Gustav Diercks
Theodor Gustav Diercks (* 13. Januar 1852 in Königsberg, Preußen; † 4. Januar 1934 in Berlin, Deutsches Reich)<ref name="Nachrichten">Nachrichten über das Johanneum, Seite 3. Richard Menzel, Zittau 1876</ref> war ein deutscher Kulturhistoriker,<ref name="Meyers">Meyers Großes Konversationslexikon, Band 4, Seite 894 (Diercks, Gustav). Sechste Auflage, Leipzig 1906</ref><ref name="Brockhaus">Brockhaus’ Kleines Konversationslexikon, Band 1, Seite 432 (Diercks, Gustav). Fünfte Auflage, Leipzig 1911</ref> Ethnologe, Orientalist, Schriftsteller und Freimaurer.<ref name="DDB">Deutsche Digitale Bibliothek: Gustav Diercks (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juni 2025. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)</ref><ref>Helmut Möller, Ellic Howe: Merlin Peregrinus - vom Untergrund des Abendlandes. Quellen und Forschungen zur europäischen Ethnologie Band 2, Königshausen + Neumann, Würzburg 1986, S. 131.</ref>
Berufliche Laufbahn[Bearbeiten]

Diercks machte sein Abitur am Kneiphöfischen Gymnasium in Königsberg, wo er mit dem Studium und Vergleich orientalischer Sprachen begann. An der Humboldt-Universität zu Berlin studierte er Islamwissenschaften bei Emil Rödiger<ref name="Nachrichten" /> und promovierte in islamischer Geschichte<ref name="Zeitschrift">Auflistung in einer Zeitschrift von 1966</ref>. Im Alter von 20 Jahren wirkte er schon selbst als Professor für Sanskrit, Persisch und Arabisch an der Universität von Neapel<ref name="Amerika">Reimer Eck, Kurt Jochen Ohlhoff, Dirk Voss: Nordamerika aus der Sicht europäischer Reisender, Seite 102. Amerika-Haus, Berlin 1991</ref> sowie als Bibliothekar in Kairo.<ref>Jaime de Salas, Dietrich Briesemeister: Las Influencias de las culturas académicas alemana y española desde 1898 hasta 1936, Seite 148. Vervuert, 2000</ref> Nach Deutschland zurückgekehrt, arbeitete er zunächst als Privatlehrer in Annaberg, ab 1875 dann als Vikar in Zittau.<ref name="Nachrichten" /> Ab 1877 lebte er aus gesundheitlichen Gründen in Spanien, Portugal und Marokko.<ref name="Meyers" /> Diercks war korrespondierendes Mitglied der königlich-spanischen Akademie für Geschichte. Als Privatgelehrter<ref name="Zeitschrift" /><ref name="Anzeiger">Ethnologischer Anzeiger, Band 3, Seite 255. E. Schweizerbart Verlag, Stuttgart 1935</ref> dozierte er ab 1891 an der Humboldt-Akademie in Berlin<ref name="Amerika" /> und lebte in Steglitz.<ref name="Brockhaus" /> Als Auslandskorrespondent verschiedener Zeitungen war Diercks oft auf Reisen<ref name="Amerika" /> und veröffentlichte zahlreiche Abhandlungen vor allem über nordafrikanische sowie spanische Geschichte.<ref name="Meyers" /><ref name="DDB" /><ref name="Anzeiger" /><ref>Ottův slovník naučný nové doby: dodatky k velikému Ottovu slovníku naučnému, Band 2, Teil 1, Seite 109. J. Otto Verlag, Prag 1932</ref> Darin unterstellte er beispielsweise Marokko „eine der niedrigsten Entwicklungsstufen des Kulturlebens überhaupt“.<ref>Gunther Mai: Die Marokko-Deutschen 1873–1918, Seite 20. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2014</ref>
Freimaurerei[Bearbeiten]
Gustav Diercks war Freimaurer in der Loge Bruderbund in Steglitz und wirkte zeitweise im Rahmen der Großen National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ als deren 2. Großarchivar und als Redakteur der Mitgliederzeitschrift Bundesblatt.<ref>Mitteilungen aus dem Verein Deutscher Freimaurer Jg. 1911, S. 8</ref>
Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]
- Die Araber im Mittelalter und ihr Einfluß auf die europäische Kultur (1875/1882)
- Literatur-Tafeln – Synchronistische Darstellung der Weltliteratur in ihren hervorragendsten Vertretern (1878)
- Die Entwicklungsgeschichte des Geistes der Menschheit (1881/1882)
- Zur tunesischen Frage In: Die Gegenwart, Band XIX (1881)
- Das moderne Geistesleben Spaniens (1883). Digitalisat
- Poetische Turniere (1884)
- Nordafrika im Lichte der Kulturgeschichte (1886)
- Die arabische Kultur im mittelalterlichen Spanien (1887)
- Helgoland (1891) (Digitalisat)
- Kulturbilder aus den Vereinigten Staaten (1893)
- Ein Jahrhundert nordamerikanischer Kultur (1893)
- Marokko und die deutschen Interessen (1893)
- Marokko – Materialien zur Kenntniss und Beurteilung des Scherifenreiches und der Marokko-Frage (1894)
- Geschichte Spaniens von den frühesten Zeiten bis auf die Gegenwart (1895/1896)
- Männer der Zeit – Lebensbilder hervorragender Persönlichkeiten der Gegenwart und jüngsten Vergangenheit (1898)
- Spemanns goldenes Buch der Weltliteratur (1901/1912)
- Spanien – kulturgeschichtliche und wirtschaftliche Betrachtungen (1901)
- Die Kunst im heutigen Spanien (1902)
- Die Jesuiten (1903)
- Spanische Geschichte (1905)
- Die Marokkofrage und die Konferenz von Algeciras (1906)
- Das moderne Spanien (1908)
- Kreuz und Halbmond (1910)
- Portugiesische Geschichte (1912)
- Das moderne Portugal (1913)
- Hie Allah! Das Erwachen des Islam (1914)
- Weltwirtschaftliches Archiv (1919/1920)
- Geschichtstafeln von der ältesten Vorzeit bis Neunzehnhundert (1922)
- Das ferne Land im Bild (1930)
- Europe's Debt to Islam – The Arabs in the Middle Ages and Their Influence on the Culture of Europe (1930)
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Diercks, Gustav |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Kulturhistoriker |
| GEBURTSDATUM | 13. Januar 1852 |
| GEBURTSORT | Königsberg (Preußen) |
| STERBEDATUM | 3. Januar 1934 |
| STERBEORT | Berlin |
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