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Gipskräuter

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Gipskräuter
Datei:Gypsophila repens.jpg

Kriechendes Gipskraut (Gypsophila repens)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Tribus: Caryophylleae
Gattung: Gipskräuter
Wissenschaftlicher Name
Gypsophila
L.

Die Gipskräuter (Gypsophila) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Der Trivialname „Gipskraut“ rührt daher, dass manche Arten der Gattung auf Gipsgestein wachsen.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Illustration Gypsophila paniculata0.jpg
Illustration des Rispigen Gipskraut (Gypsophila paniculata)

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Bei Gipskraut-Arten handelt es sich um einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen, seltener auch Halbsträucher. Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind oft fleischig, bläulich grün und linealisch bis lanzettlich.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die endständigen Blütenstände sind dichasiale Zymen, Schirmtrauben, Rispen oder selten Köpfchen, die viele Blüten enthalten. Die Tragblätter sind meist trockenhäutig, selten laubblattähnlich.<ref name="FoC2010" />

Die meist zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Als Mitglieder der Unterfamilie der Caryophylloideae sind ihre Kelchblätter glocken- oder trichterförmig, selten zylindrisch, verwachsen. Der Kelch ist durch trockenhäutige und grüne Längsstreifen streifig und endet in fünf Kelchzähnen.<ref name="FoC2010" /> Die fünf meist weißen bis rosafarbenen, oft aber auch ein wenig rötlichen, manchmal mit purpurfarbenen Adern Kronblätter sind länglich oder verkehrt eiförmig, an ihrer Basis mehr oder weniger gleichmäßig in den Nagel verschmälert und an der Spitze gerundet oder ausgerandet.<ref name="FoC2010" /> Es sind zehn Staubblätter vorhanden. Die einkammerigen Fruchtknoten sind kugelig oder eiförmig und enthalten viele Samenanlagen. Es sind meist zwei, selten drei Griffel vorhanden. Es ist kein Gynophor vorhanden.<ref name="FoC2010" />

Die Kapselfrüchte sind kugelig, eiförmig oder länglich und vierklappig. Die Samen sind fast nierenförmig, abgeflacht und warzig.<ref name="FoC2010" />

Datei:Gypsophila acutifolia2.jpg
Gypsophila acutifolia
Datei:Gypsophila altissima 96442191.jpg
Ausschnitt eines Blütenstandes von Gypsophila altissima mit typischer Verzweigung
Datei:Gypsophila aretioides 01.jpg
Polster-Gipskraut (Gypsophila aretioides)
Datei:Gypsophila bicolor kz01.jpg
Gypsophila bicolor
Datei:20140803Gypsophila fastigiata1.jpg
Büscheliges Gipskraut (Gypsophila fastigiata)
Datei:Gypsophila oldhamiana.JPG
Gypsophila oldhamiana
Datei:Gypsophila paniculata sl4.jpg
Rispiges Gipskraut (Gypsophila paniculata)
Datei:Gypsophila paniculata sl22.jpg
Rispiges Gipskraut (Gypsophila paniculata)
Datei:Gypsophila tekirae.jpg
Gypsophila perfoliata
Datei:Gypsophila repens1.JPG
Kriechendes Gipskraut (Gypsophila repens)
Datei:GYPSOPHYLA STRUTHIUM - EMPALOUS - IB-507 (Trincola).JPG
Blütenstand von Gypsophila struthium
Datei:Gypsophila tenuifolia kz03.jpg
Gypsophila tenuifolia
Datei:Gypsophila uralensis.JPG
Gypsophila uralensis
Datei:Kuhnelke Roscheiderhof H3.jpg
Kuhnelke (Gypsophila vaccaria)

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Gypsophila wurde 1753 durch Carl von Linné aufgestellt. Typusart ist Gypsophila repens Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. Synonyme für Gypsophila Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. sind: Acosmia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Benth. ex G.Don, Ankyropetalum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Fenzl, Arrostia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Raf., Asophila Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Neck., Banffya Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Baumg., Bolbosaponaria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Bondarenko, Dichoglottis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Fisch. & C.A.Mey., Gypsophytum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ehrh., Hagenia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Moench, Jordania Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Boiss., Lanaria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Adans., Pseudosaponaria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(F.N.Williams) Ikonn., Rokejeka Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Forssk., Vaccaria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wolf.<ref name="Madhani2018" />

Das Hauptverbreitungsgebiet der Gypsophila-Arten liegt im östlichen Mittelmeerraum vor. Einige Arten findet man aber auch in den gemäßigten Gebieten Eurasiens, in Nord- und Südamerika sowie Australien, teilweise mit Status von Neophyten.

Die Gattung Gypsophila gehört zur Caryophylleae in der Unterfamilie Caryophylloideae innerhalb der Familie Caryophyllaceae. Beispielsweise Madhani et al. 2018 haben gezeigt, dass die meisten artenreichen Gattungen der Tribus Caryophylleae im bisherigen Umfang nicht monophyletisch sind. Der Umfang der Gattungen dieser Verwandtschaftsgruppe wird kontrovers diskutiert.<ref name="Madhani2018" />

Es gibt etwa 150<ref name="FoC2010" /> Gypsophila-Arten (hier eine Auswahl):<ref name="GRIN" /><ref name="Euro+Med" />

Nach Madhani et al. 2018 nicht mehr zu dieser Gattung werden gerechnet, beispielsweise die Arten der Gattung Acanthophyllum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.C.A.Mey., Heterochroa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Bunge, Petrorhagia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Ser.) Link, Psammophiliella Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ikonn. und den neu aufgestellten Gattungen Bolanthus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Madhani & Zarre sowie Petroana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Madhani & Zarre:<ref name="Madhani2018" />

Naturhybriden:

  • Gypsophila ×digenea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Borbás: diese Naturhybride aus Gypsophila fastigiata × Gypsophila paniculata kommt nur in Ungarn vor.
  • Gypsophila ×moldavica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Pînzaru: 2022 wurde diese Naturhybride aus Gypsophila collina × Gypsophila glomerata durch P. Pînzaru in J. Pl. Developm., Volume 29, S. 182 erstbeschrieben und sie kommt in der Ukraine vor.

Nutzung[Bearbeiten]

Zwei Gipskraut-Arten (Gypsophila paniculata und Gypsophila elegans) verwendet man als Zierpflanzen<ref name="Botanica2003" /> für Steingärten.

Die unterirdischen Pflanzenteile verschiedener Gipskraut-Arten, beispielsweise Gypsophila struthium, enthalten (wie Saponaria officinalis) reichlich Saponine, die früher in Arzneimitteln<ref name="Martin1991" /> sowie als Feinwaschmittel, speziell für Wolle, verwendet wurden. Vorlage:Hinweisbaustein Das Schleierkraut (Gypsophila paniculata) wurde ebenfalls medizinisch verwendet (Auszüge sind auswurffördernd und harntreibend).

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Rauh: Flora von Deutschland und seinen angrenzenden Gebieten. Begründet von Otto Schmeil, Jost Fitschen. 84. Auflage. Quelle & Meyer, Heidelberg 1968.
  • James S. Pringle: Gypsophila. In:
  • Lu Dequan, Nicholas J. Turland: Gypsophila. In:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Botanica2003"> </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Koç2013"> Murat Koç: Gypsophila torulensis (Caryophyllaceae), a New Species from Turkey. In: Annales Botanici Fennici. Band 50, Nr. 3, 2013, S. 149–150, doi:10.5735/085.050.0304 (PDF-Datei). </ref> <ref name="Budak2012"> Ümit Budak: Gypsophila yusufeliensis (Caryophyllaceae), a New Species from Turkey. In: Annales Botanici Fennici. Band 49, Nr. 5–6, 2012, S. 425–427, doi:10.5735/085.049.0620 (PDF-Datei). </ref> <ref name="Zander2008"> Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7, S. 1447. </ref> <ref name="Kandemir2012"> Ali Kandemir, Shahina A. Ghazanfar: Gypsophila afghanica (Caryophyllaceae), a new species from Afghanistan. In: Kew Bulletin. Band 67, Nr. 4, 2012, S. 849–851, doi:10.1007/s12225-012-9408-y. </ref> <ref name="FoPak"> Shahina Ghazanfar, Yasin J. Nasir: Flora of Pakistan, 175: Caryophyllaceae. Department of Botany, University of Karachi, Karachi 1986, Gypsophila S. 89–99 (online). </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold: Caryophyllaceae.: Gypsophila. In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity, Berlin 2011. </ref> <ref name="FoC2010"> Lu Dequan, Nicholas J. Turland: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 6: Caryophyllaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2010. Gypsophila Linnaeus. - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="Martin1991"> Jürgen Martin: Die ‚Ulmer Wundarznei‘. Einleitung – Text – Glossar zu einem Denkmal deutscher Fachprosa des 15. Jahrhunderts. Königshausen & Neumann, Würzburg 1991 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. Band 52), ISBN 3-88479-801-4 (zugleich Medizinische Dissertation Würzburg 1990), S. 176 (Struthium). </ref> <ref name="Madhani2018"> Hossein Madhani, Richard Rabeler, Atefeh Pirani, Bengt Oxelman, Günther Heubl, Shahin Zarre: Untangling phylogenetic patterns and taxonomic confusion in tribe Caryophylleae (Caryophyllaceae) with special focus on generic boundaries. In: Taxon, Volume 67, Issue 1, Februar 2018, S. 83–112. doi:10.12705/671.6 PDF. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Gipskräuter (Gypsophila) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien