Golem Sesselrad
| DKW | |
|---|---|
| Datei:Golem Sesselrad.JPG Golem Sesselrad | |
| Golem | |
| Hersteller | Eichler & Co. |
| Produktionszeitraum | 1921 bis 1922 |
| Klasse | Motorroller |
| Motordaten | |
| Einzylinder-Zweitaktmotor, 50 × 60 mm (Bohrung/Hub) | |
| Hubraum | 118 cm³ |
| Leistung | 1 kW/PS |
| Höchstgeschwindigkeit | 40 km/h |
| Leergewicht | 32<ref name="dkw-autounion" /> oder 45<ref name="Rönicke" /><ref name="motomuseum-hostalek" /> kg |
| Nachfolgemodell | Lomos Sesselrad |
Das Golem Sesselrad gilt als einer der ersten Motorroller; er wurde in Zusammenarbeit der Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen und Eichler & Co. in Berlin hergestellt.<ref>Erwin Tragatsch: Motorräder - Deutschland, Österreich, Tschechoslowakei, 1894–1971, 2. Auflage. Motorbuch Verlag. Stuttgart (1971), ISBN 3-87943-213-9, S. 126.</ref>
Geschichte und Technik[Bearbeiten]
Konstrukteur des Golems war Ernst Eichler. In der Mitte eines Einrohrrahmens war der von Hugo Ruppe entwickelte luftgekühlte 118-cm³-Zweitaktmotor liegend eingebaut und trieb über eine Kette das 14-Zoll-Hinterrad an. Das gleich große Vorderrad wurde über eine geschobene Kurzschwinge mit Hilfsgabel gefedert. Hersteller des Rahmens war Eichler, der auch den Alleinvertrieb des Fahrzeugs hatte.<ref name="dkw-autounion">Werbung. Abgerufen am 18. November 2022.</ref> Das Hinterrad wurde mittels Außenband-Trommelbremse gebremst. Der Betätigungshebel, von der aus ein Gestänge zur Bremse führte, war seitlich am Oberrohr befestigt. Das Vorderrad ist ungebremst.<ref name="motomuseum-hostalek">Südböhmisches Motoradmusem České Budějovice – Golem-Stuhlrad. Abgerufen am 5. September 2026.</ref><ref>Bild der rechten Seite mit gut erkennbarer Bremse samt Betätigungshebel. Abgerufen am 5. September 2026.</ref>
„Mit den kleinen Rädern und dem durchaus komfortablen Sitz war er eine Ausnahmeerscheinung auf dem Zweiradmarkt.“
In der Werbung wurde der Golem „als für alle Berufe das beste Motorrad“ angepriesen, was das Bild eines Fahrers mit Mantel und Hut, die linke Hand am Lenker und in der rechten eine Zigarre, betonen sollte. Darunter standen die Schlagworte: „Bequem“, „Leichtes Gewicht“, „Gefahrlos“, „Sturz ausgeschlossen“. Herausgestellt wurden ferner „geringster Benzinverbrauch: 1 Liter – 60 Kilometer“.<ref name="dkw-autounion" />
Bemerkenswert ist ein oben auf dem Rahmen angebrachter Tragegriff, der das Abstellen der leichten Konstruktion zum Beispiel in einem Keller erleichtern sollte.<ref>Norbert Adolph: Fahrwerk – Bindeglied zur Straße. In: Christian Bartsch (Hrsg.): Ein Jahrhundert Motorradtechnik. VDI-Verlag GmbH, Düsseldorf 1987, ISBN 3-18-400757-X, S. 185.</ref>
Bereits nach einem Jahr Bauzeit wurde der Golem zugunsten des Lomos Sesselrads eingestellt; etwa 500 Stück waren gebaut worden. Die als unglücklich empfundene Benennung nach dem Golem, einem menschenähnlichen seelenlosen Wesen aus der jüdischen Mystik, soll dazu beigetragen haben.<ref>Frank Rönicke: Typenkompass DKW-Motorräder 1920-1979., S. 19.</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />