Zum Inhalt springen

Haferwurzel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Seite Vorlage:Taxobox/styles.css hat keinen Inhalt.

Haferwurzel
Datei:Tragopogon porrifolius 2.jpg

Haferwurzel (Tragopogon porrifolius)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Cichorioideae
Gattung: Bocksbärte (Tragopogon)
Art: Haferwurzel
Wissenschaftlicher Name
Tragopogon porrifolius
L.

Die Haferwurzel (Tragopogon porrifolius), auch Purpur-Bocksbart, Habermark oder Austernpflanze, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Bocksbärte (Tragopogon) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die Nutzpflanze Haferwurzel kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, wo sie seit der Antike als Gemüse verwendet wurde.

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Datei:SalsifyRoot.JPG
Unterirdische Pflanzenteile

Die Haferwurzel ist eine ein- bis zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 60 bis 120 Zentimetern erreicht.<ref name="Hegi1987" /> Die Stängel sind aufrecht und meist verzweigt.<ref name="Hegi1987" /> Die Blätter sind aus breitem fast scheidig stängelumfassendem Grund lineal-lanzettlich, lang zugespitzt und steif aufrecht.<ref name="Hegi1987" /> Auf diese Gestalt bezieht sich der zweite Teil des botanischen Namens. Porri ist die lateinische Bezeichnung für Lauch und folium steht für das Blatt einer Pflanze. Die Haferwurzel bildet bis zu 30 Zentimeter lange Pfahlwurzeln und enthält Milchsaft.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Datei:Salsify T porrifolius-PhotonWeaver.jpg
Fruchtstand mit Pappus

Die Blütezeit der Haferwurzel ist im Juni und Juli. Die Stängel tragen meist mehrere Blütenkörbe. Die Korbstiele sind gegen den Korb zu stark keulig verdickt.<ref name="Hegi1987" /> Die Hüllblätter überragen die Zungenblüten und sind 3 bis 5 Zentimeter lang.<ref name="Hegi1987" /> Die Zungenblüten sind trüb-purpurfarben bis purpurlila gefärbt. Die Früchte sind Achänen und inklusive Schnabel 40 bis 55 Millimeter lang. Sie ist schwach zehnrippig und mit weißlichen Schuppen besetzt.<ref name="Hegi1987" /> Der Pappus ist halb so lang wie die Achäne und bräunlich-weiß.<ref name="Hegi1987" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 12.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie[Bearbeiten]

Wie bei anderen Bocksbart-Arten unterliegt die Haferwurzel einer circadianen Rhythmik, tagesperiodischen Bewegungen, die Blüten öffnen sich morgens und schließen sich um die Mittagszeit.

Auswüchse auf Wurzeln werden durch Aulax pigeoti hervorgerufen.<ref name="Hegi1987" /> Andere parasitäre Pilze auf der Haferwurzel sind Cystopus tragopoonis, Erysibe cichoriacearum, Perisporium tragopogoni, Puccinia tragopogonis und Ustilago tragopogonis-pratensis.<ref name="Hegi1987" />

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Wildform der Haferwurzel, Tragopogon porrifolius subsp. eriospermus ist im Mittelmeerraum heimisch. In Mitteleuropa wird die Kulturform Tragopogon porrifolius subsp. porrifolius angebaut und kommt selten verwildert vor; in Österreich im Burgenland, Wien und Oberösterreich; in der Schweiz im Zürcher Unterland. In Deutschland ist die Haferwurzel nur in Schleswig-Holstein einbürgert und sonst unbeständig verwildert.<ref name="Schmeil-Fitschen2024" /> Die Wildform ist urwüchsig in ostmediterranen Gesellschaften des Verbands Alopecurion utriculati aus der Ordnung Arrhenatheretalia.<ref name="Oberdorfer2001" />

Datei:Tragopogon sinuatus pm02.jpg
Tragopogon porrifolius subsp. eriospermus
Datei:Tragopogon coelesyriacus flower RJP 03.JPG
Tragopogon porrifolius subsp. longirostris

Taxonomie und Systematik[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Tragopogon porrifolius erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Band 2, Seite 789 („porrifolium“).<ref name="Euro+Med" /> Das Epitheton „porrifolius“ hatte Linné von Caspar Bauhins Pinax (1623) übernommen.

Man kann folgende Unterarten unterscheiden:<ref name="Euro+Med" />

Verwendung[Bearbeiten]

Die Haferwurzel wird vorwiegend als Wurzelgemüse verwendet, die Blätter lassen sich als Salat oder Spinat zubereiten. Die süßliche, milchsafthaltige „Wurzel“, deren Geschmack an Austern erinnern soll, ist sehr nahrhaft, weshalb ein alemannisches Sprichwort besagt: „Habermark macht d’ Bube stark“. Die Pfahlwurzeln werden im Herbst des ersten Jahres geerntet, geschält und gedünstet, gebraten oder frittiert. Sie können über den Winter eingemietet werden.<ref name="Storl">Wolf-Dieter Storl, Paul Silas Pfyl: Bekannte und vergessene Gemüse. Piper, München 2006, S. 245f. ISBN 978-3-492-24727-6</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

Albertus Magnus, der die Haferwurzel im 13. Jahrhundert erstmals erwähnte,<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Die Haferwurzel auf Was-wir-essen.de (Memento des Vorlage:IconExternal vom 9. Dezember 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.was-wir-essen.de</ref> identifizierte sie mit der biblischen Rose von Scharon.<ref>Carl Jessen und Ernst Heinrich Meyer. Alberti Magni ex Ordine Praedicatorum. De vegetabilibus libri VII: historiae naturalis pars XVIII. Reimer, Berlin 1867. Digitalisat Bayerische Staatsbibliothek. Buch VI/404 (S. 546f): (Tragopogon porrifolius Lin.) Oculus porci est flos, qui flos campi vocatur, crescens in altis locis siccis iuxta vias, habens radicem delectabilem, propter quod comeditur, et a porcis in pastum effoditur; et habet stipitem parum altum, in cuius supremo est flos rutilans ipse multum, et exsiccatus retinet eundem colorem. Folia autem habet parva et stricta, et profert florem in theca valde fusca. Est autem calidus et siccus temperate.</ref> Die Haferwurzel wurde seit dem 16. Jahrhundert in Mitteleuropa angebaut. Mit der Zeit wurde sie von der ähnlich schmeckenden Schwarzwurzel beinahe vollständig verdrängt.<ref name="Storl" />

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Oberdorfer2001"></ref> <ref name="Euro+Med">Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). In: Werner Greuter, E. von Raab-Straube (ed.): Compositae. Datenblatt Tragopogon porrifolius In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.</ref> <ref name="IPCN">Tragopogon porrifolius bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="Hegi1987">Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band VI, Teil 3, Seite 1042–1043. Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987. ISBN 3-489-86020-9</ref> <ref name="Schmeil-Fitschen2024">Eckhard von Raab-Straube: Asteraceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 830.</ref> </references>

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Haferwurzel (Tragopogon porrifolius) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Haferwurzel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen