gesammelte Niederschlag für die Gebäudekühlung genutzt wird.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Futurium – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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Koordinaten: 52° 31′ 26″ N, 13° 22′ 27,6″ O

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