German Educational Reconstruction Committee
German Educational Reconstruction Committee (abgekürzt: G.E.R. oder auch GER) war ein von deutschen Emigranten in Großbritannien in enger Zusammenarbeit mit der Labour Party gegründetes Projekt, das sich mit der Planung und Vorbereitung einer Neuordnung des Bildungs- und Erziehungssystems im Nachkriegsdeutschland beschäftigte. Die Gründung erfolgte 1943 in London, 1958 wurde die Organisation offiziell aufgehoben.
Reeducation oder Reconstruction?[Bearbeiten]
Schon früh gab es bei den alliierten Besatzungsmächten Planungen für die Zeit nach einem Sieg über Nazi-Deutschland. Das besiegte Land sollte nach seiner militärischen Niederlage zu einer friedlichen und demokratischen Gesellschaft umgeformt werden, und die Bildungspolitik sollte ein wichtiger Baustein in diesem Prozess sein. Die entsprechenden Planungen liefen bei den Alliierten unter unterschiedlichen Namen: Bei den Amerikanern wurden sie unter dem Begriff Reeducation (oder auch Re-Education) zusammengefasst, die Briten sprachen von Reconstruction, die Franzosen von Mission Civilisatrice und die Sowjets von antifaschistisch-demokratischer Umgestaltung.
Der von den Amerikanern geprägte Begriff Reeducation hat sich bis heute als Oberbegriff gehalten und bedeutet Umerziehung. Dieses Konzept war nicht unumstritten.
„«Re-education», verstanden als Urnerziehung, drückte nicht zuletzt das Machtgefälle zwischen Siegern und Besiegten aus. In einer kleinen Studie des ehemaligen britischen «education-officer» Ronald Wilson wird allerdings auch nachgewiesen, daß diese Bezeichnung schon mit ihrem ersten Auftauchen – nach Wilson hat sie zuerst der britische Diplomat Lord Vansittart 1941 verwendet – in England umstritten war. 1943 sei in England mit dem Ziel, «die Koalitionsregierung davon zu überzeugen, daß es wichtig sei, Erziehungsfachleuten und Lehrern aus dem deutschsprachigen Europa, die nach Großbritannien geflüchtet waren, sobald wie möglich nach Kriegsende die Rückkehr in das Bildungswesen ihres Heimatlandes zu ermöglichen», die freie Vereinigung «German Educational Reconstruction Committee» (GER) gegründet worden. Deutsche Emigranten waren maßgeblich daran beteiligt. Wilson geht es darum zu zeigen, daß in der britischen Diskussion schon früh der intentional und emotional anders besetzte Begriff von «educational reconstruction» neben dem der «re-education» eine Rolle gespielt habe. Im realen Ablauf der Besatzungspolitik stand jedoch zuerst «re-education» im Vordergrund, in der amerikanischen Besatzungszone ebenso wie in der britischen und analog der französischen Zone. Im Rahmen des Potsdamer Abkommens waren die Militärregierungen während der ersten Besatzungsperiode bemüht, die «re-eclucation» als Instrument für die Einführung der Demokratie nach ihrem eigenen Muster zu benutzen.<ref>Hans-Dietrich Raapke: Erwachsenenbildung. S. 556.</ref>“
Vor diesem Hintergrund ist es sicher kein Zufall, dass eine von deutschen Emigranten mitgegründete und mitgetragene Organisation sich auch von der Namensgebung her mehr dem Konzept der reconstruction als der reeducation verpflichtet fühlte. Schon von ihrem eigenen Selbstverständnis her fühlten sich viele Emigranten nicht als Besiegte, sondern als die Vertreter des anderen Deutschlands oder des wahren Deutschlands. „Die Organisation setzte sich mit dem Begriff Reconstruction bewusst von der Reeducation-Vorstellung und den Vorhaben aus der amerikanischen Perspektive ab. Sie wollte damit zum Ausdruck bringen, dass das Ziel nicht als eine Umerziehung des gesamten Volkes verstanden werden sollte, sondern als ein konstruktiver Beitrag im Sinne politisch-erzieherischer Hilfeleistung beim Wiederaufbau in einer sich abzeichnenden Zeit der Rat- und Hilflosigkeit in Deutschland.“<ref>Josef Olbrich: Geschichte der Erwachsenenbildung in Deutschland. 2001, S. 322.</ref>
Was war das German Educational Reconstruction?[Bearbeiten]
Das umfangreiche Archivmaterial über das G.E.R. lagert heute im Archiv des „Institute of Education“ am University College London. Auf der dortigen Homepage wird die Frage, was das G.E.R. sei, folgendermaßen beantwortet:
„“
Auch wenn hier das Einwirken auf die Nachkriegsentwicklung in Deutschland in den Vordergrund gerückt wird – es gab auch noch eine andere Aufgabe, und die zielte auf die britische Bevölkerung, die Deutschen gegenüber sehr skeptisch eingestellt war. Ein deutscher Emigrant, Fritz Lustig, der 1939 nach England gekommen war, beschreibt das so:
„Ich war seit Jahren daran gewöhnt gewesen, mich zu verstellen, um keinen Preis aufzufallen, keinen Fehler zu machen. In England, dachte ich, wird alles anders. Aber die Stimmung gegenüber Flüchtlingen, zumal jüdischen aus Deutschland, war schlecht. Und ich mit meinem deutschen Namen und deutschen Akzent musste mich wieder zurückhalten, möglichst wenig sprechen, nicht auffallen.<ref>Fritz Lustig, zitiert nach dem Artikel Ich bin seit 76 Jahren illegaler Immigrant von Sebastian Borger, in: Frankfurter Rundschau, Ausgabe 272 vom 21. November 2016, S. 14–15.</ref>“
Vielen der Gründerinnen und Gründer des G.E.R. dürften derartige Erfahrungen nicht fremd gewesen sein. Viele von ihnen waren gerade erst aus Internierungslagern auf der Isle of Wight, in Kanada oder in Australien wieder nach England zurückgekommen, weil sie trotz ihrer anti-nationalsozialistischen Einstellung als Enemy Alien behandelt worden waren. Sie wollten nun „objektive Aufklärungsarbeit gegenüber einer reservierten britischen Bevölkerung und gegenüber einflussreichen öffentlichen und politischen Stellen über die Situation in Deutschland und das deutsche Volk leisten, um das Bild des Deutschen differenziert darstellen zu können.“<ref>Josef Olbrich: Geschichte der Erwachsenenbildung in Deutschland. 2001, S. 321.</ref> Dies bestätigt auch Fritz Eberhard im Hinblick auf von ihm unternommene Aufklärungsversuche der englischen Öffentlichkeit:
„Das waren alles Versuche, in England Informationen zu geben und eine notwendige Propaganda gegen ein einseitiges Deutschlandbild zu machen. Die Gegenpropaganda richtete sich in erster Linie gegen Vansittart. Dieser Name war ein Programm. Er war lange Zeit der ständige erste Berater der britischen Regierung […] Dieser Mann war durch viele Jahre der höchste Beamte im englischen Staat, und er hat sich als erster Propagandist gegen Deutschland betätigt.<ref>Fritz Eberhard: Arbeit gegen das Dritte Reich. S. 25.</ref>“
Um diese doppelte Zielsetzung realisieren zu können, Aufklärung der britischen Öffentlichkeit und Vorbereitung eines demokratischen Deutschlands, stellte sich das G.E.R. vier Aufgaben für seine Arbeit:<ref>Josef Olbrich: Geschichte der Erwachsenenbildung in Deutschland. 2001, S. 322.</ref>
- Informationen über die wirkliche geistige und erzieherische Lage Deutschlands zu sammeln und zu bewerten.
- Vorschläge für den Neuaufbau der deutschen Erziehung für die britische Administration und für zukünftige Mitarbeiter bzw. Träger von Einrichtungen des Bildungssystems auszuarbeiten.
- Sammlung aller erzieherischer Kräfte der deutschen Emigration.
- Aufnahme von Kontakten zu britischen und internationalen Erziehern und Jugendführern.
Die Gründung des G.E.R.[Bearbeiten]
Folgt man Fritz Borinski, dann verdankt sich die Gründung des G.E.R. einem glücklichen Zufall. Auf der Rückreise aus der Internierung in Australien nach England unterhielt er sich im November 1941 mit einem anderen Ex-Internierten über die Zukunft. Sein Gesprächspartner wollte Engländer werden, Soldat werden, die neue Heimat verteidigen. Borinski wollte Deutscher bleiben, glaubte an und hoffte auf die Niederlage Hitlers und wollte „den Aufbau eines freien Deutschlands mit Freunden im Exil vorbereiten“.<ref name="Borinski-GER1960">Fritz Borinski: German Educational Reconstruction. Rückblick und Erinnerung. In: Hellmut Becker, Willi Eichler und Gustav Heckmann (Hrsg.): Erziehung und Politik. Minna Specht zu ihrem 80. Geburtstag. Verlag Öffentliches Leben, Frankfurt, 1960, S. 77–89.</ref>
Mitte 1942 erhielt Borinski, er wohnte inzwischen in London, einen Brief von Ilmari Federn,<ref>1938 war Ilmari Federn Sekretär der Organisation Universelle de Langue Internationale „Occidental“; siehe auch: Ilmari Federn im WorldCat</ref> dem Sohn von Karl Federn. Ilmari Federn hatte auf der Schiffsreise im November das Gespräch von Fritz Borinski mitangehört, seinen Eltern nach der Ankunft von diesem Gespräch erzählt, und seine Mutter wiederum „habe darüber mit der Gattin eines hohen Beamten im Board of Education gesprochen, mit der sie gut bekannt sei“.<ref name="Borinski-GER1960" /> Federn stellte eine Kontaktaufnahme durch eine Mrs. Wood in Aussicht.
Diese Mrs. Wood war Phylis Wood, die Frau von Sydney H. Wood.<ref name="Papers of Sydney Herbert Wood">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.London Institute of Education: Bestandsübersicht Sydney H. Wood ( des Vorlage:IconExternal vom 24. März 2018 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Er war ein guter Kenner des Erziehungswesens in der Weimarer Republik und Bekannter von Carl Heinrich Becker. Woods war „seit 1938 Leiter der Abteilung für Lehrerausbildung (..). Acht Jahre lang leitete er auch die Abteilung für Nachrichtenwesen und Außenbeziehungen des Ministeriums. Am Ende des Zweiten Weltkrieges war er maßgeblich an der Gründung von Englands Emergency Training Colleges für ehemalige Soldaten und Frauen beteiligt. Seit dem Krieg vertrat er das Ministerium auf der Internationalen Bildungskonferenz in Australien.“<ref>Sydney Wood to Give Lecture On German Education Revived. In: The Cornell Daily Sun. 29. Oktober 1948, im Archiv der Cornell University. „[…] after having been the head of the teacher training division since 1938. For eight years he was also in charge of the ministry’s department of intelligence and foreign relations. At the end of World War II he was instrumental in the establishment of England’s Emergency Training Colleges for ex-servicemen and women. Since the war he has represented the ministry at the International Education Conference in Australia.“</ref>
Wood hatte bereits beim Ausbruch des Zweiten Kriegs den Vorschlag gemacht, dass der British Council in England die kulturelle Gastfreundschaft auf die Deutschen, Österreicher, Polen und Tschechen ausdehne, die hier Zuflucht gefunden hätten.<ref name="Borinski-GER1960" /> Seine für die damalige Zeit eher ungewöhnliche Initiative für eine kulturelle Gastfreundschaft für Flüchtlinge wurde zunächst von der Realität eingeholt. Die deutschen Bombenangriffe auf England und die Invasion Frankreichs zwangen den British Council dazu, seine Energien vorerst den alliierten Soldaten, Seeleuten und Fliegern zu widmen.<ref name="Papers of Sydney Herbert Wood" /> Doch bereits 1941 forderte Wood die Regierung erneut auf, Schritte zu unternehmen, um deutschen Lehrern und Sozialarbeitern in England zu helfen, sich für eine Rückkehr nach Deutschland nach dem Krieg vorzubereiten. Aber auch dieser Versuch erwies sich nicht als erfolgreich. Nachdem mehrere Vorstöße von Wood zur Unterstützung deutscher Flüchtlinge erfolglos geblieben waren, reifte bei ihm und seiner Frau Phyllis der Gedanke, aus eigener Kraft tätig werden zu müssen.<ref name="Borinski-GER1960" />
Das war die Ausgangssituation für die Einladung an Fritz Borinski, der drei Wochen später ein gemeinsames Treffen mit Werner Milch folgte. Vor allem auf Wunsch von Phyllis Wood wurde bald auch Minna Specht hinzugezogen. Die drei entwickelten einen Plan, der mit den Woods abgestimmt wurde: „Wir kamen überein: keine große, teure Organisation, keine laute Publizität, keine theoretischen Diskussionen und Konstruktionen am grünen Tisch, sondern ein kleiner Arbeitskreis vertrauenswürdiger Menschen, die in der Stille arbeiteten und zur praktischen Konsequenz bereit, d. h. des ernsten Willens sein sollten, zur gegebenen Zeit nach Deutschland zurückzugehen.“<ref name="Borinski-GER1960" />
Zu dieser Kerngruppe um Borinski, Milch und Specht stießen im Winter weitere Personen hinzu:
- Walter Auerbach
- Werner Burmeister<ref>Werner Burmeister ist nicht zu verwechseln mit dem SA- und NSDAP-Mitglied Werner Burmeister. Biographie des Antifaschisten in: Guthrie Moir, Beyond hatred. Lutterworth, London 1969, S. 86. Danach S. 87 – 102 Ein Bericht Burmeisters über seine Zeit als Enemy Alien in Kanada 1940 – 1941 (engl.)</ref>
- Fritz Eberhard
- Otto Kahn-Freund
- Magda Kelber
- Hilde Meisel
Sie alle waren nicht nur geflüchtete Lehrer oder Sozialarbeiter, sondern Flüchtlinge aus politischen Gründen und politischen Überzeugungen. Anders als die Mitglieder der Free German League of Culture in Great Britain, die mehrheitlich der kommunistischen Partei nahestanden, orientierten sich diese G.E.R.-Gründungsmitglieder eher an den Sozialdemokraten und kooperierten mit der Labour Party, weshalb das G.E.R. auch als Projekt der Union deutscher sozialistischer Organisationen in Großbritannien gilt. Zu dieser hatten sich neben der SOPADE, der Exilorganisation der SPD, vor allem Organisationen zusammengefunden, die sich in der Weimarer Republik von der SPD abgespalten hatten (wie die SAP) oder als linke Opposition von außen auf diese einwirken wollten (so der ISK). Aus der Union gingen viele Personen hervor, die die sozialdemokratische Nachkriegspolitik in West-Deutschland geprägt haben.
Einen entscheidenden Fortschritt für die Arbeit des noch losen Bündnisses kam im Februar 1943 durch Bertha Bracey, die £ 100,-- aus einem Quäker-Fonds zur Verfügung stellen konnte. Damit war es möglich, Borinski und Milch als Sekretäre zu beschäftigen und Minna Specht als „Research Assistant“ zu finanzieren. Das war der Startschuss für das G.E.R. als Organisation. Im April 1943 wurde dem Komitee ein Board zur Seite gestellt, dessen Vorsitzender Sydney H. Wood wurde, während Phyllis Wood als Schatzmeisterin fungierte. Weitere Board-Mitglieder waren:
- Bertha Bracey
- Fritz Burchardt
- John MacMurray<ref>Über den Sozialphilosophen gibt es einen Artikel in der WIKIPEDIA-EN: en:John Macmurray</ref>
- Karl Mannheim
Auf der zweiten Sitzung des Boards am 3. Juni 1943 erhielt das bislang noch namenlose Komitee seinen Namen und die Zuständigkeiten wurden festgelegt: „Während der Board die Arbeit von G.E.R. nach außen veertrat und für die Finanzierung sorgte, sollte die pädagogische Planung auf der deutschen Seite durch einen Hauptausschuß bestimmt werden, ein ›Standing Committee‹, dem außer den Sekretären die Leiter der Arbeitsgruppen und Vertreter der deutschen Kirchen und Gewerkschaften angehörten. Board und Standing Committee haben gut zusammengearbeitet.“<ref name="Borinski-GER1960" /> „Auf der Suche nach einer breiteren Basis für eine Erziehungskonzeption befassten sich die einzelnen Arbeitsgruppen innerhalb der Organisation mit Vorschlägen für das gesamte Erziehungs- und Bildungswesen. Um die eigenen Vorstellungen umfassend zu fundieren und zu legitimieren, setzte sich GER nicht nur mit der deutschen Situation auseinander, sondern studierte intensiv auch das englische Erziehungssystem sowohl in seiner theoretischen Begründung als auch in seiner konkreten Bildungs- und Erziehungspraxis. Bulletins fassten die zum Teil vergleichend ausgerichteten Untersuchungen zusammen. Die Mitglieder von GER führten Wochenendtagungen durch, sie trafen sich mit englischen Erziehern und englischen Studierenden. Wichtig für die Arbeit waren Kontakte zu anderen Organisationen in England und auch im Ausland. So entstanden Verbindungen zu deutschen Kriegsgefangenen in England und auch zu Emigrantenorganisationen. Es gab Kontakte zu vergleichbaren Gruppen in den USA, in Schweden und in der Schweiz.“<ref>Josef Olbrich: Geschichte der Erwachsenenbildung in Deutschland. 2001, S. 322.</ref>
Aktivitäten in England bis zum Kriegsende[Bearbeiten]
Selbstqualifizierung und Konzeptentwicklung[Bearbeiten]
Auf die Bedeutung der Selbstqualifizierung als Vorbereitung für die Rückkehr nach Deutschland wurde oben schon hingewiesen. Dem diente ein sehr breites Programm.
„Auf der Suche nach einer breiteren Basis für eine Eıziehungskonzeption befassten sich die einzelnen Arbeitsgruppen innerhalb der Organisation mit Vorschlägen für das gesamte Erziehungs- und Bildungswesen. Um die eigenen Vorstellungen umfassend zu fundieren und zu legitimieren, setzte sich GER nicht nur mit der deutschen Situation auseinander, sondern studierte intensiv auch das englische Erziehungssystem sowohl in seiner theoretischen Begründung als auch in seiner konkreten Bildungs- und Erziehungspraxis. Bulletins fassten die zum Teil vergleichend ausgerichteten Untersuchungen zusammen. Die Mitglieder von GER führten Wochenendtagungen durch, sie trafen sich mit englischen Erziehern und englischen Studierenden. Wichtig für die Arbeit waren Kontakte zu anderen Organisationen in England und im Ausland. So entstanden Verbindungen zu deutschen Kriegsgefangenen in England und auch zu Emigrantenorganisationen. Es gab Kontakte zu vergleichbaren Gruppen in den USA, in Schweden und in der Schweiz.<ref>Josef Olbrich: Geschichte der Erwachsenenbildung in Deutschland. 2001, S. 322.</ref>“
G.E.R. hatte außerdem eine kleine Schriftenreihe, „A series of pamphlets“, aufgelegt, die sich mit verschiedenen Aspekten des Bildungswesens und des kulturellen Lebens in Deutschland befasste:<ref>Ein Teil dieser Schriften wird über den Suchbegriff „German Educational Reconstruction“ im Katalog der DNB nachgewiesen. Die nachfolgende Zusammenstellung ist auf der Rückseite der Broschüre von Specht/Rosenberg zu finden.</ref>
- Minna Specht, Alfons Rosenberg:<ref>Bei diesem Co-Autor von Minna Specht handelt es sich nicht um den Mystiker und Symbolforscher Alfons Rosenberg, auf den auch im Katalog der DNB fälschlicherweise verlinkt wird, sondern um einen ehemaligen Studienassessor an der Karl-Marx-Schule (Berlin-Neukölln), der nach seiner Entlassung aus dem Schuldienst nach England floh und für die BBC arbeitete. Vergleiche hierzu Minna Specht, Einzelnachweis 2.</ref> Experimental Schools in Germany
- Helmut von Rauschenplat:<ref>Vergleiche hierzu Fritz Eberhard</ref> Vocational Training in Germany
- Fritz Borinski, Werner Milch: «Jugendbewegung», the Story of German Youth, 1890–1933 (ready shortly)
- Charlotte Jacob: Experiments with Uprooted Children (ready shortly)
Die vier zuvor genannten Schriften waren 1945 bereits erschienen. „In active preparation“ befanden sich:
- Kurt Emmerich, Karl E. Meyer: Christian Education in Post-War Germany
- Werner Milch, Ernst Schoen: The German Broadcasting System
- Hans Liebeschütz (and others): Teaching History in German Schools
- Fritz Borinski: The Future of German Adult Education
- Erich Hirsch: Youth Welfare in Post-War Germany
- Heinz Schuerer: Public Libraries in Germany
Eine von Fritz Borinski bereits 1942 begonnene Arbeit über The German Volkshochschule konnte weder in dieser Reihe noch als eigenständige Publikation erscheinen. Sie wurde erstmals 2014 veröffentlicht.<ref>Fritz Borinski: The German Volkshoch-schule. An Experiment in Democratic Adult Education under the Weimar Republic. Herausgegeben, eingeleitet und mit Annotationen und einem prosopographischen Anhang versehen von Martha Friedenthal-Haase, Verlag Julius Klinkhardt KG, Bad Heilbrunn, 2014, ISBN 978-3-7815-1968-8.</ref>
Über die schon erwähnte kleine Broschüre hinaus entwickelte auch Minna Specht „im Rahmen des ISK und für das ‚German Educational Reconstruction Committee‘ (G.E.R.) Konzepte zur Schulpolitik im Nachkriegsdeutschland und zur Umerziehung der in der NS-Ideologie aufgewachsenen deutschen Jugend (‚Gesinnungswandel. Die Erziehung der deutschen Jugend nach dem Weltkrieg‘, London 1943).“<ref>Ilse Fischer: Minna Specht – eine politische Pädagogin. Das Buch wurde 2005 neu herausgegeben: Gesinnungswandel im Katalog der DNB.</ref>
Erinnerung an das kulturelle Erbe[Bearbeiten]
Seit 1944 veranstaltete das G.E.R. eine Sammlung von Auszügen und Kurzschriften, „die nach dem Kriege als Jugendschriften oder zur Verwendung an Volkshochschulen und Lehrerbildungsstätten in den Dienst einer neuen deutschen Erziehung gestellt werden könnten“.<ref name="Lesebogen">Der Ursprung der GER-Lesebogen</ref> Das Ergebnis der Sammlung waren 82 Lesebogen (Heftchen), deren innerer roter Faden es war, Interesse an den Wertvorstellungen anderer Kulturen zu wecken, zur Verständigung untereinander und mit anderen Nationen beizutragen und ganz allgemein „Hilfen für einen demokratische und friedliebende Erziehung“ bereitzustellen.<ref name="Lesebogen" /> Die Herstellung der Sammlung gestaltete sich schwierig:
„“
Hinzu kamen die knappen materiellen und finanziellen Ressourcen zur Herstellung der Lesebogen, wie der Schriftwechsel von Martha Friedländer mit Werner Milch immer wieder verdeutlicht. Papier war knapp, Portokosten mussten finanziert werden, mal gab es eine Spende aus der ISK-Kasse, mal sollte die G.E.R.-Kasse für vorgestreckte Auslagen aufkommen. Zudem war die Zusammenarbeit erschwert, da viele Abstimmungen nur schriftlich erfolgen konnten, was zeitaufwändig war und auch schon mal zum Verlust von Briefen oder Manuskripten führte.<ref>Bestand GER/4/4 - Lesebogen Production (1943–1949) der IoE-Library</ref>
Die Lesebogen verfügten über eine große thematische Bandbreite, die von Albert Schweitzer oder Fridtjof Nansen über Erich Kästner und Franz Werfel bis zu dem indischen Autor Dhan Gopal Mukerdschi<ref>Ins Deutsche übersetzte Bücher von ihm sind noch in zahlreichen Antiquariatskatalogen zu finden.</ref> oder dem Chinesen Chiang Yee<ref>Chiang Yee in der WIKIPEDIA-EN: en:Chiang Yee</ref> reichte. Die meisten Lesebogen waren auf Deutsch verfasst, aber „einige englische und ein französischer Lesebogen sollen dem fremdsprachlichen Unterricht neue Stoffe fortschrittlichen Inhalts zuführen“.<ref name="Lesebogen" /> Während der Zeit der Emigration wurden viele Lesebogen nur mit einfachsten Mitteln vervielfältigt. Auch erste lizenzrechtliche Fragen tauchten auf, Nachdruckrechte wurden eingeholt, teilweise auch verweigert. Für die Nachkriegszeit war offenbar angedacht, die Lesebogen in Zusammenarbeit mit deutschen Verlagen herauszugeben. Aus einem Schreiben von Werner Milch vom 8. August 1946 an Martha Friedländer, die zu diesem Zeitpunkt noch in England ist, geht hervor, dass das G.E.R. Richard Schmidt eine Vollmacht erteilt hatte, in seinem Namen die Verhandlungen mit Verlagen zu führen.<ref>Bestand GER/4/4 - Lesebogen Production (1943–1949) der IoE-Library, Dokument 1337</ref> Richard Schmidt (1884–1966) war der Inhaber der Buchhandlung Robert Peppmüller in Göttingen und langjähriges ISK-Mitglied. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat er der SPD bei und gehörte zu den Wiederbegründern der Philosophisch-Politischen Akademie.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.PPA-Mitglieder: Richard Schmidt ( des Vorlage:IconExternal vom 17. April 2018 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. & Stadtarchiv Göttingen: Die Buchhandlung Peppmüller unter der Leitung von Anni und Richard Schmidt</ref>
In London hatte ein „Textbook Officer“ schon seit Oktober 1944 Schulbücher der Weimarer Republik auf ihre Verwendungsfähigkeit im Nachkriegsdeutschland geprüft. Diese Arbeit fand ihre Fortsetzung in der Britischen „Textbook Section“ in Bünde:<ref>Simone Lässig: Das Schulbuch als Politikum, Der Tagesspiegel, 14. August 2014.</ref> „Nach Vorarbeiten in London im Jahre 1944 wurde im Juli 1945 in Bünde die Schulbuchabteilung der Bildungsabteilung gegründet, um die wichtige Aufgabe zu übernehmen, Lehrmaterial zu produzieren, das von Nationalsozialismus, Militarismus und anderen Nazi-Doktrinen unbeeinträchtigt ist.“<ref>David Phillips: Investigating Education in Germany. Historical studies from a British persepective. Routledge, London und New York, 2016, ISBN 978-1-138-85421-5, S. 66. „After preliminary work in London during 1944, Textbook Section of Education Branch was set up in July 1945 in Bünde to take on the important task of producing teaching material untainted by nationalsim, militarism and other Nazi doctrines.“</ref> Im Umfeld dieser Schulbuchabteilung war auch die Verleger- und Schulbuchausschuß-Konferenz angesiedelt, auf der das Konzept der Lesebogen am 22. November 1946 vorgestellt wurde.<ref name="Lesebogen" /> Dort und in Folgekonferenzen kam es auch zu Kontakten mit westdeutschen Verlagen, wie Martha Friedländer an Werner Milch berichtete. Im Vorfeld einer solchen Konferenz schreibt sie am 27. April 1947, dass es darum ginge, Verträge mit zunächst vier Verlagen unter Dach und Fach zu bringen, und kommt dann auf die damit verbundenen Schwierigkeiten zu sprechen: „Es stockt wieder mal alles. Vielleicht sehe ich die Herren [Verleger] in Bünde, wohin ich morgen zu einer 3tägigen Sitzung fahre. Es spricht vieles dafür, auch einen Verlag in der frz. Zone Lesebogen anzubieten. Dagegen spricht, die weite Entfernung. Jeder Bogen erfordert häufigen Briefwechsel über alle möglichen Fragen, nach Köln zu Schaffenstein dauert ein Brief schon oft 8 Tage. Ausserdem wäre es gut, wenn nicht zu viele Verlage beteiligt sind, das kompliziert ja auch sehr.“<ref>Bestand GER/4/4 - Lesebogen Production (1943–1949) der IoE-Library, Dokument 1359/1-2</ref> Nach der Konferenz zeichnete sich aber dennoch ein Hoffnungsschimmer ab, wie sie am 5. Mai an Werner Milch berichten konnte: Einige Lesebogen sollten im Laufe des Sommers 1947 bei Westermann erscheinen, andere im Märkischen Verlag. Zugleich berichtete sie aber auch, dass sich die Verweigerungen von Nachdruckrechten häufen, sowohl seitens deutscher als auch amerikanischer Verlage.<ref>Bestand GER/4/4 - Lesebogen Production (1943–1949) der IoE-Library, Dokument 1361/1-2</ref>
Ob sich damit die Hoffnungen seitens des G.E.R. erfüllt haben, „dass es uns gelungen ist, in der Ferne einen guten Beitrag zum Neuaufbau der deutschen Erziehung zu leisten, und dass unsere Bemühungen nun bald ihr Ziel erreichen können in der Drucklegung und Veröffentlichung der vorliegenden Manuskripte“,<ref name="Lesebogen" /> muss offen bleiben. Weder im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) noch im Online-Katalog des Georg-Eckert-Instituts für internationale Schulbuchforschung lassen sich dafür eindeutige Belege finden. Allerdings: Auf der schon zitierten Seite des London Institute of Education zur „Bestandsübersicht Lesebogen“ findet sich der Hinweis auf einen Streit mit dem Georg-Westermann-Verlag um die Verlagsrechte für Alan Alexander Milnes Buch Winnie-the-Pooh. Eben darüber erschien 1948 in der Reihe Westermann-Texte ein vierzigseitiges Heft, bearbeitet von Fritz Schneider.<ref>Winnie the Pooh / A. A. Milne. Bearb. von Fritz Schneider</ref> In dieser Reihe erschien auch der einzige dem G.E.R. direkt zurechenbare Text: La Vie de Pasteur (Extraits) / Pasteur Vallery-Radot. Als Schullektüre hrsg. von German Educational Reconstruction, bearb. von Fritz Oeding.<ref>La Vie de Pasteur (Extraits) im Katalog der DNB</ref> Ob weitere Lesebogen in dieser Reihe aufgegangen sind, ist unklar.
Weitere Hinweise auf die Lesebogen ergeben sich aus einer Studie von Gisela Teistler. Sie spricht zwar von Leseheften, meint aber damit offensichtlich die Lesebogen: „Die von der G.E.R. initiierten Publikationen enthielten nicht nur zwei Sammlungen, sondern zudem Stifters Hagestolz in einer weiteren Reihe der G-E-R-Lesehefte, die offensichtlich nicht fortgesetzt wurde. […] Auch zwei Hefte der Serie Helden des Friedens (in der Gruppe Geschichte) wurden herausgegeben von der G.E.R. (Curie;Valery-Radot). Außerdem erschienen im Pädagogischen Verlag Schulz in Berlin von Wiechert: Von den treuen Begleitern. – Andere Materialien erschienen in Göttingen im Verlag Öffentliches Leben, die nicht unbedingt für den Schulgebrauch gedacht waren, weshalb sie in der Liste der neuen Schulbücher hier nicht aufgeführt sind (Silone: Der Fuchs; Keller: Die Verantwortung tragen wir alle; Traven: Öl und Land; Sejfullino: Der Ausreißer; Benedict: Rassenforschung und Rassentheorie).“<ref>Gisela Teistler: Schulbücher und Schulbuchverlage in den Besatzungszonen Deutschlands 1945–1949. 2017, S. 179. Der von Teistler erwähnte Verlag Öffentliches Leben gehörte dem ISK und wurde von Hanna Bertholet geleitet (geborene Grust, und nach erster Ehe Hanna Fortmüller (* 24. Januar 1901 in Hannover – † 14. Juli 1970 in Brasilien)). Sie war IJB- und ISK-Mitglied, Schülerin der Erwachsenenabteilung des Landerziehungsheims Walkemühle und Mitarbeiterin in der Verlagsleitung des ISK-Organs Der Funke. Im Exil lebte sie in Frankreich und in der Schweiz und war dort politisch und in der Hilfe für Opfer des Faschismus tätig. 1946 kehrte sie nach Deutschland zurück und wurde Leiterin der Verlage Öffentliches Leben und Europäische Verlagsanstalt. Für ausführlichere biographische Angaben zu Hanna und René Bertholet siehe: Martin Rüther, Uwe Schütz, Otto Dann (Hrsg.): Deutschland im ersten Nachkriegsjahr. Berichte von Mitgliedern des Internationalen Kampfbundes (ISK) aus dem besetzten Deutschland 1945/46. K. G. Saur, München 1998, ISBN 3-598-11349-8, S. 552. Die Seite ist online verfügbar: Hanna und René Bertholet bei Google-Books. Bei dem ebenfalls erwähnten Pädagogischen Verlag [Berthold] Schulz aus Berlin handelte es sich – neben dem Cornelsen Verlag – um einen der führenden Schulbuchverlage der Nachkriegszeit: „Diese beiden Verlage, die sich als Neugründungen im britischen Sektor rasch entwickeln konnten, beherrschten bis 1949 die Schulbuchszene Westberlins und teilten den weitaus größten Anteil an der Schulbuchproduktion in den Westsektoren unter sich auf. Dabei scheint die britische Militärregierung im besonderen Maße den Pädagogischen Verlag unterstützt zu haben, wenn ein Teil der früheren Schulbuchproduktion mit Sondererlaubnis in der Druckerein des bisher nicht lizenzierten Verlages Velhagen & Klasing in Bielefeld erfolgen konnte.“ (Gisela Teistler, S. 208) Für die Zeit um 1955 sieht sie den Verlag im Niedergang begriffen (Gisela Teistler, S. 210), wozu auch beigetragen habe, dass der Verlag in seinen Anfangsjahren Werke herausgegeben hatte, deren Rechte ursprünglich beim Diesterweg Verlag lagen und die dieser 1949 wieder zurückholte. (Gisela Teistler, S. 222). Ein wichtiger Autor des Verlags war Fritz Wuessing.</ref>
Der erwähnte Hagestolz von Adalbert Stifter wird im Katalog der DNB als GER-Leseheft 1 ausgewiesen.<ref>Adalbert Stifter: Der Hagestolz in der Bearbeitung von Fritz Groß, Westermann, Braunschweig, 1947. Der Suchbegriff GER-Leseheft führt im Katalog der DNB zu keinen weiteren Treffern.</ref> Die zwei Sammlungen, auf die Teistler verweist, sind ebenfalls bei Westermann erschienen:
- Von Natur und Menschenleben. Gedichte aus der Zeit von Goethe bis Dehmel, erschienen 1947 als G-E-R-Leseheft 2;
- Der Regenbogen. Eine Anthologie deutscher Gedichte von Liliencron bis in die Gegenwart, erschienen 1948 als G-E-R-Leseheft 3.<ref>Gisela Teistler: Schulbücher und Schulbuchverlage in den Besatzungszonen Deutschlands 1945–1949. 2017, S. 414. Im Katalog der DNB werden über den Suchbegriff G-E-R-Leseheft ebenfalls nur diese beiden Titel gelistet.</ref>
An anderer Stelle erwähnt Teistler die vom G.E.R. initiierte Reihe Helden des Friedens, „deren Veröffentlichung nun mit Hilfe des Arbeitskreises um Eckert unterstützt wurde. […] Schon im September 1946 wurde die Veröffentlichung dieser Serie auf einer Tagung des Braunschweigischen Landes-Lehrbuchausschusses beschlossen […]; die ersten Bände erschienen jedoch erst 1948, was ein weiteres Mal die Engpässe in der Papierversorgung vor Augen führt.“<ref>Gisela Teistler: Schulbücher und Schulbuchverlage in den Besatzungszonen Deutschlands 1945–1949. 2017, S. 191. Über den Suchbegriff Helden des Friedens werden im Katalog der DND die Titel dieser Reihe angezeigt.</ref> Elf Hefte seien in dieser Reihe erschienen, deren Besonderheit es gewesen sei, dass sie den Blick nicht auf große Staatsmänner und Kriegshelden der Geschichte gelenkt habe. Sie befassten sich stattdessen „mit Wohltätern und Friedenhelden des Alltags in einer Auswahl von Kurzbiografien verschiedener für die Menschheit bedeutender Persönlichkeiten wie Abbe, Curie, Edison, Beethoven, Nansen, Pasteur, Kagavam Schweitzer, Livingstone, Rasmussen und Tolstoi. […] Auch hier wurde ein anderer Zugang zur Geschichte gewählt, der gleichermaßen einer Friedenserziehung dienen sollte.“<ref>Gisela Teistler: Schulbücher und Schulbuchverlage in den Besatzungszonen Deutschlands 1945–1949. 2017, S. 192.</ref>
Personelle Vorbereitungen auf die Rückkehr nach Deutschland[Bearbeiten]
Im Nachlass von Hildegard Feidel-Mertz<ref>Hildegard Feidel-Mertz: Nachlass im Deutschen Exilarchiv, PPE 71</ref> gibt es Unterlagen, die belegen, dass schon früh darüber nachgedacht wurde, welche Personen man für den Wiederaufbau des Bildungswesens im Nachkriegsdeutschland gewinnen könne. Dabei ging es nicht nur um Emigrantinnen und Emigranten in England, sondern auch in vielen anderen Emigrationsländern. So taucht z. B. in der Liste auch Alfred Dang auf, der zu der Zeit an der Pestalozzi-Schule Buenos Aires arbeitete. Eine erste Liste vom 21. Juli 1944 umfasste 198, die allerdings vom „Central European Joint Committee“ herausgeben worden war und von Fritz Demuth an G.E.R. übersandt wurde.<ref>Die Korrespondenz zwischen Demuth und G.E.R. befindet sich im Archiv des „Institute of Education“ am „University College London“: Letters from F and W Demuth, of the Emergency Society for German Scholars in Exile, to Werner Milch, 1944–1946</ref> Demuth war der Leiter der Notgemeinschaft deutscher Wissenschaftler im Ausland und verfügte über hervorragende Kontakte zu emigrierten deutschen Wissenschaftlern. Unklar ist allerdings, ob die von ihm übersandte Liste von ihm stammte oder mehr ein Produkt des „Central European Joint Committee“ war. Dieses Komitee nämlich war eine Einrichtung des „Ministry of Economic Warfare, parent of the Special Operations Executive, formed by Churchill to ‚set occupied Europe ablaze‘ by sabotage, assassination and a multitude of dirty tricks“, bei dem zum Beispiel auch Hilde Meisel.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Life and Death of Hilda Monte ( des Vorlage:IconExternal vom 28. November 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Weitere solche Listen existieren aus dem Jahre 1946, die G.E.R. selber zuzurechnen sind. Sie basieren offenbar auf Bewerbungen rückkehrwilliger Emigranten, die sich mit Lebenslauf, Übersicht über die damalige Tätigkeiten und Zukunftsabsichten vorstellten. Ein Beispiel aus der 86 Namen umfassenden Zusammenstellung ist Dr. Max A. Warburg, der Sohn von Aby Warburg. Max Warburg lebte damals in den Niederlanden und war Lehrer an der Quäkerschule Eerde. In seinem von Holland aus verfassten Bewerbungsschreiben vom 11. September 1945 heißt es:
„“
Das Zitat ist nicht nur interessant, weil es etwas über die Gefühlslage und die Hoffnungen von Menschen aussagt, die bereits 12 Jahre in der Emigration gelebt haben, sondern auch wegen der beiden jeweils in runde Klammern gesetzten Einschübe, die von einem Verantwortlichen von G.E.R. stammen.
Der erste Einschub verweist auf ein mehr als dreiseitiges Konzept „A Project for adult Re-Education in Germany“, das Warburg seiner Bewerbung beigefügt hatte und in dem er seine Vorstellungen einer notwendigen Reeducation begründet. Seine Sorge gilt vor allem den 17- bis 25-jährigen Deutschen und den vielen sich darunter befindenden Ex-Soldaten. In dieser Gruppe sieht er die jungen Menschen, die einerseits in der Schule besonders stark durch die Nazi-Ideologie beeinflusst worden seien, oder jene, denen durch ihre Militärzeit die Möglichkeit zu einer umfassenden Bildung vorenthalten worden sei. Warburg redet einer intellektuellen und politischen Reeducation das Wort und setzt einen eigenen Akzent in der eingangs erwähnten Diskussion um die Begriffe „Reeducation“ und „Reconstruction“. Für ihn sind das keine sich wechselseitig ausschließenden Konzepte: „Wiederaufbau und Umerziehung sind im Wesentlichen dasselbe. Sie sind eng miteinander verbunden. Der technische Wiederaufbau wird ohne geistiges und intellektuelles Fundament eine tote Maschinerie sein, und die Theorie ohne Praxis wird eine Lüge sein. […] Der deutschen Jugend muss eine konstruktive und inspirierende Idee angeboten werden, ein Lebensinhalt, der die militaristische Ideologie ersetzt.“<ref name="Warburg" /><ref>„Reconstruction and re-education are essentially the same thing. They are closely interdependant. Technical reconstruction will be dead machinery without a spiritual and intellectual fundament, and theory without practice will be a lie. […] German youth must be offered a constructive and inspiring idea, a purpose of life replacing militaristic ideology.“</ref> Der zweite Einschub verweist einmal mehr auf die Quäker als wichtige Kooperationspartner des G.E.R. Deren Unterstützung für politisch Verfolgte in Deutschland und dann von Emigranten und Emigranteneinrichtungen scheint immer noch nur eher beiläufig ein Forschungsgegenstand zu sein, umfassende Gesamtdarstellungen im deutschsprachigen Raum fehlen. Warburg war selber Lehrer an einer Schule im Exil, der Quäkerschule Eerde, die nur mit Unterstützung der Quäker hatte gegründet werden können. Für diese Schule war Bertha Bracey – wie auch bei der Gründung des G.E.R. – eine wichtige Geldbeschafferin.
Max Warburg und seine Frau Josepha sind nicht nach Deutschland zurückgekehrt, sondern 1947 von den Niederlanden aus nach England übergesiedelt.<ref>Siehe hierzu: Max Adolph Warburg und Josepha Einstein</ref>
Nachkriegszeit[Bearbeiten]
„“
Diese etwas generalisierende Situationsbeschreibung ist nicht ganz zutreffend. Mit der Rückkehr nach Deutschland war es nämlich nicht so einfach, wie sich Fritz Eberhard erinnert.
„Meine Ausreise erfolgte 1945 mit Hilfe der Amerikaner, in einem ausrangierten Bombenflugzeug nach Brüssel, dann mit dem Auto nach Maastricht. Dort habe ich gewartet und bin noch einmal nach Köln gefahren, zusammen mit Rosenberg übrigens, dem späteren Vorsitzenden des DGB. Die Besichtigung von Köln wurde von den Amerikanern arrangiert. Während die Engländer zunächst keine Emigranten heimließen, waren die Amerikaner dazu bereit, geeignete Ermigranten sozusagen als Sauerteig nach Deutschland zu bringen - sie zeigten uns Köln und fragten uns, nachdem wir dieses schreckliche Trümmerfeld gesehen hatten: „Wollen Sie wirklich noch nach Deutschland? Wir bringen Sie auch wieder nach England zurück.“ Wir wollten alle nach Deutschland.<ref>Fritz Eberhard: Arbeit gegen das Dritte Reich. S. 22–23.</ref>“
Doch selbst dann, als die Ausreise nach Deutschland in stärkerem Maße möglich wurde, sind nicht alle deutschen Mitglieder des G.E.R. sofort nach Deutschland zurückgegangen, und es gab weiterhin noch Aktivitäten in England.
„Eine besondere Rolle spielte dabei das Lager Wilton Park. Es war eins von vielen britischen Lagern für deutsche Kriegsgefangene. Etwa 4.000 Kriegsgefangene, weniger als ein Frozent aller Kriegsgefangenen in England, konnten zwischen Januar 1946 und Juni 1948 einen der anspruchsvollen akademisch geprägten Unterrichtskurse besuchen, die dort für spätere pädagogische Multiplikatoren in Deutschland angeboten wurden. Einige junge Deutsche, die 1947 Wilton Park besuchten, entschieden sich später für eine Tätigkeit in der Erwachsenenbildung.<ref>Josef Olbrich: Geschichte der Erwachsenenbildung in Deutschland. 2001, S. 323.</ref>“
Insgesamt aber ist es naheliegend, dass sich der Schwerpunkt der Arbeit nun auf Aktivitäten in und für Deutschland verlagerte. Mit Hilfe einer in Bonn ansässigen Schwesterorganisation wurden Hilfsaktionen der verschiedensten Art initiiert. Das G.E.R. organisierte den Versand von Tonnen von Büchern für den Vertrieb an deutsche Universitäten, Schulen und Bibliotheken. Für diese Materialien wurde in Großbritannien intensiv geworben, wie dieser Aufruf von Sydney H. Wood und dem damaligen Sekretär des G.E.R., Erich Hirsch zeigt:
„“
Nicht weniger wichtig waren persönliche Begegnungen, und das schon bald nach Kriegsende. „So wurden auf Veranlassung von GER schon sehr früh nach der Niederlage des Nationalsozialismus deutsche Vertreter des Erziehungswesens nach England eingeladen. Unter der Leitung von Adolf Grimme, dem niedersächsischen Kultusminister, besuchte eine deutsche Delegation im Juni 1946 England. In Vorträgen, Sitzungen und Gesprächen mit englischen und deutschen Kollegen, mit hohen Beamten und Ministern, mit Vertretern der Militärregierung, mit Politikern, mit Pädagogen, Journalisten und deutschen Kriegsgefangenen berichteten sie über die geistigen und materiellen Bedingnngøn in Deutschland.“<ref>Josef Olbrich: Geschichte der Erwachsenenbildung in Deutschland. 2001, S. 323.</ref> Und über ein „Oxforder Gespräch“ berichtete Die Zeit am 9. Juni 1949, zu dem sich zum ersten Mal nach dem Kriege britische und deutsche Nationalökonomen zusammengefunden hätten. „Daß man als erstes Fachtreffen die Wirtschaftswissenschaftler der beiden Länder zusammenbrachte, war deshalb in mehr als einer Hinsicht ein glücklicher Griff der German Educational Reconstruction, jener vom Geist der Humanität getragenen privaten Organisation, die nichts von dem Beigeschmack ihrer vor sieben Jahren gewählten Bezeichnung an sich hat.“<ref>Oxforder Gespräche</ref>
Auch der Jugendaustausch gehörte zu den wichtigen Aktivitäten des G.E.R. unter dessen Nachkriegssekretär Erich Hirsch. Englischen Jugendgruppen wurde die Möglichkeit geboten, nach Deutschland zu reisen, während umgekehrt deutschen Jugendgruppen und Einzelpersonen sowie durch das G.E.R. Studienreisen nach England finanziert und arrangiert bekamen. Ein besonderes Highlight scheinen in diesem Kontext die Ernteeinsätze in England gewesen zu sein.
„Das Ernte-Camp-Programm war eine weitere Möglichkeit, durch die Deutsche nach England reisen konnten. Es hat seinen Ursprung im Landwirtschaftsministerium. Das Programm umfasste männliche, weibliche und kriegsversehrte Studenten, die Lager in Middlesex, Oxfordshire, Lincolnshire, Essex und Wiltshire besuchten, um bei landwirtschaftlichen Arbeiten und Erntearbeiten zu helfen. Die Initiative zur Einbindung deutscher Studierender kam von der deutschen Versorgungsabteilung des Auswärtigen Amtes. Von den Campern wurde erwartet, dass sie mindestens 36 Stunden pro Woche arbeiten. Aufgrund der Initiative des GER konnten Universitäts- und Hochschulstudenten aus den britischen, amerikanischen und französischen Zonen Deutschlands teilnehmen. Es wurde Arbeitskleidung gestellt, wasserfeste aus dem Kriegsministerium und Kleidung und Schuhe aus privaten Quellen. Camper, die unter der Schirmherrschaft der GER teilnahmen, wurden ermutigt, ihren Lagerlohn zu sparen, um für die Zeit nach der Ernte einen Urlaub in England finanzieren zu können. Das GER arbeitete zusammen mit seinen Mitgliedern und Kontaktleuten daran, deutsche Ernte-Helfer nach ihrem Aufenthalt in den Camps in britischen Häusern in Großbritannien beherbergen zu können. 1954 beschloss das Landwirtschaftsministerium, keine weiteren Lager zu betreiben. Ab der Saison 1955 wurden einige Lager von der National Farmer's Union oder privaten Aufsehern übernommen. Im Jahre 1958 beschloss die GER, das Ernteprogramm nicht zu wiederholen.<ref>Das Zitat stammt ursprünglich von der IoE-Seite über Sydney H. Wood. aufgrund eimes veränderten Archiv-Zugangs ist es nicht mehr aufrufbar, doch bietet das IoE weiterhin einen umfassenden Zugang zu Materialien über die Harvest-Camps: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.IoE-Library-Archivsuche: Bestandsübersicht Harvest Camps ( des Vorlage:IconExternal vom 16. März 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.. „The Harvest Camp scheme was another means whereby Germans could travel to England. It had it’s origins with the Ministry of Agriculture. The scheme included male, female, and disabled students, who visited camps in Middlesex, Oxfordshire, Lincolnshire, Essex and Wiltshire to assist with agricultural and harvest work. The initiative to involve German students came from German Supply Department of the Foreign Office. Campers were expected to do at least 36 hours of work each week. By the intervention of the GER University and High School Students from the British, American and French Zones of Germany were able to attend. Clothing was supplied, with water proofs coming from the War Office, and clothing and shoes from private sources. Campers who attended under the auspices of the GER were encouraged to save their camp wages to finance a holiday in England after the harvest was completed. The GER worked with its members and contacts to provide hospitality for German campers in British homes during their post-camp stay in the UK. In 1954 the Ministry of Agriculture took the decision not to run future camps. From the 1955 season some camps taken over by National Farmer's Union or private wardens. In 1958 the GER made the decision not to repeat the Harvest scheme.“</ref>“
Von 1946 bis 1951 gab das G.E.R. eine eigene Zeitschrift heraus, das von Paul P. Bondy betreute Bulletin. Das Bulletin erschien zunächst abwechselnd in Deutsch und Englisch, später nur noch auf Englisch. Schwerpunkte der Berichterstattung waren die Aktivitäten der Organisation und die Bedingungen in Deutschland. Das Archiv des „Institute of Education“ am „University College London“ sieht in den Veröffentlichungen des Bulletin eine bis heute wichtige Quelle für die Sozialgeschichtsforschung. „It is therefore a valuable resource for social history and on the changing attitudes between Britain and Germany.“
Das Ende des G.E.R.[Bearbeiten]
Die Normalisierung der Verhältnisse im Nachkriegsdeutschland führten zu einem allmählichen Bedeutungswandel und schließlich auch Bedeutungsverlust der Arbeit des G.E.R. Es war ein Prozess, der in der Mitte der 1950er Jahre einsetzte und schließlich 1958 zur Beendigung der G.E.R.-Aktivitäten führte.
„“
Quellen[Bearbeiten]
Das umfangreiche Archivmaterial über das G.E.R. befindet sich in der UCL Institute of Education Library (IoE-Library). Es gibt dort allerdings kein online zugängliches Volltext-Archiv, sondern lediglich thematisch geordnete Bestandsübersichten.
- G.E.R. – Allgemein: Die Seite German Educational Reconstruction (GER): An introduction bietet eine knappe Einführung. Am Fuß der Seite kann man sich direkt zur Bestandsübersicht begeben oder diese über den folgenden Link direkt aufrufen: IoE-Library: Bestandsübersicht GER
- Die IoE-Library bietet aber auch noch einen strukturierteren Zugang zu dem sehr umfangreichen Material an: German Educational Reconstruction (GER): War and Peace Von dieser Seite aus öffnen sich Links zu insgesamt vier Themenbereichen:
- Understanding the organisation: to get a better understanding of what the GER was, who they represented and their philosophy start with the central administrative papers, bulletins and reports.
- Help Schemes: the GER includes a number of post-war schemes, including: encouraging British people to help German Prisoners of War, the repatriation of German educationist, training for social workers, and the collection of books to be sent to Germany.
- Exchanges & Visits: one of the GER's central roles was to organise a range of exchanges between Britain and Germany. Such exchanges could be for particular groups (e.g. drama, football), activities (e.g. harvest camps), exchange holidays, or information gathering visits made by German educationists from as early as 1947.
- Correspondence: a substantial part of the collection comprises correspondence files between a large number of people. The catalogue includes the names of all those who wrote to the GER, so a simple name search on the catalogue is the best way to find any items that may be in the collection.
- Auf der Seite Suchmaske IoE-Library-Archivsuche lassen sich weitere thematische oder personenbezogene Übersichten über das Archivmaterial erstellen.
- IoE-Library-Archivsuche: Bestandsübersicht Sydney Herbert Wood
- Der Ursprung der GER-Lesebogen. In: Hildegard Feidel-Mertz: Pädagogik im Exil nach 1933. Erziehung zum Überleben. Bilder einer Ausstellung. dipa-Verlag, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-7638-0520-6, S. 239–241. Feidel-Mertz hat diesem Text die folgende Anmerkung hinzugefügt: „Vorgetragen auf der Verleger- und Schulbuch-Ausschuß-Konferenz in Bünde am 22.11. 1946 von Martha Friedländer.“ Das erweckt den Eindruck, als sei Martha Friedländer auch die Autorin dieses Textes gewesen. Waltraud Strickhausen geht dagegen davon aus, dass dieser Text vermutlich von Werner Milch stammt und verweist auf die Dokumentenbezeichnung im G.E.R.-Archiv des London Institute of Education: „The Secretary (GER): Der Ursprung der GER-Lesebogen. Vorgetragen auf der Verleger- und Schulbuch-Ausschuss-Konferenz in Bünde am 22.11.1946 von Martha Friedländer. In GER, Dokument Nr. 1278/1 und 2.“<ref>Waltraud Strickhausen: „Der Wunsch nach Deutschland zurückzukehren ehrt ihn“. Der Exilgermanist Werner Milch und die Marburger „Neuere deutsche Literatur“ nach 1945. In: Kai Köhler, Burghard Dedner, Waltraud Strickhausen (Hrsg.): Germanistik und Kunstwissenschaften im „Dritten Reich“. Marburger Entwicklungen 1920–1950. K. G. Saur Verlag, München 2005, ISBN 3-598-24572-6, S. 442.</ref>
Das von Strickhausen zitierte Dokument stammt aus dem Bestand- GER/4/4 - Lesebogen Production (1943–1949) der IoE-Library, der auch die komplette Korrespondenz von Martha Friedländer im Zusammenhang mit den Lesebogen enthält. Dort findet sich kein Hinweise auf diesen Vortrag, noch auf Martha Friedländers Teilnahme an dieser Veranstaltung, die drei Monate nach ihrer Rückkehr nach Deutschland stattfand. Zweifel sind auch deshalb angebracht, weil Werner Milch am 8. August 1946 Martha Friedländer mitgeteilt hatte, dass der GER Richard Schmidt (Göttingen) eine Vollmacht des GER erteilt habe für die Verhandlungen um die Lesebogen.<ref>Bestand GER/4/4 - Lesebogen Production (1943–1949) der IoE-Library, Dokument1337</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Fritz Borinski: Die Geschichte von G.E.R. [German Educational Reconstruction Committee]. In: Die Sammlung. Zeitschrift für Kultur und Erziehung. Vandenhoeck & Ruprecht, 1948, S. 49–55.
- Fritz Borinski: German Educational Reconstruction. Rückblick und Erinnerung. In: Hellmut Becker, Willi Eichler, Gustav Heckmann (Hrsg.): Erziehung und Politik. Minna Specht zu ihrem 80. Geburtstag. Verlag Öffentliches Leben, Frankfurt 1960, S. 77–89.
- Hans-Dietrich Raapke: Erwachsenenbildung. In: Christoph Führ, Carl-Ludwig Furck (Hrsg.): Handbuch der deutschen Bildungsgeschichte, Band VI: 1945 bis zur Gegenwart. Erster Teilband: Bundesrepublik Deutschland. Verlag C.H. Beck, München 1998, ISBN 3-406-32467-3.
- Josef Olbrich: Geschichte der Erwachsenenbildung in Deutschland. Leske + Budrich, Opladen 2001, ISBN 3-8100-3349-9.
- Hildegard Feidel-Mertz: Nachlass im Deutschen Exilarchiv
- Fritz Eberhard: Arbeit gegen das Dritte Reich. (= Beiträge zum Thema Widerstand. 10). Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin 1981. (online; PDF)
- Gisela Teistler: Schulbücher und Schulbuchverlage in den Besatzungszonen Deutschlands 1945–1949. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 2017, ISBN 978-3-447-10733-4.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
- Seiten mit TemplateStyles-Fehlern
- Wikipedia:Seite mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Zitat
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2023-05
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2022-11
- Historische Organisation (Vereinigtes Königreich)
- Deutsche im Vereinigten Königreich
- Kulturelle Organisation (Vereinigtes Königreich)
- Internationale Organisation (London)
- Deutsche Emigrantenorganisation
- Britische Geschichte (20. Jahrhundert)
- Labour Party
- Bildung (deutsche Nachkriegszeit)
- Gründung einer politischen Organisation 1943
- Aufgelöst 1958