Giora Eiland
Giora Eiland ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), * 1952 im Moschaw Kfar Hess, Israel) ist ein ehemaliger Generalmajor der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF). Er war nationaler Sicherheitsberater Israels und ist „Senior Research Associate“ am israelischen „Institute for National Security Studies“.
Militärische Karriere[Bearbeiten]
Giora Eiland trat im Jahre 1970 in die israelische Armee ein und diente dort zunächst im Fallschirmjäger-Bataillon 890. Als Offizier nahm er 1973 am Jom-Kippur-Krieg teil, 1976 an der Operation zur Befreiung der Geiseln in Entebbe und an militärischen Einsätzen im Libanon, nämlich an der Operation Litani 1978 und am Libanonkrieg 1982.
Nach dem Krieg 1982 war Eiland zunächst in der Offiziersausbildung tätig. Nach einer Fortbildung in den USA wurde er im „Operations Directorate“ der Infanterie tätig, einem Planungsstab. In den Jahren 1990 bis 1993 kommandierte Eiland die Offiziersschule der Verteidigungsstreitkräfte sowie die Givʿati-Brigade. 1999 wurde er Kommandeur des „Operations Directorate“ im Rang eines Brigadegenerals. In dieser Rolle war er für die Planungen des einseitigen militärischen Abzugs der IDF aus dem Libanon im Jahr 2000 verantwortlich, sowie für Einsatzplanungen zur Bekämpfung der Zweiten Intifada. 2001 übernahm er das „Planning Directorate“ der Armee, das er bis zum Ende seines aktiven Dienstes im Jahr 2003 leitete.<ref>Amir Oren: Inside Track / Ready for the next Entebbe? In: Haaretz, 18. Oktober 2004.</ref>
Im Jahr 2004 wurde Eiland von Ariel Sharon zum Vorsitzenden des Nationalen Sicherheitsrats Israels ernannt. In dieser Eigenschaft koordinierte er die Planungen zum Abzug Israels aus dem Gazastreifen. Weil er wie seine Vorgänger von den mangelnden Einflussmöglichkeiten auf die israelische Politik enttäuscht war, reichte er 2006 seinen Rücktritt ein und wurde vom ehemaligen stellvertretenden Chef des Mossad, Ilan Mitzrahi, abgelöst.<ref>The Sharon Unilateral Disengagement Plan. In: Journal of Palestine Studies, Vol. 33, No. 4, Summer 2004.</ref>
Im Jahre 2010 leitete Eiland die israelische Kommission zur Untersuchung des Ship-to-Gaza-Zwischenfalls.<ref>Naom Sheizaf: The IDF is silent. In: Haaretz, 24. September 2010.</ref><ref>Maj-Gen (res.) Eiland presents conclusions of examination team: Israeli Minister of Foreign Affairs. 12. Juli 2010.</ref><ref>Ian Deitch: Israeli report blames flawed planning for Gaza raid. In: The Washington Times, 12. Juli 2010.</ref>
Positionen[Bearbeiten]
Am 5. August 2014 rechtfertigte Eiland in einem Meinungsbeitrag für die englischsprachige Nachrichten-Website Ynetnews das harte Vorgehen der israelischen Armee gegen die palästinensische Zivilbevölkerung im Gaza-Streifen während des Gaza-Konflikts 2014. Gleichzeitig kritisierte er die offizielle israelische Haltung, nur gegen die Hamas zu kämpfen und gleichzeitig etwa humanitäre Hilfslieferungen an die palästinensische Bevölkerung zuzulassen. Seiner Meinung nach hätte Israel dem „palästinensischen Staat“ den Krieg erklären sollen und umfassender auch gegen zivile Ziele vorgehen sollen. Militärschläge gegen die Zivilbevölkerung seien zulässig, weil diese ja die Hamas gewählt habe. In diesem Zusammenhang verglich Eiland das israelische Vorgehen mit dem Vorgehen der Alliierten gegen die deutsche Zivilbevölkerung während des Zweiten Weltkrieges.<ref>Giora Eiland: In Gaza, there is no such thing as "innocent civilians" – Fighting an enemy state with one hand while supplying food and energy to its residents with the other hand is absurd. In: Ynetnews, 5. August 2014.</ref> Die Äußerungen Eilands stießen international auf massive Kritik.<ref>Beispiel: Israeli General: In Gaza, there is no such thing as "innocent civilians". In: Daily Sabah, 7. August 2014.</ref>
Nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und Israels Erklärung einer vollständigen, auch humanitären Blockade des Gazastreifens, erklärte Eiland, Israel müsse in Gaza ein humanitäres Desaster herbeiführen, um die dorthin entführten israelischen Geiseln frei zu bekommen.<ref>Ariel Whitman: Giora Eiland outlines plan to get hostages back alive. In: Globes.il, 8. Oktober 2023, abgerufen am 16. Oktober 2023.</ref> Dabei verglich er den Gazastreifen mit Nazi-Deutschland:
- „Der Gazastreifen ähnelt stark dem Nazi-Deutschland während des Zweiten Weltkriegs, wo fast die gesamte Bevölkerung den Führer und seine Ideologie unterstützte. ... In einer Situation, in der es um Staat gegen Staat geht, kann man dem Feind keine humanitäre Hilfe leisten, auch von einem moralischen Standpunkt aus gesehen. Wer sind denn die ›alten Frauen‹ in Gaza? Es sind die Mütter und Großmütter der Hamas-Mitglieder, die die schrecklichen Verbrechen vom 7. Oktober begangen haben.“<ref>Zvi Bar‘el: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Invoking the Nazis to Justify Mass Death in Gaza ( vom 21. Dezember 2023 im Webarchiv archive.today). In: Haaretz, 21. Dezember 2023.</ref>
Nach Beginn des israelischen Angriffs auf Gaza schrieb er unter anderem in der Zeitung Jedi’ot Acharonot, dass der Ausbruch von Seuchen in Gaza gut für Israel sei:
- „Schließlich werden schwere Epidemien im Süden des Gazastreifens den Sieg näher bringen und die Zahl der Todesopfer unter den IDF-Soldaten verringern.“<ref>Gideon Levy: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Giora Eiland’s Monstrous Gaza Proposal Is Evil in Plain Sight ( vom 22. November 2023 im Webarchiv archive.today). In: Haaretz, 23. November 2023.</ref><ref>Sylvain Cypel: L’État d’Israël contre les Juifs: Après Gaza – Nouvelle édition augmentée (= La Découverte Poche. Nr. 593). 2. Auflage. Éditions La Découverte, Paris 2024, ISBN 978-2-348-08372-3, S. 25.</ref><ref name=":0">Samy Cohen: Tuer ou laisser vivre : Israël et la morale de la guerre. Éditions Flammarion, Paris 2025, ISBN 978-2-08-046824-6, S. 295.</ref>
Viele Aussagen Eilands wurden in der Anklageschrift von Südafrika gegen Israel beim Internationalen Gerichtshof Ende 2023 als Beweis dafür angeführt, dass Israel einen Genozid gegen die Bevölkerung des Gazastreifens plane.<ref>Pressemitteilung: "Application of the Convention on the Prevention and Punishment of the Crime of Genocide in the Gaza Strip (South Africa v. Israel)". Internationaler Gerichtshof, 12. Januar 2024, abgerufen am 12. Januar 2023.</ref><ref>Beilage zum Antrag Südafrikas: "Application instituting proceedings". Internationaler Gerichtshof, 28. Dezember 2023, abgerufen am 12. Januar 2024.</ref>
Eiland gilt als Hauptvertreter des „Plans der Generäle“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), der eine komplette ethnische Säuberung des nördlichen Gazastreifens vorsieht. Dieser erschien am 4. September 2024.<ref name=":0" /> Da Israel seit Eroberung des Netzarim-Korridors im November 2023 alle Grenzen dieses Territoriums kontrolliert, solle eine Blockade darüber verhängt werden; die Zivilisten sollten in den Süden des Gazastreifens evakuiert und die zurückbleibenden Militanten durch Aushungern zur Aufgabe gezwungen werden.<ref>Giora Eiland: In Defense of the 'Generals' Plan': Laying Siege to Israel's Enemy Isn't a War Crime. In: Haaretz, 1. November 2024; abgerufen am 4. November 2024.</ref> In Israel wurde kein größerer Widerspruch dagegen laut.<ref name=":0" />
Veröffentlichungen[Bearbeiten]
- Regional Alternatives to the Two-State Solution (2010, BESA)
- Regional Alternatives to the Two-State-Solution, Talk, Jerusalem Center for Strategic Affairs, 2010 (youtube)
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Eiland, Giora |
| KURZBESCHREIBUNG | israelischer General und Leiter des Nationalen Sicherheitsrates |
| GEBURTSDATUM | 1952 |
| GEBURTSORT | Kfar Hess, Israel |