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Grunerit

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Grunerit
Datei:Grunerite-648168.jpg
Büschel aus Gruneritkristallen aus der Michigamme Mine, Marquette County, Michigan, USA (Sichtfeld 5 mm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

2012 s.p.<ref name="IMA-Liste">Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. (PDF; 3,6 MB) In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).@1@2Vorlage:Toter Link/cnmnc.units.it (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)</ref>

IMA-Symbol

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Chemische Formel (Fe2+,Mg)7[OH|Si4O11]2<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Kettensilikate und Bandsilikate (Inosilikate)
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VIII/D.05a
VIII/F.07-030

9.DE.05
66.01.01.03
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol Vorlage:Kristallklasse<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe Vorlage:Raumgruppe<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 9,56 Å; b = 18,38 Å; c = 5,34 Å
β = 101,9°<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 2<ref name="StrunzNickel" />
Zwillingsbildung einfache bis multiple Zwillinge parallel {100}
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 5 bis 6
Dichte (g/cm3) 3,4 bis 3,6<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit vollkommen nach {110}
Bruch; Tenazität spröde
Farbe aschgrau, bräunlichgrün, braun
Strichfarbe weiß
Transparenz durchscheinend bis undurchsichtig
Glanz Glasglanz, Perlglanz bei faserigem Habitus
Kristalloptik
Brechungsindizes nα 1,663 bis 1,686<ref name="Mindat" />
nβ 1,680 bis 1,709<ref name="Mindat" />
nγ 1,696 bis 1,729<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,033 bis 0,043<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter zweiachsig negativ
Achsenwinkel 2V = gemessen: 90 bis 70°; berechnet: 84 bis 86°<ref name="Mindat" />
Pleochroismus farblos, gelblich / grünlich-gelb

Das Mineral Grunerit, auch Grünerit, Amosit oder Braunasbest genannt, ist ein eher selten vorkommendes Kettensilikat aus der Gruppe der Amphibole. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung (Fe2+,Mg)7[OH|Si4O11]2 und entwickelt meist nadelige bis faserige, radialstrahlige Kristalle und Aggregate von aschgrauer oder bräunlichgrüner bis brauner Farbe. Die Kristalle können durchscheinend sein und zeigen auf ihren Flächen Glasglanz, bei undurchsichtigem, faserigem Habitus zeigt die Oberfläche schimmernden Perlglanz.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals entdeckt wurde Grunerit durch den schweizerisch-französischen Chemiker Emmanuel Ludwig (Louis) Gruner (1809–1883) im „Ravine de Sarvengude“ bei Collobrières in Frankreich, der das Mineral auch analysierte und 1847 beschrieb.<ref name="Roth" /><ref name="Gruner" /> 1853 benannte Gustav Adolf Kenngott das Mineral nach seinem Entdecker.<ref name="Kenngott" />

Klassifikation[Bearbeiten]

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Grunerit zur Mineralklasse der „Silikate“ und dort zur Abteilung „Kettensilikate und Bandsilikate (Inosilikate)“, wo er gemeinsam mit Cummingtonit, Klino-Suenoit und Klino-Ferro-Suenoit in der „Cummingtonit-Reihe“ mit der Systemnummer VIII/D.05a steht.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VIII/F.07-030. Dies entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Ketten- und Bandsilikate“, wo Grunerit zusammen mit Cummingtonit, Klino-Ferri-Holmquistit, Klino-Ferro-Ferri-Holmquistit, Klino-Ferro-Suenoit (Q), Klino-Holmquistit (D) und Klino-Suenoit die Gruppe der „Mg-Fe-Mn-Amphibole“ mit der Systemnummer VIII/F.07 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Grunerit in die Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort in die Abteilung „Ketten- und Bandsilikate (Inosilikate)“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Ketten- und Bandsilikate mit 2-periodischen Doppelketten, Si4O11; Amphibol-Familie, Klinoamphibole“ zu finden, wo es zusammen mit Anthophyllit, Cummingtonit, Klino-Ferro-Ferri-Holmquistit, Ferri-Pedrizit, Ferro-Anthophyllit, Ferro-Gedrit, Ferro-Holmquistit, Fluoro-Pedrizit, Gedrit, Holmquistit, Klino-Suenoit, Ferro-Ferri-Pedrizit, Ferro-Papikeit, Proto-Anthophyllit, Proto-Ferro-Anthophyllit und Proto-Ferro-Suenoit die „Mg,Fe,Mn-Klinoamphibolgruppe“ mit der Systemnummer 9.DE.05 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Grunerit die System- und Mineralnummer 66.01.01.03. Das entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Kettensilikate: Doppelte unverzweigte Ketten, W=2“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Kettensilikate: Doppelte unverzweigte Ketten, W=2 Amphibol-Konfiguration“ in der „Gruppe 1, Mg-Fe-Mn-Li-Amphibole (Monoklin)“, in der auch Cummingtonit, Klino-Suenoit, Klino-Ferro-Suenoit, Ferri-Pedrizit, Ferro-Ferri-Pedrizit, Fluoro-Pedrizit und Klino-Ferro-Ferri-Holmquistit eingeordnet sind.

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Grunerit kristallisiert monoklin in der Vorlage:Raumgruppe mit den Gitterparametern a = 9,56 Å; b = 18,38 Å; c = 5,34 Å und β = 101,9° sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle<ref name="StrunzNickel" />.

Modifikationen und Varietäten[Bearbeiten]

Feinfaserige, asbestartige Varietäten des Grunerits werden als Amosit bezeichnet.

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Grunerit bildet sich durch Kontaktmetamorphose in mittel- bis hochgradigen Eisen-Formationen und einigen Blauschiefern. Begleitminerale sind unter anderem Fayalit, Granate, Hämatit, Hedenbergit, Magnetit, Quarz und Riebeckit.

Weltweit konnte Grunerit bisher (Stand: 2010) an rund 150 Fundorten nachgewiesen werden, so in Australien, Bolivien, Brasilien, China, Finnland, Frankreich, Indien, Japan, Kamerun, Kanada, Madagaskar, Norwegen, Österreich, Portugal, Russland, Schweden, Slowakei, Spanien, Südafrika, Tschechien, Ukraine, Ungarn, im Vereinigten Königreich (Großbritannien) und in den Vereinigten Staaten (USA).

Amosit wird vor allem in Südafrika in den Asbestos Mines of South Africa abgebaut. Der Begriff ist ein Kunstwort aus der Abkürzung der südafrikanischen Minengesellschaft A.M.O.S.

Verwendung[Bearbeiten]

Amosit darf als asbestartiges Material heute in Europa nicht mehr verwendet werden. In anderen Ländern wird es aber zum Teil noch als Baumaterial eingesetzt.

Vorsichtsmaßnahmen[Bearbeiten]

Bei längerer Exposition besteht die Gefahr ernster Gesundheitsschäden durch Einatmen. Der Stoff kann Krebs verursachen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

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Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Grunerite – Sammlung von Bildern

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Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Handbookofmineralogy"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: [Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] (PDF; 1,9 MB) In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) am 29. Juli 2024; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Gruner"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Kenngott"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Lapis"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Mindat"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Hudson Institute of Mineralogy; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).@1@2Vorlage:Toter Link/www.mindat.org (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive) </ref> <ref name="Roth"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="StrunzNickel"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Webmineral"> David Barthelmy: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar); (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).@1@2Vorlage:Toter Link/webmineral.com (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive) </ref> </references>