Zum Inhalt springen

Golddistel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Seite Vorlage:Taxobox/styles.css hat keinen Inhalt.

Golddistel
Datei:Golddistel Carlina vulgaris 2009.jpg

Golddistel (Carlina vulgaris)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Carduoideae
Tribus: Cynareae
Gattung: Eberwurzen (Carlina)
Art: Golddistel
Wissenschaftlicher Name
Carlina vulgaris
L.

Die Golddistel (Carlina vulgaris), auch Gemeine Eberwurz oder Kleine Eberwurz<ref name="FloraWeb" /> und Gemeine Wetterdistel genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Eberwurzen (Carlina) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Carlina vulgaris (3).JPG
Blütenkorb
Datei:Carlina vulgaris 03.2026 (4).jpg
Fruchtstand

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Die Golddistel ist eine zweijährige<ref name="POWO" /> krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 15 bis 60 Zentimetern.<ref name="FloraWeb" /> Die Stängel sind steif aufrecht, unverzweigt oder im oberen Bereich verzweigt.<ref name="Hegi1987" />

Die Laubblätter sind fiederlappig bis fiederschnittig<ref name="FloraWeb" /> und stachelig gezähnt. Die Blattunterseite ist anfangs spinnwebig-wollig behaart und später verkahlend.<ref name="Hegi1987" /> Die Stängelblätter sind länglich-eiförmig mit spitzem oberen Ende und mit breit-gerundetem oder stängelumfasendem Grund sitzend.<ref name="Hegi1987" /> Die obersten Stängelblätter gehen in die langdornig bewimperten lanzettlichen Hüllblätter über.<ref name="Hegi1987" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blütezeit liegt im Hochsommer. Der traubige bis rispige Gesamtblütenstand enthält selten nur einen, meist bis zu drei körbchenförmige Blütenstände.<ref name="FloraWeb" /> Im Gegensatz zur Silberdistel sind ihre Blütenkörbe bei einem Durchmesser von 1,5 bis 2,5 Zentimeter wesentlich kleiner.<ref name="FloraWeb" /> Die häutigen inneren Hüllblätter sind schmal-linealisch, länger als alle anderen und trüb-weiß bis zitronen-gelb glänzend (daher auch der Trivialname Golddistel). Die äußeren Hüllblätter sind laubblattartig, lanzettlich, dornig gezähnt; die mittleren Hüllblätter sind kammförmig dornig-gezähnt.<ref name="Hegi1987" /> Bereits zur Blütezeit sind die trockenhäutigen Hüllblätter abgestorben und verbleiben dauerhaft am Pflanzenexemplar. Die Spreublätter sind borstlich zerschlitzt und länger als die Röhrenblüten.<ref name="Hegi1987" /> In jedem Blütenkorb befinden sich viele gelbliche und am oberen Ende purpurfarbene Röhrenblüten.<ref name="FloraWeb" /><ref name="Hegi1987" />

Die Achänen sind 2 bis 4 Millimeter lang, dicht seidig rostfarben behaart. Ihr Pappus ist in federige Borsten „zerschlitzt“ und zwei- bis dreimal so lang wie die Frucht.<ref name="Hegi1987" />

Chromosomensatz[Bearbeiten]

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 10; es liegt Diploidie vor mit einer Chromosomenzahl von 2n = 20.<ref name="FloraWeb" />

Ökologie[Bearbeiten]

Vorlage:Hinweisbaustein Die Golddistel ist eine der wenigen Pflanzenarten, die aufgrund ihres steifen, skleromorphen (austrocknungstoleranten) Stängels bis weit in das Frühjahr hinein aufrecht stehen bleiben. Die inneren Hüllblätter reagieren auf Luftfeuchtigkeit. Bei feuchtem Wetter krümmen sie sich nach oben und schützen die Röhrenblüten vor Regen. Bei trockenem Wetter und Sonnenschein breiten sie sich wieder aus.

Blütenbesucher sind Apiden, Sphegiden, Schwebfliegen und Falter.<ref name="Hegi1987" />

Die Golddistel ist Wirtspflanze für die Pilzarten auf den Stängeln Leptosphaeria ogilviensis, Ophiobolus acuminatus und Pleosporia vulgaris; auf den Blättern Mycosphaerella affinis, Mycosphaerella carlinae und Sphaerotheca humuli.<ref name="Hegi1987" />

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Golddistel ist in Europa und Westasien verbreitet. In Europa kommt sie in fast allen Ländern vor und fehlt nur in Portugal und Island. In Asien hat sie Vorkommen in der Türkei, im Kaukasusraum, im Iran und in Turkmenistan.<ref name="POWO" />

Sie gedeiht auf trockenen, nährstoffarmen Magerrasen, Hügeln und Gebirgswiesen, besonders auf Kalkboden. Hier behauptet sie sich gegen schnellwüchsige Konkurrenten. Die Golddistel verschwindet aber, wenn die Magerrasen öfter im Jahr gemäht werden. Die Golddistel gedeiht auf sommerwarmen, mäßig trockenen, basenreichen, mehr oder weniger humosen, mittel- bis tiefgründigen Ton- und Lehmböden. Sie ist eine Charakterart des Verbands Mesobromion, kommt aber auch in anderen Pflanzengesellschaften der Klasse Festuco-Brometea oder der Verbände Erico-Pinion oder Violion vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> In den Allgäuer Alpen steigt sie in Bayern an der Höfats bis zu einer Höhenlage von 1700 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert2004" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2w (mäßig trocken aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie und Systematik[Bearbeiten]

Die Golddistel wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 2 Seite 828–829 als Carlina vulgaris erstbeschrieben. Sie steht hier unter dem Namen Carlina corymbosa, wie er auf Seite 1231 vermerkt. Beide Arten wurden im Text versehentlich vertauscht.

Man kann zwei Unterarten unterscheiden:<ref name="POWO" />

  • Carlina vulgaris subsp. spinosa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Velen.) Vandas: Sie kommt von Südeuropa bis Transkaukasien vor.<ref name="POWO" />
  • Carlina vulgaris subsp. vulgaris: Sie kommt von Europa bis zum Iran vor.<ref name="POWO" />

Trivialnamen[Bearbeiten]

Für die Golddistel bestehen bzw. bestanden, zum Teil auch nur regional, auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Dreidistel, Feldsafran, Satkraut, Schönhärle (Schlesien), Sodkraut (Württemberg), wilde Stichwurz (Ostpreußen) und Sewdistel.<ref name="Pritzel1882" /> Lateinisch wurde die „schwarze“ Goldistel ebenso wie die „weiße“ Silberdistel als Cameleonta bezeichnet.<ref>Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 166.</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Golddistel (Carlina vulgaris) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="InfoFlora"> Carlina vulgaris L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Carlina vulgaris L., Kleine Eberwurz auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Pritzel1882"> Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 82. (eingescannt). </ref> <ref name="Dörr-Lippert2004"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 628.</ref> <ref name="Hegi1987"> Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. S. 821–824. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band VI, Teil 3, Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987, ISBN 3-489-86020-9. </ref> <ref name="POWO">Carlina vulgaris. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum</ref> </references>

Vorlage:Hinweisbaustein