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Gulag-Museum

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Datei:GULag 2 Museum Moscow Russia.jpg
Gulag-Museum in Moskau (2008)

Das Gulag-Museum ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), offiziell „Staatliches Museum der Geschichte des Gulag“ (russisch: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), war ein staatliches Museum in Moskau zur Geschichte des Systems der sowjetischen Zwangsarbeitslager, Straflager, Gefängnisse und Verbannungsorte von der Zeit des Großen Terrors bzw. der Stalinschen Säuberungen in den 1930er-Jahren bis in die 1950er-Jahre. Das Museum wurde 2021 mit dem Museumspreis des Europarates ausgezeichnet.

Das Gulag-Museum wurde nach dem russischen Überfall auf die Ukraine am 14. November 2024 auf Anordnung russischer Behörden geschlossen. 2026 eröffnete in seinen Räumen das Museum zum Gedenken der Opfer des Genozids am sowjetischen Volk (Музей памяти жертв геноцида советского народа).

Geschichte[Bearbeiten]

Entstehung[Bearbeiten]

Das Museum wurde 2001 von Anton Wladimirowitsch Antonow-Owsejenko (1920–2013) gegründet, einem in Russland berühmten Dissidenten und Autor des in viele Sprachen übersetzten Werks „Stalin: Porträt einer Tyrannei“, der selbst von 1940 bis 1953<ref>Michael Schwirtz: Anton Antonov-Ovseyenko, Who Exposed Stalin Terror, Dies at 93. In: The New York Times. 10. Juli 2013. Abgerufen am 7. Oktober 2014.</ref> in Stalinschen Arbeitslagern inhaftiert war. Die Ausstellung wurde 2004 eröffnet.<ref name="Museumsseite">@1@2Vorlage:Toter Link/www.gmig.ruAbout the Museum. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive) Abgerufen am 1. Oktober 2014.</ref> Sie widmete sich neben der Darstellung des Gulag-Systems auch der Erforschung der politischen, administrativen und wirtschaftlichen Funktionen dieses Systems in der Sowjetunion.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/gmig.ruThe concept of development of the Museum of Gulag. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive) Abgerufen am 6. Oktober 2014.</ref>

Seit Anton Antonow-Owsejenkos Tod leitete Roman Wladimirowitsch Romanow, der langjährige Stellvertreter des Gründers, das Museum. Am 31. Oktober 2015 eröffnete es an einem neuen Standort in der 1. Samotetschnyj-Gasse 9 (russisch: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), 3 Kilometer nördlich des Roten Platzes<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.gmig.ruGULAG History Museum opens in the new building 21.10.15. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive) Abgerufen am 2. November 2015.</ref> mit einer viermal so großer Ausstellungsfläche wie zuvor.<ref name="Magadan">@1@2Vorlage:Toter Link/gmig.ruScience and research works in Magadan region. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive) Abgerufen am 6. Oktober 2014.</ref>

Das Museum war täglich außer montags von 12 bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt war kostenlos.

Dauerausstellung[Bearbeiten]

Ein Schwerpunkt der Dauerausstellung lag auf der exemplarischer Darstellung persönlicher Schicksale einzelner der insgesamt schätzungsweise 15 bis 18 Millionen Menschen, die zwischen 1934 und 1960 Opfer des Gulag-Systems wurden.<ref>Gulag museum to create camp 3D models. In: TASS Russian News Agency. 12. August 2014. Abgerufen am 7. Oktober 2014.</ref> Dazu wurden Briefe und Erinnerungsstücke, die persönliche Habe und in den Lagern entstandene Kunstwerke ehemaliger Gulag-Insassen gezeigt, darunter viele, die Gulag-Überlebende und deren Nachkommen dem Museum übereignet hatten.<ref name="Anna Narinskaya">Anna Narinskaya: Der gerechte Krieg endet nie. Vergesst das Lagersystem: In Moskau wird das Gulag-Museum durch ein neues Museum zum Gedenken an den „Genozid am sowjetischen Volk“ ersetzt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. März 2026, S. 12.</ref> Videoinstallationen mit Zeugnissen ehemaliger Gefangener sowie aktuelle Kunstwerke zum Thema ergänzten die Ausstellungsstücke. Des Weiteren wurden Kopien amtlicher Dokumente sowie Nachbauten einer Gefangenenbaracke, einer Arrestzelle und eines Wachtturms aus einem Lager gezeigt. Das Museum verfügte außerdem über ein Dokumentenarchiv.<ref name="Museumsseite" />

Aktivitäten[Bearbeiten]

Das Museum veranstaltete zusammen mit anderen Museen und Archiven, privaten Sammlern, Malern, Fotografen und zeitgenössischen Künstlern sowohl feste als auch Wanderausstellungen in Moskau und anderen Städten. Es organisierte regelmäßig Konferenzen, Seminare und Vorträge zu neueren Forschungsergebnissen zur Geschichte des Gulag und seiner Interpretation. Es gab Konzerte, Lesungen, Buchpräsentationen und Theateraufführungen. Das Museum beteiligte sich an der Moskauer Langen Nacht der Museen und führte russische und internationale Filme zum Thema vor.<ref name="Museumsseite" /> Es nahm an Exkursionen zu den Orten des Gulag teil, beispielsweise in die wegen ihrer Zwangsarbeitslager berüchtigte Oblast Magadan,<ref name="Magadan" /> und half mit, besondere Gedenkorte zu pflegen, darunter die Ermordungs- und Begräbnisstätte „Kommunarka“ des NKWD im Südwesten Moskaus, wo nach Angaben des FSB rund 6500 derzeit namentlich bekannte sowie eine unbekannte Anzahl namentlich nicht bekannter Opfer des Großen Terrors vergraben liegen.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/gmig.ruVolunteer Day on Saturday, October 11, 2014, 3.10.2014. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive) Abgerufen am 4. November 2014.</ref>

Ausstellungsauswahl[Bearbeiten]

  • 2015: „Christmas in the GULAG“, Ausstellung zu den vielfältigen Versuchen von Lagerinsassen, das verbotene Weihnachtsfest zu feiern; Video-room, Videoperformances mit den Ergebnissen des Projekts MyGULag, in dem Interviews mit ehemaligen Insassen, deren Verwandten und Nachfahren sowie ehemaligen Wärtern mit Filmen, Photos und anderen Zeitdokumenten aus der Mitte des 20. Jahrhunderts verknüpft worden sind; Gedenkveranstaltung zum Tibetaufstand 1959.
  • 2014: „I was alone and against all odds …“, Ausstellung von Arbeiten von Valentin Mitrofanow; „Repressed Buddhism“, Ausstellung zur Unterdrückung des Buddhismus in der Sowjetunion; „Between Worlds. Vadim Sidur and His Work“, Ausstellung zu Leben und Werk des Künstlers; „Life Line“, Videokunstpräsentation zur Rezeption der Vergangenheit; „Trials: 70 Years After“, Ausstellung zur Vertreibung der Inguschen im Zweiten Weltkrieg.
  • 2013: „I came as guest in your country. German anti-fascists in the Soviet Union 1933–1956“, Ausstellung zum Schicksal deutscher Emigranten in der Sowjetunion in den 1930er-Jahren; „Without the Tsar …“, Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Nowospasski-Kloster zur Erinnerung an 400 Jahre Romanow-Dynastie; „Trotsky. The Commissar Returns“, Ausstellung von Photos aus der Sammlung David King; „Presentation of a new collection of Varlam Shalamov’s works in 7 volumes“, Buchpräsentation; „Kharms-concert“, Konzert; „Karl Eimermacher. Under Protection – Unprotected“, Ausstellung mit Werken des deutschen Historikers und Slawisten.
  • 2012: „The Commissar Vanishes. The Falsification of Photographs and Art in Stalin’s Era“, Ausstellung von Photos aus der Sammlung David King; „Live Sound“, Konzert.
  • 2011: „ZONE. Uranium camps of Chukot“, Ausstellung von Fotos aus den Uranabbaugebieten im Fernen Osten.

Schließung 2024[Bearbeiten]

Das Kulturamt der Stadt Moskau behauptete gegenüber Agence France-Presse, „die Entscheidung, die Aktivitäten des staatlichen Gulag-Museums vorübergehend einzustellen“, wäre aus Sicherheitsgründen getroffen worden. Es seien „Verstöße gegen den Brandschutz“ entdeckt worden.<ref>Moskau: Behörden schließen preisgekröntes Gulag-Museum, 14. November 2024, abgerufen am 10. April 2026.</ref> Dass dies ein Vorwand gewesen war, zeigte sich, als 2025 die endgültige Schließung verfügt wurde.<ref name="Anna Narinskaya" />

Ersetzung durch „Museum zum Gedenken der Opfer des Genozids am sowjetischen Volk“ 2026[Bearbeiten]

Das Gulag-Museum wurde durch das Museum zum Gedenken der Opfer des Genozids am sowjetischen Volk ersetzt, das 2026 eröffnete. Gemäß dem Beschluss der Duma „über den Völkermord an den Völkern der Sowjetunion durch Deutschland und seine Helfershelfer im Großen Vaterländischen Krieg 1941–1945“ vom 22. März 2023 soll es die Leiden und den Heldenmut der Sowjetmenschen im Großen Vaterländischer Krieg darstellen.<ref name="Anna Narinskaya" /> Die Darstellung ist propagandistisch, Säuberungen und der Gulag werden darin nicht erwähnt.<ref>Neues Moskauer Museum zum Gedenken an den Genozid betreibt Geschichtsklitterung. 30. Juli 2026, abgerufen am 3. August 2026.</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: State Museum of Gulag History – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Koordinaten: 55° 46′ 37,5″ N, 37° 36′ 49,2″ O

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