Gnaeus Matius
Gnaeus Matius (auch Gnaeus Mattius) war ein römischer Dichter republikanischer Zeit, der zu Beginn des 1. Jahrhunderts v. Chr. wirkte. Von seinen Werken sind lediglich 17 Fragmente erhalten.
Die älteste Erwähnung des Gnaeus Matius stammt von Varro, der ihn in seinem zwischen 47 und 43 v. Chr. verfassten Werk De lingua Latina zweimal zitiert.<ref>Varro, De lingua Latina 7,95.96.</ref> Bereits diese Zitate zeugen von dem einen der Werke des Matius: Der Übersetzung von Homers Ilias ins Lateinische. So entspricht das bei Varro überlieferte Corpora Graiorum maerebat mandier igni dem homerischen Vers 56 „{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)“ („Denn sie sorgt’ um der Danaer Volk, die Sterbenden schauend“)<ref>Übersetzung von Johann Heinrich Voß (1751–1826)</ref> aus dem ersten Buch der Ilias. Neben den beiden Fragmenten bei Varro lassen sich sechs weitere, die sich bei Gellius<ref>Aulus Gellius, Noctes Atticae 7,6,5; 9,14,14.15.</ref> sowie bei den spätantiken Grammatikern Diomedes Grammaticus,<ref>Diomedes Grammaticus 1,345K.</ref> Priscian<ref>Priscian 1,334.</ref> und Flavius Sosipater Charisius<ref>Charisius, 150 B = 117 K.</ref> finden, dem Übersetzungswerk oder der Ilias-Bearbeitung zuweisen. Da all diese Zitate bei Antiquaren und Grammatikern angeführt werden und keinen Niederschlag etwa in den Werken Ciceros fanden – der stattdessen sich an eigenen Übertragungen versuchte –, war die Wertschätzung dieser Übersetzung wohl nicht allzu groß.<ref>Werner Suerbaum: Das mythologische Epos: Überblick. In: Werner Suerbaum (Hrsg.): Die archaische Literatur. Von den Anfängen bis Sullas Tod (= Handbuch der lateinischen Literatur der Antike. Band 1). C. H. Beck, München 2002, S. 284.</ref>
Die größere Anzahl der erhaltenen Fragmente des Matius lässt sich Mimiamben zuordnen, im Versmaß des Jambus verfassten Stücken der Theatergattung Mimus, die Matius als Choliamben ausführte. Letzteres spricht dafür, dass sie nicht für eine Aufführung, sondern für die Rezitation verfasst wurden. Terentianus Maurus nennt Hipponax, den Erfinder des Choliambus, als sein Vorbild.<ref>Terentianus 2416.</ref> Doch scheint er vor allem Herodas nachgeahmt zu haben, der ebenfalls Mimiamben verfasste.<ref>Jürgen Blänsdorf: Gnaeus Matius. In: Werner Suerbaum (Hrsg.): Die archaische Literatur. Von den Anfängen bis Sullas Tod (= Handbuch der lateinischen Literatur der Antike. Band 1). C. H. Beck, München 2002, ISBN 3-406-48134-5, S. 176.</ref> Eine direkte Übersetzung des Herodas ist nicht nachzuweisen, aber möglich.<ref>Edward Courtney: The Fragmentary Latin Poets. Oxford University Press, Oxford 2003, S. 106.</ref> Die Mimiamben sind überliefert bei Gellius,<ref>Aulus Gellius, Noctes Atticae 10,24,10; 15,25,1.2; 20.9,2.3.</ref> Macrobius,<ref>Macrobius, Saturnalia 3,20,5.</ref> Priscian<ref>Priscian 1,274K</ref> und möglicherweise bei Nonius Marcellus.<ref>Nonius 193M, die Zuweisung ist zweifelhaft; vergleiche Edward Courtney: The Fragmentary Latin Poets. Oxford University Press, Oxford 2003, S. 106.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Jürgen Blänsdorf: Gnaeus Matius. In: Werner Suerbaum (Hrsg.): Die archaische Literatur. Von den Anfängen bis Sullas Tod (= Handbuch der lateinischen Literatur der Antike. Band 1). C. H. Beck, München 2002, ISBN 3-406-48134-5, S. 176–177.
- Edward Courtney: The Fragmentary Latin Poets. Oxford University Press, Oxford 2003, S. 99–106.
- Peter Lebrecht Schmidt: Matius 3. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 7, Metzler, Stuttgart 1999, ISBN 3-476-01477-0, Sp. 1027.
- Wilhelm Kroll: Matius 4. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band XIV,2, Stuttgart 1930, Sp. 2211 f.
Weblinks[Bearbeiten]
- Fragmente bei packum.org.
Anmerkungen[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Matius, Gnaeus |
| ALTERNATIVNAMEN | Mattius, Gnaeus |
| KURZBESCHREIBUNG | römischer Dichter |
| GEBURTSDATUM | 2. Jahrhundert v. Chr. |
| STERBEDATUM | 1. Jahrhundert v. Chr. |