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Gleidingen

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Gleidingen
Stadt Laatzen
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Bevölkerungsdichte: 537 Einwohner/km²
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Postleitzahl: 30880
Vorwahl: 05102
Lage von Gleidingen in Niedersachsen
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Gleidingen ist ein Ortsteil der Stadt Laatzen in der Region Hannover in Niedersachsen.

Geschichte[Bearbeiten]

Datei:St.Gertruden (Gleidingen) IMG 3646.jpg
St.-Gertruden-Kirche

Gleidingen ist der älteste Ortsteil von Laatzen. In einer Urkunde des Jahres 983 bezeugt „Hrothger de Glethingi“ mit anderen Persönlichkeiten den Grenzverlauf zwischen den Bistümern Hildesheim und Minden und damit den sächsischen Teilherzogtümern Engern und Ostfalen.

Das Geschlecht derer von Gleidingen wird in Schriften der folgenden Jahrhunderte immer wieder erwähnt und kann damit als größter Grundherr angenommen werden. Schon 1250 ist Henricus de Gledinge – die Schreibweise des Namens hatte sich zwischenzeitlich geändert – als Pfarrer bezeugt, so dass Gleidingen wohl als eine der frühesten Kirchengemeinden im heutigen Großraum Hannover bezeichnet werden darf.

1389 verlieh der Hildesheimer Bischof Gerhard dem neu gegründeten Kloster des Kartäuserordens in Hildesheim einen Sattelhof mit rund 270 Morgen Land. Es handelt sich dabei mit großer Wahrscheinlichkeit um das heutige Rittergut.

Während der Hildesheimer Stiftsfehde von 1519 bis 1523 kam es in Gleidingen zu einem Gefecht. Herzog Erich von Calenberg schlug bei Gleidingen ein bischöflich-hildesheimisches Truppenkontingent, das vorher das Dorf Langenhagen geplündert hatte. 100 Tote und 200 Gefangene sind bezeugt. Beim Friedensschluss nach Beendigung der Stiftsfehde kam das Amt Ruthe und damit auch Gleidingen zum Fürstentum Calenberg.

1643 kam das Große Stift Hildesheim wieder unter die Hoheit der Hildesheimer Bischöfe, und den welfischen Herzogen bescherte Gleidingen eine bewegte Vergangenheit bis in unsere Zeit.

Von Bedeutung erwies sich ein Duell auf der Gleidinger Sehlwiese, heute ein Neubaugebiet mit der Benennung „Gänsewiese“, bei dem der dänisch-norwegische Vizeadmiral Peter Wessel, genannt Tordenskiold getötet wurde.

In den hundert Jahren von 1812 bis 1910 stieg die Einwohnerzahl Gleidingens von etwa 600 auf 1390. Wie in den anderen, an der Leine gelegenen Ortschaften Laatzens vollzog sich auch in Gleidingen der Wandel vom reinen Bauerndorf zu einem Wohnort für Industriearbeiter.

Beim Novemberpogrom 1938 wurde das Synagogengebäude von SA-Angehörigen demoliert und Fenster von Geschäften und Wohnhäusern jüdischer Einwohner eingeworfen.<ref>Tessa Bouwman: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden.; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);.Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref> Einige konnten emigrieren, die übrigen wurden deportiert. Ende Januar 1945 mussten sich zwei „in Mischehe“ lebende jüdische Bewohner einem Transport in das Ghetto Theresienstadt anschließen. Der Judenfriedhof wurde 1976 restauruert und enthält 52 Grabsteine. Seit 2008 erinnern an mehreren Stellen an der Hildesheimer Straße „Stolpersteine“ an die ehemaligen Wohnorte jüdischer Familien, deren Angehörige Opfer des NS-Regimes wurden. Seit 2021 erinnert ein Wandbild an einer Trafostation an die ehemalige jüdische Gemeinde.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>

Gleidingen wurde mit der niedersächsischen Kommunalreform vom 1. März 1974 ein Teil der Stadt Laatzen.<ref name="BibISBN" />

Tongrube Gleidingen[Bearbeiten]

In den 1950er und 1960er Jahren betrieb die Familie Olliges eine Ziegelei an der Oesselser Straße. Zwei Brennöfen und eine mit Kohle betriebene Dampfmaschine für Prozesswärme und Stromerzeugung bildeten das Herzstück. Nahe Tongruben wurden mit einem Elektrobagger ausgewertet, eine Diesel-Kleinbahn mit Kipploren transportierte den Rohstoff in das Mahl- und Mischwerk. Ein Extruderwerk produzierte die verschiedenen Ziegelformen, über einen Hängeförderer oder Gleisschubwagen gelangten die Roh-Tonziegel in die Trockenbereiche (Ofen- oder Freilufttrocknung). Ebenfalls per Handarbeit wurden die getrockneten Tonziegel in die mittels Endlosfeuer betriebenen Rundöfen eingestapelt. Nach dem Brand wurden sie in Akkordarbeit aus den Öfen auf den Lagerplatz verbracht. Zum Abtransport für die Kunden wurden die LKW von Hand (Frauenarbeit) beladen. Nach einem Brand erfolgte eine Modernisierung eines Trockenofens, doch bald war die Ziegelei nicht mehr konkurrenzfähig, auch wegen der endenden Tonreserven. In den Tongruben wurden zahlreiche Versteinerungen (Donnerkeile) gefunden. Nachfolgend wurde auf dem Gelände ein Schlachthof errichtet.

Politik[Bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten]

Der Ortsrat von Gleidingen setzt sich aus fünf Ratsfrauen und fünf Ratsherren folgender Parteien zusammen:<ref name="Rat" />

(Stand: Kommunalwahl 12. September 2021)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten]

Die Ortsbürgermeisterin von Gleidingen ist Silke Rehmert (SPD). Ihre Stellvertreterin ist Silke Schönecke (CDU).<ref name="Rat" />

Wappen[Bearbeiten]

Der Entwurf des Wappens von Gleidingen ist von unbekannter Herkunft. Das Wappen hat dem Preußischen Geheimen Staatsarchiv vorgelegen und ist in den Jahren 1930/31 genehmigt worden.<ref name="Wappen" /> Vorlage:Wappenbeschreibung

Gedicht zum Wappen[Bearbeiten]

Datei:JosephMachens.jpg
Joseph Godehard Machens (1886–1956)

Die Verse sind von Joseph Godehard Machens, Bischof von Hildesheim.<ref name="Wappen" />

Gleidinger Ritter und Knappen
Führten die Rose im Wappen.
Rotes Röslein, knosp' und glüh'.
Du, mein Dörflein, wachs und blüh'.
Gleidingens Ritter und Knappen
Nahmen den Leu noch ins Wappen.
Löwe, hebe die Pranken frei,
Schwing deine Quaste im stolzen Juchhei.
Gleidingens Ritter und Knappen
Priesen die Freiheit im Wappen.
Drum will der Gleidinger Mann
Frei sein von knechtischem Bann.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

  • Die Heimatstube Gleidingen präsentiert eine Dauerausstellung zur Geschichte und Kultur der Ortschaft und ihrer Menschen. Regelmäßig zeigt sie Sonderausstellungen zu wechselnden Themen der Ortsgeschichte.

Bauwerke[Bearbeiten]

Datei:St.-Josef-Kirche (Gleidingen).jpg
St.-Josef-Kirche
  • Die evangelisch-lutherische Kirche St. Gertruden, benannt nach Gertrud von Nivelles, befindet sich an der Hildesheimer Straße 560. Ihr Barockturm wurde 1720–1725 errichtet, das Kirchenschiff in der heutigen Form 1820/21. Die Kirchengemeinde ist dem Kirchenkreis Laatzen-Springe der Landeskirche Hannovers zugeordnet.<ref name="Kirche" />
  • Die katholische Kirche St. Josef, benannt nach Josef von Nazaret, befindet sich an der Straße „Zum Anger“. Sie wurde 1938/39 erbaut und gehört seit 1982 zur Pfarrgemeinde St. Oliver in Laatzen, zuvor gehörte sie zur Pfarrgemeinde in Ruthe.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Datei:Gedenkstätte zur Erinnerung an die jüdische Gemeinde Gleidingens.jpg
Gedenkstätte zur Erinnerung an die jüdische Gemeinde Gleidingens
Datei:Jüdischer Friedhof Gleidingen 1.jpg
Jüdischer Friedhof Gleidingen
  • Ein Gedenkstein erinnert an ein Duell auf der Gleidinger Sehlwiese, bei dem der dänisch-norwegische Vizeadmiral Peter Wessel Tordenskiold getötet wurde. Ein Gedenkstein an einer nach ihm benannten Straße erinnert an dieses Ereignis. Ein weiterer Gedenkstein erinnert an „1000 Jahre Gleidingen“.
  • Eine Gedenkstätte zur Erinnerung an die jüdische Gemeinde Gleidingens und die Synagoge Gleidingen, die an der Thorstraße ihren Standort hatte, befindet sich an der Einmündung der Thorstraße in die Hildesheimer Straße. Alljährlich am 9. November, dem Jahrestag der Pogromnacht, legt der Bürgermeister der Stadt Laatzen zur Erinnerung an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus einen Kranz an der Gedenkstätte nieder.
  • Im Ort gibt es den jüdischen Friedhof Gleidingen sowie eine alte Posthalterei.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Gleidingen

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Gleidingen wird durch die Linien 1 und 2 der Stadtbahn Hannover mit der Landeshauptstadt Hannover und durch die Linie 1 mit Sarstedt verbunden.

Linie Verlauf Takt

Vorlage:Linienverlauf SPNV Hannover Vorlage:Linienverlauf SPNV Hannover

Eine Buslinie verbindet Gleidingen mit den Nachbardörfern Ingeln-Oesselse und der Nachbargemeinde Sehnde. Weiterhin verläuft die B 6 durch Gleidingen. Die Ausfahrt Laatzen (59) der A 7 ist etwa fünf Kilometer entfernt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

  • Karl von Reden (1821–1890), Rittergutsbesitzer und Mitglied des Reichstags des Deutschen Kaiserreichs
  • Meyer Kayserling (1829–1905), Rabbiner und Historiker, der insbesondere über Literatur und Geschichte der sephardischen Juden gearbeitet hat
  • Albert David (1866–1940), Mediziner
  • Gustav Berlin (1878–1955), preußischer Verwaltungsjurist und Kommunalpolitiker, Landrat in den Provinzen Pommern und Hannover

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Peter Wessel Tordenskiold (1690–1720), dänisch-norwegischer Marineoffizier während des Großen Nordischen Krieges, starb in Gleidingen
  • Kurt Grobe (1920–1987), kaufmännischer Angestellter, Politiker (SPD), war erster Vorsitzender des SPD-Ortsvereins in Gleidingen
  • Christoph Dreyer (* 1966), Politiker (CDU) und ehemaliges Mitglied des Niedersächsischen Landtags, ging in Gleidingen zur Schule und hatte später ein Mandat im dortigen Ortsrat

Literatur[Bearbeiten]

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Weblinks[Bearbeiten]

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Einzelnachweise[Bearbeiten]

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