Georg Uecker
Georg Uecker (* 6. November 1962 in München) ist ein deutscher Schauspieler und Autor. Er wurde 1986 als Dr. Carsten Flöter in der Fernsehserie Lindenstraße bekannt.
Privatleben und Engagement[Bearbeiten]
Georg Uecker ist der Sohn von Heiko Uecker, bis 2004 Professor für Nordische Philologie an der Universität Bonn, und dessen aus Norwegen stammender Frau Kari. Er studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Romanistik und Skandinavistik an der Universität Köln.
Der offen homosexuell lebende Uecker engagiert sich in der Schwulenbewegung und erhielt 2010 für sein Engagement im Kampf gegen HIV und AIDS den ReD-Award.<ref name="Lindenstrasse">Georg Uecker als Dr. Carsten Flöter. DasErste.de, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. Dezember 2010; abgerufen am 7. Juni 2015.</ref> Zudem ist Uecker politisch und sozial engagiert. Seit 2007 ist er Pate im Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.
Seit 2008 wurde offensichtlich, dass Uecker gesundheitliche Probleme hat; vor allem ein starker Gewichtsverlust war zu beobachten.<ref>Lindenstraße-Produzent Hans W. Geißendörfer äußerte sich 2009 in Interviews mit Zeitungen: „Ja, Georg ist krank […]. Er hat ein Problem mit den Lymphen. Es ist kein Krebs und auch kein AIDS.“ „Ja, Georg Uecker ist krank“. tz.de, abgerufen am 7. Juni 2015.</ref><ref>Schlimme Krankheit – Drama um Georg Uecker. Express.de, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. Mai 2015; abgerufen am 7. Juni 2015.</ref> Als Uecker 2016 seine HIV-Infektion öffentlich machte, erklärte er, dass seine Erkrankung auf Nebenwirkungen der HIV-Blocker zurückging und er durch eine Medikamentenumstellung inzwischen wieder an Gewicht zugenommen habe.<ref>„Ich weiß seit 25 Jahren, dass ich HIV-positiv bin und fühle mich topfit, bin voller Lebenslust und Energie“. gff.de, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2016; abgerufen am 29. Juli 2016.</ref><ref>Georg Uecker. In: schwulissimo.de. 29. Juli 2016, abgerufen am 29. Juli 2016.</ref> Nach eigenen Angaben hatte er 1993 von der Diagnose erfahren.<ref name="tagesspiegel-20993804">Schauspieler Georg Uecker legt Biographie vor: Als er in der Lindenstraße einen Mann küsste, war der Skandal da. In: tagesspiegel.de. 23. Februar 2018, abgerufen am 25. Februar 2018.</ref> Im selben Jahr erkrankte er zudem an Morbus Hodgkin.<ref>https://www.ksta.de/panorama/promis/lindenstrassen-star-georg-uecker-meldet-sich-nach-jahren-zurueck-1-1291752 </ref>
Karriere[Bearbeiten]
Bekannt wurde Uecker als Dr. Carsten Flöter in der Fernsehserie Lindenstraße (Das Erste), wo er vom 12. Januar 1986 (Folge 6) bis zum 29. März 2020 (Folge 1758) mit teils längeren Unterbrechungen mitspielte. 1987 küsste er in einer Folge seinen Serienpartner Gert Weinbauer (Günter Barton). Es war der erste Kuss zwischen zwei Männern in einer Vorabendserie im deutschen Fernsehen.<ref>Carolin Gasteiger: Lindenstraße: Ach ja, der Kuss! 16. November 2018, abgerufen am 19. August 2026.</ref> Nach einem zweiten Kuss in einer Folge im Jahr 1990 mit seinem Serienpartner Robert Engel (Martin Armknecht) erhielten beide Schauspieler nach Ausstrahlung der Folge mehrere anonyme Morddrohungen.<ref>Georg Uecker: Mutiges Geständnis - TV SPIELFILM. Abgerufen am 19. August 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Nach TV-Kuss hieß es: "Du schwule Sau, ab ins KZ". Abgerufen am 19. August 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der WDR und die Lindenstraße-Produktionsfirma GFF erstatteten daraufhin Strafanzeige gegen unbekannt.
Uecker war ab 2004 sogenannter Einflüsterer in der Comedy-Improvisationssendung Schillerstraße. Im Oktober 2005 übernahm Maike Tatzig seinen Posten, da sich Uecker auf Theaterprojekte konzentrieren wollte.<ref>Thomas Lückerath: "Ich bin bald raus": Georg Uecker verlässt die Schillerstraße. In: DWDL.de. 31. August 2005, abgerufen am 18. September 2022.</ref> Weiterhin war er häufiger Gast bei Genial daneben und Galas und entwirft Fernsehkonzepte. Er tritt als „Eurovision-Song-Contest-Experte“ in diversen Talkshows auf. In Filmen spielte er an der Seite von Ralph Morgenstern und Dirk Bach.
Bis 2005 produzierte er die Late Night Show Blond am Freitag im ZDF. Uecker erhielt für seine Rolle in der Lindenstraße 1989 den Bambi und 1998 die Goldene Kamera. 2026 wurde ihm der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen.<ref>Ministerpräsident Hendrik Wüst verleiht Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen an 15 Persönlichkeiten. In: land.nrw. 2. Juni 2026, abgerufen am 8. Juni 2026.</ref>
Filmografie[Bearbeiten]
- 1986–1991, 1995–2020: Lindenstraße (Fernsehserie, 605 Folgen)
- 1994: Die Wache (Fernsehserie, 1 Folge)
- 1995: Entführung aus der Lindenstraße
- 1996: Lukas (Fernsehserie, 1 Folge)
- 2003: Mutti – Der Film
- 2003: Zwei Profis (Fernsehserie, 1 Folge)
- 2004: Familie Heinz Becker (Fernsehserie, 1 Folge)
- 2004–2005: Schillerstraße (Fernsehsendung)
- 2005: Ewig rauschen die Gelder
- 2006: Pastewka (Fernsehserie, 1 Folge)
- 2006: Verbotene Liebe (Fernsehserie, 2 Folgen)
- 2008: Selbstgespräche
- 2021: Kroymann (Satiresendung, 1 Folge)
Veröffentlichungen[Bearbeiten]
- Ich mach dann mal weiter! S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2018, ISBN 978-3-596-70167-4
Weblinks[Bearbeiten]
- Vorlage:IMDb/1
- Literatur von und über Georg Uecker im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- „Ich hab es mit dem Begriff ‚stolz‘ nicht so“. Georg Uecker im Interview mit Jan Feddersen in Die Tageszeitung (taz) vom 24. März 2018
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Uecker, Georg |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schauspieler |
| GEBURTSDATUM | 6. November 1962 |
| GEBURTSORT | München |