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Gilbweiderich

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Gilbweiderich
Datei:4814-lysimachia vulgaris-20110711.JPG

Gewöhnlicher Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Primelgewächse (Primulaceae)
Unterfamilie: Myrsinengewächse (Myrsinoideae)
Gattung: Gilbweiderich
Wissenschaftlicher Name
Lysimachia
L.

Als Gilbweiderich (Lysimachia), auch Gelbweiderich oder Felberich genannt, bezeichnet man eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Myrsinengewächse (Myrsinoideae) innerhalb der Familie der Primelgewächse (Primulaceae). Die seit 2009 etwa 200 Arten sind hauptsächlich auf der Nordhalbkugel verbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:English botany, or, Coloured figures of British plants (1863) (14577838368).jpg
Illustration aus English botany, or, Coloured figures of British plants, 1863 des Bewimperten Gilbweiderich (Lysimachia ciliata)

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]

Bei Lysimachia-Arten handelt es sich meist um ausdauernde krautige Pflanzen, seltener auch um Halbsträucher, die selbstständig aufrecht bis niederliegend wachsen.<ref name="FoC" /> Neuerdings gehören auch einige einjährige Arten zu dieser Gattung.<ref name="Manns_Anderberg2009" /> Die vegetativen oberirdischen Pflanzenteile besitzen häufig Drüsen, die man als Punkte oder Striche erkennen kann.<ref name="FoC" />

Die meist gegenständig oder in Quirlen, seltener wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind einfach und ganzrandig.<ref name="FoC" />

Blütenstände, Blüten und Früchte[Bearbeiten]

Blüten einzeln in den oberen Blattachseln oder in seiten- oder endständigen, rispigen, trugdoldigen oder traubigen Blütenständen zusammen, die oft zu kopfigen Bündeln verkürzt sind. Es sind Tragblätter vorhanden.<ref name="FoC" />

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und meist fünf- oder selten sechs- bis neunzählig mit doppelter Blütenhülle.<ref name="FoC" /> Die meist fünf, selten sechs bis neun Kelchblätter sind nur kurz verwachsen. Die meist fünf, selten sechs bis neun Kronblätter sind nur kurz glocken- oder fast radförmig verwachsen. Die Kronzipfel sind in der Knospendeckung einsinnig (monostroph) gedreht, und zwar im gleichen Drehsinn der Knospendeckung wie beim verwandten Alpenveilchen.<ref name="FoC" /> Die Farben der Kronblätter sind meistens gelb, seltener weiß oder rosafarben. Die fünf Staubblätter sind frei oder an der Basis zu einem Ring verwachsen und mehr oder weniger stark mit der Kronröhre verwachsen.<ref name="FoC" />

Die fast kugelige Kapselfrucht öffnet sich bei Reife meist mit Klappen, bei wenigen Arten bleibt sie geschlossen.<ref name="FoC" />

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Gattung Lysimachia wurde durch Carl von Linné in Species Plantarum, Band I, 1753, Seite 146<ref name="Linné1753" /> und Genera Plantarum, 5. Auflage, 1754, Seite 72 aufgestellt.<ref name="Tropicos" /><ref name="APNI" /> Der botanische Gattungsname Lysimachia bezieht sich auf den griechischen Feldherrn Lysimachos, einem der von Alexander dem Großen eingesetzten Diadochen; die Legende behauptet, dass Lysimachos als Erster eine Lysimachia-Art entdeckte. Synonyme für Lysimachia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. sind: Apochoris Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Duby, Steironema Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Raf., Naumburgia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Moench,<ref name="GRIN" /> und seit 2009 zusätzlich Anagallis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L., Asterolinon Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hoffmanns. & Link, Centunculus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L., Glaux Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L., Pelletiera Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.A.St.-Hil. sowie Trientalis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L..<ref name="Manns_Anderberg2009" />

Datei:Lysimachia atropurpurea'Beaujolais'1.jpg
Purpurblütiger Gilbweiderich (Lysimachia atropurpurea)
Datei:Lysimachia nemorum (Lysimachia azorica)-IMG 8710.JPG
Lysimachia azorica
Datei:Lysimachia barystachys.jpg
Laubblätter und Blütenstand von Lysimachia barystachys
Datei:Lysimachia ciliata Firecracker D.jpg
Bewimperter Gilbweiderich (Lysimachia ciliata)
Datei:Klaffer - Kräutergarten - Schnee-Felberich (Lysimachia clethroides) - 2.jpg
Schnee-Gilbweiderich (Lysimachia clethroides)
Datei:Malphighia2.jpg
Gedrängtblütiger Gilbweiderich (Lysimachia congestiflora)
Datei:Lysimachia daphnoides 1.jpg
Lysimachia daphnoides
Datei:Lysimachia vulgaris var. davurica 1.JPG
Lysimachia davurica
Datei:Lysimachia ephemerum.jpg
Iberischer Gilbweiderich (Lysimachia ephemerum)
Datei:Lysimachia filifolia (5491246212).jpg
Lysimachia filifolia
Datei:Lysimachia fraseri.jpg
Blütenstand von Lysimachia fraseri
Datei:Lysimachia glutinosa (4744645722).jpg
Blütenknospe und Blüte von Lysimachia glutinosa
Datei:Lysimachia hillebrandii (5491296328).jpg
Blüten von Lysimachia hillebrandii
Datei:Lysimachia lichiangensis - Botanischer Garten, Frankfurt am Main - DSC03286.JPG
Lysimachia lichiangensis
Datei:Glaux maritima - Baie de Somme.jpg
Strand-Milchkraut (Lysimachia maritima)
Datei:Hamabossu2.jpg
Lysimachia mauritiana
Datei:Starr 080314-3409 Lysimachia maxima.jpg
Lysimachia maxima
Datei:IMG 5435-Lysimachia trientalioides.jpg
Lysimachia paridiformis
Datei:Lysimachia phyllocephala IMG 1679.jpg
Lysimachia phyllocephala
Datei:Starr 070906-8870 Lysimachia procumbens.jpg
Lysimachia procumbens
Datei:Lysimachia quadriflora.jpg
Lysimachia quadriflora
Datei:Lysimachia quadrifolia 4319.JPG
Lysimachia quadrifolia
Datei:Lysimachia remyi 2.jpg
Lysimachia remyi
Datei:Lysimachia terrestris 3-eheep (5097935642).jpg
Lysimachia terrestris
Datei:Lysimachia thyrsiflora flowers2.jpg
Straußblütiger Gilbweiderich (Lysimachia thyrsiflora)
Datei:Lysimachia verticillaris-1.jpg
Lysimachia verticillaris

Arten und ihre Verbreitung[Bearbeiten]

Das Hauptverbreitungsgebiet der Gattung Lysimachia liegt in gemäßigten bis subtropischen Gebieten der Nordhalbkugel. Einige Arten der Gattung Lysimachia s. l. kommen in Afrika, Madagaskar, Australien und Südamerika vor. Die größte Artenvielfalt erreicht die Gattung Lysimachia in Ostasien. In China gibt es 138 Arten in der Gattung Lysimachia s. str.<ref name="FoC" /> In Mitteleuropa kommen Hain-Gilbweiderich (Lysimachia nemorum), Pfennigkraut (Lysimachia nummularia), Punktierter Gilbweiderich (Lysimachia punctata), Straußblütiger Gilbweiderich (Lysimachia thyrsiflora), Gewöhnlicher Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris) in der Gattung Lysimachia s. str. vor.<ref name="Euro+Med" />

Es gibt 150 bis 180<ref name="FoC" /> Arten in der Gattung Lysimachia s. str. Hier eine Auswahl:

Datei:Trientalis europaea metsätähti.jpg
Siebenstern (Lysimachia europaea)
Datei:Anagallis foemina 220613.JPG
Blauer Gauchheil (Lysimachia foemina)
Datei:Centunculus minimus.jpg
Habitus des Zwerg-Gauchheil (Lysimachia minima)
Datei:Anagallis monelli2.JPG
Leinblättriger Gauchheil (Lysimachia monelli)
Datei:Anagallis tenella 1.jpg
Zarter Gauchheil (Lysimachia tenella)
Datei:Lysimachia arvensis forme bleue.jpg
Lysimachia tyrrhenia

Nachdem Manns und Anderberg 2005<ref name="Manns_Anderberg2005" /> aufgezeigt haben, dass die Gattung Lysimachia s. str. ohne die Arten der Gattungen Anagallis, Pelletiera sowie Trientalis paraphyletisch ist, haben Manns und Anderberg 2009 die nötigen taxonomischen Änderungen veröffentlicht für eine monophyletische Gattung Lysimachia s. l.<ref name="Manns_Anderberg2009" /> durchgeführt. Sie enthält damit etwa 33 Arten mehr. Auch die Gattung Glaux muss dann eingegliedert werden:

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Qiming Hu, Sylvia Kelso: Primulaceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 15: Myrsinaceae through Loganiaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1996, ISBN 0-915279-37-1: Lysimachia Linnaeus., S. 39–65 – textgleich online wie gedrucktes Werk.
  • Anita F. Cholewa: Lysimachia Linnaeus., S. 308. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 8: Paeoniaceae to Ericaceae, Oxford University Press, New York und Oxford, 2009, ISBN 978-0-19-534026-6. – textgleich online wie gedrucktes Werk.
  • Gang Hao, Yong-Ming Yuan, Chi-Ming Hu, Xue-Jun Ge, Nan-Xian Zhao: Molecular phylogeny of Lysimachia (Myrsinaceae) based on chloroplast trnL–F and nuclear ribosomal ITS sequences. In: Molecular Phylogenetics and Evolution, Volume 31, Issue 1, April 2004, S. 323–339. doi:10.1016/S1055-7903(03)00286-0
  • Ulrika Manns, Arne A. Anderberg: Molecular phylogeny of Anagallis (Myrsinaceae) based on ITS, trnL-F, and ndhF sequence data. International Journal of Plant Sciences, Volume 166, 2005, S. 1019–1028. Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) doi:10.1086/449318
  • Ulrika Manns, Arne A. Anderberg: New combinations and names in Lysimachia (Myrsinaceae) for species of Anagallis, Pelletiera and Trientalis. In: Willdenowia, Volume 39, Issue 1, 2009, S. 50–51. doi:10.3372/wi.39.39103
  • I.-C. Oh, J. Schönenberger, T. J. Motley, M. Myrenås, Arne A. Anderberg: Phylogenetic relationships among endemic hawaiian lysimachia (Ericales: Primulaceae): Insights from nuclear and chloroplast DNA sequence data. In: Pacific Science, 2013.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Lysimachia bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FoP"> E. Nasir, S. I. Ali (Hrsg.): Lysimachia bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum Univ. of Karachi, Karachi. </ref> <ref name="CoVPofMadagascar"> Lysimachia bei Tropicos.org. In: Catalogue of the Vascular Plants of Madagascar. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Linné1753"> Linné 1753: Nova Genera et Species Plantarum seu Prodromus, 3, 1788, S. 48 eingescannt bei biodiversitylibrary.org. </ref> <ref name="FoC"> Qiming Hu, Sylvia Kelso: Primulaceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 15 – Myrsinaceae through Loganiaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1996, ISBN 0-915279-37-1: Lysimachia Linnaeus. S. 39–65 – textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="FoNA"> Anita F. Cholewa: Lysimachia Linnaeus. S. 308. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 8: Paeoniaceae to Ericaceae, Oxford University Press, New York und Oxford, 2009, ISBN 978-0-19-534026-6. – textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="Manns_Anderberg2005"> Ulrika Manns, Arne A. Anderberg: Molecular phylogeny of Anagallis (Myrsinaceae) based on ITS, trnL-F, and ndhF sequence data. International Journal of Plant Sciences, Volume 166, 2005, S. 1019–1028. </ref> <ref name="Manns_Anderberg2009"> Ulrika Manns, Arne A. Anderberg: New combinations and names in Lysimachia (Myrsinaceae) for species of Anagallis, Pelletiera and Trientalis. In: Willdenowia. Volume 39, Issue 1, 2009, S. 50–51. doi:10.3372/wi.39.39103 </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011: Primulaceae. Datenblatt Primulaceae. In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="APNI"> Datenblatt Lysimachia bei Australian Plant Name Index = APNI. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Gilbweiderich (Lysimachia) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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