Gustav Fusch
Atelieraufnahme, 1909
Johannes Hermann Gustav Fusch (* 23. Juli 1871 in Hannover;<ref name="Glassportal">Reinhard Glaß: Fusch, Johannes Hermann Gustav in der Datenbank Architekten und Künstler mit direktem Bezug zu Conrad Wilhelm Hase (1818–1902) [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 18. April 2026</ref> † 19. Juli 1943 ebenda) war ein deutscher Architekt, Ingenieur und Manager in der Maschinenbau-Industrie. Er leitete als Direktor und Vorstand die Gebr. Körting AG unter anderem in Hannover.
Leben[Bearbeiten]
Gustav Fusch war Sohn des Architekten Johann Fusch. Nach dem Abitur am Realgymnasium in Hannover studierte er an der Technischen Hochschule Hannover und wurde Mitglied des Corps Saxonia Hannover.<ref>Anschriftenliste des Weinheimer SC. 1928, S. 159.</ref> Zu seinen akademischen Lehrern gehörte Conrad Wilhelm Hase.
Nach Abschluss des Studiums arbeitete Fusch von 1895 bis 1896 als Regierungsbauführer (Referendar in der öffentlichen Bauverwaltung) im Regierungsbezirk Hannover. 1896 wechselte er in die Privatwirtschaft zur Gebr. Körting AG. Nach einer achtzehnmonatigen Einarbeitung in Körtingsdorf übernahm er die Leitung des Ingenieurbüros in Zürich.
Er war seit 1898 mit Irma Körting, einer Tochter des Unternehmers Ernst Körting, verheiratet, so dass er seitdem der Eigentümerfamilie angehörte.<ref>Hans Christoph Graf von Seherr-Thoß: Körting, Ernst. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 12. Duncker & Humblot, Berlin 1980, ISBN 3-428-00193-1, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).</ref>
1899 wechselte er nach Moskau, wo er Leiter der russischen Niederlassung und Direktor der Maschinenfabrik Bratja Körting wurde. 1904/1905 wurde er in den Vorstand der Muttergesellschaft in Hannover-Körtingsdorf berufen, wo er seitdem die Abteilungen Strahlapparate, Pumpen und Zentralheizungen leitete.
1910 schrieb Gustav Fusch seine umfangreich illustrierte Dissertation unter dem Titel Über Hypokausten-Heizungen und mittelalterliche Heizungsanlagen und wurde von der Technischen Hochschule Hannover zum Dr.-Ing. promoviert.<ref>Vergleiche die Angaben der Technischen Informationsbibliothek (TIB)</ref> Er war Vorstandsmitglied des Verbandes der Zentralheizungs-Industrie. Dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) und dem Hannoverschen Bezirksverein des VDI gehörte er ebenfalls als Mitglied an.<ref>Verein Deutscher Ingenieure (Hrsg.): Mitgliederverzeichnis 1891. Berlin 1891, S. 17.</ref><ref>Verein Deutscher Ingenieure (Hrsg.): Mitgliederverzeichnis 1914. Berlin 1914, S. 204.</ref>
Am Ersten Weltkrieg nahm er als Hauptmann und Abteilungsführer teil. Zwei Mal wurde er verwundet.
Am 16. Januar 1923 wurde Gustav Fusch die Ehrenbürgerwürde der Technischen Hochschule Hannover verliehen.<ref>Christian-Alexander Wäldner: Anlage V: Verzeichnis aller Ehrenbürger an der TH Hannover bis 1945, in ders.: Die Technische Hochschule Hannover und der Entzug akademischer Titel in der NS-Zeit. Ergebnisse hannöverscher Vorgänge unter der Berücksichtigung des Falles Walter Dux ( = Geschichte, Bd. 112), zugleich Masterarbeit 2012 an der Universität Hannover, Berlin; Münster: Lit Verlag, 2012, ISBN 978-3-643-11908-7, S. 117f.; Vorschau über Google-Bücher</ref>
Fusch wurde in seinem Familiengrab auf dem Stadtfriedhof Stöcken bestattet.<ref>Dr Gustav Fusch in der Datenbank Find a GraveVorlage:Abrufdatum. </ref>
Auszeichnungen[Bearbeiten]
- Eisernes Kreuz II. und I. Klasse
- Königlicher Hausorden von Hohenzollern mit Schwertern
- Friedrich-August-Kreuz II. und I. Klasse
- Bulgarisches Offizierskreuz mit Schwertern
- Verwundetenabzeichen in Schwarz
- 1923: Ehrenbürgerwürde der Technischen Hochschule Hannover
Schriften[Bearbeiten]
- Über Hypokausten-Heizungen und mittelalterliche Heizungsanlagen., zugleich Dissertation 1910 an der Technischen Hochschule Hannover, Hannover: Gebrüder Jänecke, 1910
- Fotomechanischer Nachdruck der 1. Auflage, Wiesbaden; Berlin: Pfriemer im Bauverlag, 1986, ISBN 978-3-7625-2506-6 und ISBN 3-7625-2506-4; Inhaltsverzeichnis
- Dr.-Ing. E. h. Ernst Körting. Seine Stellung in den Gasmotorenprozessen und sein Anteil an der Entwicklung der Verbrennungsmotoren. 1941. (zusammen mit Ernst Körting)
Literatur[Bearbeiten]
- Robert Volz: Reichshandbuch der deutschen Gesellschaft. Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild. Band 1: A–K. Deutscher Wirtschaftsverlag, Berlin 1930, DNB 453960286, S. 513 f.
Weblinks[Bearbeiten]
- Reinhard Glaß: Fusch, Johannes Hermann Gustav in der Datenbank Architekten und Künstler mit direktem Bezug zu Conrad Wilhelm Hase (1818–1902)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Fusch, Gustav |
| ALTERNATIVNAMEN | Fusch, Johannes Hermann Gustav |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Architekt und Ingenieur, Manager in der Maschinenbau-Industrie |
| GEBURTSDATUM | 23. Juli 1871 |
| GEBURTSORT | Hannover |
| STERBEDATUM | 19. Juli 1943 |
| STERBEORT | Hannover |
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- Architekt (Deutschland)
- Conrad Wilhelm Hase
- Ingenieur
- Unternehmer (20. Jahrhundert)
- Ehrenbürger der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
- Hauptmann (Preußen)
- Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich)
- Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse
- Ritter des Königlichen Hausordens von Hohenzollern
- Träger des bulgarischen Militär-Verdienstordens
- Träger des Friedrich-August-Kreuzes
- Corpsstudent (19. Jahrhundert)
- Deutscher
- Geboren 1871
- Gestorben 1943
- Mann