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Geocoridae

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Geocoridae
Datei:Geocoris punctipes.jpg

Geocoris punctipes beim Saugen an Mottenschildläusen

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schnabelkerfe (Hemiptera)
Unterordnung: Wanzen (Heteroptera)
Teilordnung: Pentatomomorpha
Überfamilie: Lygaeoidea
Familie: Geocoridae
Wissenschaftlicher Name
Geocoridae
Baerensprung, 1860
Datei:Geocoris erythrocephalus MHNT.jpg
Geocoris erythrocephalus
Datei:Geocorismegacephalus.png
Geocoris megacephalus

Die Geocoridae sind eine Familie der Wanzen (Heteroptera) innerhalb der Teilordnung Pentatomomorpha. Sie zählte bis vor der Revision der Pentatomomorpha mit Schwerpunkt der Lygaeoidea durch Thomas J. Henry im Jahr 1997 als Unterfamilie zu den Bodenwanzen (Lygaeidae) und wurde danach in den Familienrang gestellt.<ref name="Henry"/> Sie umfasst 26 Gattungen und etwa 280 Arten.<ref name="abrs"/> In Europa sind 26 Arten vertreten,<ref name="www.faunaeur.org"/> von denen sechs auch in Mitteleuropa auftreten.<ref name="Wachmann"/> Anders als die übrigen Vertreter der Lygaeoidea ernähren sich die meisten Arten dieser Familie räuberisch. Sie sind deswegen in der Landwirtschaft von wirtschaftlicher Bedeutung und werden in der Biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt.<ref name="abrs"/>

Merkmale[Bearbeiten]

Die Wanzen dieser Familie haben entweder einen langgestreckten, langgestreckt-eiförmigen oder ovalen Körper (Geocorinae und Henestarinae), einen langgestreckt-eiförmigen Körper mit bizarren Modifikationen (Pamphantinae: Epipolopini) oder imitieren mit ihrem Aussehen das von Ameisen (Bledionotinae, Pamphantinae: Cattarini, Pamphantini). Ihre großen und auffälligen Facettenaugen sind häufig nierenförmig und bei manchen Arten gestielt. Sie sind bei vielen Arten nach hinten gerichtet und überragen oder überragen nahezu die Vorderwinkel des Pronotums bei den meisten Arten. Punktaugen (Ocelli) sind ausgebildet. Die Fühler und das Labium sind viergliedrig. Das Pronotum ist breit und trägt eine quer liegende Furche. Am Hinterleib liegen die Stigmen am zweiten bis vierten Segment dorsal, am fünften bis siebten ventral. Die Nymphen haben in der Regel am Hinterleib stark vom Seitenrand bis zu den Duftdrüsenöffnungen nach hinten gekrümmte Segmentnähte. Ihre Duftdrüsenöffnungen liegen am Hinterleib zwischen dem vierten und fünften sowie fünften und sechsten Tergum.<ref name="abrs"/><ref name="Schuh/Slater"/> Bei vielen Arten sind die Hemielytren verkürzt.<ref name="Wachmann"/>

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Familie ist weltweit verbreitet, hat ihren Verbreitungsschwerpunkt jedoch in der östlichen Hemisphäre. Die meisten Arten gehören der Gattung Geocoris (ca. 170 Arten) und Germalus (37 Arten) an.<ref name="abrs"/>

Lebensweise[Bearbeiten]

Das meiste Wissen über die Lebensweise der Tiere betrifft die wirtschaftlich bedeutenden Arten der Gattung Geocoris. Anders als die übrigen Vertreter der Lygaeoidea sind sie Vertreter der Geocorinae generalistische Jäger und ernähren sich von kleinen Gliederfüßern. Sie zählen zu den wichtigsten natürlichen Schädlingsfeinden in landwirtschaftlichen Ökosystemen, wie etwa Baumwollplantagen in den USA und werden in der Biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Es gibt jedoch einige Arten, die omnivor sind und sich neben der räuberischen Ernährung auch vom Saugen an Samen ernähren. Die Wanzen leben auf Pflanzen, wobei sich manche Arten offenbar auf bestimmte Arten spezialisiert haben.<ref name="abrs"/>

Die Lebensweise der Vertreter abseits der Unterfamilie Geocorinae ist kaum erforscht. Sie sind vermutlich alle Pflanzenfresser und saugen an Samen. Von den Bledionotinae ist überhaupt nur bekannt, dass sie im Erdboden leben, von den Henestarinae ist bekannt, dass sie sich offenbar von Samen ernähren und auf den Pflanzen leben. Sie sind häufig an halophile Pflanzenarten gebunden. Die Pamphantinae leben auf Bäumen und sind bisher im Wesentlichen nur in den Baumkronen von neotropischen Regenwäldern gefunden worden. Über die eine australische Art, Austropamphantus woodwardi, ist nichts bekannt.<ref name="abrs"/>

Taxonomie und Systematik[Bearbeiten]

Friedrich Wilhelm Felix von Bärensprung beschrieb 1860 die Gruppe erstmals oberhalb der Gattungsebene. Sie wurde lange Zeit als Unterfamilie der Bodenwanzen (Lygaeidae) betrachtet. Die heute aktuelle Klassifikation der Gruppe entstand 1997 nach einer Revision der Pentatomomorpha mit Schwerpunkt der Lygaeoidea durch Henry. Er reklassifizierte die Unterfamilie der Bodenwanzen und stellte sie in den Familienrang. Er betrachtet das Taxon, das gemeinsam aus den Unterfamilien Geocorinae, Bledionotinae (inklusive Pamphantini) und Henestarinae gebildet wird auf Grund der nierenförmigen Facettenaugen, der gekrümmten Segmentnähte am Hinterleib der Nymphen und den geschraubten Fortsatz am Phallus der Männchen als monophyletische Gruppe. Slater schloss sich dem 1999 im Wesentlichen an, erhob die Tribus Pamphantini jedoch in den Rang einer Unterfamilie, die neben dem nominotypischen Tribus Pamphantini auch die neu aufgestellten Tribus Cattarini und Epipolopini umfasst. Aus seiner Sicht bleibt die Stellung der Bledionotinae innerhalb der Familie zweifelhaft, er fand jedoch keine Alternative.<ref name="Henry"/><ref name="abrs"/>

Die Familie umfasst nach dieser Ansicht folgende Unterfamilien und Tribus:

Folgende Arten kommen in Europa vor:<ref name="www.faunaeur.org"/>

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Belege[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="abrs">Family Geocoridae. Australian Biological Resources Study. Australian Faunal Directory, abgerufen am 1. April 2014.</ref> <ref name="www.faunaeur.org">Geocorinae. Fauna Europaea, abgerufen am 1. April 2014.</ref> <ref name="Henry">Thomas J. Henry: Phylogenetic analysis of family groups within the infraorder Pentatomomorpha (Hemiptera: Heteroptera), with emphasis on the Lygaeoidea. Annals of the Entomological Society of America, 90, 3, S. 275–301, 1997</ref> <ref name="Henry2">Thomas J. Henry: Cymapamphantus valentineorum, a New Genus and Species of Pamphantinae (Heteroptera: Lygaeoidea: Geocoridae) from the British Virgin Islands, with a Checklist of the Species and Keys to the Tribes and Genera of the Subfamily. Proceedings of the Entomological Society of Washington, 115, 4, S. 392–401, 2013 doi:10.4289/0013-8797.115.4.392</ref> <ref name="Malipatil">M. B. Malipatil: Australocorinae, a new subfamily of Geocoridae (Hemiptera: Heteroptera: Lygaeoidea) from Australia, with descriptions of a new genus and two new species. Zootaxa, 3554 S. 75–88, 2012</ref> <ref name="Schuh/Slater">R. T. Schuh, J. A. Slater: True Bugs of the World (Hemiptera: Heteroptera). Classification and Natural History. Cornell University Press, Ithaca, New York 1995, S. 257.</ref> <ref name="Wachmann">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3937783291 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref> </references>

Literatur[Bearbeiten]

  • R. T. Schuh, J. A. Slater: True Bugs of the World (Hemiptera: Heteroptera). Classification and Natural History. Cornell University Press, Ithaca, New York 1995.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Geocoridae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien