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Gustav Diercks

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Theodor Gustav Diercks (* 13. Januar 1852 in Königsberg, Preußen; † 4. Januar 1934 in Berlin, Deutsches Reich)<ref name="Nachrichten">Nachrichten über das Johanneum, Seite 3. Richard Menzel, Zittau 1876</ref> war ein deutscher Kulturhistoriker,<ref name="Meyers">Meyers Großes Konversationslexikon, Band 4, Seite 894 (Diercks, Gustav). Sechste Auflage, Leipzig 1906</ref><ref name="Brockhaus">Brockhaus’ Kleines Konversationslexikon, Band 1, Seite 432 (Diercks, Gustav). Fünfte Auflage, Leipzig 1911</ref> Ethnologe, Orientalist, Schriftsteller und Freimaurer.<ref name="DDB">Deutsche Digitale Bibliothek: @1@2Vorlage:Toter Link/www.deutsche-digitale-bibliothek.deGustav Diercks (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juni 2025. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)</ref><ref>Helmut Möller, Ellic Howe: Merlin Peregrinus - vom Untergrund des Abendlandes. Quellen und Forschungen zur europäischen Ethnologie Band 2, Königshausen + Neumann, Würzburg 1986, S. 131.</ref>

Berufliche Laufbahn[Bearbeiten]

Diercks' Spanische Geschichte und seine Portugiesische Geschichte erschienen in der Sammlung Göschen

Diercks machte sein Abitur am Kneiphöfischen Gymnasium in Königsberg, wo er mit dem Studium und Vergleich orientalischer Sprachen begann. An der Humboldt-Universität zu Berlin studierte er Islamwissenschaften bei Emil Rödiger<ref name="Nachrichten" /> und promovierte in islamischer Geschichte<ref name="Zeitschrift">Auflistung in einer Zeitschrift von 1966</ref>. Im Alter von 20 Jahren wirkte er schon selbst als Professor für Sanskrit, Persisch und Arabisch an der Universität von Neapel<ref name="Amerika">Reimer Eck, Kurt Jochen Ohlhoff, Dirk Voss: Nordamerika aus der Sicht europäischer Reisender, Seite 102. Amerika-Haus, Berlin 1991</ref> sowie als Bibliothekar in Kairo.<ref>Jaime de Salas, Dietrich Briesemeister: Las Influencias de las culturas académicas alemana y española desde 1898 hasta 1936, Seite 148. Vervuert, 2000</ref> Nach Deutschland zurückgekehrt, arbeitete er zunächst als Privatlehrer in Annaberg, ab 1875 dann als Vikar in Zittau.<ref name="Nachrichten" /> Ab 1877 lebte er aus gesundheitlichen Gründen in Spanien, Portugal und Marokko.<ref name="Meyers" /> Diercks war korrespondierendes Mitglied der königlich-spanischen Akademie für Geschichte. Als Privatgelehrter<ref name="Zeitschrift" /><ref name="Anzeiger">Ethnologischer Anzeiger, Band 3, Seite 255. E. Schweizerbart Verlag, Stuttgart 1935</ref> dozierte er ab 1891 an der Humboldt-Akademie in Berlin<ref name="Amerika" /> und lebte in Steglitz.<ref name="Brockhaus" /> Als Auslandskorrespondent verschiedener Zeitungen war Diercks oft auf Reisen<ref name="Amerika" /> und veröffentlichte zahlreiche Abhandlungen vor allem über nordafrikanische sowie spanische Geschichte.<ref name="Meyers" /><ref name="DDB" /><ref name="Anzeiger" /><ref>Ottův slovník naučný nové doby: dodatky k velikému Ottovu slovníku naučnému, Band 2, Teil 1, Seite 109. J. Otto Verlag, Prag 1932</ref> Darin unterstellte er beispielsweise Marokko „eine der niedrigsten Entwicklungsstufen des Kulturlebens überhaupt“.<ref>Gunther Mai: Die Marokko-Deutschen 1873–1918, Seite 20. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2014</ref>

Freimaurerei[Bearbeiten]

Gustav Diercks war Freimaurer in der Loge Bruderbund in Steglitz und wirkte zeitweise im Rahmen der Großen National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ als deren 2. Großarchivar und als Redakteur der Mitgliederzeitschrift Bundesblatt.<ref>Mitteilungen aus dem Verein Deutscher Freimaurer Jg. 1911, S. 8</ref>

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Die Araber im Mittelalter und ihr Einfluß auf die europäische Kultur (1875/1882)
  • Literatur-Tafeln – Synchronistische Darstellung der Weltliteratur in ihren hervorragendsten Vertretern (1878)
  • Die Entwicklungsgeschichte des Geistes der Menschheit (1881/1882)
  • Zur tunesischen Frage In: Die Gegenwart, Band XIX (1881)
  • Das moderne Geistesleben Spaniens (1883). Digitalisat
  • Poetische Turniere (1884)
  • Nordafrika im Lichte der Kulturgeschichte (1886)
  • Die arabische Kultur im mittelalterlichen Spanien (1887)
  • Helgoland (1891) (Digitalisat)
  • Kulturbilder aus den Vereinigten Staaten (1893)
  • Ein Jahrhundert nordamerikanischer Kultur (1893)
  • Marokko und die deutschen Interessen (1893)
  • Marokko – Materialien zur Kenntniss und Beurteilung des Scherifenreiches und der Marokko-Frage (1894)
  • Geschichte Spaniens von den frühesten Zeiten bis auf die Gegenwart (1895/1896)
  • Männer der Zeit – Lebensbilder hervorragender Persönlichkeiten der Gegenwart und jüngsten Vergangenheit (1898)
  • Spemanns goldenes Buch der Weltliteratur (1901/1912)
  • Spanien – kulturgeschichtliche und wirtschaftliche Betrachtungen (1901)
  • Die Kunst im heutigen Spanien (1902)
  • Die Jesuiten (1903)
  • Spanische Geschichte (1905)
  • Die Marokkofrage und die Konferenz von Algeciras (1906)
  • Das moderne Spanien (1908)
  • Kreuz und Halbmond (1910)
  • Portugiesische Geschichte (1912)
  • Das moderne Portugal (1913)
  • Hie Allah! Das Erwachen des Islam (1914)
  • Weltwirtschaftliches Archiv (1919/1920)
  • Geschichtstafeln von der ältesten Vorzeit bis Neunzehnhundert (1922)
  • Das ferne Land im Bild (1930)
  • Europe's Debt to Islam – The Arabs in the Middle Ages and Their Influence on the Culture of Europe (1930)

Weblinks[Bearbeiten]

Wikisource: Gustav Diercks – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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