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Gaslighting

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Als Gaslighting (Gerundium von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), ‚mit(tels) Gas (be)leuchten‘) wird in der Psychologie eine Form von psychischer Manipulation bezeichnet, mit der Betroffene gezielt desorientiert, verunsichert und in ihrem Realitäts- und Selbstbewusstsein allmählich beeinträchtigt werden.

Mit dem Begriff wird in englischsprachigen Ländern seit den 1960er-Jahren umgangssprachlich und in der Psychologie der Versuch beschrieben, eine andere Person an ihrer Wahrnehmung der Realität zweifeln zu lassen.<ref>A. J. Larner: A Dictionary of Neurological Signs. 4. Auflage. Springer International Publishing, Cham 2016, ISBN 3-319-29821-6, S. 139.</ref> Die Täter werden auch als Gaslighter bezeichnet.<ref name="Welt">Strategie „Gaslighting“: Wie bewusste Manipulation der Realität Menschen krank macht. In: Welt Online. 3. Februar 2017, abgerufen am 21. September 2022.</ref> Auch in der psychologischen Kriegsführung dient Gaslighting als Methode der Meinungsmanipulation und Propaganda.<ref>Bryant Welch: State of Confusion: Political Manipulation and the Assault on the American Mind. Thomas Dunne Books, New York 2018, ISBN 978-1-9829-5766-7.</ref><ref>G. Alex Sinha: Lies, Gaslighting and Propaganda. In: Buffalo law review, 2020, 68, S. 1037.</ref>

Insbesondere Personen mit dissozialer, narzisstischer oder psychopathischer Persönlichkeitsstörung wenden in manchen Fällen Methoden des Gaslightings an, ohne sich dessen bewusst zu sein.<ref name="Cossa">Kira Cossa: Töchter narzisstischer Mütter: Gaslighting. In: Narzissmus.org. Abgerufen am 21. September 2022.</ref> In den meisten anderen Fällen wird hingegen von einer gezielten Anwendung ausgegangen. Motiv der Täter ist häufig Machtausübung gegenüber dem Opfer.<ref name="Welt" /><ref name="jetzt">Gaslighting ist subtiler psychischer Missbrauch. In: Jetzt. 9. März 2021, abgerufen am 21. September 2022.</ref>

Namensherkunft[Bearbeiten]

Datei:Gaslight promo still.jpg
Charles Boyer, Ingrid Bergman und Joseph Cotten im Film Das Haus der Lady Alquist (1944)

Gaslighting ist nach dem Theaterstück Gas Light des britischen Autors Patrick Hamilton aus dem Jahr 1938 benannt, welches durch die Verfilmungen Gaslight (GB, 1940) und insbesondere Das Haus der Lady Alquist (USA, 1944)<ref>Julius Stucke: Häusliche Gewalt im Kino – Der Stoff, aus dem die Thriller sind: Drehli Robnik im Gespräch. (MP3-Audio; 8 MB; 8:42 Minuten) In: Deutschlandfunk-Kultur-Sendung „Kompressor“. 19. September 2022, abgerufen am 19. September 2022.</ref> bekannt wurde. In dem Stück verunsichert der Protagonist seine Ehefrau, indem er behauptet, Dinge nicht zu sehen, die sie wahrnimmt, unter anderem die wechselnde Helligkeit einer Gaslaterne, die er selber manipuliert. Schließlich zweifelt die Frau an ihrer eigenen Wahrnehmung und fürchtet, verrückt zu werden, bevor zuletzt die Täuschung aufgedeckt wird.

Verlauf und Wirkung[Bearbeiten]

Die Wahrnehmung der Realität wird beim Betroffenen durch die Vortäuschung falscher Tatsachen durch eine oder mehrere andere Personen in Frage gestellt. Das kann durch Verleugnung von real existierenden Dingen, Verhaltensweisen oder Ereignissen geschehen, seltener auch durch eine bewusste Inszenierung derselben. Dabei ist eine Grundvoraussetzung, dass zwischen Täter und Opfer ein Vertrauensverhältnis besteht, damit das Opfer dem Täter und seinen manipulierenden Aussagen glaubt. Mit der Zeit beginnen die Opfer, an ihrem Gedächtnis, ihrer Wahrnehmung und unter Umständen ihrem Verstand zu zweifeln. In Sonderfällen werden die Opfer bewusst isoliert, so dass die manipulativen Aussagen nicht im Gespräch mit anderen Menschen aufgedeckt werden können.<ref name="Welt" /> Oder Menschen aus dem sozialen Umfeld des Opfers werden ebenfalls manipuliert, um den Standpunkt oder die Aussagen des Täters zu bestätigen bzw. die Wahrnehmungen des Opfers anzuzweifeln und so unwissentlich in der „Inszenierung“ des Täters mitwirken. Hierdurch kann in kurzer Zeit das Selbstvertrauen des Opfers beeinträchtigt und eine soziale Isolierung erreicht werden.<ref name="Berthaler">Sandra Berthaler: Psycho-Terror in Beziehungen: Manipulation bis in den Wahnsinn: So missbrauchen „Gaslighter“ ihre Opfer. In: Focus Online. 19. November 2017, abgerufen am 21. September 2022.</ref>

Gaslighting kann von den Auswirkungen her mit DARVO (Deny, Attack and Reverse Victim and Offender) verglichen werden.

In der Literatur werden die Auswirkungen des Gaslightings durch Vorgesetzte mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung beschrieben.<ref>Granville King III: Narcissism and effective crisis management: A review of potential problems and pitfalls. In: Journal of Contingencies and Crisis Management. 15.4, 28. November 2007, S. 183–193, abgerufen am 21. September 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Roy Lubit: The long-term organizational impact of destructively narcissistic managers. In: Academy of Management Perspectives. 16.1, 2002, S. 127–138, abgerufen am 21. September 2022.</ref> Auch im Bereich des sexuellen Kindesmissbrauchs, anderen Missbrauchsformen wie dem Grooming<ref>Anita Heiliger: Täterstrategien bei sexuellem Missbrauch und Ansätze der Prävention. (PDF; 76 kB) In: Beiträge zur feministischen Theorie und Praxis. 56/57, 2001, S. 71–82, abgerufen am 21. September 2022.</ref><ref>Grooming. In: dillingen.de. Abgerufen am 21. September 2022.</ref> sowie emotionalem Missbrauch<ref name="Berthaler" /><ref name="Welt" /> verwenden die Täter Methoden des Gaslightings, um die Opfer während der Tat und danach gezielt zu manipulieren und/oder ein Abhängigkeitsverhältnis herzustellen.<ref>Florence Rush: The best-kept secret: sexual abuse of children. Human Services Institute, Bradenton (Florida) 1992, ISBN 0-8306-3907-1.</ref>

Ähnliche Methoden werden von totalitären Regimen und Sekten als Mittel zur Gehirnwäsche, „Zersetzung“ (Stasi), Manipulation und Indoktrination angewendet und führen beim Opfer unter anderem zu tiefgreifender und nachhaltiger, teilweise existenzieller Verunsicherung und Verwirrung, zur Schwächung und Schädigung von Selbstbewusstsein, Persönlichkeit und Widerstandskraft, zur Herbeiführung von Angst- und Panikzuständen bis hin zu Wahnvorstellungen und psychotischen Zuständen.<ref name="Berthaler" />

Beispiele[Bearbeiten]

Gaslighting funktioniert häufig nach ähnlichem Schema und mit ähnlichen Techniken:

  • Absprechen der Berechtigung oder Uminterpretation der Gefühle des Betroffenen
  • Behaupten, das Opfer habe etwas getan oder gesagt, was nicht der Realität entspricht
  • Behaupten bzw. leugnen, selbst etwas Bestimmtes getan oder gesagt zu haben
  • Bestreiten, dass ein bestimmtes tatsächliches Ereignis stattgefunden habe
  • Manipulation von Dingen in der Wohnung oder im Umfeld des Opfers (in Abwesenheit des Opfers werden Kleinigkeiten in der Wohnung verändert, Gegenstände werden an ungewöhnliche Orte gelegt, Alltagsgegenstände oder Dokumente versteckt, das Radio eingeschaltet, die Wohnungstür nicht abgeschlossen, das Auto des Opfers umgeparkt etc.) und Beschuldigung des Opfers, es sei zerstreut oder desorganisiert
  • Dem Opfer unzutreffende Realitätswahrnehmung oder falsche Realitätsbeurteilung vorwerfen
  • Dem Opfer die Schuld geben für Streit, Schwierigkeiten in der Beziehung, das Scheitern von Freundschaften, Probleme am Arbeitsplatz, Lebensprobleme usw.
  • Dem Opfer die Worte im Mund herumdrehen oder ihm Worte in den Mund legen
  • Dem Opfer unangemessenes Verhalten, Körpersprache oder Bekleidung vorwerfen
  • Dem Opfer einreden, dass dieses etwas nicht könne, nicht gut genug oder unqualifiziert sei
  • Andere Menschen im Umfeld des Opfers (ggf. auch durch Manipulation) instrumentalisieren und im Rahmen einer „Inszenierung“ veranlassen, in Gesprächen Partei gegen das Opfer zu ergreifen oder falsche Aussagen zu bestätigen
  • Der sozialen Isolation des Opfers (bzw. auch dessen Abhängigkeit oder Bindung an den Täter) Vorschub leisten, indem etwa das Vertrauensverhältnis des Opfers zu Freunden und Verwandten untergraben wird
  • Sein wahres Gesicht als Gaslighter allenfalls dem Opfer gegenüber zeigen, jedoch nicht anderen Menschen gegenüber oder in Gesellschaft.<ref name="Cossa" /><ref name="jetzt" /><ref>Bärbel Wardetzki: Gaslighting: Die vollkommene Verunsicherung – „Ich dachte, ich werde verrückt“. (PDF; 538 kB) In: Lea. 27. Dezember 2016, abgerufen am 21. September 2022.</ref>

Filme wie Der schwarze Spiegel, Wiegenlied für eine Leiche, Er kam nur nachts, Rosemaries Baby, The Girl on the Train, Die Truman Show und die Verfilmungen des Romans 1984 behandeln das Thema.<ref>Christine Makepeace: Westworld, The Truman Show, and Gaslighting. In: filmschoolrejects. 20. Dezember 2016, abgerufen am 21. September 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Psychische Folgen[Bearbeiten]

Gaslighting kann komplexe (chronische, floride oder progrediente) psychische Erkrankungen wie Depression, Angst-, Panik- oder wahnhafte Zustände auslösen. Die Opfer können eine Posttraumatische Belastungsstörung, Dissoziative Störung oder aufgrund der vom Täter wiederholt genährten Selbstzweifel eine selbstunsicher-vermeidende Persönlichkeitsstörung entwickeln. Das Opfer kann das Gefühl entwickeln, wahnsinnig geworden zu sein und sein Leben nicht mehr im Griff zu haben.<ref name="Wolfmeier">Melanie Wolfmeier: „Für Gaslighting-Opfer ist Beziehung Manipulation“. In: Jetzt. 5. November 2016, abgerufen am 21. September 2022 (Interview mit Bärbel Wardetzki).</ref> Weitere Begleiterkrankungen, auch psychosomatischer Art, sind möglich.<ref name="Berthaler" /><ref name="jetzt" />

Eine Herausforderung im Umgang mit dem Opfer ist, dass das Manipulationsmuster des Gaslightings oft erst mit einem gewissen Abstand erkannt wird. Es kann Jahre oder Jahrzehnte dauern, bis ein Opfer versteht, dass nicht mit ihm selber etwas nicht in Ordnung ist, sondern dass es von einer anderen Person manipuliert wurde und die Folgen emotional verarbeitet.<ref name="Wolfmeier" /> Oft erfordert es eine lange therapeutische Unterstützung, bis sich das Opfer psychisch stabilisiert und sein Selbstvertrauen wiedergewinnt.<ref>Julia Naue: Wenn andere unsere Wahrnehmung manipulieren. In: Badische Zeitung. 6. Februar 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. Februar 2018; abgerufen am 21. September 2022.</ref>

In der Politik[Bearbeiten]

In einem im März 2017 auf Spiegel Online erschienenen Kommentar bezeichnet der Journalist Marc Pitzke den Umgang des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump mit Fakten als Gaslighting.<ref>Marc Pitzke: Im Spiegelkabinett der Lügen. In: Der Spiegel (online). 21. März 2017, abgerufen am 21. September 2022.</ref>

Am 18. April 2019 warf der Präsidentensohn Donald Trump Jr. den Medien auf Twitter im Zusammenhang mit der sogenannter Russland-Affäre vor, selbst Gaslighting zu betreiben.<ref>Donald Trump Jr.: A reminder for @CNN and the rest of those in the mainstream media gaslighting. In: Twitter. 18. April 2019, abgerufen am 19. April 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Diese Umkehrung wurde später von Medienkritikern als Beispiel für Gaslighting bezeichnet, da sie versucht, den Eindruck zu erzeugen, faktenbasierte Berichterstattung sei manipulativ – wodurch die Wahrnehmung der Realität gezielt verunsichert wird, was als zentrales Merkmal von Gaslighting gilt.<ref>Hoaxilla: Hoaxilla #365 – Gaslighting. 24. Juli 2025, abgerufen am 29. Juli 2025.</ref>

Im Beruf[Bearbeiten]

Gaslighting stammt zwar aus dem Kontext persönlicher Beziehungen, ist aber im Berufsleben ebenso hoch relevant. Die verursachten psychischen Probleme wirken sich negativ auf Produktivität, Arbeitsleistung und Karriere aus. Gaslighting verschlechtert das Arbeitsklima und erhöht Teamspannungen und die Fluktuation.<ref>Priyam Kukreja, Jatin Pantey: Workplace gaslighting: Conceptualization, development, and validation of a scale. Abgerufen am 12. April 2024.</ref>

In der Medizin[Bearbeiten]

Medical Gaslighting bezeichnet Erfahrungen mit Gaslighting in medizinischen Kontexten. Beschrieben wird Medical Gaslighting als die von Patienten wahrgenommene Invalidierung ihrer Symptome durch Behandelnde, oftmals ohne eine angemessene medizinische Untersuchung.<ref name=":0">Isaac KS Ng, Sarah ZL Tham, Gaurav Deep Singh, Christopher Thong, Desmond B. Teo: Medical Gaslighting: A New Colloquialism. In: The American Journal of Medicine. Band 137, Nr. 10, Oktober 2024, ISSN 0002-9343, S. 920, doi:10.1016/j.amjmed.2024.06.022 (freier Volltext).</ref> Auch unter Medical Gaslighting fallen das Leugnen einer vorliegenden Krankheit und das Zuschreiben psychischer Ursachen für eine körperliche Erkrankung durch Behandelnde.<ref>Lotte Habermann-Horstmeier, Lukas M. Horstmeier: Wahrnehmung von Genderaspekten in der Beziehung zwischen Ärzt:innen und Patient:innen bei myalgischer Enzephalomyelitis/chronischem Fatigue-Syndrom (ME/CFS). In: Prävention und Gesundheitsförderung. 26. Januar 2024, ISSN 1861-6763, S. 10 f., doi:10.1007/s11553-023-01098-5 (freier Volltext).</ref><ref name=":2">Shirley J Davis: The enormous problem of medical gaslighting. In: MOJ Addiction Medicine & Therapy. Band 7, Nr. 1, 7. Oktober 2022, S. 4, doi:10.15406/mojamt.2022.07.00151 (freier Volltext).</ref> Medical Gaslighting kann unabsichtlich und ohne die Intention, Patienten zu manipulieren, erfolgen.<ref>Alexandra Fuss, Christina H. Jagielski, Tiffany Taft: We didn’t start the fire...or did we?—a narrative review of medical gaslighting and introduction to medical invalidation. In: Translational Gastroenterology and Hepatology. Band 9, Nr. 0, 30. Oktober 2024, ISSN 2415-1289, S. 2–6, doi:10.21037/tgh-24-26, PMID 39503036, PMC 11535807 (freier Volltext).</ref>

Während schon Ende des 20. Jahrhunderts einzelne Studien Unterschiede in der medizinischen Beurteilung von Schmerzbeschreibungen bei Frauen und Männern zeigten,<ref name=":1">Hannah Cooke: Sociological Approaches to Health, Healthcare and Nursing. Elsevier Health Sciences, 2024, ISBN 978-0-7020-8315-0, S. 41–44 (E-Book).</ref> wurden negative Erfahrungen von Frauen im Gesundheitssystem seit 2018 zunehmend in Medien und sozialen Netzwerken thematisiert.<ref>Diane O’Leary: Here’s why #MedicalGaslighting has taken social media by storm. In: CNN. 6. September 2023, abgerufen am 19. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Ashley Fetters: The Doctor Doesn’t Listen to Her. But the Media Is Starting To. In: The Atlantic. 10. August 2018, abgerufen am 30. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In den folgenden Jahren prägten vor allem betroffene Frauen die Bezeichnung Medical Gaslighting ebenfalls in sozialen Netzwerken. Medien übernahmen sie.<ref>Theresa Vargas: Women are sharing their ‘medical gaslighting’ stories. Now what? In: The Washington Post. 2. April 2022, abgerufen am 15. November 2024 (englisch).</ref><ref>Melinda Wenner Moyer: Women Are Calling Out ‘Medical Gaslighting’. In: The New York Times. 28. März 2022, abgerufen am 15. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In Medien und Wissenschaft wird das Phänomen seither mit chronischen Krankheiten wie Long COVID, ME/CFS, Endometriose oder Fibromyalgie in Verbindung gebracht, von denen mehrheitlich Frauen betroffen sind.<ref>Jana Petersen: Jammern Sie nicht rum. Sie sind eine junge, gesunde Frau. In: Zeit Online. 14. Oktober 2024, abgerufen am 15. November 2024.</ref><ref>Monika Pietrzak-Franger: Stigmatisiert und ignoriert: Die stille Krise hinter dem #Frauenticket. Universität Wien, 10. September 2024, abgerufen am 19. November 2024.</ref><ref>Kianaat Khan, Noor ul Saba Tariq, Saima Majeed: Psychological Impact of Medical Gaslighting on Women: A Systematic Review. In: Journal of Professional & Applied Psychology. Band 5, Nr. 1, 21. März 2024, ISSN 2710-2793, S. 111, doi:10.52053/jpap.v5i1.249.</ref> Auch historisch wird Medical Gaslighting auf die Voreingenommenheit gegenüber Krankheit bei Frauen zurückgeführt, etwa auf das frühere Verständnis der Hysterie.<ref>Jennifer C. H. Sebring: Towards a sociological understanding of medical gaslighting in western health care. In: Sociology of Health & Illness. Band 43, Nr. 9, November 2021, ISSN 0141-9889, S. 1953 f., doi:10.1111/1467-9566.13367 (freier Volltext).</ref><ref>Hannah Cooke: Sociological Approaches to Health, Healthcare and Nursing. Elsevier Health Sciences, 2024, ISBN 978-0-7020-8315-0, S. 40 f. (E-Book).</ref> Darüber hinaus wird die Bezeichnung auf die negativen Erfahrungen von Transpersonen, People of Color, älteren Erwachsenen, queeren und psychisch erkrankten und behinderten Menschen im Gesundheitssystem ausgeweitet.<ref>Isaac KS Ng, Sarah ZL Tham, Gaurav Deep Singh, Christopher Thong, Desmond B. Teo: Medical Gaslighting: A New Colloquialism. In: The American Journal of Medicine. Band 137, Nr. 10, Oktober 2024, S. 921, doi:10.1016/j.amjmed.2024.06.022 (freier Volltext).</ref><ref name=":3">Kishor Kamal, Bisht Devendra Singh, Kalra Sanjay: Ghost of Medical Gaslighting. In: Indian Journal of Clinical Practice. Band 34, Nr. 1, Juni 2023, S. 35 (who.int [abgerufen am 23. November 2024] freier Volltext).</ref>

Medizinische Folgen von Medical Gaslighting umfassen verspätete oder falsche Diagnosen und Therapien.<ref>Kianaat Khan, Noor ul Saba Tariq, Saima Majeed: Psychological Impact of Medical Gaslighting on Women: A Systematic Review. In: Journal of Professional & Applied Psychology. Band 5, Nr. 1, 21. März 2024, ISSN 2710-2793, S. 118 f., doi:10.52053/jpap.v5i1.249 (freier Volltext).</ref><ref name=":1" /> Die negativen Erfahrungen können dazu führen, dass Patienten an ihrer Fähigkeit zweifeln, Urteile zu fällen.<ref name=":4">Alexandra Fuss, Christina H. Jagielski, Tiffany Taft: We didn’t start the fire...or did we?—a narrative review of medical gaslighting and introduction to medical invalidation. In: Translational Gastroenterology and Hepatology. Band 9, Nr. 0, 30. Oktober 2024, ISSN 2415-1289, S. 4, doi:10.21037/tgh-24-26, PMID 39503036, PMC 11535807 (freier Volltext).</ref> Es können psychische Belastungen auftreten; Betroffene fühlen sich allein gelassen und verlieren das Vertrauen in das Gesundheitssystem.<ref>Kianaat Khan, Noor ul Saba Tariq, Saima Majeed: Psychological Impact of Medical Gaslighting on Women: A Systematic Review. In: Journal of Professional & Applied Psychology. Band 5, Nr. 1, 21. März 2024, ISSN 2710-2793, S. 121 f., doi:10.52053/jpap.v5i1.249 (freier Volltext).</ref>

Wissenschaftlich wird Medical Gaslighting in der Medizin, Psychologie und Soziologie diskutiert. Während das Bewusstsein zunimmt, gibt es stellenweise Kritik. Unter anderem wird argumentiert, dass es zu einer Überanwendung des Begriffs kommt und Misstrauen eine soziale Funktion erfüllt oder dass es medizinische Gründe für ausbleibende Untersuchungen und Behandlungen gibt, die nur besser kommuniziert werden müssen.<ref name=":4" />

Sonstiges[Bearbeiten]

Gaslighter ist der Titelsong eines Albums von The Chicks, in welchem dem Ex-Partner Gaslighting vorgeworfen wird.<ref>Dieter Kassel: The Chicks: „Gaslighter“ – Das Trio mit dem progressiven Country ist zurück: Fabian Wolff im Gespräch. (MP3-Audio; 5,2 MB; 5:42 Minuten) In: Deutschlandfunk-Kultur-Sendung „Studio 9“. 17. Juli 2020, abgerufen am 22. September 2022.</ref>

Im Jahr 2022 ernannte Merriam-Webster „Gaslighting“ zum Wort des Jahres, da die Zahl der Kanäle und Technologien, die zur Irreführung verwendet werden, enorm zugenommen habe und das Wort für Wahrnehmungstäuschungen immer häufiger verwendet werde.<ref>Word of the Year 2022. Abgerufen am 10. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />