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Gaius Fabricius Luscinus

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Gaius Fabricius Luscinus (das Cognomen bedeutet „der Geblendete“), Sohn und Enkel eines Gaius, war ein Angehöriger der römischen plebejischen gens Fabricia, die ursprünglich vielleicht nicht aus Rom stammte.<ref name="münzer">Friedrich Münzer: Römische Adelsparteien und Adelsfamilien. S. 62 und 413.</ref> Als Erster seiner Familie (homo novus) gelangte er in senatorische Ämter, möglicherweise mit Unterstützung des [[Patriziat (Römisches Reich) |patrizischen]] Geschlechts der Aemilier,<ref name="münzer"/> Er wurde zu einem der führenden Senatoren während der letzten Phase der Samnitenkriege und des Krieges gegen Pyrrhos.

Im Jahr 284 v. Chr. war Fabricius Luscinus einer der Gesandten, die Friedensverhandlungen mit Tarent führten.<ref>Cassius Dio 9, Frg. 39 (englische Übersetzung).</ref> Im Jahr 282 v. Chr. wurde er erstmals zum Konsul gewählt; sein Amtskollege war Quintus Aemilius Papus. In diesem Amt kämpfte er gegen die Samniten, Lukaner und Bruttier. Für seine Erfolge erhielt er einen Triumphzug. Insbesondere befreite er Thurii von den Samniten. Die Stadt errichtete ihm dafür in Rom eine Ehrenstatue.<ref>Plinius, naturalis historia 34, 32.</ref>

Nachdem die Römer von Pyrrhos, dem König von Epirus, bei Herakleia geschlagen worden waren, war Luscinus 280/279 v. Chr. Führer einer Gesandtschaft, der neben ihm sein früherer Konsulatskollege Aemilius Papus und Publius Cornelius Dolabella angehörten.<ref>Dionysios von Halikarnassos 19, 13, 1 (englische Übersetzung).</ref> Die Gesandtschaft verhandelte mit dem König. Luscinus lehnte die Friedensbedingungen des Pyrrhos und wohl auch das angebotene Lösegeld sowie den Austausch von Gefangenen ab. Plutarch berichtet, dass Pyrrhos so davon beeindruckt gewesen sei, dass Fabricius nicht bestochen werden konnte, dass er die Gefangenen sogar ohne Lösegeld freiließ.<ref>Plutarch, Pyrrhos 19 (englische Übersetzung).</ref> Die Historizität dieser Gesandtschaft wird allerdings angezweifelt.<ref>Pierre Lévèque: Pyrrhos. de Boccard, Paris 1957, S. 341–370 (nicht eingesehen).</ref>

Im Jahr 278 v. Chr. wurde Fabricius ein zweites Mal zum Konsul gewählt, wiederum zusammen mit Aemilius Papus, und kämpfte erneut erfolgreich gegen die Samniten, Lukaner und Bruttier. Er besiegte auch das Heer von Tarent, nachdem sich Pyrrhos aus Italien nach Sizilien zurückgezogen hatte, und erhielt einen zweiten Triumphzug. Im Jahr 275 v. Chr. wurde Fabricius zum Zensor gewählt; auch hier war Aemilius Papus sein Amtskollege. Als Zensor ging er gegen den Luxus in der römischen Oberschicht vor und ließ den früheren Diktator und zweimaligen Konsul Publius Cornelius Rufinus wegen des Besitzes von zehn Pfund schwerem Silbergeschirr aus dem Senat ausschließen.<ref>Titus Livius, periocha 14; Valerius Maximus 2, 9. 4; u. a.</ref>

Auch aufgrund dieser legendären Handlung galt Fabricius Luscinus später als beispielhafter Vertreter altrömischer Tugenden; sein Leben, insbesondere sein Kampf gegen Pyrrhos, wurde in zahlreichen Anekdoten ausgeschmückt. So soll er auf die Kriegsbeute der Samniten, deren Patronat er übernommen hatte, verzichtet und sie ihnen zurückgeschickt haben.<ref>Valerius Maximus 4, 3, 6.</ref> Marcus Tullius Cicero nennt ihn in einer Aufzählung der großen Triumphatoren der Republik<ref>Cicero, in Pisonem 58.</ref> und führte ihn auch sonst häufig als Exempel an.<ref>Cicero, paradoxa Stoicorum 50.</ref> In augusteischer Zeit erhielt er eine Ehrenstatue auf dem Forum Romanum, deren Ehreninschrift (Elogium) teilweise erhalten ist.<ref>CIL 6, 37048 (Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Foto (Memento des Vorlage:IconExternal vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/edh-www.adw.uni-heidelberg.de). Die Zuschreibung an Fabricius Luscinus ist nicht völlig sicher.</ref> Fabricius Luscinus wurde ungewöhnlicherweise nicht außerhalb der Stadt, sondern innerhalb des Pomeriums bestattet.<ref>Cicero, de legibus 2, 58.</ref>

Carl Weichselbaumer verarbeitete die Gestalt des Fabricius in seinem 1819 publizierten Drama Pyrrhus und Fabricius.<ref>Carl Weichselbaumer: Pyrrhus und Fabricius. Ein Drama in einem Aufzuge. In: Deutsches Theater für das Jahr 1819. Herausgegeben von Joseph August Adam. Sechster Band. Jenisch und Stage, Augsburg / Leipzig 1819, S. 79–104 (Digitalisat).</ref>

Literatur[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

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