Gerd Spies
Gerd Spies (* 5. April 1937 in Heidelberg<ref name="Profile">Peter Lufft, Jutta Brüdern: Profile aus Braunschweig. Hrsg.: Peter Lufft. 1. Auflage. Appelhans Verlag, Salzgitter 1996, ISBN 3-930292-03-3, S. 18 [unpaginiert].</ref>; † 11. Juni 2026<ref>Traueranzeige Gerd Spies In: Braunschweiger Zeitung. 20. Juni 2026 (trauer38.de), abgerufen am 20. Juni 2026.</ref>) war ein deutscher Historiker; er war von 1977 bis 2003 Direktor des Städtischen Museums in Braunschweig.
Leben[Bearbeiten]
Nach Schulzeit und Abitur in Nürtingen studierte Spies Geschichte und Kunstgeschichte in Stuttgart und an der Philosophischen Fakultät der Universität Tübingen, wo er das Studium mit einer Dissertation über die „Hafner und das Hafnerhandwerk in Südwestdeutschland“ abschloss.<ref name="Profile" /><ref>Eckhard Schimpf: „Ja, ich bin ein gelernter Braunschweiger“ – Gerd Spies, einst Chef vom Städtischen Museum, plauderte über den Löwen. In: Braunschweiger Zeitung. 4. Mai 2018 (braunschweiger-zeitung.de – Artikel nur mit Abo einsehbar).</ref> Bereits 1961 arbeitete er am dortigen Ludwig-Uhland-Institut für Deutsche Altertumswissenschaft, Volkskunde und Mundartenforschung und brachte einen Ausstellungskatalog heraus. Als Kunsterzieher wurde Spies nach dem Erlangen des Staatsexamens wie sein Vater Pädagoge.<ref name="Profile" /> Nach einigen Jahren Tätigkeit am Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte<ref name="Profile" /> ging Spies nach Braunschweig, wo er für das Städtische Museum, dessen Direktor er im Jahre 1977 wurde, tätig war. In dieser Zeit gab er zahlreiche Schriften zur Geschichte der Stadt Braunschweig heraus. Zudem war Spies der Herausgeber der Miszellen des Städtischen Museums und der periodischen Zeitschrift Deine Stadt<ref name="Profile" /> und war Beisitzer<ref>Horst-Rüdiger Jarck (Hrsg.): Braunschweigisches Jahrbuch für Landesgeschichte. Band 84. Selbstverlag, Wolfenbüttel 2003, S. 288 (tu-braunschweig.de)</ref> und Ehrenbeirat des Vorstandes des Braunschweigischen Geschichtsvereins.<ref>Vorstandsmitglieder des Braunschweigischen Geschichtsvereins. In: Braunschweigisches Jahrbuch für Landesgeschichte. Band 85. ISSN 1437-2959 (tu-braunschweig.de).</ref> Seit 2003 war Spies im Ruhestand. Er verfasste rund 40 Bücher oder Berichte über Braunschweig und galt als einer der bedeutendsten Historiker der Stadtgeschichte Braunschweigs. 2023 erschien in der Reihe Braunschweiger Werkstücke (Nr. 122) sein letztes Buch unter dem Titel Unbekanntes Braunschweig – Stadtansichten aus dem 18. Jahrhundert.<ref>Gerd Spies: Unbekanntes Braunschweig: Stadtansichten aus dem 18. Jahrhundert. Wallstein-Verlag, Braunschweig 2023, doi:10.24355/dbbs.084-202508121200-0.</ref> In seiner aktiven Zeit als Museumsleiter hatte er mehr als 70 Ausstellungen organisiert, darunter „Brunswiek 1031 – Braunschweig 1981“.
Spies war mit Gerlinde (geborene Hole; 5. Januar 1938 – 11. April 2016) verheiratet.<ref>Dr. Gerlinde Spies trauer38.de.</ref> Er betrauerte den Tod seines Sohnes Jan Spies (25. Januar 1970 – 26. Januar 2025).<ref>Dr. Jan Spies trauer38.de.</ref>
Kontroverse[Bearbeiten]
Im Jahr 1996 kam es zu einem Eklat wegen einer Ausstellung über den NS-Propagandamaler Paul Hähndel (1914–1941), die auf Drängen der Öffentlichkeit wieder geschlossen werden musste.<ref>Frank Siering: Die große Geld-Show – Die verkorkste Ausstellung mit Werken eines NS-Malers löste Wirbel in Braunschweig aus. In: Focus. Nr. 29, 15. Juli 1996 (focus.de).</ref>
Werke (Auswahl)[Bearbeiten]
- Schwäbisches Töpferhandwerk. Ausstellung des Ludwig Uhland-Instituts für Volkskunde an der Universität Tübingen; vom 4. bis 26. November 1961 im Schloß. Ludwig Uhland-Institut für Volkskunde an der Universität Tübingen, Tübingen 1961, OCLC 835421981.
- Hafner und Hafnerhandwerk in Südwestdeutschland. In: Volksleben. Band 2 (= Dissertation, Universität Tübingen vom 26. August. 1964). Tübingen 1964, OCLC 250861084.
- Braunschweiger Fayencen. Klinkhardt & Biermann, Braunschweig 1971, OCLC 325850.
- Braunschweig. Das Bild einer Stadt im 18. Jahrhundert. Arbeiten der Braunschweiger Kupferstecherfamilie Beck. Waisenhaus-Buchdruckerei und Verlag, Braunschweig 1976, ISBN 3-87884-055-6.
- Altes Braunschweig. Grafische und malerische Darstellungen aus fünf Jahrhunderten. Verlag Wolfgang Weidlich, Frankfurt am Main, ISBN 3-8035-8582-1.
- Festschrift zur Ausstellung Brunswiek 1031, Braunschweig 1981. Die Stadt Heinrichs des Löwen von den Anfängen bis zur Gegenwart, vom 25.4. 1981 bis 11.10. 1981. Städtisches Museum, Braunschweig 1981, OCLC 7923536
- Das Gildehaus in Braunschweig. Der Fachwerkbau des Patriziers F. Huneborstel. Waisenhaus-Buchdruckerei und Verlag, Braunschweig 1983, ISBN 3-87884-022-3.
- Braunschweig, das Bild der Stadt in 900 Jahren. Geschichte und Ansichten. 2 Bände. Städtisches Museum, Braunschweig 1985, OCLC 13537757.
- Braunschweig – naiv. Ansichten von Eduard Gelpke (1847–1923) (= Braunschweiger Werkstücke. Reihe B. Veröffentlichungen aus dem Städtischen Museum. Band 8. Der ganzen Reihe Band 67). Braunschweig, 1988, 98 Seiten.
- Braunschweiger Goldschmiede. Geschichte – Werke – Meister und Marken. 3 Bände. Klinkhardt & Biermann, München 1996, ISBN 3-7814-0393-9.
- Vier Jahrzehnte Galerie Schmücking in Braunschweig (= Braunschweiger Werkstücke. Band 19 und Braunschweiger Werkstücke. Band 103). Braunschweig 2001, ISBN 3-927288-31-4.
- 1000 Grüße aus Braunschweig. Die schönsten Ansichtspostkarten vor 100 Jahren mit einem historischen Stadtplan. Stadt Braunschweig, Der Oberbürgermeister, Städtisches Museum, Braunschweig 2002, ISBN 3-927288-33-0 (unpaginiert).
Literatur[Bearbeiten]
- Eckhard Schimpf: Überragender Kenner der Braunschweiger Geschichte – Dr. Gerd Spies ist gestorben. In: Braunschweiger Zeitung. 23. Juni 2026 (braunschweiger-zeitung.de Nachruf – zugangsbeschränkt).
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Gerd Spies im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Franz Fuhse (1898–1932) | Wilhelm Jesse (1932–1952) | Bert Bilzer (1953–1977) | Gerd Spies (1977–2003) | Martin Eberle (2003–2007) | Kurt Winkler (2007–2008) | Erika Eschebach (2008–2010, kommissarisch) | Cecilie Hollberg (2010–2015) | Heidemarie Anderlik (2015–2017, kommissarisch) | Peter Joch (seit 2017)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Spies, Gerd |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Historiker und Museumsdirektor |
| GEBURTSDATUM | 5. April 1937 |
| GEBURTSORT | Heidelberg |
| STERBEDATUM | 11. Juni 2026 |