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Glanz-Rauke

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Glanz-Rauke
Datei:Sisymbrium irio -plant.JPG

Glanz-Rauke (Sisymbrium irio)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Tribus: Sisymbrieae
Gattung: Rauken (Sisymbrium)
Art: Glanz-Rauke
Wissenschaftlicher Name
Sisymbrium irio
L.

Die Glanz-Rauke (Sisymbrium irio), auch Schlaffe Rauke genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Rauken (Sisymbrium) innerhalb der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae).<ref name="FloraWeb" /> Sie ist in Eurasien und Nordafrika weitverbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Sisymbrium irio — Flora Batava — Volume v20.jpg
Illustration aus Flora Batava, Band 20, 1898

Die Glanz-Rauke ist eine frischgrüne, überwinternd grüne, einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 50 Zentimetern erreicht.<ref name="FloraWeb" /> Der selbständig aufrechte Stängel ist meist verzweigt und reich beblättert.<ref name="Markgraf1958" /> Die Laubblätter besitzen ein bis sechs gezähnte, fiederteilige bis -spaltige Abschnitte sowie einen größeren, spießförmigen Endabschnitt.<ref name="FloraWeb" />

Die Blütezeit reicht in Mitteleuropa von Mai bis Juni. Der schirmtraubige Blütenstand enthält viele Blüten. Die zwittrigen Blüten sind vierzählig. Die vier Kelchblätter sind 2 Millimeter lang und ungehörnt.<ref name="FloraWeb" /> Die blassgelben vier Kronblätter sind 2 bis 4 Millimeter lang.<ref name="FloraWeb" /> Die Staubblätter sind 0,7 Millimeter lang.<ref name="FloraWeb" />

Die jungen Schoten überragen die Blüten beträchtlich, später sind sie 3 bis 5 Zentimeter lang und stehen auf 5 bis 10 Millimeter langen, dünnen Stielen.<ref name="FloraWeb" />

Chromosomengrundzahl beträgt x = 7<ref name="FloraWeb" />; es liegt Diploidie vor, also liegt 2n = 14 vor.<ref name="FoNA" />

Datei:Sisymbrium irio kz2.jpg
Glanz-Rauke (Sisymbrium irio)
Datei:Sisymbrium irio sl7.jpg
Glanz-Rauke (Sisymbrium irio)

Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Die Glanz-Rauke enthält in den Samen fette Öle, die relativ reich an Erucasäure sind.

Ökologie[Bearbeiten]

Bei der Glanz-Rauke handelt es sich um einen Therophyten.<ref name="FloraWeb" />

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Glanz-Rauke ist von Europa über West- bis Zentralasien und in Nordafrika weitverbreitet. Sie ist beispielsweise in den USA, in Südamerika und Australien ein Neophyt.<ref name="FoNA" />

In Mitteleuropa tritt die Glanz-Rauke nur unbeständig auf; gelegentlich findet man sie beispielsweise im Rhein-Main-Gebiet, am Oberrhein, im Wallis, im Wiener Becken und am Alpenfuß. Sie wächst hier in Gesellschaften des Verbands Sisymbrion.<ref name="Oberdorfer2001" /> In Südeuropa ist sie eine Charakterart des Verbands Hordeion.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die Glanz-Rauke gedeiht am besten auf lockeren Sand- oder Lehmböden, die basen- und stickstoffreich sein sollten. Sie besiedelt freie Standorte in Hafenanlagen und im Bereich von Güterbahnhöfen in Gegenden mit milden Wintern und trockenen und warmen Sommern.

Die Glanz-Rauke trat in London nach dem Brand von 1667/1668 massenhaft auf.<ref name="Markgraf1958" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1+ (trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Glanz-Rauke wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 695 erstbeschrieben. Schon Theophrastos von Eresos kannte eine Pflanze, die er Erysimum nannte und die wahrscheinlich Sisymbrium irio oder Sisymbrium polyceratium ist.<ref name="Markgraf1958" /> Die Bezeichnung irio wurde schon 1616 von Fabio Colonna für unsere Art gebraucht.<ref name="Markgraf1958" />

Quellen[Bearbeiten]

  • Ihsan A. Al-Shehbaz: Sisymbrium.: Sisymbrium irio, S. 670 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 7: Magnoliophyta: Salicaceae to Brassicaceae, Oxford University Press, New York und Oxford, 2010. ISBN 978-0-19-531822-7

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="FloraWeb"> Glanz-Rauke auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FoNA"> Ihsan A. Al-Shehbaz: Sisymbrium.: Sisymbrium irio, S. 670 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 7: Magnoliophyta: Salicaceae to Brassicaceae, Oxford University Press, New York und Oxford, 2010. ISBN 978-0-19-531822-7 </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Markgraf1958">Friedrich Markgraf: Familie Cruciferae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage, Band IV, Teil 1, Seite 100–101. Verlag Carl Hanser, München 1958.</ref> <ref name="InfoFlora"> Sisymbrium irio L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> </references>

Literatur[Bearbeiten]

  • Otto Schmeil, Jost Fitschen (Begr.), Siegmund Seybold: Die Flora von Deutschland und der angrenzenden Länder. Ein Buch zum Bestimmen aller wild wachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen. 95., vollst. überarb. u. erw. Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01498-2.
  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). 2., korrigierte und erweiterte Auflage. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8001-4990-2.
  • Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. Franckh-Kosmos-Verlag, 2., überarbeitete Auflage 1994, 2000, Band 3, ISBN 3-440-08048-X

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Glanz-Rauke (Sisymbrium irio) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien