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Gelbe Teichrose

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Gelbe Teichrose
Datei:Nuphar lutea (habitus).jpg

Gelbe Teichrose (Nuphar lutea)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Ordnung: Seerosenartige (Nymphaeales)
Familie: Seerosengewächse (Nymphaeaceae)
Unterfamilie: Nupharoideae
Gattung: Teichrosen (Nuphar)
Art: Gelbe Teichrose
Wissenschaftlicher Name
Nuphar lutea
(L.) Sm.

Die Gelbe Teichrose (Nuphar lutea), auch Gelbe Teichmummel, Mummel, Teichmummel oder Teichkandel, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Teichrosen (Nuphar) innerhalb der Familie der Seerosengewächse (Nymphaeaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Vorlage:Hinweisbaustein

Datei:Nuphar lut.jpg
Blüte
Datei:Nuphar lutea frucht.jpeg
Junge Frucht
Datei:Nuphar lutea rhizomes 2026 G1.jpg
Verzweigte Rhizome

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Nuphar lutea ist eine ausdauernde krautige Pflanze. Diese Wasserpflanze bildet Rhizome als Überdauerungsorgane, die einen Durchmesser von 3 bis 8 Zentimetern aufweisen. In seichtem Wasser ragen die Laubblätter über den Wasserspiegel hinaus, in tieferen Teichen schwimmen sie an der Oberfläche. Die Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der Blattstiel ist etwa 50 Zentimeter lang. Weitmaschige Lufträume im Blattgewebe sorgen dafür, dass Atemluft durch Luftkanäle im Blattstiel zum Rhizom geleitet werden können. Die Blattspreite ist bei einer Länge von 15 bis 30 Zentimetern sowie einer Breite von 10 bis 22 Zentimetern nicht kreisrund, sondern nieren- bis herzförmig;. Wenn das Pflanzenexemplar nicht genügend Platz hat und durch andere Pflanzenexemplare verdeckt wird, treibt sie große runde, leicht am Rand gewellte Laubblätter unter Wasser. Sobald der „Stau“ beseitigt ist, treibt sie ihre normalen Laubblätter aus, die sich unter Wasser zu entrollen beginnen und sich dann auf die Wasseroberfläche schieben.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Am Morgen öffnet sich die Blüte und schließt sich wieder am frühen Nachmittag. Die Blüten ragen an kräftigen, etwa 50 Zentimeter langen, glatten Blütenstielen knapp über die Wasserfläche hinaus.

Die satt-gelben, zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten erreichen Durchmesser von 4 bis 12 Zentimetern und erinnern in ihrer Form und Farbe an übergroße, kugelförmige Dotterblumen. Eine Blüte besitzt 5 gelbe Kelchblätter, bis zu 25 Kronblätter, 11 bis 22 gelbe Narbenstrahlen und viele gelbe Staubblätter.

Die Frucht weist einen Durchmesser von etwa 2,5 Zentimetern auf. Die oliv-grünen, glatten Samen sind bei einer Größe von etwa 5 Millimetern eiförmig.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 34.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie[Bearbeiten]

Die Gelbe Teichrose ist eine ausdauernde Wasserpflanze mit Schwimmblättern und salatblättrigen Unterwasserblättern. Vegetative Vermehrung erfolgt durch verzweigte oder abgerissene Rhizome. Sie kommt bis maximal 6 m Wassertiefe vor und dann auch oft in einer untergetauchten, flutenden Form ohne Schwimmblätter. Als typische Wasserpflanze hat die Gelbe Teichrose ein spezielles Durchlüftungsgewebe oder Aerenchym. Dieses stellt über die Zellzwischenräume, die sogenannten Interzellularen einen direkten Zusammenhang zwischen den Spaltöffnungen einerseits und den Wurzelspitzen andererseits her. Dass solch ein Weg der Luft existiert, hat erstmals der Franzose Dutrochet (1776–1847) beim Studium dieser Art erkannt. Die Blüten sind stark duftende „Nektar führende Scheibenblumen“ und stehen gewöhnlich über der Wasseroberfläche.

Bestäuber in Europa sind hauptsächlich Fliegen der Familien Ephydridae (z. B. Notiphila brunnipes) und Scathophagidae (Besonders Hydromyza livens), welche als Nuphar Spezialisten gelten und maßgeblich zu deren Bestäubung beitragen. Schwebfliegen (Syrphidae), Honigbienen (Apis mellifera) und Hummeln wie die Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris) stellen ebenfalls häufige Bestäuber dar. In Nordamerika wurden ebenfalls Käfer, besonders der Gattung Donacia als Bestäuber für Arten der Gattung Nuphar beschrieben, diese sind für die Bestäubung von Nuphar lutea in Europa jedoch nicht von Bedeutung.<ref>B. Lippok, S. S. Renner: Pollination of Nuphar (Nymphaeaceae) in Europe: Flies and bees rather than Donacia beetles. In: Plant Systematics and Evolution. Band 207, Nr. 3, 1. September 1997, ISSN 1615-6110, S. 273–283, doi:10.1007/BF00984392.</ref>

Die zahlreichen, freien Balgfrüchte sind vom fleischigen Achsengewebe umgeben, so dass eine Sammelfrucht entsteht, die bei der Reife durch Ablösung des umgebenden Achsengewebes in halbmondförmige, vielsamige Einzelfrüchte zerfällt. Die Samen sind aufgrund von lufthaltigem Schleim schwimmfähig; sie sind Licht- und Kältekeimer.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Gelbe Teichrose findet man in Europa von Portugal bis Griechenland und von Irland bis Russland und zur Ukraine.<ref name="GRIN" /> Außerdem kommt sie in Algerien, in Westasien, im Kaukasusraum, in Sibirien, Kasachstan und Xinjiang vor.<ref name="GRIN" /> Frühere Angaben aus Nordamerika werden anderen Arten zugeordnet.<ref name="GRIN" />

Die Gelbe Teichrose gedeiht in stehendem bis leicht fließendem Gewässer. Sie gedeiht optimal in Wassertiefen von 0,8 bis 2 Metern, kommt aber bis zu 6 Metern Tiefe vor. Sie ist eine Charakterart des Myriophyllo-Nupharetum aus dem Verband Nymphaeion.<ref name="Oberdorfer2001" /> Die Gelbe Teichrose ist in Deutschland gesetzlich geschützt.<ref name="Schmeil-Fitschen2024" /> Vorlage:Hinweisbaustein Als Gartenpflanze stellt die Gelbe Teichmummel ähnliche Anforderungen wie die Weiße Seerose. Sie kann jedoch anders als jene auch im Schatten gedeihen.

Systematik[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Nymphaea lutea durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 510. Den Namen hatte Linné von Caspar Bauhin und Joachim Camerarius der Jüngere übernommen. Die Neukombination zu Nuphar lutea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Sm. wurde 1809 durch James Edward Smith in Florae Graecae Prodromus, Band 1, Teil 2, Seite 361 veröffentlicht.

Es gibt von Nymphaea lutea eine untergetaucht flutende Form, Nuphar lutea f. submersa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Rouy. Sie kommt in Pflanzengesellschaften des Verbands Ranunculion fluitantis vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Inhaltsstoffe und Essbarkeit[Bearbeiten]

Hauptwirkstoffe der Gelben Teichrose sind nach älteren Angaben 0,4 % Nupharin und β-Nupharidin, Hauptalkaloid Desoxynupharidin. Nupharin hatte im Tierversuch einen atropin- und papaverinähnlichen, spasmolytischen und blutdrucksenkenden Effekt, Desoxynupharidin dagegen wirkt tonisch und führt zu erhöhtem Blutdruck. Die Gelbe Teichrose ist giftig.<ref name="Schmeil-Fitschen2024" />

Die Samen sind (geröstet) essbar.<ref>Russ Cohen: The Quick Guide to Wild Edible Plants: Easy to Pick, Easy to Prepare. In: Rhodora. Band 116, Nr. 965, 2014, S. 102–106.</ref> Sie wurden seit Auftauchen der Pflanze nach der letzten Kaltzeit in der Mittelsteinzeit, meist geröstet, verzehrt (Funde ab 9000 v. Chr. z. B. bei Duvensee).<ref>G. Schwantes, K. Gripp, M. Beyle: Der frühmesolithische Wohnplatz von Duvensee. In: Prähistorische Zeitschrift. Band 16, 1925, S. 173–177.</ref><ref>Lucyna Kubiak-Martens: New evidence for the use of root foods in pre-agrarian subsistence recovered from the late Mesolithic site at Halsskov, Denmark. In: Vegetation History and Archaeobotany. Band 11, Nr. 1–2, 2002, S. 23–32, doi:10.1007/s003340200003.</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Fritz Lense: Geschützte Pflanzen und Tiere. Prisma-Verlag Gütersloh 1987, ISBN 3-570-09916-4.
  • Oskar Sebald: Wegweiser durch die Natur. Wildpflanzen Mitteleuropas. ADAC Verlag, München 1989, ISBN 3-87003-352-5.
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Portrait. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.
  • „Roth/Daunderer/Kormann“: Giftpflanzen Pflanzengifte. 6. Auflage, 2012, ISBN 978-3-86820-009-6.
  • Fu Dezhi, Donald Padgett: In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Nuphar. In: Flora of China, Volume 6: Caryophyllaceae through Lardizabalaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2001, ISBN 1-930723-05-9. Nuphar pumila (Timm) de Candolle. S. 116 - textgleich online wie gedrucktes Werk.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Gelbe Teichrose (Nuphar lutea) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. S. 391–392. </ref> <ref name="Schmeil-Fitschen2024"> Jens G. Rohwer: Nymphaeaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024, ISBN 978-3-494-01943-7. S. 150. </ref> </references>