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Gerhard Pahl

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Gerhard Pahl (* 25. Juni 1925 in Berlin; † 18. Oktober 2015 in Darmstadt) war ein deutscher Maschinenbauingenieur und Konstruktionswissenschaftler. Er war von 1964/1965 bis 1990 ordentlicher Professor für Maschinenelemente und Konstruktionslehre im Fachbereich Maschinenbau der Technischen Universität Darmstadt.

Leben[Bearbeiten]

Gerhard Pahl wurde als Sohn von August und Martha Pahl, geborene Dreyer, am 25. Juni 1925 in Berlin geboren.<ref name="prabook">Gerhard Pahl. Engineering educator. In: prabook.com. World Biographical Encyclopedia, Inc., abgerufen am 24. August 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nach seinem Kriegseinsatz im Zweiten Weltkrieg und anschließender amerikanischer Kriegsgefangenschaft<ref name="feu">feu: Konzentration erwünscht. Neubau des Lehrzentrums im Fachbereich Maschinenbau eröffnet. Hintergrund: Gerhard Pahl. In: tu-darmstadt.de. 17. Juni 2017, abgerufen am 24. August 2018.</ref> begann er im Oktober 1946 als einer der 40 ersten ein Maschinenbaustudium an der damals noch so heißenden Technischen Hochschule Darmstadt.<ref name="Encar">José Luis Encarnação: Nachruf auf Gerhard Pahl. * 25. Juni 1925 – † 18. Oktober 2015. In: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Jahrbuch 2015. Berlin 2016, ISBN 978-3-939818-64-9, S. 52 f.</ref> 1951 schloss Pahl sein Studium mit dem Titel Diplom-Ingenieur ab.<ref name="prabook" /> 1955 wurde er mit der Dissertation Untersuchungen von offenen Ringen als Sicherungselemente im Maschinenbau zum Dr.-Ing. promoviert.<ref name="feu" /><ref name="Grötschel">Martin Grötschel, Klaus Petermann: Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften trauert um ihr Außerordentliches Mitglied Prof. Dr. Gerhard Pahl. (PDF; 73 KB) In: bbaw.de. 2015, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 24. August 2018.@1@2Vorlage:Toter Link/www.bbaw.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref> Von 1955 bis 1964 arbeitete er beim Elektronikkonzern Brown, Boveri & Cie (BBC) in Mannheim als Versuchsingenieur, Konstrukteur und Abteilungs- bzw. Entwicklungsleiter,<ref name="prabook" /><ref name="Grötschel" /> vorrangig im Entwicklungsbereich des Turbinen- und Strömungsmaschinenbaus.<ref name="feu" /> 1964 wurde Pahl auf den Lehrstuhl für Maschinenelemente an seiner alten Hochschule berufen<ref name="feu" /> und, obwohl noch nicht im Amt, schon in den Kreis seiner Kollegen aufgenommen.<ref name="wigep">Die Nachrufe. Prof. Dr. h.c. mult. Dr.-Ing. E.h. Dr.-Ing. Gerhard Pahl. In: wigep.de. Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktentwicklung, abgerufen am 24. August 2018.</ref> 1965 folgte er dann dem Ruf der TH Darmstadt als ordentlicher Professor für Maschinenelemente und Konstruktionslehre, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1990 lehrte und forschte.<ref name="Grötschel" /> Seine Wohnung hatte er in Darmstadt-Eberstadt. Zu seinen Lehr- und Forschungsschwerpunkten gehörten der Entwurfsprozess einschließlich einer rechnerunterstützten Gestaltung (er erkannte die Möglichkeiten von CAD früh, schrieb darüber das Buch Konstruieren mit 3D-CAD-Systemen),<ref name="Encar" /> Sicherheits- und Kostenfragen, Baureihen und Baukastensysteme sowie psychologische Analysen der menschlichen Kreativität.<ref name="Grötschel" /> Pahls wegweisende Arbeiten, vor allem zur Konstruktionslehre, hatten großen Einfluss auf den Fortschritt in den Konstruktionswissenschaften<ref name="wigep" /> und verschafften ihm fachliche Anerkennung sowie auch ein internationales Renommee.<ref name="Grötschel" /> Von 1967 bis 1969 war er Dekan der Hochschule, 1978 bis 1984 Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Sein 1977 gemeinsam mit Wolfgang Beitz verfasstes Handbuch Konstruktionslehre gilt mit seinen zahlreichen Neuauflagen bis heute als Standardwerk und wurde in sieben Sprachen übersetzt.<ref>Gerhard Pahl: Prof. Dr.-Ing. E.h. Dr.-Ing. W. Beitz †. In: Gerhard Pahl (Hrsg.): Professor Dr.-Ing. E.h. Dr.-Ing. Wolfgang Beitz zum Gedenken. Sein Wirken und Schaffen. 1. Auflage. Springer, Berlin/Heidelberg 1998, ISBN 978-3-662-41164-3, S. 25 f.</ref> 1974 war Pahl Mitbegründer der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktentwicklung, für die er sich zunächst als Vizepräsident und dann als Präsident zur Verfügung stellte.<ref name="wigep" /> Er engagierte sich auch im Bereich der Wissenschaftspolitik; so bekleidete er von 1978 bis 1984 die Ämter des Vizepräsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Vorsitzenden des Ausschusses für Angewandte Forschung.<ref name="Grötschel" /> Von 1980 bis 1986 war er zudem Senats-Mitglied der Fraunhofer-Gesellschaft.<ref name="Grötschel" /> Im Dezember 1984<ref>Ruth Federspiel: Der Weg zur Deutschen Akademie der Technikwissenschaften. unter Mitarbeit von Samia Salem. Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 2011, ISBN 978-3-642-16364-7, Kapitel 3: Technikwissenschaften in beiden deutschen Staaten, Absatz: Neue Formen – Die ADW zu Berlin, S. 82–93, hier S. 84.</ref> gehörte Pahl zu den Akteuren einer Gründungskommission der (West-)Berliner Akademie der Wissenschaften, deren Mitglied er bis zu deren durch die deutsche Wiedervereinigung bedingten Schließung 1991 war. Die Nachfolgeorganisation, die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, wählte ihn 1994 zu ihrem Außerordentlichen Mitglied.<ref name="Grötschel" /> Von 1988 bis 1998 war er im Beraterausschuss des Daimler-Benz-Konzerns in Ladenburg und von 1992 bis 1998 als dessen Ausschuss-Vorsitzender tätig.<ref name="prabook" /> Pahls internationale Reputation als Wissenschaftler bezeugen seine zahlreichen Auszeichnungen, wie das Bundesverdienstkreuz erster Klasse, die DECHEMA-Medaille,<ref name="Grötschel" /> die Ehrenmedaille in Gold des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und die Erasmus-Kittler-Medaille der Technischen Universität Darmstadt.<ref name="feu" /> Seinen außergewöhnlichen Rang als Forscher belegen die ihm verliehenen Ehrendoktorwürden der Technischen Universität München, der Tongji-Universität Shanghai (China), wo er 1984 auch als Honorarprofessor unterrichtete,<ref name="prabook" /> der Universität der chemischen Industrie Veszprém (Ungarn)<ref name="feu" /> sowie zuletzt, 1993, der Technischen Universität Berlin.<ref name="Encar" />

Kurz nach der Vollendung seines neunzigsten Lebensjahres starb Gerhard Pahl am 18. Oktober 2015 und hinterließ seine Frau und zwei Kinder, ein Sohn und eine Tochter.<ref name="prabook" />

Im Juni 2017 wurde der Neubau des Lehrzentrums im Fachbereich Maschinenbau der Technischen Universität Darmstadt nach Gerhard Pahl benannt.<ref name="feu" /><ref>Jens Joachim: Posthume Ehrung für Professor. Die Technische Universität Darmstadt benennt das neue Lehrzentrum für den Fachbereich Maschinenbau nach Gerhard Pahl. In: fr.de. 23. Juni 2017, abgerufen am 24. August 2018.</ref>

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Untersuchung von offenen Ringen als Sicherungselemente im Maschinenbau, Technische Hochschule Darmstadt, Fachbereich für Maschinenbau, Darmstadt 1954 (Dissertation).
  • mit Wolfgang Beitz: Konstruktionslehre. Handbuch für Studium und Praxis, Springer, Berlin/Heidelberg/New York, 1977. ISBN 3-540-07879-7.
    • mit Wolfgang Beitz: A géptervezés elmélete és gyakorlata, Műszaki Könyvkiadó, Budapest 1981. ISBN 963-10-3796-7.
    • mit Wolfgang Beitz: Nauka konstruowania, Wydawnictwa Naukowo-Techniczne, Warszawa 1984. ISBN 83-204-0461-4.
    • mit Wolfgang Beitz: Engineering design, The Design Council, London 1984. ISBN 0-85072-124-5.
    • mit Wolfgang Beitz: Koneen suunnitteluoppi, MET, Helsinki 1992. ISBN 951-817-468-7.
    • mit Wolfgang Beitz: Kōgaku sekkei, Baifūkan, Tōkyō 1995. ISBN 978-4-56303484-9.
    • mit Wolfgang Beitz: Konghak-sŏlgye-ron, Tongmyŏngsa, Sŏul 1998. ISBN 89-411-0229-4.
    • mit Wolfgang Beitz: Mühendislik tasarımı. Sistematik yaklaşım, Hatiboğlu, Ankara 2010. ISBN 978-975-8322-34-3.
  • mit Frank Rieg: Kostenwachstumsgesetze für Baureihen. Mit zahlreichen Anwendungsbeispielen und Rechnerprogrammen für die Konstruktionspraxis, Hanser, München/Wien 1984. ISBN 3-446-14100-6.
  • Tragfähigkeit von Sicherungsringverbindungen, Frankfurter Verlags-Anstalt, Frankfurt am Main 1985.
  • mit R. Henkhaus: Aktuelle Werkstoff- und Verarbeitungsfragen des Apparatebaus. Vorträge vom 15. Konstruktions-Symposion der DECHEMA am 15. und 16. Januar 1986 (= Dechema-Monographien, Band 103), VCH, Basel 1986. ISBN 3-527-10990-0.
  • als Hrsg.: Begriffssammlung auf dem Gebiet der Normung. Gegenüberstellung DIN – TGL (= DIN-Normungskunde; Band 27), Beuth, Berlin/Köln 1990. ISBN 3-410-12552-3.
  • Konstruieren mit 3D-CAD-Systemen, Springer, Berlin/Heidelberg/New York […] 1990. ISBN 3-540-52234-4.
  • als Hrsg.: Zwei Jahrzehnte Kooperation im Maschinenbau. TH Darmstadt – Universität Veszprém. Bericht einer Partnerschaft (= THD-Schriftenreihe Wissenschaft und Technik; Band 58), Technische Hochschule Darmstadt, Darmstadt 1992. ISBN 3-88607-082-4.
  • als Hrsg.: Professor Dr.-Ing. E.h. Dr.-Ing. Wolfgang Beitz zum Gedenken. Sein Wirken und Schaffen, Springer, Berlin/Heidelberg 1998. ISBN 978-3-662-41164-3
  • als Hrsg. mit Manfred Hampe: Zur Geschichte des Maschinenbaus an der Technischen Universität Darmstadt (= Technikgeschichte in Einzeldarstellungen), VDI-Verlag, Düsseldorf 2008. ISBN 978-3-18-150053-8.

Festschriften[Bearbeiten]

  • Festschrift Professor Dr.-Ing. Dr. h.c. Gerhard Pahl zu seinem 65. Geburtstag, Technische Hochschule Darmstadt, Fachgebiet für Maschinenelemente und Maschinenakustik, Darmstadt 1990.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Weblinks[Bearbeiten]

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