Gusel Jachina
Gusel Jachina (* 1. Juni 1977 in Kasan) (auch Guzel Shamilevna Yakhina, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), Betonung: Guzél Shamílevna Yákhina, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine russische Schriftstellerin und Filmemacherin.
Leben[Bearbeiten]
Jachinas Mutter ist Ärztin, ihr Vater Ingenieur. In ihrer Kindheit sprach Jachina gut Tatarisch. Nach ihrem Umzug von Kasan nach Moskau im Jahr 1999 verlor sie mangels Gesprächspartnern zunehmend die aktive Beherrschung ihrer Muttersprache, versteht Tatarisch jedoch weiterhin auf Alltagsebene.<ref name="story">Elena Kostina: Гузель Яхина: «Дружбы, которые завязывались в ссылке, были больше, чем родственные узы». In: story.ru. Abgerufen am 7. Juni 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sie besuchte ein Lyzeum für Physik und Mathematik sowie eine Kunstschule. Anschließend trat Jachina in die Fußstapfen ihrer Großeltern, die Lehrer waren, und studierte an der Kasaner Tatarischen Staatlichen Geisteswissenschaftlich-Pädagogischen Universität Germanistik und Anglistik auf Lehramt. Später absolvierte sie an einer Moskauer Filmhochschule eine Ausbildung im Fach Drehbuch.<ref name="taz-2026-07-15">Julian Weber: Roman „Eisen“: Monteur der Avantgarde. In: taz. 15. Juli 2026, abgerufen am 15. Juli 2026.</ref> Der Stoff zu ihrem späteren Debütroman Suleika öffnet die Augen entstand zunächst als ihre erste Studienarbeit in Form eines Drehbuchs.<ref name="story" /> Nach ihrer Ausbildung arbeitete Jachina zunächst in der Werbung und veröffentlichte erste Texte in den russischen Literaturzeitschriften Newa und Oktjabr. Teile von Suleika öffnet die Augen erschienen in der Zeitschrift Sibirskije Ogni.<ref>Alexandra Guzeva: 3 major Russian books of 2015. In: Russia Beyond. 12. Dezember 2015, abgerufen am 7. Juni 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Jachina ist verheiratet und hat eine Tochter.<ref>Гузель Яхина – биография писательницы, фото, личная жизнь, творчество 2022. In: uznayvse.ru. Abgerufen am 7. Juni 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nach Beginn des russischen Großangriffs auf die Ukraine im Jahr 2022 verließ die Kriegsgegnerin Russland und ging nach Kasachstan.<ref name="taz-2026-07-15" />
Schaffen[Bearbeiten]
Jachinas Debütroman Suleika öffnet die Augen ist teilweise von der Lebensgeschichte ihrer Großmutter Raissa Schakirowna Schakirowa inspiriert.<ref name="story" /> Diese wurde 1930 mit ihren Eltern und Schwestern nach Sibirien deportiert und verbrachte dort ihre Kindheit und Jugend bis zur Rückkehr der Familie im Jahr 1946.<ref name="story" /> Neben den Erinnerungen ihrer Großmutter verarbeitete Jachina zahlreiche Memoiren anderer im Zuge der Entkulakisierung deportierter Menschen.<ref name="story" /> Der Roman erzählt von der tatarischen Bäuerin Suleika, die nach der Ermordung ihres Mannes nach Sibirien verschleppt wird und sich unter den Bedingungen der Verbannung ein neues Leben aufbauen muss.<ref>Gusel Jachinas fesselnder Roman – Stalin überleben. In: Neue Zürcher Zeitung. 22. Februar 2017, abgerufen am 11. März 2017.</ref>
Mit Eisen veröffentlichte Jachina 2026 eine dokumentarisch angelegte und fiktionalisierte Romanbiografie über den sowjetischen Filmregisseur Sergei Eisenstein.<ref name="taz-2026-07-15" /> Der Roman zeichnet Eisensteins Leben von seiner Kindheit im großbürgerlichen Elternhaus in Riga über seine Karriere als filmischer Avantgardist und seine Aufenthalte in Westeuropa, Hollywood und Mexiko bis zu seiner Arbeit unter der stalinistischen Diktatur nach.<ref name="taz-2026-07-15" /> Dabei verbindet Jachina die persönliche und psychologische Entwicklung des Regisseurs mit der Geschichte des sowjetischen Films und den politischen Umbrüchen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.<ref name="taz-2026-07-15" /> Ein zentrales Thema ist das Spannungsverhältnis zwischen künstlerischer Freiheit, propagandistischer Verwertbarkeit und dem Überleben eines Künstlers unter den Bedingungen von Zensur und politischem Terror.<ref name="taz-2026-07-15" /> Ausführlich behandelt der Roman auch Eisensteins filmisches Werk, seine Montagetechniken, den Übergang vom Stumm- zum Tonfilm sowie die internationale Rezeption seiner Filme.<ref name="taz-2026-07-15" /> Die deutsche Übersetzung stammt wie bei Jachinas früheren Romanen von Helmut Ettinger.<ref name="taz-2026-07-15" />
Werke[Bearbeiten]
- Eisen. Aus dem Russischen von Helmut Ettinger. Kanon Verlag, Berlin 2026, ISBN 978-3-98568-202-7.<ref name="kanon-eisen">Gusel Jachina – Eisen. In: kanon-verlag.de. 18. Februar 2026, abgerufen am 15. Juli 2026.</ref>
- Wo vielleicht das Leben wartet. Aus dem Russischen von Helmut Ettinger. Aufbau Verlag, Berlin 2022, ISBN 978-3-351-03898-4.
- Wolgakinder. Aufbau Verlag, Berlin 2019.
- Suleika öffnet die Augen. Aufbau Verlag, Berlin 2017.
- Schweipolt – Eine Winter-Tragödie. Katzengraben-Presse, Berlin-Köpenick 2017.
Auszeichnungen[Bearbeiten]
- 2015: Jasnaja-Poljana-Preis
- 2015: Das große Buch
- 2015: Fahrkarte zu den Sternen, Literaturpreis der Stadt Kasan
- 2020: Förderpreis des Georg-Dehio-Buchpreises für Wolgakinder
- 2021: Prix du Meilleur livre étranger für Дети мои in französischer Übersetzung
Weblinks[Bearbeiten]
- Gusel Jachina. In: aufbau-verlage.de.
- Kurzbiografie und Rezensionen zu Werken von Gusel Jachina bei Perlentaucher
- «Suleika öffnet die Augen» von Gusel Jachina. In: 52 beste Bücher. SRF
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Jachina, Gusel |
| ALTERNATIVNAMEN | Shamilevna Yakhina, Guzel; Яхина, Гузель Шамилевна (russisch); Гүзәл Шамил кызы Яхина (tatarisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | russische Filmemacherin und Schriftstellerin tatarischer Herkunft |
| GEBURTSDATUM | 1. Juni 1977 |
| GEBURTSORT | Kasan |