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Gbadolite

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Gbadolite
Gbadolite (Demokratische Republik Kongo)
Gbadolite (Demokratische Republik Kongo)
Koordinaten 4° 17′ N, 21° 0′ OKoordinaten: 4° 17′ N, 21° 0′ O
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Basisdaten
Staat Demokratische Republik Kongo
Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink Nord-Ubangi
Einwohner 50.489 (2005)
Datei:Gbadolite aerial view.jpg

Gbadolite (G’badolite) ist eine Stadt im äußersten Norden der Demokratischen Republik Kongo. Sie hat 50.489 Einwohner (Stand 2005) und ist die Provinzhauptstadt von Nord-Ubangi. Von tropischem Regenwald umgeben, liegt Gbadolite unweit des Flusses Ubangi und kann praktisch nur per Flugzeug erreicht werden. Der diktatorisch regierende Präsident Mobutu Sese Seko stammt aus Gbadolite, das er während seiner Herrschaft (1965–1997) großzügig ausbauen ließ und neben Kinshasa zu einem zweiten Regierungssitz machte.

Geographie[Bearbeiten]

Gbadolite liegt im Nordwesten der DR Kongo und ist die Hauptstadt der Provinz Nord-Ubangi. Die Stadt befindet sich bei etwa 4°17′ nördlicher Breite und 21°01′ östlicher Länge auf einer Höhe von ungefähr 460 m über dem Meeresspiegel und befindet sich im Kongobecken, in einer von tropischem Regenwald geprägten Landschaft. Das Stadtgebiet liegt rund 12 bis 15 km südlich des Flusses Ubangi, der in diesem Abschnitt die Staatsgrenze zwischen der DR Kongo und der Zentralafrikanischen Republik bildet. Insgesamt liegt sie verkehrstechnisch extrem isoliert und die Anbindung erfolgt fast ausschließlich über den Flughafen Gbadolite durch regelmäßige oder charterbasierte Inlandsflüge. Feste Straßenanbindungen an das überregionale Fernstraßennetz oder andere Großstädte existieren kaum oder sind unpassierbar. Gbadolites Entfernung zur Hauptstadt Kinshasa beträgt rund 1150 km Luftlinie, nach Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, hingegen nur 273 km.

Geschichte[Bearbeiten]

Gbadolite war das Heimatdorf des ehemaligen Präsidenten von Zaïre, Mobutu Sese Seko. Während seiner Amtszeit baute Mobutu Gbadolite zur Residenzstadt aus, beginnend in den 1970er Jahren. Es wurden nicht nur Paläste für ihn selbst und seine Familie erbaut, er verwandelte Gbadolite auch in eine zweite Hauptstadt neben Kinshasa, in der für alle Ministerien Gebäude errichtet wurden – nur in kleinerem Maßstab. So war Mobutu in der Lage im Notfall von Gbadolite aus zu regieren.

Mobutu baute in Gbadolite drei Paläste. Diese gaben der Stadt den Spitznamen „Versailles des Urwalds“:

  • der größte Palast hat 3 Stockwerke, verziert mit edlem Marmor und Jade und diente für öffentliche Anlässe
  • ein Atombunker<ref name=":0">David Van Reybrouck: Congo, une histoire. Traduit du néerlandais (Belgique) par Isabelle Rosselin. Actes Sud, Arles 2012, ISBN 978-2-330-00930-4, S. 409 f. (Originalausgabe: Congo. Een geschiedenis, De Bezige Bij, Amsterdam 2010).</ref>
  • Mobutus private Residenz, erbaut im Gaudí-Stil
  • eine Kathedrale mit der Krypta der Familie Mobutu<ref name=":0" />
  • ein Palast im Stil chinesischer Pagoden, erbaut von Chinesen<ref name=":0" />

Die Palastanlagen waren prachtvoll ausgestattet. Sie beherbergten unter anderem eine Palastkirche mit einer Kirchenorgel der Gebrüder Oberlinger, ein kleines Amphitheater, eine Diskothek,<ref name=":0" /> zwei Schwimmbäder mit Aussicht auf den Fluss Ubangi sowie großzügige Gartenanlagen mit Springbrunnen.

Zu den, für eine Stadt kongolesischer Verhältnisse, außergewöhnlichen Einrichtungen gehör(t)en außerdem:

  • Ein Flughafen mit kleinem Terminal (das eine vergoldete Kuppel besitzt), dessen Start- und Landebahn die Concorde<ref name=":0" /> benutzen konnte (Mobutu charterte diese gelegentlich)
  • Zwei Kraftwerke; eines ist ein Wasserkraftwerk, das mit der Wasserkraft des Ubangi betrieben wird
  • Ein Krankenhaus mit deutschen Ärzten
  • Ein vierspuriger Boulevard inklusive Straßenbeleuchtung, der die Stadt mit den Palästen verbindet
  • ein Motel
  • eine von Schweizern bewirtschaftete Farm, auf der Viehzucht mit europäischem Vieh betrieben wurde. 5000<ref>Le retour de la toque léopard. In: Philippe Thureau-Dangin (Hrsg.): Courrier international hors-série politique. Les héritiers: Comment le pouvoir se transmet en famille. Paris März 2024, S. 48 f. (Ersterscheinung dieses Artikels in der Zeitung Cape Argus in Kapstadt).</ref> Langhaarschafe wurden eigens mit der Präsidentenmaschine aus Venezuela eingeflogen.

Nach der Vertreibung Mobutus 1997 wurde Gbadolite von Rebellen eingenommen. Dabei wurde die Stadt komplett geplündert. Alle Paläste sind heute zugewachsen und verlassen. Im Zweiten Kongokrieg war Gbadolite Sitz der Movement for the Liberation of Congo, deren Anführer der Geschäftsmann Jean-Pierre Bemba ist.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Gbadolite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />