Giraffe AMB
Das Luftraumaufklärungsradargerät Giraffe AMB (Agile Multi-Beam) ist ein Vertreter einer ganzen Familie von stationären und mobilen Luftverteidigungssystemen kurzer und mittlerer Reichweite, die ein Impuls-Doppler-Luftraumaufklärungsradar im G-Band mit einer C³I-Gefechtsleitstelle (C³I: Command, Control, Communications and Intelligence) kombiniert. Ursprünglich entwickelt von der schwedischen Firma Ericsson 1977, wird das System seit der Übernahme 2006 von Saab vertrieben und weiterentwickelt.
Merkmale[Bearbeiten]
Die Giraffe AMB ist ein echtes 3D-Radar, das speziell für die Zielzuweisung für Flugabwehrraketensysteme kurzer und mittlerer Reichweite entwickelt wurde und mit einer aktiven Phased-Array-Antenne ausgestattet ist. Die Bezeichnung AMB steht für Agile Multi Beam und bedeutet etwa schnellbewegliche Strahlfolge, das heißt, mehrere verschieden geformte und gerichtete Antennendiagramme können in schneller Folge ausgestrahlt oder empfangen werden.
Die Antenne erzeugt einen breiteren Sendestrahl, der alle Höhenwinkelbereiche abdeckt. In der Empfangszeit formt die Phased-Array-Antenne dann mehrere schmale Empfangsdiagramme für einen gleichzeitigen Empfang mehrerer Höhenwinkelbereiche mit differenzierter Reichweite. So werden mit einer Datenaktualisierungsrate von etwa einer Sekunde auch extrem hoch fliegende Ziele erfasst. Alle Zielkoordinaten werden mit dem Monopulsverfahren errechnet und erzeugen so ein digitales Zielsignal mit großer Genauigkeit. Die Nebenkeulen der Antenne sind auf ein Minimum reduziert und geben somit der Giraffe AMB eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen aktive Störungen. Während das Radar im normalen Betrieb mit einer Pulsleistung von 25 kW sendet, wird im LPI-Betriebsmodus mit maximal 3 Watt gesendet, um die Entdeckung durch feindliche Radarwarnanlagen zu verhindern oder zumindest zu verzögern.<ref>Saab – SEA GIRAFFE LT (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive) (PDF; 343 kB)</ref>
Die Giraffe AMB wurde speziell für das schwedische Luftabwehrsystem RBS 23 BAMSE entwickelt und lässt sich aufgrund ihrer standardisierten C³I-Schnittstellen in fast alle Flugabwehr-Raketensysteme integrieren. Auf der Eurosatory 2026 stellte Saab mit Giraffe AMB D die aktuellste Version vor. Die Reichweite des Radars wurde auf 250 km erhöht.<ref>Eurosatory: Giraffe AMB D – neues Luftraumüberwachungsradar. 19. Juni 2026, abgerufen am 19. Juni 2026.</ref>
Seit 1978 wurden mehr als 450 Giraffe-Radargeräte ausgeliefert und sind seitdem in 18 Staaten außerhalb Schwedens im Einsatz.
Versionen[Bearbeiten]
- GIRAFFE AMB: bodengestützt auf LKW, mit Monopuls-Antenne, Frequenzbereich 5,4–5,9 GHz, Radarreichweite 100 km.<ref>Radartutorial.eu: Giraffe AMB</ref>
- GIRAFFE AMB-D: bodengestützt auf LKW, AESA-Radar, Frequenzbereich 5,25–5,85 GHz. Kann zeitgleich 2000 Ziele begleiten. Radarreichweite 250 km.<ref name="erd2026">Edrmagazine.eu: Eurosatory 2026 – Giraffe AMB D, the new member of Saab’s Giraffe family of radars</ref>
- GIRAFFE 1X: bodengestützt auf Geländewagen, AESA-Radar, Radarreichweite 75 km.<ref>Saab.com: Giraffe 1X</ref>
- GIRAFFE 4A: bodengestützt auf LKW, AESA-Radar mit einer Frequenz von rund 8 GHz. Radarreichweite 280–400 km.<ref>Radartutorial.eu: Giraffe 4A</ref><ref>Saab.com: Giraffe 4A</ref>
- Sea GIRAFFE AMB: seegestützt, mit Monopuls-Antenne, in der United States Navy bezeichnet als AN/SPS-77(V)1.
- Sea GIRAFFE AMB-C: seegestützt, mit AESA-Radar, Frequenzbereich 5,4–5,9 GHz. Kann zeitgleich 200 Luftziele und 600 Seeziele begleiten.<ref name="erd2026" />
- Sea GIRAFFE 1X: seegestützt, AESA-Radar.
- Sea GIRAFFE 4A: seegestützt, AESA-Radar.
Technische Daten[Bearbeiten]
| Technische Daten Giraffe AMB | |
|---|---|
| Frequenzbereich | 5,4–5,9 GHz |
| Pulswiederholzeit | |
| Pulswiederholfrequenz | |
| Sendezeit (PW) | |
| Empfangszeit | |
| Totzeit | |
| Pulsleistung | 25 kW |
| Durchschnittsleistung | |
| angezeigte Entfernung | 100 km |
| Entfernungsauflösung | |
| Öffnungswinkel | |
| Trefferzahl | 1 bis 3 |
| Antennenumlaufzeit | |
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />