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Greg Marinovich

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Datei:Greg Marinovich 2011 Shankbone.JPG
Greg Marinovich (2011)

Greg Sebastian Marinovich (* 8. Dezember 1962 in Springs) ist ein südafrikanischer Fotojournalist und Filmemacher. Bekannt wurde er als Mitglied des Bang-Bang Club und dessen Fotos aus Townships, als dort teilweise bürgerkriegsartige Zustände herrschten.

Leben[Bearbeiten]

Marinovich wurde als Sohn kroatischer Eltern in Südafrika geboren.<ref name="wunder">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Kurzbiografie bei wunderhorn.de (Memento des Vorlage:IconExternal vom 27. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wunderhorn.de, abgerufen am 26. März 2016</ref> Er wuchs in einer ausschließlich weißen, Englisch sprechenden Gemeinde auf. Sein einziger Kontakt zur schwarzen Mehrheitsbevölkerung hatte er mit Dienstpersonal. Wie er später selbst einschätzte gehörte er zu dieser Zeit zu jenen „blinden Taubstummen, die dafür sorgten, dass Südafrika genug Geld machte, um die Apartheid zu bezahlen, ohne dass [er sich] jemals die Hände schmutzig machte, indem [er] jemanden direkt unterdrückte.“<ref>Greg Marinovich, João Silva: Der Bang-Bang Club – Schnappschüsse aus einem verborgenen Krieg. 2015, S. 23.</ref> Um den verlängerten Wehrdienst zu vermeiden, floh er etwa 1985 nach Botswana.<ref name="history">Porträt bei sahistory.org.za (englisch), abgerufen am 26. März 2016</ref> Er schloss Freundschaft mit SWAPO-Rebellen. Nach seiner Rückkehr arbeitete er als Safari-Guide und näherte sich so der Naturfotografie. Er zog nach Johannesburg und arbeitete dort für mehrere Zeitungen als Fotojournalist, unter anderem die Financial Mail.<ref name="history" />

1990 fotografierte er in Soweto den Mord an einem vermeintlichen Inkatha-Anhänger Lindsaye Tshabalala durch Anhänger des mit Inkatha verfeindeten African National Congress (ANC). Für die Bildserie erhielt er mehrere Auszeichnungen, unter anderem den Pulitzer-Preis in der Kategorie Spot News Photography.<ref>Greg Marinovich, João Silva: Der Bang-Bang Club – Schnappschüsse aus einem verborgenen Krieg. 2015, S. 44–51, 59.</ref> Die Regierung wollte die Ermordung Tshabalalas nutzen, um den ANC zu diskreditieren, und forderte Marinovich auf, vor Gericht zu erscheinen und die Authentizität der Fotos zu bestätigen. Da er vermeiden wollte, als Polizeiinformant dazustehen, floh Marinovich nach London. Hier fotografiere er für die Bildagentur Camera Press lokale Ereignisse. Von der Wochenzeitung The European erhielt er Aufträge in Belgrad und Budapest. Doch schon bald kehrte er nach Südafrika zurück.<ref>Greg Marinovich, João Silva: Der Bang-Bang Club – Schnappschüsse aus einem verborgenen Krieg. 2015, S. 53–57.</ref>

Marinovich bildete zusammen mit den etwa gleichaltrigen Fotografen Kevin Carter, Ken Oosterbroek und João Silva den informellen Bang-Bang Club. Sie fotografierten oft in Townships und dokumentierten die blutigen Unruhen zwischen Anhängern von African National Congress und Inkatha in der Endphase der Apartheid. 1994 wurden er und Oosterbroek in Thokoza beschossen. Oosterbroek starb, Marinovich wurde schwer verletzt. Im selben Jahr wurde er mit dem United Nations award of Recognition for Service to Humanity ausgezeichnet. Marinovich unternahm zahlreiche Reportagen in Kriegsgebieten, unter anderem in Tschetschenien, Somalia und dem zerfallenden Jugoslawien. 1996 bis 1997 war er Cheffotograf von Associated Press in Israel und Palästina. Anschließend arbeitete er unter anderem als freier Journalist für den Spiegel. Nach seiner vierten Schusswunde, die er in Afghanistan erlitt, beschloss Marinovich, nicht mehr als Kriegsberichterstatter tätig zu sein.<ref>Silva und Marinovich über ihre Erfahrungen als Kriegsreporter bei npr.org (englisch), abgerufen am 26. März 2016</ref> Zusammen mit João Silva schrieb er ein Buch über den Bang-Bang Club. Er drehte Dokumentarfilme, etwa für die South African Broadcasting Corporation.<ref name="history" />

Marinovich lehrt Visual Journalism (etwa „Photojournalismus“) an der Boston University.<ref name="boston"> Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Marinovich an der Boston University (Memento vom 27. März 2016 im Internet Archive) (englisch)</ref> 2016 veröffentlichte er einen investigativen Bericht zum Massaker von Marikana im Jahr 2012. Er ist Mitherausgeber der südafrikanischen Online-Zeitung Daily Maverick.<ref name="boston" />

Seine Fotoreportagen erschienen – neben den genannten Publikationen – unter anderem im Time Magazine, in Newsweek, den New York Times und in Paris Match.<ref name="wunder" /><ref name="history" />

Ehrungen und Rezeption[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

  • mit João Silva: The Bang-Bang Club: snapshots from a hidden war. Basic Books, New York 2000, ISBN 0-465-04413-1, Auszüge bei books.google.de
    • deutsch als Der Bang-Bang Club – Schnappschüsse aus einem verborgenen Krieg. Wunderhorn, Heidelberg 2015, ISBN 978-3-88423-487-7.
  • The burden of truth. In: Sarah Ben Breathnach (Hrsg.): A man’s journey to simple abundance. Essays. Simon & Schuster, New York 2001, ISBN 978-0-7432-2189-4, S. 130–139. Auszüge bei books.google.de
  • Murder at Small Koppie: the real story of the Marikana massacre. Zebra Press, Cape Town 2016, ISBN 978-1-77022-609-8.

Spielfilm[Bearbeiten]

  • The Bang-Bang Club. Kanada/Südafrika 2010

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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