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Gerinne

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Datei:Ohakuri Dam Blue Penstocks.jpg
Vier künstliche geschlossene Gerinne am Kraftwerk Ohakuri

Gerinne (bergbaulich früher auch Gerenne, verwandt mit Rinne) bezeichnet einen Zu- oder Abfluss von Wasser mit freiem Wasserspiegel und freiem Gefälle.

In den Geowissenschaften bezeichnet der Begriff das natürliche oder künstliche Bett eines Fließgewässers, das dabei auch aus mehreren Gerinnen bestehen kann (ein verflochtener Fluss hat mehrere Flussläufe, ein anastomosierender Fluss hat mehrere Flussbetten).<ref>Dr. Peter Jürging, Dr. Elmar Briem, Dr. Joachim Mangelsdorf: Fließgewässerlandschaften in Bayern (PDF-Datei), S. 94, Bayerisches Landesamt für Wasserwirtschaft, Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen, München 2002</ref>

Bergbaulich und außerhalb der Fachsprache wird auch ein kleiner, künstlich angelegter Wasserlauf als Gerinne bezeichnet.<ref>Laut Duden werden kleine und kleinste Wasserläufe so genannt, vgl. Gerinne bei Duden online.</ref>

In technischen Zusammenhängen (Bauwesen, Wasserwirtschaft, Hydraulik, Fluiddynamik) werden geschlossene Kanäle und andere Freispiegelleitungen als geschlossene Gerinne bezeichnet.

Arten von Gerinnen[Bearbeiten]

Offene und geschlossene Gerinne[Bearbeiten]

Unterscheidung nach Wasserstand[Bearbeiten]

Bei einem künstlichen Gerinne mit kreisförmigem Querschnitt spricht man von einem Halbgerinne, wenn der Wasserstand höchstens bis zum Kreismittelpunkt geht. Wenn das Wasser höher steht, ist es ein Hohlgerinne. Der Unterschied erklärt sich aus den Druckverhältnissen: In Halbgerinnen kann ein möglicher Druckanstieg vernachlässigt werden.<ref name=lueger />

Gerinne bei Wasserrädern[Bearbeiten]

Bei einem Mühl- oder Wasserrad nennt man die Wasserzuleitung das Obergerinne oder Aufschlaggerinne. Die Wasserableitung ist das Untergerinne.

  • Bei oberschlächtigen Wasserrädern ist das mit stärkerem Gefälle versehene Ende eines Obergerinnes das Schussgerinne.
  • Bei unterschlächtigen Wasserrädern umschließt das Gerinne das Rad. Ein Schnurgerinne liegt vor, wenn die Umschließung das Rad nur an einer Stelle berührt. Wenn das Rad längs eines Bogens konzentrisch umfasst wird, ist es ein Kropfgerinne.

Abschlussgerinne ist jener Graben, in den bei Nichtbenutzung des Triebwerks, also beim Abschluss des Aufschlaggerinnes, das Wasser fortgeführt wird. Das Ablassgerinne oder Freigerinne dient der Entfernung überschüssigen Wassers.<ref name=lueger>Otto Lueger: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften. Band 4. Stuttgart, Leipzig 1906, S. 406–407 (Online-Artikel).</ref>

Alte Bezeichnungen[Bearbeiten]

Gefluder und Kesselgraben sind veraltete Synonyme im Sinne von Kanal. Der Ausdruck Künette wird häufig nur für die in größeren Kanälen angebrachten Niederwasserrinnen gebraucht.<ref>Vgl. Otto Lueger: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften. Band 4. Stuttgart, Leipzig 1906, S. 405 (Online-Artikel).</ref>

Gerinnehydraulik[Bearbeiten]

Strömungen in offenen Gerinnen sind in vielen Anwendungsbereichen von Bedeutung (siehe auch Strömungslehre). Diese Gerinnehydraulik ermöglicht es Wasserbauingenieuren, neu gebaute oder umgebaute Gewässerbetten zu dimensionieren, d. h. für den zu erwartenden Abfluss leistungsfähig genug auszubilden. In der Praxis werden im Rahmen des Planverfahrens im Wasserbau sogenannte hydraulische Nachweise zur Dimensionierung der Gerinne verlangt. Ein wichtiger Anwendungsbereich der Gerinnehydraulik ist die Berechnung von Hochwasserprofilen.<ref>Gerhard H. Jirka, Cornelia Lang: Gerinnehydraulik. @1@2Vorlage:Toter Link/www.ifh.uni-karlsruhe.deOnline (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im November 2022. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.) (abgerufen am 24. September 2020)</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Wiktionary: Gerinne – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />