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Gapping

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Gapping (von englisch gap „Lücke“; auch: Lückenbildung) ist ein Begriff der Sprachwissenschaft, insbesondere der Syntax, und bezeichnet das Auslassen (Ellipse) eines Aktanten oder des Prädikats unter Koordinationsbedingungen (vgl. Parataxe). Der Begriff wurde ursprünglich 1970 von John Robert Ross im Rahmen der generativen Transformationsgrammatik geprägt, ist aber auch unter Funktionalisten gebräuchlich.

Terminologie[Bearbeiten]

Um die Struktur von Gapping-Sätzen zu beschreiben, werden in der Linguistik folgende Fachbegriffe verwendet

  • Gap (Lücke): Der ausgelassene Ausdruck im zweiten Satzteil (Konjunkt)
  • Remnant (Überrest/Überbleibsel): Die Satzbestandteile, die nach der Auslassung im Satz verbleiben (z. B. Subjekt und Objekt)
  • Antezedens: Der vollständige Ausdruck im ersten Satzteil, der als Referenz dient, um die Lücke mental zu rekonstruieren
  • Korrelat: Das Gegenstück zum Remnant im ersten Satzteil. Remnant und Korrelat stehen meist in einem kontrastiven Zusammenhang

Anhand des Beispiels sollen die Ausdrücke verdeutlicht werden:

Carlo streichelt einen Hund und Maria streichelt eine Katze.

Der Satzteil Carlo streichelt einen Hund stellt das Konjunkt mit Korrelat dar, streichelt ist spezifisch das Antezedens. Im zweiten Satzteil stellt Maria streichelt eine Katze das Konjunkt mit Gap dar, spezifisch sind Maria und eine Katze jeweils Remnants, streichelt wird zum Gap.

Syntaktische Bedingungen und Beschränkungen[Bearbeiten]

Damit Gapping als grammatisch korrekt empfunden wird, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein:

  • Koordinationszwang: Gapping ist primär in koordinierten Sätzen zulässig (z. B. mit „und“ oder „aber“). In untergeordneten Nebensätzen (Subordination) führt Gapping meist zu Ungrammatikalität. Dies wird als Coordinate Structure Constraint (CSC) bezeichnet.<ref name=":0">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>
  • Across-the-Board-Bewegung (ATB): Die Tilgung muss symmetrisch erfolgen. Wenn ein Element aus einer Koordination elidiert wird, muss dies prinzipiell in allen betroffenen Satzteilen geschehen.<ref name=":0" />
  • Identität: Es muss semantische Identität zwischen dem Antezedens und der Lücke bestehen. Im Deutschen müssen zudem Tempus und Modus übereinstimmen; Numerus und Person können hingegen voneinander abweichen.
  • Major Constituent Condition (MCC): Teile einer Hauptkonstituente können nicht einzeln gelöscht werden, ohne dass der Satz ungrammatisch wird.<ref name=":1">Féry, C., & Hartmann, K: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. The Linguistic Review, 22(1), 69-116, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden.; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);.Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>

Theoretische Erklärungsansätze[Bearbeiten]

In der Forschung werden verschiedene Modelle zur Erklärung von Gapping diskutiert, die zumeist von einem Tilgungsansatz ausgehen:

  • Forward Deletion: Ein rein syntaktischer Ansatz, bei dem identische Bestandteile in nachfolgenden Satzteilen gelöscht werden. Hierbei gilt die Head Condition, nach der eine Ellipse nicht von einem sichtbaren Kopf in ihrem Bereich dominiert werden darf.<ref>Chris Wilder: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Cascadilla Press Somerville MA, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden.; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);.Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>
  • Phonologische Tilgung: Dieser Ansatz verknüpft Syntax mit der Informationsstruktur. Er postuliert, dass Gapping durch die Akzentuierung gesteuert wird: Die Remnants tragen einen Fokus-Akzent (Pitch-Akzent), während die elidierten Informationen im ersten Teil de-akzentuiert sind.<ref name=":1" />

Beispiele[Bearbeiten]

Im folgenden Beispiel wird das Subjekt ausgelassen:

Hans liest sein Buch und (Hans) raucht eine Zigarre.

In diesem Beispiel wird das Prädikat ausgelassen:

Hans liest sein Buch, Petra (liest) ihre Zeitschrift.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • John R. Ross: Gapping and the order of constituents. In: Manfred Bierwisch, Karl Erich Heidolph (Hrsg.): Progress in linguistics. Mouton, Den Haag u. a. 1970, S. 249–259 (Ianua linguarum 43, Skriptfehler: Ein solches Modul „URIutil“ ist nicht vorhanden.).
  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.
  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.
  • Chris Wilder: Right Node Raising and the LCA. In: Proceedings of WCCFL. Cascadilla Press Somerville MA, 1999, Vol. 18, pp. 586–598.
  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />