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Gewinnbarkeit

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Als Gewinnbarkeit bezeichnet man im Bergbau den Widerstand, den ein Mineral oder das Gebirge den Gewinnungsarbeiten entgegensetzt.<ref name="Quelle 1" /> Dabei nimmt die Gewinnbarkeit der Massen mit zunehmender Festigkeit des Gesteins ab.<ref name="Quelle 2" /> Die Gewinnbarkeit hat einen Einfluss auf die Stellung des Gedinges der Bergleute.<ref name="Quelle 1" />

Grundlagen[Bearbeiten]

Jede mineralische Masse setzt dem mechanischen Herauslösen aus dem Gebirgsverband einen mehr oder minder großen Widerstand entgegen. Dieser Widerstand wird im Wesentlichen durch die Härte des Minerals und den Zusammenhalt im Gebirgsverband beeinflusst.<ref name="Quelle 3" /> Dabei ist die Härte des Minerals bzw. der Gebirgsart der Widerstand, den das Mineral dem Eindringen eines scharfen oder spitzen Gezähes entgegensetzt.<ref name="Quelle 1" /> Der Zusammenhalt des Gebirges ist der Widerstand, den ein Gesteinsstück bei der Loslösung aus dem Gebirgsverband leistet.<ref name="Quelle 3" /> Beeinflusst wird der Zusammenhalt besonders durch die Elastizität des Minerals und seiner Zerklüftung.<ref name="Quelle 2" /> Dabei wird der Zusammenhalt des Minerals weniger von seiner Härte, als von der Schichtung des Minerals und der vorhandenen Absonderungsflächen sowie seiner Spaltbarkeit geprägt.<ref name="Quelle 3" />

Grade der Gewinnbarkeit[Bearbeiten]

Von dem Freiberger Mineralogen Abraham Gottlob Werner wurde eine Einteilung der Fossilien nach ihrer jeweiligen Gewinnbarkeit erstellt. Die Einteilung erfolgt in den fünf Klassen: Rollig – mild – gebräch – fest – höchstfest.<ref name="Quelle 1" />

Als „rollig“ bezeichnet man Massen, die keinen eigentlichen oder nur einen sehr geringen Zusammenhang zwischen den einzelnen Teilen besitzen.<ref name="Quelle 2" /> Solche Massen sind nur im geringen Maße von selbst stehend und durch geringen Kraftaufwand zu bewegen.<ref name="Quelle 4" /> Zu den rolligen Massen zählen Sand, Geröll und auch bereits gewonnene Fossilien, wie Erze, Kohle oder Berge.<ref name="Quelle 1" />

Als „mild“ bezeichnet man Gestein, welches leicht zu zermalmen ist. Solche Gesteine verlieren ihren Zusammenhang jedoch nicht aufgrund ihres Eigengewichtes.<ref name="Quelle 4" /> Zu den milden Massen gehören das Steinsalz, der Schieferton, der Dachschiefer, die Kreide, der Dolithenkalk, der Mergel und der Gips, des Weiteren Trümmergesteine, die durch kalkiges oder okriges Bindemittel verbunden sind.<ref name="Quelle 5" /> Außerdem gehören zu den milden Massen die Steinkohle und der Lehm.<ref name="Quelle 4" />

Als „gebräch“ bezeichnet man Gestein, das von ziemlicher Festigkeit ist. Dieses Gestein hat einen dichten und geschmeidigen Bruch.<ref name="Quelle 5" /> Solches Gestein wird auch als „schneidig“ bezeichnet.<ref name="Quelle 4" /> Gebrächiges Gestein widersteht weitestgehend dem Zermalmen.<ref name="Quelle 2" /> Zu den gebrächigen Gesteinen zählen Serpentin, Marmor und erzführende Gesteine.<ref name="Quelle 5" />

Als „fest“ bezeichnet man den Grad der Gewinnbarkeit, den Mineralien besitzen, die sich nur mit großer Mühe gewinnen lassen.<ref name="Quelle 2" /> Festes Gestein wirft beim Aufschlag mit einem stählernen Gezähe Funken. Zu den festen Gesteinen gehören Magneteisenstein, dichter Brauneisenstein, Kupferkies, Granit, Basalt und alle Erze, die in Gangmassen von Quarz und Hornblende brechen.<ref name="Quelle 5" /> Außerdem zählen zu den festen Gesteinen die Grauwacke, der Kalkstein und der Sandstein.<ref name="Quelle 1" />

Als „höchstfest“ werden Gesteine bezeichnet, die der Bearbeitung den größten Widerstand entgegensetzen.<ref name="Quelle 2" /> Zu den sehr festen Gesteinen gehören Schwefelkies, Quarz und kieselige Konglomerate,<ref name="Quelle 1" /> außerdem sehr quarzreiche Granite und Porphyre.<ref name="Quelle 4" />

Auswirkung auf die Gewinnung[Bearbeiten]

Der Grad der Gewinnbarkeit eines Minerals oder Fossils hat einen großen Einfluss auf die Art der Gewinnungsarbeit. Des Weiteren wird dadurch auch die Wahl und der Einsatz des jeweiligen Gezähes und weiterer Hilfsmittel beeinflusst.<ref name="Quelle 1" /> Rollige Massen lassen sich mittels Schaufel und Kratze bearbeiten. Für die Gewinnung von milden Massen werden bereits andere Werkzeuge benötigt. Diese Massen lassen sich mit der Keilhaue, dem Fäustel, dem Bergeisen und der Brechstange bearbeiten.<ref name="Quelle 5" /> Für die Gewinnung brächiger Gesteine ist meistens die Keilhaue ausreichend.<ref name="Quelle 3" /> Aber auch das bei der Gewinnung von mildem Gestein eingesetzte Gezähe kann zur Verwendung kommen. In einigen Ausnahmefällen ist es erforderlich, Sprengarbeit anzuwenden.<ref name="Quelle 5" /> Festes und sehr festes Gestein lässt sich nur mittels Bohr- und Sprengarbeit aus dem Gebirgsverband lösen.<ref name="Quelle 3" /> Im frühen Bergbau wurde bei der Gewinnung von sehr festen Gesteinen das Feuersetzen eingesetzt.<ref name="Quelle 5" />

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Quelle 1">Gustav Köhler: Lehrbuch der Bergbaukunde. 6. verbesserte Auflage, Verlag von Wilhelm Engelmann, Leipzig 1903</ref> <ref name="Quelle 2">Moritz Ferdinand Gätzschmann: Vollständige Anleitung zur Bergbaukunst. Dritter Theil; Die Gewinnungslehre, nebst 11 Steindrucktafeln, Verlag von J. G. Engelhardt, Freiberg 1846</ref> <ref name="Quelle 3">Fritz Heise, Fritz Herbst: Lehrbuch der Bergbaukunde mit besonderer Berücksichtigung des Steinkohlenbergbaus. Erster Band, Verlag von Julius Springer, Berlin 1908</ref> <ref name="Quelle 4">Gustav Leonhard: Grundzüge der Mineralogie, Geognosie, Geologie und Bergbaukunde. Verlagsbuchhandlung J. B. Müller, Stuttgart 1852</ref> <ref name="Quelle 5">Carl Stegmayer: Handbuch der Bergbaukunst für Jedermann. Verlag von J. L. Kober, Prag 1862</ref>

</references>